Quelle www.artiempo.today/project/kin-126-revolution
Revolution
Das ist wieder mal ein Aufruf zur Revolution. Entrümple aber deine Waffenkammer, füge alles was du hast zusammen und lass es in deinem Lichtschwert vereint in neuem Licht erstrahlen. Es ist die Verlängerung deines Herzchakras, nicht mehr und nicht weniger.
Und Revolution hat nichts mit Gewalt zu tun, sondern sie geht nur darum zu wissen, was eigentlich längst gestorben ist.
Der Welten-Überbrücker in der Spiegel-Welle fordert uns zur Revolution auf, auf eine neue Art und eine neue Weise, diese zu betrachten, und sie zu leben. Es geht um das Aufhören Dinge künstlich am Leben zu erhalten, deren Zeit längst abgelaufen ist und die eigentlich längst sterben sollten.
Revolution ist der Übergang vom Alten ins Neue. Da viel Altes festhält, siehe Welt-Systeme, Gesellschafts-Strukturen, persönliches Verhalten ect., braucht’s manchmal einen stärkeren Schubbs, einen deutlichen Klapps auf die krallenden Fingerchen, damit’s weiter gehen kann.
Wir sprechen immer so schön vom Loslassen, und dann lassen wir los, und lassen wir los, und lassen wir los. Da scheint doch was immer wieder festkrallen zu wollen?
Irgendwas in uns peilt es manchmal echt nicht so ganz, dass gewisse Dinge gestorben sind, und wir an totem verwesendem Schimmelpilz klammern. Je länger wir krallen, je öfters wir tote Materie und verstorbene Verhaltensweisen immer wieder festhalten, desto ärger stinkt das Zeugs, desto übler ist der Verwesungsgeruch, den wir feinsinnig sehr wohl wahrnehmen können.
Mit diesem Totengestank belästigen wir auch noch unser Umfeld. Sieh’s einfach so, als würdest mit einer verwesenden Katze in deinem Rucksack rumrennen. Natürlich gewöhnst du dich an den Gestank, genau so wie ein Raucher seinen Qualm auch nicht mehr wirklich als Gestank wahrnimmt.
Die Revolution, die so tiefgreifend ist, dass sie wirklich dich revolutioniert, besteht also darin, mal wirklich Licht in alles zu bringen, was mit dir zu tun hat, und darin klarer denn je zu erkennen, was da eigentlich alles schon lang tot rumgammelt und üble Düfte von sich gibt.
Es kann durchaus sein, dass es dir heute einfach nur stinkt. Wäscheklammer auf die Nase stecken bringt’s nicht. Zieh dir deinen eigenen Gestank rein, damit spürst du nämlich die Übeltäter in den verborgenen Winkeln hinter deinen Schränken und unter deinen Sofas sehr gut auf.
Und wenn du’s gefunden hast, und du erst einmal so richtig gekotzt hast, dann weisst du, du hast’s wirklich gefunden. Zieh es dir so richtig rein, bis es dir so wirklich ablöscht dieses vergammelte Zeugs mit dir rumzuschleppen.
Dann verbrenn die Kotztüte und den Auslöser und sei stolz, dass genau das die wirkliche Revolution ist, die alles ins Neue führt.
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