Das ist doch herrlich! Brigitts Eltern! Beide 91 und ihrem Alter entsprechend munter. Brigitt wird hier im Totenhemd-Blog zukünftig mitschreiben. Mindestens alle vier Wochen regelmäßig … Bald mehr dazu. Keep going. Ich schicke euch Frühlingsgrüße vom See und reblogge von Brigitts Blog.
Keep going. Nummer 2.
Die 2. Woche in der Fastenzeit. Letzte Woche schrieb ich über die Themen „Do nothing“, „Keep going“. Es ist wie es ist.

Was ist mir begegnet? Die Winkekatzen in Basel sind mir begegnet. Sie saßen still im Schaufenster und ihr Arm winkte gleichförmig im Takt. Hoch. Runter. Hoch. Runter.
- Im Fasten-Wegweiser 2026 aus dem Andere Zeiten Verlag las ich über die Einfachheit eines Lebens, über die Tasse Tee am Morgen fürs gemeinsame Gespräch.
- und über das langsame Gehen: Der Wert des Lebens steckt im Augenblick. Ich zitiere:
Nicht das, was uns durch die Welt und unser Leben rennen lässt ist das, was uns berührt oder das, was wir erinnern. Meistens jedenfalls nicht. Nein, die Momente, auf die es ankommt, sind eher langsam, besinnlich, bewusst erlebt. Dieser Text hatte die Endlichkeit unseres Lebens im Blick. Wie wäre es mit „langsam gehen“? Den Winkekatzen eine Weile zuschauen?
Keep going
“Keep going“ – so habe ich Anfang Januar einen Text begonnen – mit der Hand ins Notizbuch geschrieben. Seitenlang. In einem schönen Zürcher Café habe ich gesessen und geschrieben. Es floss sozusagen aus meinen Fingern. Hinterher tat mir mein Ellenbogen weh, dass ich erstmal lahmgelegt war rechts. Links geht es jetzt wieder. Mein Handgelenk ist kräftiger und beweglicher geworden. Nur noch die Finger brauchen einige Zeit, bis sie sich wieder geschmeidig bewegen können. Der Nerv ist immer noch sehr beleidigt vom blöden Sturz. Es hätte nicht sein müssen. Es hätte aber auch schlimmer kommen können. Inzwischen gucke ich wieder – fast genesen – froh in die nahe Zukunft.
Wie sind deine ersten Wochen im Jahr gelaufen? Bist du zufrieden? Heute am 20. Februar sind wir am Anfang der Fastenzeit. In der Schweiz geht es aber mit Karneval erst richtig los. In unserem Ort genauso wie in Zürich locken die Karnevalevents und Umzüge. Der Basler Straich findet kommenden Montag statt. Gefeiert wird bis Mittwoch und Sprüche geklopft – Schnitzelbänke vorgetragen (das sind Spottlieder bzw. das Konzentrat des Basler Fasnachtswitzes). Dann ist Ruh‘ auch in der Schweiz.
Letztes Wochenende am Valentinstag waren mein Mann und ich eine Nacht im Kloster Kappel. Wir haben ein Valentinstagevent im Kloster verbracht mit Apéro, besinnlicher Feier und Candle-Light-Dinner. Das war sehr nett. Mal etwas ganz anderes und außergewöhnlich. Mein Mann hat mich damit überrascht.
Wie Ihr bemerkt habt, ist es ruhig geworden im Totenhemd-Blog. Die Prioriäten meiner geschätzten Mitschreiber*innen haben sich verschoben. Auch meine Interessen haben eine andere Richtung eingenommen. Nach wie vor finde ich das Thema „Leben und Sterben“ wichtig und interessant, mir fehlt aber eine Sparringspartner*in, die das hier mit mir stemmt und wuppt mit Ideen und Inspiration. Für mich darf es deshalb jetzt mal eine Weile dümpeln. Dazu kommt mir gleich die Idee, einmal wöchentlich in der Fastenzeit über dieses „Dümpeln“ nachzudenken. Mir fallen dazu im gleichen Moment meine Online-Meditationssessions mit/bei Jeff Warren ein. Vor allem sein wöchentliches Meditationsprojekt: „Do nothing Project“. Ich sag euch, das Beste was mir begegnen konnte in meinem „Lahmgelegt-sein“. Bewusst hinsetzen, atmen, fokussieren, nichts. Jeff kommt zwischendurch rein mit Gedanken, Impulsen, Reflektionen. I love it.
WeiterlesenBuchtipp: Lebensbilder von Tina Ruisinger

Der Christoph Merian Verlag hat mir freundlicherweise das Buch geschickt von Tina Ruisinger: Lebensbilder – Fotografie in der Palliative Care.
Ich blättere durch das Buch, Seite für Seite, sehe Fotografien und lese dazu kurze oder etwas längere Texte von Menschen jeden Alters. Ich bin berührt. Die Fotografien sind von Tina Ruisinger in Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten einer Palliativstation über zwei Jahre hinweg entstanden. Im Rahmen ihres fototherapeutischen Angebotes und im Austausch mit der leitenden Ärztin entwickelte sie im Spital Zollikerberg das Fotoprojekt Lebensbilder. Die Leitfrage dabei lautet stets: „Wenn Ihr Gefühl, Ihre Stimmung momentan ein Bild wäre, was wäre darauf zu sehen?“
Susanna, 71: wenn’s mal sehr hart ist, habe ich das Weiche, das mir hilft.
Susann, 58: Zeit kann man sich nicht kaufen. Gesundheit kann man sich nicht kaufen. Alles, was wichtig ist, kann man sich eigentlich gar nicht kaufen, sondern man muss es versuchen zu spüren und schätzen zu lernen.
Gertrud, 95: ich möchte sterben, sterben, sterben. Ich bin nur noch Haut und Knochen. Ich warte auf den Tod. Die Asche von Struppi ist unter dem Blumentopf mit den Geranien auf meinem Balkon…
Manfred, 84: ich empfinde tiefe Ruhe und Stille in mir. Eine getragene Ruhe.
Luciano, 52: was ich fühle? Leere. Ich fühle nur Leere. Es wäre wohl einfach schwarz. Ich fühle nichts.
Nach den Fotos und Zitaten sehen wir die Protagonistinnen und Protagonisten, wie sie ihre Fotos mit ihren iPads oder Smartphones knipsen. Danach folgen Aufsätze von Klara, Pauline und Barbara Bleisch stellt die Frage: Welche Bedeutung hat der Tod für unser Leben? Sabine Milius schreibt über den Zugang zu Erinnerungen.
Grabsteine mit Hauben
Heute um 14 Uhr landesweite Schweigeminute in der Schweiz
Heute um 14 Uhr wird in der Schweiz anlässlich der schrecklichen Brandkatastrophe der Toten und der Brandverletzten gedacht. Die Gedenkfeier wird im Expo-Center von Martigny im Kanton Wallis stattfinden. Sie wird live in der Schweiz ab 13.30 auf allen SRF-Kanälen übertragen. Die Trauerfeier beginnt um 13.45 Uhr und ist nur für geladene Gäste und alle Direktbetroffenen der Brandkatastrophe.
Im ganzen Land sind Anlässe geplant u.a. in Zürich auf dem Münsterhof. In der Fraumünsterkirche findet danach ein 20-minütiger Gedenkanlass statt. Aber auch in St. Gallen, Freiburg, Lugano, Bern undsoweiter. Die Zugführer können kurz vor 14 Uhr die Zugpfeifen betätigen, um an die Trauerminute zu erinnern.
Ich las, dass Menschen Blumen vor den Eingang des Kinder-Unispitals legen oder Geld spenden für die hohen Kosten der monatelangen Unterstützung der Brandopfer. Ich werde es wohl zeitlich schaffen, in einer nahen Kirche zu sitzen und still Anteil zu nehmen.
Es gibt ein Online-Kondolenzbuch für alle, die etwas hineinschreiben möchten, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.
Wir sind wie alle anderen entsetzt und sehr traurig.❤️
Neujahr – Der erste Morgen
Bricht der erste Morgen
des neuen Jahres an,
so erscheint der Himmel
nicht anders als am Tage zuvor,
aber doch ist einem
seltsam frisch zumute,
als habe sich vieles verändert.
(von Yoshida Kenko, einem japanischen Dichter, *1283 —1350)
Guten Morgen an diesem 1. Januar 2026. Taufrisch liegt das Neue Jahr vor uns. Und alle Jahre wieder veröffentliche ich dieses schöne Gedicht von Yoshida Kenko. Lasst es euch gut gehen heute.
Der zweite Todestag unserer Mutter
Zuguterletzt … von Brig
… ein von ihr geschriebenes Gedicht … auch zur Blogaktion gedacht.
Danke, Brig, dass Du dieses Jahr dabei warst – trotz allem bzw. trotz aller Kunterbuntheit in diesem Jahr.















