Biep, Biep, Biep, Biep
Ich wurde langsam wach.
„Guten Morgen.“
Keine Antwort. Es fühlte sich alles anders an. Ich konnte Vir nicht spüren und wurde doch nervös. Also machte ich die Augen auf…
„Hallo?“
Es war stockdunkel und als ich mich an die Dunkelheit gewöhnt hatte…
Biep, Biep, Biep, Biep
Ich lag in einem Krankenzimmer. An mir war ein Gerät angeschlossen. Ich bin wieder Mensch! Das fühlte ich sofort. Sollte ich jetzt fröhlich sein? Yay ich habe meinen Körper wieder? Nein! Ich fühle mich Scheiße! Entsetzt merkte ich, dass ich mich nicht bewegen kann… Nein die Arme gingen noch! Warum ich das folgende tat ist mir unergründlich, aber es ging definitiv in die dumme Ideen-Schublade meines Lebens. Ich haute auf mein linkes Bein um zu testen, ob ich etwas spüren konnte.
„Aargh!!“
Unglaublicher Schmerz! Ich stöhnte nur noch vor Schmerz und musste mich erstmal sammeln.
„Er ist wach! Holt Schmerzmittel und seinen Befund, danke.“
Die Rollläden wurden hochgefahren und erst jetzt merkte ich, dass da ein Arzt an der Tür stand. Er hatte einen weißen Kittel an und eine wirklich sehr kleine Brille.
„Nick…“
Ich fiel ihm ins Wort
„Ja?“
„Ich erhalte gleich deinen Befund, aber ich fürchte auch so schlimmstes.“
Ich hatte ja wirklich keine Ahnung, was mit mir los war, aber der Arzt machte mir keine guten Hoffnungen…
Eine rothaarige Krankenschwester hatte den Raum betreten und dem Arzt seine Utensilien gegeben.
„Danke dir.“
Sie verließ den Raum und pustete sich die Haare aus dem Gesicht. Belustigt schaute ich ihr nach. Ich werde wohl jedes Lächeln genießen müssen.
„Ich gebe dir erstmal das Schmerzmittel und dann schauen wir uns den Befund an ok?“
Ich nickte und er tat wie geheißen. Danach setzte er sich an die Bettkante und öffnete einen Umschlag.
„Wie heißen sie eigentlich?“
„gebrochene Rippen, Knochenbrüche am Bein, mehrere Verstauchungen… was? Ich heiße Johannes. Dr. Johannes.“
Das sollte wohl witzig gewesen sein…
Biep. Biep, Biep, Biep
„Ich würde sagen: Dumm gelaufen! Du wirst…leider nie mehr richtig laufen können. Zwar ist dein linkes Bein noch intakt, aber du wirst es fürs erste nicht benutzen können. Das heißt für dich, dass du erstmal hier liegen bleiben wirst. Dein rechtes Bein.. nun es ist gelähmt und wird auch so bleiben. Es.. Es tut mir Leid.“
Betrübt blickte er zu Boden.
Schock… auf dem Zettel stand das Ende meiner Lebensfreude. Ich werde doch nur jedem zur Last fallen! Wie wird Laura reagieren? Was wird aus meinem Hobby? Ich tanze seit dem 7.Lebensjahr. Was wird aus all dem?
Nein! Ich will nicht mehr zurück in diese Welt. Ich fing an zu heulen und wünschte mit so sehr, dass ich wieder zu Vir und dem Alten könnte. War alles nur ein Traum? Wie bin ich dann ins Krankenhaus gelandet?
Johannes versuchte mich zu beruhigen und ich stieß seine Hand weg. Er verstand, dass ich allein sein will und nickte verständnisvoll. Danach stand er auf und verließ den Raum
„Morgen werden wir uns um einen Rollstuhl kümmern und deine Freundin anrufen… oder deine Eltern.“
„Mhm.“
Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Was soll ich mit meinem Leben anfangen? Mit meinem gesunden Arm deckte ich mich besser zu und die Wärme tröstete mich. Ich griff nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein. Der kleine Fernseher war eher schlecht als recht, aber wenigstens hatte ich Ablenkung.
„Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit den Nachrichten… Flüchtlingskrise eskaliert, Gewerkschaften wollen mehr Geld, sind wir deutschen ungesünder, als andere Länder? Der Gesundheitscheck und ein schwerer Unfall auf der Hanauer Landstraße zu…“
Vielleicht mein Unfall? Interessiert schaute ich mir die Meldung genauer an.
„Gestern Abend fand ein schwerer Unfall auf der hanauer Landstraße statt. Der Wagen, des jetzt im Krankenhaus liegenden krachte ungebremst in einen Baum. Die Feuerwehreinsatzkräfte konnten den…“
Mein Auto! Ich hatte einen Unfall? Aber warum denn?
„Unfallursache unklar, jedoch haben Tests ergeben, dass die Ursache nicht Betrunkenheit am Steuer war.“
Klar! Ich trinke keinen Alkohol mehr.
Der Moderator sagte noch kurz
„Gute Besserung“
Und gab an seine Kollegin weiter.
„Wie zu erwarten streikt die Gewerk...“
Ich schaltete den Fernseher aus um erstmal verarbeiten zu können. Wollte ich mich umbringen? Ich hatte echt keine Ahnung was am Vortag passiert war! Instinktiv griff ich ans Telefon. Lauras Nummer war schnell getippt und es fing an zu tuten.
Ich wollte sie sofort sprechen und nicht bin morgen warten. Vielleicht erwartet sie schon meinen Anruf und macht sich Sorgen um mich.
Nach kurzem Warten nahm sie den Anruf endlich an.
„Nick?“
„Ja.“
„Geht es dir gut? Ich habe das gerade im Fernsehen gesehen… ich mache mir so sorgen um dich!“
„Ja.“
„Was ist denn? Was hat der Arzt gesagt?“
„Ich bin Verloren. Ein Wrack.“
„Mach dir keine Sorgen wir stehen alles durch! Ich werde zusehen, dass ich…“
„Laura?“
„Was?“
„Ich werde nie mehr laufen können.“
Ich brach schon wieder in Tränen aus.
Stille. Einsame Stille.
„Laura?“
„Wir stehen das durch habe ich gesagt! Du sollst dir nichts antun hörst du!“
Sie wurde auch schon weinerlich.
„Was wird aus deiner Tänzerkarriere? Welchen Beruf willst du ausüben? Können wir unsere Beziehung so weiterführen wie immer...“
Sie heulte am Hörer.
„Laura! Jetzt muss ich uns Hoffnung machen, obwohl ich hier der Schwache sein soll.“
„Entschuldigung. Ich mach mir nur wirklich Sorgen.“
„Ich liebe dich.“
„ich dich auch.“
Danach habe ich noch mein Abendessen bekommen. Es schmeckte gar nicht gut. Ich zwang mich das Schwarzbrot runterzukriegen und versuchte nach dem Essen sofort einzuschlafen, um so schnell wie möglich den nächsten Tag im Rollstuhl erleben zu können. So schnell konnte ich dann doch nicht einschlafen, da mich die Sorgen und der Kummer wachhielten.
Biep, Biep, Biep, Biep
Ich wachte auf und fühlte angenehme Wärme. Das konnte nicht die Bettdecke sein.
„Du bist wach!“
Vir.
„Ich habe die ganze Zeit bei dir gelegen. Beeil dich mal wir müssen dann los um dem Alten zu helfen!“
Ich war überglücklich wieder weg von der anderen Welt zu sein. In einem schönen Traum… Nein. Ich weiß noch nicht mal, ob das jetzt oder davor ein Traum war. Ist das hier ein kleiner Trost für mein Scheißleben oder bin ich tot und träumte von einem möglichen Leben in der Menschenwelt
„Vir? Du glaubst mir ja jetzt alles oder“
„Alles.“
Ich fing wieder an zu heulen. Aber ein Drache heult normalerweise nicht, deswegen hört sich das ziemlich komisch an.
„Ich hatte einen Traum und ich war wieder ein Mensch…“
„Das ist doch toll! Wie Leben die…“
„Nein! Ich war gelähmt und schwer verletzt.“
Er drückte mich.
„Ach so du bist traurig! Entschuldigung, aber ich kann deine Emotionen nicht deuten. Sie sind so anders als unsere,“
"Ich weiß noch nicht mal, was jetzt ein Traum ist! Das hier oder die Menschenwelt.“
„Wo fühlst du dich am wohlsten?“
„Natürlich hier, bei dir.“
„Dann ist das deine Welt.“
Logisch! Jetzt fühlte ich mich aufgeheitert!
„Dann lass uns losgehen und du zeigst mir meine neue Welt!“
Über meine plötzliche Stimmungsschwankung musste er grinsen, war aber auch sichtlich verwirrt.
„Du bist schon was ganz Besonderes…“
Bitte weiter so
Gruß Turmalon
Sehr gute Idee, da lässt sich sicher noch die eine oder andere Verwirrung draus entwickeln.
Aber ein wenig merkt man, dass Du das irgendwie 'durchgeprügelt' hast. Die Handlung ist besonders im menschlichen Teil doch manchmal etwas - entschuldige - unlogisch.
Erst haut er sich (die 'dumme-Ideen-Schublade' ist cool ^^) aufs Bein und brüllt vor Schmerz - und dann eröffnet der Arzt ihm, dass er nie mehr Laufen können wird. - Schlußfolgerung: Gelähmt (sagst Du ja am Ende auch) - aber woher dann der Schmerz?
- Greift gedankenverloren zum Telefon und hat jemand dran... hat er gewählt, hat es geklingelt, Gedankenübertragung..?
- Gestern Nacht, Heute früh der Unfall... verdacht auf Querschnitt - und der Arzt hat nix eiligeres zu tun, als den armen Jungen gleich morgen in den Rollstuhl zu verfrachten... - damit ist dann spätestens der letze Nerv durch... ;-)
Auch zuletzt, wieder bei Vir, ist es alles etwas hoppla... ^^
Sorry, ich bin nun mal Erbsenzähler von Beruf und eine Drachenseele. ;-)
Und ich möchte lieber nicht wissen, wieviel solcher unlogische Momente ich in meinen Storys habe. ^^
Genug Erbsen gezählt. ^^ - Es lässt sich noch gut lesen, die Handlung verspricht interessant zu werden und das ist das wichtigste dabei.
freundlich geknurrt
Eldingar.
Gut das es noch hauptberufliche Erbsenzähler gibt! Ich werde das sofort verbessern und danke für die ehrliche Kritik. Nun ich bin halt Mensch mit Teilzeit-Drachen gemixt, da kann Vir nur menschlich wirken. Da wird es voraussichtlich auch keine Besserung geben ^^
So wie ein gewisser Lord werde ich das nicht machen können ;)
Verdacht auf Querschnitt? Nicht das ich wüsste Herr Doktor :o
Übrigens.. wie viel verdient man als Erbsenzähler oder ist das ehrenamtlich ;D?
Naja..
Müde geschnurrt
Drayum