Heute ist es also soweit. Ein Nachmittag unter Menschen, ein paar Stunden Zusammenzeit, ein Kunst-Event, eine Smalltalk-Gelegenheit (grmpf) … und eine Möglichkeit, zu sehen, was der Liebste in seinen letzten ‚hundert Jahren‘ – in Wirklichkeit sind es wohl so 35, etwa die Hälfte davon mit mir an seiner Seite – alles so an Kunst geschaffen hat.
Fast hätte er die Einladung seines Galeristen abgelehnt, wie er hier sehr treffend schrieb.

Diesen Blogartikel hätte ich längst schreiben sollen, im Voraus, damit du oder vielleicht du hättest teilnehmen können. Aber vielleicht tust du es ja dennoch – oder virtuell?*
Wie wir gestern Nachmittag die vorletzten Hände anlegten, um die Hängung der Bilder und Objekte zu komplettieren, kam richtiggehend große Freude auf. Am Geschafften, am Aufgehängten und am gemeinsamen Schaffen.
Mir wurde bewusst, wie stolz ich darauf bin, dass der Liebste seinem Weg und seiner Berufung gefolgt ist. Nicht immer einfach, verbunden mit viel Verzicht (würden wir es mal materiell betrachten), dazu auch mit vielen Umwegen und ja, auch Misserfolgen. Dennoch ist er sich selbst treu geblieben.
Wie ich vorhin, in seiner Küche in der Künstlerbude, meinen Frühstückknäckebrotteig knetete, schaute ich zurück und ich fragte mich, ob ich noch andere Künstlys kenne, die ähnlich breite Kunst, dazu immer mit einem leichten Augenzwinkern und freundlichem Humor, kreieren. Was da nicht alles hängt? Von Papiercollagen über Objekte hin zu Textarbeit, Reisevideos und Serienfotografie kann sich alles sehen lassen.
Als wir über die zu erwartende und meist eher langweilig-platte Laudatio sprachen – ich lasse mich aber immer wieder gern positiv überraschen –, erzählte ich drauflos. was ich geschrieben hätte, wäre ich die Laudatio-Verfasserin.
Deine Kunst, Irgendlink, zu betrachten, ist, wie dein Hirn zu betreten. Ich stelle mir einen Raum mit vielen einzelnen Nebenräumen vor in denen ich herumgehen könnte. In jedem Raum würde mich etwas Neues überraschen.
Von Tür zu Tür würde ich eine Stufe weiter in deine Hirnwindungen eintauchen. Ich sehe und verstehe dich als Reisenden, hier sehe ich deine Gedanken zu Texten aufbereitet, dort sehe ich sie als Bilder umgesetzt oder als Videos, vieles sehr roh, sehr unmittelbar, anderes – manche Bilder, manche Texte – hast du weiterentwickelt, verfremdet und ich sehe, wie du sie zu einem Ganzen zusammengeführt hast.
Zwischendurch würde ich mich ganz oft verirren und überhaupt nicht mehr wissen, wo ich jetzt bin, weil alles vermeintlich zusammenhangslos ist. Erst wenn ich aus dieser ganzen Reise durch deinen Kopf zurückgekehrt bin und alles noch einmal Revue passieren lasse, würde ich vielleicht ein wenig verstehen – oder vielleicht auch nicht – wie das alles zusammenhängt. Es sind einzelne kleine Teile eines Ganzen, die man nicht als Einzelteile sondern nur als Ganzes verstehen kann. Und weil du nicht alles ausstellen kannst – das geht ja gar nicht, es gibt nicht genug Platz für so etwas – wird man das alles eigentlich nicht verstehen. Das Schicksal vieler Kunstschaffender, die interdisziplinär arbeiten. Ich wünsche dir und deiner Kunst, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich auf dich und dein Werk einlassen.
Den Text hat der Liebste ausgedruckt und seinem in der Ausstellung aufgebauten Bundesordner-Kunstwerk, genannt ‚Akte Irgendlink‘, einverleibt, jenem Kunstwerk, das Skizzen, Hommagen, Referenzen und Zitate anderer Künstlys an Irgendlinks Kunstschaffen in sich versammelt.
Ein kreatives Leben, jedes einzelnen Leben gar, gleicht, denke ich, einem bunten Teppich. Die einzelnen Teile ergeben letztlich nur für die Person Sinn, die die einzelnen Fäden miteinander verwebt. Und diesen Sinn verstehen wir – bedauerlicherweise – ja oft erst im Rückblick. Außerdem hat auch Unsinn seine Daseinsberechtigung.
Eine Ausstellung ist eine gute Gelegenheit, hinzuschauen … und versuchen, zu verstehen, dahinterzuschauen …
Ich hoffe, dass es heute Nachmittag richtig schön wird, zumal ich solche Events immer mir sehr ambivalenten Gefühlen besuche, selbst wenn es um Werke des Liebsten geht, die gezeigt werden.
jetzt aber freue ich mich darauf.
*Infos:
Galerie m beck | Homburg
Schwedenhof | Am Römermuseum
Am Schwedenhof 4
66424 Homburg/Saar
Germany
Tel +49 6848 70119 0
ger@comebeck.com
Öffnungszeiten vom 1. März bis 3. April 2026:
Mittwoch 11 – 14 Uhr und 16 – 18 Uhr
Donnerstag 11 – 14 Uhr und 16 – 18 Uhr
Freitag 11 – 14 Uhr
Und nach Vereinbarung
Opening Reception:
So 01.03.2026 16 Uhr
Livestream auf Youtube
Weitere Ausstellende:
Christine Tophoven
Friedhard Meyer
sowie verlängert die Ausstellung von Christian H. Friedrichs






































