Das Virtual I/O Device ist ein softwarebasiertes Erweiterungsmodul ohne physische Hardware-Schnittstelle. Es dient als virtuelle I/O-Schnittstelle und reserviert einen definierten Speicherbereich im Prozessabbild des RevPi. Auf die Daten in diesem Speicherbereich kann von verschiedenen Softwarekomponenten zugegriffen werden. Sie sind unmittelbar nach dem Schreiben verfügbar.
Das Virtual I/O Device kann eingesetzt werden für:
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Datenaustausch zwischen SPS und Linux-Applikationen
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Anbindung an IT-/Cloud-Systeme
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Verwendung von Node-RED als Integrations- oder Visualisierungstool
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Übergabe von Messwerten oder Zuständen an eine Datenbank
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Sollwerte oder Steuerbefehle von extern in eine SPS schreiben
Damit stellt es eine zentrale Schnittstelle zwischen Automatisierungs- und IT-Anwendungen dar, ohne dass zusätzliche Kommunikationsprotokolle erforderlich sind.
Konfiguration #
Die Konfiguration eines Erweiterungsmoduls erfolgt im Rahmen der Modulkonfiguration des Revolution Pi Systems, d. h. eines RevPi Basismoduls mit Erweiterungsmodulen. Dies ist möglich über die Applikation PiCtory oder ggf. direkt in der Entwicklungsumgebung, z. B. über CODESYS.
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Note
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CODESYS und PiCtory können für die Konfiguration nicht parallel verwendet werden. Eine bestehende Konfiguration über PiCtory wird von einer Konfiguration über CODESYS überschrieben. Die virtuellen Geräte OPC UA Server und MQTT Client können nur über PiCtory verwendet werden. |
Das Virtual I/O Device wird in PiCtory wie ein physisches Modul im Configuration Board angeordnet und im Value Editor konfiguriert, siehe Ein- und Ausgänge konfigurieren.
Es stehen zwei Varianten zur Verfügung:
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Virtual Device 32 Byte für einfachen Byte-Zugriff
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Virtual Device 32 Byte (Ext.) für typisierte Datenabbildung
Virtual Device 32 Byte
Position |
64 |
Offset |
13 |
Datenzugriff |
Byte-orientiert, linearer Zugriff auf Bytes |
Eingänge |
INP 1 … 32, Unit BYTE |
Ausgänge |
OUT 1 … 32, Unit BYTE |
Virtual Device 32 Byte (Ext.)
Position |
65 |
Offset |
77 |
Datenzugriff |
typisiert, Zugriff über Bits, Bytes, Words und DWords |
Eingänge |
INP 1 … 48, Unit BOOL |
Ausgänge |
OUT 1 … 48, Unit BOOL |
Zugriff über Softwarekomponenten #
Auf die Ein- und Ausgänge eines Virtual I/O Device kann über verschiedene Softwarekomponenten zugegriffen werden, die das RevPi Prozessabbild nutzen.
Typische Zugriffsmöglichkeiten sind:
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SPS-Applikationen, z. B. über das I/O-Mapping in CODESYS
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Node-RED über RevPi Nodes
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Linux-Anwendungen wie Python-Module, z. B. RevPiModIO2
Der Zugriff erfolgt über die im Prozessabbild gespeicherten Konfigurationsparameter wie Variablennamen und Offsets. Diese können in der Applikation PiCtory über die Funktion Export aufgerufen werden.
Beispiel: Mit piTest kannst du die 32 Bytes der virtuellen Eingänge ab Offset 11 mit dem Befehl piTest -r 11,32 lesen.
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Note
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