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Noptesch – Ein packender sozial-politischer Roman zu Rumänien
Martin Veith ist bekannt durch seine Forschungsarbeiten über die Arbeiterbewegung und den Anarchismus in Rumänien.
Er hat viel Licht in die bis dahin nicht erforschte Geschichte des rumänischen Syndikalismus und Anarchismus gebracht und diese damit erstmals der interessierten Öffentlichkeit umfangreich bekannt gemacht. Zuletzt legte er eine detaillierte Studie über die anarchistische Bewegung in der Bukowina vor. Mit dem Buch „Noptesch – Noaptes – Vom Leben und Sterben in Rumänien. Erzählungen aus dem Alltag“ hat er nun erstmals einen Roman geschrieben. Darin finden sich wahre Geschichten aus dem Leben von Menschen in einer Kleinstadt in der rumänischen Walachei, genauer am Fluss Argesch.
Martin Veith hat dort einige Jahre gelebt und berichtet gewohnt einfühlsam und gut verständlich vom meist harten Lebensalltag und den zahlreichen Ungerechtigkeiten. Dem Buch hat er eine Warnung vorangestellt. Denn in den Geschichten wird über verschiedene Formen schwerer Gewalt berichtet, die er für die Leser so anschaulich darstellt, als ob man dabei wäre.
Diese Darstellungen haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die beschriebenen zahllosen Ungerechtigkeiten in Familien, unter Nachbarn und durch Behörden zeigen eine Ellenbogengesellschaft, in der es den meisten der dargestellten Menschen um Machtbesitz und Ausübung in ihren vielfältigen Ausformungen, Geld und Besitz geht. Deutlich kommt zum Vorschein, dass der einzelne Mensch, als „schwach“ und „einflusslos“ gilt und nicht respektiert wird. Er ist konfrontiert mit einer Vielzahl und Vielfalt an Herausforderungen in unterschiedlichsten Dimensionen. Meistens kommen sie zusammen oder in kurzer Abfolge nacheinander.
WeiterlesenRoman-Vorstellung „Noptesch-Noapteș – Vom Leben und Sterben in Rumänien“ von Martin Veith
Einblicke in die Roman-Vorstellung bei der Linken Literaturmesse 2025 in Nürnberg. Weitere Infos und eine Leseprobe zum Roman finden sich hier.
Neuerscheinung: Die anarchistisch-syndikalistische Arbeiter:innenbewegung in Rumänien
„Heute gehört die Welt wenigen. Morgen allen!“ Antikapitalistische Kämpfe und die anarchistisch-syndikalistische Arbeiter:innenbewegung in Rumänien bis 1914
Dieser Text bietet einen fundierten und komprimierten Überblick zur Geschichte des Anarcho-Syndikalismus in Rumänien. Über gesellschaftlich bedeutende Arbeits- und Klassenkämpfe wird berichtet, anarcho-syndikalistische Protagonist:innen vorgestellt. Syndikalistische Hochburgen wie Câmpina und das Prahovatal sowie die Hafen- und Handelsstädte Brăila und Galați beleuchtet. Die Zeitspanne reicht von der Entstehung um 1900 über seine Hochzeit um 1911 bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs und der sozialen Revolution im Russischen Zarenreich.
Ebenso wie in anderen Ländern, wurde die revolutionäre Arbeiter:innenbewegung und anarcho-syndikalistische und anarchistische Bewegung in Rumänien von einem repressiven Staat blutig bekämpft. Marxisten agierten mit Verleumdungen, Verboten, Ausgrenzung und Zensur innerhalb der Gewerkschafts- und Arbeiter:innenbewegung, um den Einfluss des Anarcho-Syndikalismus zu schwächen. Auf den Punkt gebracht kommentierte der Anarcho-Syndikalist Grigore Constantinescu aus Galați dieses Verhalten mit den Worten: „Die üblen Verleumdungen gegen uns liegen darin begründet, dass wir keine Sozialdemokraten sind, keine Heuchler, keine Politiker, die aus dem Elend der Arbeiter ihren Profit schlagen, sondern Arbeiter, die sich um ihre eigenen Interessen kümmern.“
Das Ziel des Anarcho-Syndikalismus ist eine freie Gesellschaft, basierend auf bedarfsorientierter Produktion und Verteilung durch die Selbstorganisation der Arbeitenden in ihren Gewerkschaften, föderalistischer betrieblicher und gesellschaftlicher Selbstverwaltung und Solidarität, menschenwürdigen, umweltfreundlichen Arbeitsbedingungen und der Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums.
Quellenangaben und Hinweise auf weiterführende Literatur laden zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus in Rumänien ein.
Der Verfasser Martin Veith forscht seit vielen Jahren zu diesem Bereich und ist Autor mehrerer Sachbücher, Studien und Artikel zur Geschichte von Anarchismus, Anarcho-Syndikalismus, der rumänischen Arbeiter:innenbewegung und Gesellschaft.
WeiterlesenNOPTESCH – Vom Leben und Sterben in Rumänien
Neuerscheinung: Martin Veith: NOPTESCH – Noapteș. Vom Leben und Sterben in Rumänien. Erzählungen aus dem Alltag. Roman.
Der vorliegende Roman versammelt wahre Geschichten. Er führt uns auf den Lebensweg, in den Alltag und das Leiden verschiedener Menschen einer Kleinstadt in der rumänischen Walachei. Die traditionellen gesellschaftlichen Strukturen, Religion, Politik, Herrschaft, Korruption, die Situation von Frauen und des Bildungssystems finden sich in ihren Auswirkungen authentisch geschildert. Es wird über verschiedene Formen schwerer, auch sexueller und psychischer Gewalt berichtet. Wir erfahren vom gesellschaftlichen Wandel 1989, seinen Konsequenzen und tauchen ein in die Historie der traditionsreichen Kleinstadt am Fluss Argeș, die einst die erste Hauptstadt Rumäniens war.
Ganz natürlich stellt sich aufgrund der geschilderten Gegebenheiten die grundsätzliche Frage danach, was eine lebens- und erhaltenswerte Gesellschaft ausmacht und ob die in Schulen, Kirchen und von den zahlreichen Patrioten betriebene Selbstdarstellung Rumäniens nicht ein Trugbild ist.
Der Autor hat einige Jahre in dieser Stadt gelebt und ist Verfasser mehrerer Sachbücher und Artikel zur Geschichte der Arbeiterbewegung, des Anarchismus sowie über die Gesellschaft in Rumänien.
Hier findet sich eine Leseprobe [PDF]
420 Seiten | Verlag Edition AV | 2025 | ISBN 978-3-86841-145-4 | 20 €
Anticapitalist struggles and anarchist-syndicalist workers movement in Romania
From the 19 – 23 of May 2025 took place the international Online-Conference “Capitalist Transformations in Eastern and Central Europe” in the Romanian town of Cluj. On the first day there was a content section on the topic of anarchism in Eastern Europe. Participants from Romania, Poland, the Czech Republic and Germany gave short presentations on various thematic aspects. Ondřej Slačálek spoke about “Do different temporalities mean different experiences?” Adrian Tătăran demonstrated in his lecture “Transnational Anarchism and Anticapitalist Modernity: Jewish Anarchist Migration from Romania to the United States in the Early 20th Century” the need, especially in the anarchist movement, to think beyond national borders. In his lecture, he presented the life stories of anarchists from Romania. Many of them came from Jewish families and settled in Western Europe or the USA, where they often continued to work for anarchist beliefs and ideas and maintained contact with Romania.
Piotr Laskowski reported in “Both capitalisms equally oppress the working masses”. Polish-language anarchist journal Walka on the Soviet economy in the 1920s”on the clear-sighted anarchist magazine Walka from Poland. He highlighted the similarities between private and state capitalist systems, which had been highlighted in the newspaper, and recalled the Bolsheviks‘ suppression of the Kronstadt Uprising. Martin Veith reported on the anarchist and anarcho-syndicalist movement in Romania until shortly before the First World War. He examined the two different anarcho-syndicalist strategies and currents. While one operated within the social democratic-dominated trade union umbrella organization, the other attempted to build its own independent unions and structures.
Weiterlesen„Die rumänische Rechte“
Anfang Januar 2025 erschien von Hristu Parai-Pană das kleine Buch „The Romanian Right“ (Die rumänische Rechte) in einer englischsprachigen Ausgabe. Sein Ziel ist es, den englischsprechenden Interessierten an den aktuellen Ereignissen rund um die letzten Präsidentschaftswahlen einiges an wichtigen Hintergrundinformationen zur extremen Rechten und faschistisch-legionären Bewegung in Rumänien zu vermitteln und deren historische Hintergründe und Strategien zu erläutern. Im ersten Wahlgang vom 24. November 2024 stimmten 22,94% für den parteilosen Faschisten Călin Georgescu. Georgescu gewann damit die erste Runde, bevor der Rumänische Verfassungsgerichtshof das Wahlergebnis für Ungültig erklärte. Hintergrund, so wurde offiziell verlautbart, sei ein „aggressiver russischer hybrider Angriff“ auf Rumänien. Insbesondere über Tiktok und andere „soziale“ Medien wurde Georgescu massiv gepusht. Der rumänische Inlandsgeheimdienst berichtete, dass der Wahlkampf Georgescus massiv vom russischen Staat unterstützt würde, für dessen Präsidenten Putin Georgescu bei verschiedenen Gelegenheiten Anerkennung und Sympathie äußerte. Seine Wahlkampagne über Tiktok wurde von Tausenden falscher Tiktok-Konten und Millionen falscher Follower geführt. Sein Wahlergebnis und die kurz darauffolgende Annullierung führten zu Demonstrationen in Rumänien. Antifaschistische Kräfte und Anhänger Georgescus gingen auf die Straße. Hristu Parai-Pană beschreibt diese Ereignisse anschaulich und beleuchtet die unterschiedlichen Motivationen der Menschen, die gegen Georgescu und die extreme Rechte Gesicht zeigten.
WeiterlesenNeuerscheinung: Soziale Kämpfe und Emanzipation in Rumänien. Vom Frühsozialismus bis heute

Die vorliegende Textsammlung bietet fundierte Einblicke und Informationen über nahezu 200 Jahre Widerstand und Gesellschaft in Rumänien. Die Beiträge reichen von der Epoche des Frühsozialismus über die Entstehung und Entwicklung der anarchistischen und syndikalistischen Bewegung bis zu selbstorganisierten Arbeitskämpfen und gesellschaftlichen Protestbewegungen unserer Tage. Sie beleuchten zudem kaum bekannte oder vergessene Ereignisse und Menschen. Sie eignen sich sowohl für bereits mit der Geschichte Rumäniens vertraute Leserinnen und Leser als auch für neu Interessierte.
Die Texte sind eine Auswahl aus weiteren vom Verfasser zwischen 2011 und 2022 in der BUNĂ – Zeitschrift für Befreiung und Emanzipation – nicht nur in Rumänien und dem Jahrbuch des Instituts für Syndikalismusforschung Syfo – Forschung & Bewegung erschienen Beiträgen zum Themenspektrum.
Martin Veith „gilt durch mehrere Studien zur Geschichte der freiheitlich-emanzipatorischen Arbeiterbewegung in Rumänien als Kenner auf diesem Gebiet. Überhaupt war er (international) der erste, der sich aus libertärer Sicht mit der rumänischen Arbeiterbewegung befasste.“ (Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien)
Inhaltsverzeichnis
WeiterlesenIn Gedenken an Nicolas Trifon – „Dissident“ und Anarchist aus Rumänien
In der Nacht des 18. August 2023 verstarb in Paris unser Genosse Nicolas Trifon. 1949 in Bukarest geboren und aufgewachsen im totalitären System des rumänischen Staatskapitalismus unter dem Präsidenten Ceausescu, entwickelte er schon früh ein Interesse an emanzipatorischen Bewegungen. Durch das Studium historischer sozialistischer Schriften und eigene Erfahrungen im „sozialistischen System“ entdeckte er den Anarchismus für sich. Mitte der 1970er Jahre musste er Rumänien verlassen und fand in Paris ein neues Zuhause. Hier wirkte er in anarchistischen Exilgruppen wie jener um die Zeitschrift „Iztok“ (Ost).
Er unterstüztzte die Arbeiter:innenbewegungen und selbstorganisierten Gewerkschaften in Osteuropa und beteiligte sich an öffentlichen Veranstaltungen für diese in Westeuropa, um auf ihren Kampf gegen die totalitären Systeme sowie über die Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter durch die „kommunistischen“ Staaten und Funktionärskasten aufzuklären. So 1978 in Paris, wo Vertreter unabhängiger Gewerkschaften aus Rumänien, Polen und der Sowjetunion vor Aktiven französischer Gewerkschaften berichteten und große Medienresonanz erzielten.
Die Unterdrückung in den „realsozialistischen“ Systemen wurde von einem Großteil der Linken und radikalen Linken jener Zeit ignoriert oder schöngeredet, bzw. von zahlreichen kommunistischen Parteien und Organisationen gerechtfertigt oder geleugnet.
WeiterlesenZweite Ausgabe der Kampfgeister erschienen
Auch die zweite Ausgabe der Kampfgeister birgt in ihren knapp 100 Seiten wieder eine Vielzahl interessanter Beiträge.
Gespräche führten wir mit Aktiven der Radical Aid Force, die mit Hilfslieferungen Menschen und Angehörige der anarchistischen Kampfeinheiten in der Ukraine unterstützen. Sie berichten über ihre Arbeit, die dem Ziel dient, „täglich daran zu arbeiten, das Leben unserer Genoss:innen auf ukrainischer Seite zu erleichtern und zu schützen.“
In einem tiefgründigen Gespräch diskutieren wir mit Thomas Friedrich, Professor für Philosophie und Herausgeber eines wissenschaftlichen „Anarchismus-Handbuchs“, über die Eigenschaften der „kritischen Theorie“ und deren Nähe zu anarchistischen Vorstellungen. Das Gespräch birgt so manche Erkenntnis und baut so manche Brücke über mögliche Vorurteile hinweg.
Wie immer finden sich Berichte und Informationen zu neuen Projekten, Veranstaltungen und Aktivitäten des Instituts für Syndikalismusforschung. Letztes Jahr wurden wir 15 Jahre jung. Martin Veith blickt auf einige Ereignisse in diesem Zeitraum und legt die Überlegungen, die zur Gründung des Instituts führten, dar. Kurznachrichten und Veranstaltungshinweise schließen sich an. Markus bringt uns den Film „Unruh“ zum „Schweizer Sommer der Anarchie“ näher und Gabriel Kuhn stellt uns die Neuerscheinung über Schwedische Syndikalisten und Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg vor.
Ende letzten Jahres erschien mit „Fragmente zu Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus in der Bukowina“ eine neue Studie über die anti-autoritäre Arbeiter:innenbewegung in dieser historischen Region Osteuropas. Darin enthalten sind die „Erinnerungen eines Anarchisten aus Rumänien“ von Mechel Stanger. Nach der deutschen Erstveröffentlichung dieses wichtigen historischen Dokuments ist Frau Anette Stanger-Eriksson mit uns in Kontakt getreten und hat einige weitere aufschlussreiche Informationen über ihren anarcho-syndikalistischen Vater mitgeteilt. Diese finden sich im Heft und wir sagen vielen Dank dafür!
WeiterlesenVernichtungswille des Staates
Die folgende Rezension erschien in der aktuellen Ausgabe der „Roten Hilfe Zeitung“, der Zeitschrift der linken Solidaritätsorganisation „Rote Hilfe“.
„Fragmente zu Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus in der Bukowina“
Redaktionskollektiv der RHZ
Martin Veith, Autor verschiedener Bücher und Aufsätze über Anarcho-Syndikalismus, hat ein neues Buch geschrieben. Schon in der Vergangenheit hat er sich intensiv mit der revolutionären Arbeiter:innenbewegung und dem Anarchismus in Rumänien beschäftigt. Mit seinen Werken über die herausragenden Vertreter der Bewegung, Panait Musoiu und Stefan Gheorghiu, hat er schon ausgiebig über die Zeitspanne von 1900 bis zum zweiten Weltkrieg informiert. In seiner Neuerscheinung „Fragmente zu Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus in der Bukowina“ widmet er sich derselben Zeit speziell in der Bukowina.
Die Bukowina
Die Bukowina, Buchenland, ist eine historische Region am Fuße der Karpaten. Sie gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu den beiden Staaten Österreich-Ungarn und Rumänien und war seit langem multiethnisch besiedelt. Nach einer zwischenzeitlichen Besetzung durch Russland während des Ersten Weltkrieges erhob Rumänien Herrschaftsanspruch auf die gesamte Region und vereinigte die Bukowina und weitere historische Regionen mit dem Königreich Rumänien. Daraus entstand das sogenannte Großrumänien. Im zweiten Weltkrieg kam es zwischen der Sowjetunion und Rumänien an der Seite von Nazi-Deutschland zu weiteren Kämpfen um die Region. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Bukowina geteilt: Der Norden gehört heute zur Ukraine und der Süden zu Rumänien.
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