Ausland

Die neue Übergangsverwaltung für den Gazastreifen ist zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Wie der ägyptische Sender al-Kahera News berichtete, fand das Treffen heute in Kairo statt.

Die radikalislamische Terrororganisation Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde hatten sich am Mittwoch auf die Zusammensetzung des Technokratengremiums geeinigt. Es besteht aus 15 Palästinensern, angeführt wird es von dem ehemaligen Vizeminister der Autonomiebehörde, Ali Schaath.

Die US-Regierung hatte am Mittwoch den Beginn der zweiten Phase der Waffenruhe im Gazastreifen bekanntgegeben. Gemäß dem im Oktober von US-Präsident Donald Trump vorgestellten 20-Punkte-Plan soll die Übergangsverwaltung von einem „Friedensrat“ überwacht und beaufsichtigt werden, den Trump nach eigenen Angaben selbst leiten wird.

Neuer Wohnraum als oberstes Ziel

Die Übergangsverwaltung soll für die alltäglichen Entscheidungen in dem Palästinensergebiet wie den Wiederaufbau zuständig sein. Der US-Plan sieht außerdem die Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe vor.

Schaath sagte gegenüber al-Kahera News, wichtig sei nach der Zerstörung von 85 Prozent der Häuser im Gazastreifen vor allem die Schaffung neuen Wohnraums. Den Vertriebenen, die bisher „in vom Wind fortgerissenen Zelten“ ausharren müssten, könne so „ihre Würde zurückgegeben“ werden.

Im Zuge der Präsidentschaftswahl in Uganda sind nach Angaben der Opposition mindestens zehn Menschen getötet worden. Zehn Wahlkampfhelfer der Oppositionspartei National Unity Platform (NUP) seien von Soldaten erschossen worden, sagte der NUP-Abgeordnete Muwanga Kivumbi der Nachrichtenagentur AFP heute am Tag nach der Wahl. Die Soldaten hätten sein Haus gestürmt und die Wahlkampfhelfer in der Garage erschossen.

Nach Angaben seiner Frau Zahara Nampewo hatten sich sie Wahlkampfhelfer in Kivumbis Garage versteckt und waren von den Soldaten durch die Tür erschossen worden. „Sie sorgten dafür, dass alle Spuren der Toten beseitigt wurden. Hier ist nur noch eine Blutlache“, sagte Kivumbi weiter.

Oppositionsführer an unbekannten Ort gebracht

Zuvor war Oppositionsführer Bobi Wine nach Angaben der NUP unter Hausarrest gestellt worden. Das Militär und die Polizei hätten die Residenz des Herausforderers von Langzeitherrscher Yoweri Museveni „umzingelt und ihn und seine Frau damit praktisch unter Hausarrest gestellt“, erklärte die NUP im Onlinedienst X.

Wine stehe „nicht unter Hausarrest, wir sorgen lediglich für seine Sicherheit“, sagte dagegen ein Polizeisprecher dem Sender NBS. Die Umgebung von Wines Haus war heute Früh ruhig, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete. Heute Abend wurde bekannt, dass Wine mit einem Armeehubschrauber an einen unbekannten Ort geflogen wurde.

Der frühere Popstar Bobi Wine heißt mit bürgerlichem Namen Kyagulanyi Ssentamu Robert. Er ist vor allem bei jungen Menschen in dem ostafrikanischen Land beliebt. Der seit 1986 regierenden Museveni wurde im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von der Opposition scharf kritisiert.

Nach Drohungen aus Washington gegen Kuba und dem US-Angriff auf das verbündete Venezuela gibt sich die sozialistische Regierung in Havanna kämpferisch. Die kubanische Führung werde nicht unter Druck mit der US-Regierung verhandeln und keine politischen Zugeständnisse machen, sagte Präsident Miguel Diaz-Canel heute bei einer Kundgebung.

„Das wird nie auf dem Verhandlungstisch liegen“, sagte der Staatschef vor Tausenden Demonstrierenden auf der Antiimperialistischen Tribüne, einem Platz direkt vor der US-Botschaft an der Uferpromenade von Havanna.

US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Militäreinsatz vom 3. Jänner in Venezuela Kuba auf seiner Plattform Truth Social gewarnt: „Ich empfehle dringend, dass sie einen Deal machen, bevor es zu spät ist.“ Es war unklar, welche Art von „Deal“ er meinte. Venezuela ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Verbündeten Kubas.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern“

Die Demonstration in Havanna wurde als eine weitere Trauerfeier für die 32 kubanischen Sicherheitsbeamten veranstaltet, die bei dem US-Angriff auf Caracas getötet wurden. Bei dem Einsatz wurden Staatschef Nicolas Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores von US-Elitesoldaten gefangen genommen und nach New York gebracht. Dort soll ihnen wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden.

Nun steht Kuba zunehmend unter Druck. „Der derzeitige Kaiser des Weißen Hauses und sein berüchtigter US-Außenminister haben nicht aufgehört, uns zu bedrohen“, sagte Diaz-Canel in Bezug auf Trump und Marco Rubio. Kuba lasse sich dennoch nicht einschüchtern. Sollten die USA Kuba angreifen, werde sich der Karibik-Staat verteidigen. „Meine Herren Imperialisten: Wir haben absolut keine Angst vor Ihnen“, sagte er.

Die Karibik-Insel steckt in ihrer schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution von Fidel Castro 1959. Unter anderem mangelt es an Treibstoff. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela dauerhaft unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen.

Bei einem Treffen in Berlin haben Deutschland und Österreich heute ihre enge außen- und europapolitische Abstimmung bekräftigt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) und ihr Amtskollege Johann Wadephul (CDU) die Übereinstimmung ihrer Länder in zentralen internationalen Fragen.

Ein zentrales Thema war die Situation im Gazastreifen. Beide Seiten begrüßten, dass sich die humanitäre Lage zuletzt verbessert habe, doch mit Blick auf den Winter bestehe erheblicher Handlungsbedarf. Notwendig sei eine verlässliche Versorgung der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln, medizinischer Hilfe und Energie.

Positiv bewerteten sie den 20-Punkte-Plan als Grundlage für eine palästinensische nationale Verwaltung für Gaza. Deutschland und Österreich unterstützen diesen Ansatz. Klar sei jedoch: Eine politische Perspektive für Gaza könne es nur ohne die Hamas geben. Diese müsse entwaffnet werden.

Verurteilung des russischen Angriffskrieges in der Ukraine

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Krieg gegen die Ukraine. Beide verurteilten die andauernden Angriffe Russlands, insbesondere auf die zivile Energieinfrastruktur während der Wintermonate. Ziel Moskaus sei die Terrorisierung der Zivilbevölkerung, so Wadephul.

Wadephul kündigte zusätzliche 60 Mio. Euro für humanitäre Hilfe an, um die ukrainische Bevölkerung mit Heizsystemen, Warmwasser und Schutzmaßnahmen zu unterstützen. Ein echter Verhandlungswille auf russischer Seite sei erst dann zu erwarten, wenn der internationale Druck auf den Kreml erhöht werde.

Meinl-Reisinger fordert von Berlin mehr Führungsrolle ein

Meinl-Reisinger forderte von Deutschland mehr Führungsrolle ein, Wadephul signalisierte Bereitschaft, eine stärkere Führungsrolle zu übernehmen – sowohl an der NATO-Ostflanke als auch in der europäischen Verteidigungszusammenarbeit.

Beide stellten klar, dass Fragen zur Zukunft Grönlands ausschließlich von den Grönländerinnen und Grönländern selbst entschieden werden sollen. Fragen, wie weit Europa zur Verteidigung Grönlands gehen würde, wiesen sie als hypothetisch zurück.

Tausende Menschen sind laut syrischen Behördenangaben aus dem östlichen Umland der Millionenstadt Aleppo geflohen. Sie wollen weiteren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und der überwiegend kurdisch geprägten Miliz Syrian Democratic Forces (SDF) ausweichen. Den Angaben zufolge sollen 4.000 Menschen aus den Ortschaften Deir Hafir und Maskana geflüchtet sein.

Syrische Flüchtlinge erreichen die Sicherheitszone in Dayr Hafir
IMAGO/Anadolu Agency/Kasim Yusuf

In der vergangenen Woche war es zu schweren Kämpfen in kurdisch kontrollierten Stadtteilen Aleppos gekommen. Hintergrund ist ein Streit über die geplante Eingliederung der bisher autonom geführten kurdischen Verwaltungen in die staatliche Ordnung. Die Übergangsregierung brachte die kurdischen Stadtviertel Aleppos schließlich militärisch unter ihre Kontrolle.

Abkommen nicht umgesetzt

Nun sollen die SDF-Kämpfer weiter nach Osten gedrängt werden, wo sie weite Teile des Landes unter ihrer Kontrolle haben. Die SDF galten während des Bürgerkrieges in dem Land als wichtigster Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz IS und beendeten deren Herrschaft in Syrien. Ein Abkommen über ihre Eingliederung in die staatlichen Streitkräfte nach dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad wurde bisher aber nicht umgesetzt.

Die Regierungstruppen hatten einen „humanitären Korridor“ für mehrere Ortschaften östlich von Aleppo ausgegeben, um Zivilistinnen und Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. Die Frist dafür lief heute Nachmittag ab. SDF-Kämpfer hinderten die Menschen teilweise am Verlassen der Gebiete, wie Augenzeugen einem dpa-Reporter von dort bestätigten.

Trotz geltender Waffenruhe hat Israels Armee laut eigenen Angaben nach einer Attacke bewaffneter Palästinenser auf israelische Soldaten Ziele im gesamten Gazastreifen angegriffen.

Israels Militär habe Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) ins Visier genommen, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Sie machte keine Angaben zu möglichen Opfern.

„Eklatanter Verstoß“

Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, mindestens neun Menschen seien bei den Angriffen gestern Abend ums Leben gekommen. Den Angaben zufolge gab es auch mehrere Verletzte.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober 2025 hat es immer wieder tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen gegeben. Umfangreiche Angriffe wie die jetzigen gibt es seitdem aber nur noch selten. Israel sprach von einer Reaktion auf einen „eklatanten Verstoß gegen das Waffenruheabkommen“.

Ukraine-Krieg

Die Ukraine hat für morgen Gespräche in den USA über die „zukünftige Sicherheitsarchitektur“ und die „langfristige ökonomische Entwicklung“ des osteuropäischen Landes angekündigt.

Dabei solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum „wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine“ mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden, schrieb die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, auf Facebook.

Als Verhandlungsort nannte sie Miami im Staat Florida. Bei einem günstigen Verlauf könne es bereits kommende Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) zu einer Unterzeichnung kommen.

Zur ukrainischen Delegation gehören ihren Worten zufolge der Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, und der Chef der Parlamentsfraktion der Präsidentenpartei Diener des Volkes, David Arachamija. Angaben zu den US-Unterhändlern machte sie nicht.

Nach den schweren russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur der Ukraine werden in der Hauptstadt Kiew bis Anfang Februar sämtliche Schulen geschlossen. Das gab Bürgermeister Witali Klitschko heute im Onlinedienst Telegram bekannt.

Die Schließung werde am Montag beginnen und bis 1. Februar andauern. Die Behörden der Hauptstadt gaben zudem bekannt, die Straßenbeleuchtung auf ein Fünftel zu dimmen und sämtliche dekorative Beleuchtung abzuschalten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach den Angriffen der vergangenen Tage den Energienotstand für die Hauptstadtregion ausgerufen. In insgesamt 6.000 Wohngebäuden war bei klirrender Kälte die Heizung ausgefallen, nach Angaben von Klitschko waren heute immer noch 100 Gebäude ohne Heizung. Die Lage bei der Stromversorgung bleibe „sehr schwierig“, sagte er.

UNICEF: „Tagelang ohne Heizung, Strom, Wasser“

Das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) beklagte die prekäre Lage, insbesondere von Kindern in der Ukraine. Millionen von Familien müssten in der Ukraine „tagelang ohne Heizung, Strom und Wasserversorgung auskommen“, Kinder und ihre Familien lebten bei Temperaturen von minus 18 Grad ohne Heizung „im ständigen Überlebensmodus“, so der Leiter der UNICEF-Programme in der Ukraine, Munir Mammadzade.

UNICEF forderte „erneut ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete und auf die zivile Infrastruktur, auf die Kinder angewiesen sind“.

Russland attackiert seit Monaten die ukrainische Energieinfrastruktur. Viele Menschen können nur sporadisch oder gar nicht heizen. Neben Kiew sind auch weitere Städte betroffen. Gestern Abend waren laut Selenskyj nach einem russischen Luftangriff 440.000 Menschen in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ohne Strom.

Inland

Österreich wird alle Maßnahmen, auch Sanktionen, gegen den Iran unterstützen. Das sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) heute nach einem Treffen mit EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in Wien.

Stocker verurteilte die „beispiellose Gewalt des iranischen Regimes auf das Schärfste“. „Das iranische Regime ist mit brutaler Grausamkeit und Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen“, sagte er.

„Das muss ein Ende haben“

Diejenigen, die sich für Freiheit im Iran starkmachten, hätten seine volle Unterstützung, so der Bundeskanzler weiter. Er forderte, die Verantwortlichen für die Gewalt im Iran müssten zur Verantwortung gezogen werden, Demonstranten, die ihre Rechte ausübten, seien unverzüglich freizulassen.

Metsola zeigte sich „entsetzt“ über das Ausmaß der vom iranischen Regime eingesetzten tödlichen Gewalt. „Das muss ein Ende haben“, sagte sie. Die EU müsse ihre Maßnahmen verschärfen.

Das Europäische Parlament habe bereits die Einstufung der iranischen Revolutionsgarde als Terrororganisation verlangt und außerdem iranischen Diplomaten den Zugang zu seinen Räumlichkeiten verwehrt. „Es ist höchste Zeit für Freiheit im Iran“, sagte Metsola.

Besorgt über Entwicklung in Grönland

Tief besorgt zeigten sich Metsola und Stocker auch über die Entwicklung in Grönland. „Wir sehen, dass hier möglicherweise ein Konflikt entstehen kann“, sagte Stocker. Er hoffe jedoch, dass das vermieden werden könne.

Angesprochen auf die EU-Beistandsverpflichtung laut Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags sagte der Kanzler, es gebe gleichzeitig mit der „irischen Klausel“ eine Regelung für die vier neutralen EU-Mitglieder (Österreich, Irland, Zypern und Malta), wonach diese ihren Beitrag im Rahmen der Beistandspflicht nach ihren gesetzlichen Bestimmungen gestalten könnten.

„Wenn es so weit kommen sollte, und ich sage noch einmal, ich hoffe sehr, dass es dazu nicht kommt, dann werden wir uns in dieser Weise mit der Lage auseinandersetzen“, so Stocker. Metsola kündigte an, das EU-Parlament werde sich kommende Woche mit diesen Fragen befassen.

Wirtschaft

Die Austrian Airlines (AUA) setzen ihre Abendflüge von Wien nach Tel Aviv bis Ende des Monats aus. Ursprünglich war laut der Fluglinie geplant, dass diese Regelung bis 19. Jänner gelten soll, nun wird sie aber wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten verlängert.

Wie AUA-Sprecherin Andrea Hansal heute Abend mitteilte, wird die Einschränkung bis 31. Jänner gelten. Auch Tagesflüge finden nur statt, sofern eine positive Sicherheitsbeurteilung vorliegt.

Betroffene Passagiere werden nach Möglichkeit umgebucht. Außerdem werden nach Angaben der Airline Überflüge über den irakischen Luftraum aktuell geprüft. Der iranische Luftraum wird weiterhin umflogen.

Für die Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien – Photovoltaik, Wasserkraft, Windkraft und Biomasse – stellt das Wirtschaftsministerium heuer 70 Mio. Euro zur Verfügung. Für kleinere Photovoltaikanlagen soll es fixe Förderbeträge geben, teilte das Ministerium heute mit.

Geplant sind drei Fördercalls, im Zeitraum von April bis Oktober. Fortgesetzt wird außerdem der „Made in Europe“-Bonus, mit dem die europäische Photovoltaikproduktion unterstützt werden soll.

Kleine PV-Anlagen werden je nach maximaler Leistung der Anlage mit 120 bis 150 Euro je kWp (Kilowattpeak) gefördert – für Stromspeicher gibt es 150 Euro je kWh (Kilowattstunde).

Im Rahmen der Marktprämienverordnung stehen für die Förderung von Ökostromanlagen zudem für 2026 und 2027 Kontingente von 700 MWp für PV, 390 MW für Windkraft, rund 7,5 MW für Biomasse und 20 MW für eine gemeinsame Ausschreibung für Wind- und Wasserkraftanlagen zur Verfügung. Die Höchstpreise belaufen sich auf 9,92 Cent je kWh für Windkraft, 7,77 Cent für PV, 18,41 (neu) bzw. 16,63 (repowering) Cent für Biomasse und 10,17 Cent für Wind und Wasser.

ZIB2

Die Regierung hat ihre lange angekündigte Industriestrategie präsentiert: Rund 100 Maßnahmen sollen die heimische Industrie entlasten und Wachstum bringen. Schlägt die Regierung den richtigen Weg ein, um der angeschlagenen Industrie tatsächlich auf die Beine zu helfen? Dazu ist Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung, live zu Gast im Studio.

Familienbetrieb

Postenschachervorwurf: Der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, soll seine beiden Söhne und seine Lebensgefährtin in der AUVA, der PVA und der Sozialversicherung der Selbstständigen untergebracht haben.

Angespannte Lage

Nach der brutalen Niederschlagung der Proteste im Iran hat das Regime die Kontrolle offenbar wieder übernommen. Ungeachtet dessen heißt es aus den USA: „Alle Optionen liegen auf dem Tisch.“ Laut Medienberichten haben die USA einen Flugzeugträger in die Region geschickt.

Offline-Effekt

Seit einem Monat gilt in Australien das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige: Knapp fünf Millionen Accounts wurden gelöscht oder eingeschränkt. Die Regierung berichtet von ersten Auswirkungen: Kinder lesen wieder Bücher.

ZIB2 mit Martin Thür, 22.00 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Umwelt & Klima

Der drohende Zerfall des einst größten Eisberges der Welt, A23a, ist auf einer neuen Satellitenaufnahme festgehalten worden. Das Bild zeige die ersten Anzeichen dafür, dass sich der Eisberg bald vollständig auflösen werde, teilte die Europäische Raumfahrtorganisation (ESA) mit. Dass das Bild einen klaren, wolkenfreien Blick ermögliche, sei ungewöhnlich.

Satellitenbild des weltweit größten Eisbergs „A23a“
APA/AFP/Nasa

„Die hellblauen Bereiche, die auf seiner Oberfläche und auf den Eisbergen südlich von ihm sichtbar sind, sind Becken von Schmelzwasser, welche deutliche Zeichen des schnellen Verschwinden des Eisberges sind.“ Aufgenommen hat die Ansicht der Satellit Sentinel-2 des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

Von Antarktis in Südatlantik

Der Eisberg A23a war mit rund 4.000 Quadratkilometern einst der größte Eisberg der Welt. 1986 vom antarktischen Festland – dem Filchner-Ronne-Schelfeis – abgebrochen, hing er jahrzehntelang am Meeresboden fest. Nachdem er sich im Jahr 2000 löste, blieb er lange in zirkulierenden Meeresströmungen gefangen und driftete im November 2023 rasch von den antarktischen Gewässern davon.

Mittlerweile befindet sich der Eisriese im Südatlantik. Am 20. Dezember fing der Satellit ihn etwa 150 Kilometer nordwestlich der Insel Südgeorgien ein, umgeben von mehreren kleinen Eisbergen. Der ESA zufolge misst der Eisberg mittlerweile nur noch etwa 1.000 Quadratkilometer. Er hat also bereits rund drei Viertel seiner einstigen Größe verloren.

Dass Eisberge, die so weit in den Norden gelangen, zerfallen, ist nicht ungewöhnlich und liegt an den höheren Meerestemperaturen und Wetterbedingungen. Laut ESA ist A23a auf Kurs zu noch wärmeren Gefilden. Bald werde er das Schicksal anderer Eisberge teilen, die in diesen Gewässern zerfallen sind.

IT

OpenAI wird sein Flaggschiffprodukt ChatGPT künftig auch mit Werbung finanzieren. In den USA werde man bald entsprechende Tests starten, kündigte das Unternehmen in San Francisco an.

Die Werbung werde in der kostenlosen ChatGPT-Variante sowie in dem neuen Einsteigertarif ChatGPT Go getestet. Teurere Bezahlabos wie Plus, Pro, Business und Enterprise sollen auch in Zukunft werbefrei bleiben.

Der weltweit führende Anbieter von KI-Chatbots veröffentlichte gleichzeitig seine Prinzipien, nach denen die Anzeigen geschaltet werden sollen. „Werbung beeinflusst niemals die Antworten von ChatGPT“, hieß es in einem Blogeintrag. Die Antworten würden rein danach optimiert, was am meisten helfe. „Anzeigen sind immer getrennt und klar gekennzeichnet.“

„Verkaufen keine Daten“

Das Unternehmen versprach auch, die Privatsphäre der Nutzer und Nutzerinnen zu achten: „Wir halten Unterhaltungen mit ChatGPT strikt vor Werbetreibenden geschützt und verkaufen keine Daten.“ Jeder Nutzer entscheide selbst, wie Daten genutzt würden.

„Personalisierung kann abgeschaltet und die für Anzeigen verwendeten Daten können jederzeit gelöscht werden.“ Außerdem gebe es immer einen Weg, ChatGPT ohne Werbung zu nutzen – über einen kostenpflichtigen, werbefreien Tarif.

Ein Abo kostet allerdings mindestens 20 US-Dollar im Monat. Der nicht werbefreie Einsteigertarif ChatGPT Go kostet monatlich acht Dollar. Die Tests mit den Werbeeinblendungen werden zunächst in den USA laufen. Firmenmitbegründer und CEO Sam Altman war früher strikt gegen Werbung.

Die Onlineplattform X des Tech-Milliardärs Elon Musk ist heute Nachmittag in mehreren Ländern mehr als eine Stunde ausgefallen. Von der Störung war auch der KI-Dienst Grok betroffen, der ebenfalls zum Musk-Imperium gehört.

Die Aussetzer begannen gegen 15.45 Uhr. Erst nach 17.00 Uhr normalisierte sich die Lage langsam wieder. Ab 18.00 Uhr hatten die meisten Anwenderinnen und Anwender keine Probleme mehr, sich bei X anzumelden oder den Dienst auf dem Smartphone zu nutzen.

Keine Stellungnahme

Von X gab es keine aktuelle Stellungnahme zu den Problemen. Der Internetmonitoringdienstleister Netblocks meldete auf Mastodon, es handle sich offenbar nicht um Zensur- oder Blockademaßnahmen, sondern um eine technische Störung. Bei Portalen wie Allestörungen.at hatten sich in mehreren Wellen Fehlermeldungen betroffener Nutzer und Nutzerinnen gehäuft.

X basiert auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, den Musk im Herbst 2022 für rund 44 Milliarden Dollar (38 Mrd. Euro) kaufte. Nach der Übernahme gab es zunächst mehrfach technische Probleme, weil er bei der Infrastruktur den Rotstift ansetzte.

Inzwischen gilt die Plattform aber wieder als technisch stabil, wenngleich auch Grok aufgrund von missbräuchlichen Nutzungsmöglichkeiten stark in Kritik steht.

Medien

Der Presserat rügt den „Kurier“ für ein Ende Mai des Vorjahres erschienenes „Interview“ mit Clint Eastwood, das in dieser Form nie stattgefunden hat.

Die Autorin – die freie Journalistin Elisabeth Sereda – hatte es laut eigenen Angaben aus alten Aussagen des Hollywood-Stars zusammengesetzt. Allerdings wurde das nirgendwo kenntlich gemacht. Der Senat 3 des Presserats ortete einen „groben journalistischen Fehler“ und einen Verstoß gegen Punkt zwei des Ehrenkodex (Genauigkeit), wie heute bekanntgegeben wurde.

Die Aufregung war groß, als Eastwood mitteilen ließ, dass das Interview im „Kurier“ mit ihm „frei erfunden“ gewesen sei. Es erschien anlässlich seines 95. Geburtstags in Form eines Frage-Antwort-Interviews.

Dass dadurch der Anschein eines aktuellen Gesprächs erweckt wurde, zeigt nicht zuletzt, dass zahlreiche Medien wie die international tätige Nachrichtenagentur Reuters Zitate aus dem Interview übernahmen. Dadurch verbreiteten sich die Aussagen rasch. Eastwood meldete sich daraufhin zu Wort und gab an, in den Wochen zuvor keine Interviews geführt zu haben.

Presserat: Publikum in die Irre geführt

Sereda meinte, dass es üblich sei, zu Anlässen wie Geburtstagen ein „Best-of von mehreren Interviews“ zu verwenden. Der Senat 3 des Presserats teilt die Ansicht nicht, dass es üblich sei, Aussagen aus mehreren Interviews zu einem neuen Interview zusammenzufügen: „Das Publikum wurde in die Irre geführt.“

Sereda bestritt Täuschungsvorwurf

Der „Kurier“ reagierte im Juni des Vorjahres mit einer Stellungnahme der Chefredaktion auf den Vorfall. So sei leider nicht klargestellt worden, dass es sich um kein aktuelles Interview handle. Das entspreche nicht den Qualitätsstandards der Tageszeitung, weshalb man nicht mehr mit Sereda zusammenarbeiten werde.

Auch teilte Chefredakteur Martin Gebhart damals mit, dass man frühere Berichte der verantwortlichen Hollywood-Korrespondentin prüfen wolle. Sereda selbst bestritt, die Redaktion des „Kurier“ getäuscht zu haben.

Fehlverhalten „Medium zuzurechnen“

In der Verhandlung über den Fall hielt Gebhart fest, dass die Redaktion nicht damit habe rechnen können, dass die Aussagen für das Interview aus älteren Gesprächen stammen. Der Presserat stellte aber klar, dass das Fehlverhalten der freien Mitarbeiterin dem Medium zuzurechnen sei.

„Andernfalls könnte ein Medium immer damit argumentieren, dass das Verschulden bei der (freien) Journalistin liege und nicht unmittelbar beim Medium. Selbst bei einem Gastkommentar muss das Medium für etwaige journalistische Fehler der Autorin oder des Autors einstehen“, hieß es.