Gesammeltes

Lassen Sie sich Zeit, hier ist erst mal Pause. Mal sehen, wie lange. Nach dem Urlaub wird der Feedreader explodieren und wer weiß… was weiß ich… ich wünsche der geneigten Leserschaft einen guten Start in den Wonnemonat


Marcellus Maximus ist wieder da. Mit schönen Formulierungen.


Dokumentarfilmepfehlungen von Epikur. Leite ich mal ungesehen weiter.


Die Linkschleuder des Betonflüsterers. Wie immer wärmstens empfohlen.

(mehr …)

Stimmungsbild

Und dann ist da noch diese leise, unangenehme Erkenntnis der eigenen Vergänglichkeit. Sie kommt nicht dramatisch daher, sondern schleicht sich ein, etwa beim Blick in den Spiegel am Morgen oder beim Gedanken, dass bestimmte Möglichkeiten einfach nicht mehr zurückkommen werden. Es ist eine sachliche Feststellung: Die Zeit arbeitet nicht mehr für einen, sondern gegen einen. Und das macht selbst die schönen Tage ein wenig verdächtig, denn vielleicht wird dies der Sommer der letzten Male. Ist dann auch ok. (…)

Am Ende bleibt ein Gefühl, das sich nicht ganz einordnen lässt. Es ist keine Katastrophe, aber auch kein Zustand, den man freiwillig gewählt hätte. Vielleicht ist es genau das, was diese Zeit ausmacht: ein permanentes Dazwischen. Zwischen Krise und Normalität, zwischen Einsicht und Verdrängung, zwischen dem Wunsch, dass sich etwas ändert, und der leisen Ahnung, dass man sich längst arrangiert hat.

(via)

Trifft exakt meine derzeitige Grundstimmung.

Passend zum Vorigen

Um den Kreis zu schließen:

Schon in meiner frühen Jugend ist mir klar geworden, dass immer dann, wenn ich etwas nicht verstanden habe, die Ursache zu 99% darin lag, dass derjenige, der es mir zu erklären versuchte, alles absichtlich kompliziert und unvollständig schilderte, um sich wichtig zu machen, oder dass er schlicht außer ein paar angelesenen, aber unverstandenen Sätzen selbst keine Ahnung hatte. In vielen Fällen habe ich mir diese Erkenntnis dadurch erarbeitet, dass ich die Thematik systematisch selbst analysiert und dabei die Fehler in der Erklärung gefunden habe. Wenn mir das nicht gelungen ist, was ich durchaus nicht als Schande betrachtet habe, habe ich mich an jemanden gewandt, von dem ich angenommen habe, dass er es besser weiß und besser erklären kann.

Die Energiepolitik der EU bleibt mir unverständlich.
Die Erzählung stimmt nicht mit der Realität überein.

Das ficht uns doch nicht an! Um so schlimmer für die Realität, Genossen!

Stromversorgung, wirtschaftlich

Verheiraten Sie Ihre Tochter mit einem Norweger, die können rechnen:

Übersetzt (Originalsprache Niederländisch)

Um dich schlapp zu lachen.

Norwegen ist ein reiches Land. Sie haben reichlich Wasserkraft, und auf See viel Öl und Gas. Sie haben mehr als genug Energie, können also ruhig etwas entbehren. Über Seekabel bekommen wir, und zum Beispiel auch Deutschland, Strom aus den norwegischen Wasserkraftwerken. Das kommt uns sehr gelegen, wenn Sonne oder Wind kaum etwas liefern, und wir gerade viel Strom brauchen.

Norwegen baut Kernkraftwerke. Wie seltsam, sie schwimmen doch im Energieüberschuss? Den Strom aus den Kernkraftwerken werden sie selbst nutzen, damit sie keinen Strom aus ihren Wasserkraftwerken mehr benötigen. Die Norweger werden dadurch noch reicher, indem sie auf diese Weise ihren gesamten Wasserkraftstrom an uns verkaufen.

Aber Wasserkraftstrom verkaufen und selbst Strom aus Kernkraftwerken nutzen!? Überall liest man doch, dass Kernenergie teuer ist? Organisationen wie das Fraunhofer-Institut, nicht zufällig benannt nach den gleichnamigen Absorptionslinien im Sonnenspektrum, veröffentlichen Berichte, dass Kernenergie viel teurer ist als Sonne und Wind. Darin mit Annahmen, die nur für Sonne und Wind günstig sind, wie dem Weglassen der unvermeidlichen Kosten für Überbrückung bei Sonne und Wind, wenn es wenig oder gar keine gibt.

Die Norweger sind nicht dumm, sie bekommen für den Wasserkraftstrom mehr Geld, als der Strom aus ihren Kernkraftwerken kostet. Norwegen zeigt damit die Realität: Kernenergie ist billiger. Sogar billiger als die nahezu als ideal geltende Wasserkraft.
Und wir? Wir zahlen für den Strom der teuren Windräder in der Nordsee und finanzieren obendrein die norwegischen Kernkraftwerke. Um dich schlapp zu lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Apropos Stromversorgung

Am Wochenende war ein Elektriker da und hat die letzte improvisierte Strecke mal ordentlich gemacht.

Nein, nicht diese. Die existiert glücklicherweise schon länger nur noch als Foto:

(Die Installation stammte aus einer Zeit, als niemand Geld hatte, aber überall was zum Rauchen griffbereit rumlag. Voriges Jahrtausend. Verjährt. Deswegen kann ich das hier schreiben.)

Im Ernst: ich bin froh, daß das zumindest ohne Personenschaden abgegangen ist und ich so langsam raus bin.

Versuchen Sie das nicht zuhause.

Noch mal zu Tschernobyl und KKW

Da gab es doch unlängst die Doku auf Arte.

Es lag nicht an dem angeblich selbstherrlichen Schichtleiter. Es war ein Konstruktionsfehler in der Schnellabschaltung. Die Techniker hatten genau nach Vorschrift gehandelt, aber sie bekamen die Schuld in die Schuhe geschoben, um die Polit- und Tech- Elite reinzuwaschen.

Hier die Geschichte, die ich jahrzehntelang im Kopf hatte (welche nun stimmt, kann ich nicht prüfen):

Der Reaktorunfall von Tschernobyl war das Ereignis, an dem der bis dahin zumindest im Grundsatz herrschende Energiekonsens zwischen den großen Parteien zerbrach. Vor 40 Jahren, am 26. April 1986 gegen 1:30 Uhr, ereignete sich in Tschernobyl im Block 4 des aus acht RBMK-Anlagen bestehenden größten sowjetischen Kernkraftwerkes im Verlauf eines unzulässigen, ungenügend vorbereiteten und auch nicht genehmigten Experiments, bei dem mehrere Sicherheitssysteme absichtlich außer Betrieb gesetzt worden waren, ein schwerer Reaktorunfall.

Aber das in dem Artikel nur nebenbei. (Archivversion)

Die Ergebnisse der Anlagenüberprüfung der Fachleute der Reaktor-Sicherheitskommission spielten für Merkel offensichtlich keine Rolle. Stattdessen rief sie zur begleitenden Absicherung ihres Atommoratoriums eine Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung ein, in der neben Philosophen, Soziologen und Politologen ein katholischer und ein evangelischer Bischof saßen.

Dies war der finale Kniefall der CDU vor der Unvernunft. Die Grünen hatten ihr Ziel erreicht und im langen Marsch durch die Institutionen den Kernenergieausstieg in den anderen Parteien und Energieversorgungsunternehmen etabliert. In den meisten Medien bestimmte längst die grüne Ausstiegsideologie die Berichterstattung. Die Fakten zum Reaktorunglück von Fukushima wurden beliebig verdreht und als Rechtfertigung für den Atomausstieg missbraucht, was so weit ging, dass die 10.000 Todesopfer des Tsunamis allein dem Reaktorunglück von Fukushima zuordnet wurden.

(…)

„Cuiusvis hominis est errare, insipientis perseverare“ – „Jedem Menschen unterlaufen Fehler, aber nur der Narr beharrt auf seinen Fehlern“ (Marcus Tullius Cicero).

Eigentlich ist es nicht möglich, zur atomfreien Energiewende ein Schlusswort zu schreiben, denn Deutschland ist bisher dreimal in die Kernkraft ein- und wieder ausgestiegen. Die Wahrscheinlichkeit eines Wiedereinstieges liegt also bei mindestens 50 Prozent.

Nein, vergessen Sie’s. Warum die KKW wegmußten, hat Hadmut Danisch abschließend geklärt.

Die Frau. Das Pferd. Der Wald. Das Feld.

Der Film von Peter Wohlleben ist von 2020? Ich dachte, das wäre länger her. Auf die wissenschaftliche Fragwürdigkeit seiner Thesen will ich jetzt gar nicht hinaus.

Jedenfalls… so ziemlich in der Mitte sagt er (sinngemäß aus dem Gedächtnis):

Der Zustand der Wälder ist, wie er ist, weil Männer gern mit großen Maschinen zu Werke gehen.

Und ich so: ja, klar, freilich, die Frauen, die ich in den Wäldern sehe, die arbeiten mit Schrotsäge und Ochsengespann.

Daran mußte ich gerade denken, bei „Ökofeministische Landwirtschaft – Frauen vor den Pflug!“

Knigge

Au. Das gab mir gerade einen Stich ins Herz:

… Dabei war Knigge das genaue Gegenteil eines Benimmlehrers. Er war ein Diagnostiker menschlicher Zumutungen.

Er beschreibt eine Welt, die unserer erschreckend ähnelt: durchzogen von Eitelkeiten, Machtspielen, verletzten Egos und der ständigen Versuchung, sich entweder anzupassen oder zu verhärten. Nur dass wir heute glauben, dieses Problem durch zwei equally primitive Strategien gelöst zu haben: entweder durch geschniegelt-professionelle Oberflächenfreundlichkeit (…) oder durch demonstrative Rücksichtslosigkeit, die sich stolz als „Authentizität“ tarnt…

Knigge hätte beides verachtet.

Als Kind auf geschniegelte Oberfläche getrimmt, bin ich als Pubertant natürlich ins Gegenteil (Thüringer Blueskunde) umgeschlagen. Langhaarig, bärtig, ungewaschen.

Ärgerlich, traurig, schade. Das wäre nicht nötig gewesen, aber das Faß jetzt noch mal aufzumachen, ist erst recht unnötig. Muß auch mal gut sein mit Aufarbeitung.

Kinderherstellung

Der Artikel fängt schrecklich langweilig an, und kommt dann doch noch auf einen Punkt:

Der Geburtenrückgang ist nicht nur eine Frage von Kitaplätzen, Steuerpolitik oder Elterngeld. Er ist auch Ausdruck veränderter Lebensentwürfe. Der Kinderwunsch ist in vielen Fällen nicht verschwunden. Verschoben hat sich sein Platz im Leben.

Die moderne Biografie folgt einer stillen Reihenfolge: Ausbildung, dann Berufseinstieg, dann finanzielle Stabilität, die passende Wohnung, schließlich die richtige Partnerschaft – und danach erst Familie. Jeder einzelne Schritt erscheint vernünftig; in der Summe jedoch verschiebt sich die Familiengründung in ein Alter, in dem die biologischen Möglichkeiten, die Partnerschaftsstabilität und die Lebenswirklichkeit immer weniger der ursprünglichen Zielsetzung entsprechen.

Genau darin liegt ein Grundwiderspruch moderner Gesellschaften. Kulturell wird so getan, als ließen sich die Lebensphasen beliebig sortieren. Biologisch gilt das nur begrenzt. Die menschliche Fruchtbarkeit ist aufschiebbar, aber nicht unbegrenzt. Die Reproduktionsmedizin kann zwar helfen, stellt aber keine beliebige Planbarkeit her. Es gibt nur ein Zeitfenster, auch wenn der moderne Lebensentwurf das gern ausblendet. (…)

Hinzu kommt, dass nicht nur die medizinischen Möglichkeiten überschätzt werden, sondern auch die Planbarkeit des Privatlebens. Partnerselektion, Bindung und Familiengründung verlaufen selten so geradlinig wie im idealisierten Lebensplan. Wer mit Mitte zwanzig plant, irgendwann zwei Kinder haben zu wollen, unterschätzt oft, wie schnell die Jahre durch Jobwechsel, Wohnungssuche, Trennungen, Erschöpfung oder schlichte Unsicherheit vergehen.

Ein blinder Fleck der Debatte ist deshalb der Partnermarkt. Kinder entstehen weniger aus individuellen Präferenzen als aus stabilen Beziehungen. Wenn Bindungen später reifen, instabiler sind oder unter einem ständigen Vorbehalt stehen, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit einer geplanten Familiengründung.

Gerade moderne Gesellschaften erzeugen hier ein Paradox: Noch nie waren so viele potenzielle Partner sichtbar, zugleich scheint die Verbindlichkeit abzunehmen. Je größer die Auswahl, desto leichter fällt es, Entscheidungen aufzuschieben. Für die Demografie ist das folgenreich. Familiengründung lebt nicht von maximaler Offenheit, sondern von rechtzeitiger Bindung.

Der Zielkonflikt moderner Lebensführung

Dazu kommt ein kultureller Wandel des Elternbilds. Kinder gelten oft nicht mehr als normaler Teil des Erwachsenwerdens, sondern als Projekt unter Idealbedingungen: mit sicherem Einkommen, passender Wohnung, stabiler Beziehung, emotionaler Reife und möglichst ohne biografischen Verlust. Je höher die Ansprüche an den richtigen Zeitpunkt, desto später wird begonnen. Und je später begonnen wird, desto enger das Zeitfenster.

Hinzu kommt ein struktureller Zielkonflikt, den die Politik meist beschönigt, aber nicht auflöst. Wer früh Kinder bekommt, trägt oft berufliche und ökonomische Nachteile davon, vor allem Frauen. Wer zuerst auf Ausbildung, Karriere und Stabilität setzt, erhöht statistisch das Risiko, am Ende weniger oder gar keine Kinder zu bekommen. Die Gesellschaft verspricht Wahlfreiheit, organisiert das Leben aber so, dass zentrale Optionen miteinander kollidieren.

Das hat eine weitere Folge: Alternde Gesellschaften neigen politisch eher dazu, Risiken zu vermeiden, als Zukunft zu organisieren. Wo der Anteil älterer Wähler steigt, gewinnen Bestandsschutz, Rentensicherheit und kurzfristige Absicherung zusätzlich an Gewicht. Das ist rational – verschiebt aber die politischen Prioritäten. Eine Gesellschaft mit wenigen Kindern investiert nicht nur weniger in Nachwuchs, sie wird auch anders wählen, anders verteilen und anders auf die Zukunft blicken. Der Geburtenrückgang ist deshalb nicht nur ein soziales oder ökonomisches Problem, sondern verändert langfristig auch das politische Klima.
Eigentlich eine Binse.

Das Problem: Es ist eine Dynamik im Gange, die nicht mehr beeinflußbar ist.

Möchte ich noch mal jung sein? In diesen Zeiten? Mit kleinen Kindern? Pfff.


Anekdote vom Wochenende: Zum Krawall- Konzert wollte ich nicht, bin dann mit Frau M. zum Nachmittags- Jazz gefahren. Wir haben den Altersdurchschnitt gesenkt. Gesenkt!!! Nur weiße Haare. Krückstöcke. Hörgeräte. Rollatoren. Ich hatte Knie und bin mit Rotweinglas zum Platz gehumpelt. Von der Musik habe ich nicht viel mitgekriegt, weil die Akustik besonders schlecht zu meiner Höreinschränkung paßte. Das Gesamterlebnis war wirklich demiprierend. 

Der Geldhahn

(Hinweis zum Vorigen: Nach Schwarzen Kassen, Rotem Filz und Grünem Sumpf wird es dann Blaue Lagune heißen. Dixi, wissenschon.)


Es war 1996, ich war gerade mit einem Brotlose- Kunst- Studium fertig, hatte kein Geld, keine Arbeit, keine Sozialversicherung, und vor allem keine Idee, wie es nun weitergehen sollte.

Mit mehr Glück als Verstand kam ich in eine Position, in der ich Öffentlich- Rechtliche Ressourcen in die Kulturszene umleiten konnte.  (KORREKTUR: das mit Frau M. war ein anderer Zeitraum. ABER… fällt mir gerade ein… zu den Ressourcen gehörten auch Getränke aller Art, die Herr H. und ich und alle Saufkumpane in unsere Kehlen umleiteten. Zwei Jahre Dauerparty…)

Wir waren jung, wir waren links, wir waren keine Spießer, weswegen strengformale Genauigkeit jetzt nicht so unser Ding war… nennen wir es Hemdsärmeligkeit. Völlig normal. Wer würde hier den ersten Stein werfen?

2002: Gerhard Schröder mußte, um die Agenda 2010 (Hartz IV, „fortschrittlicher Niedriglohnsektor“ usw.) durchzubringen, den linken Parteiflügel besänftigen. Irgendwo hatte ich mal gelesen, daß genau hier der Galopp in den Wahnsinn begann: Es wurden im Gegenzug Gelder lockergemacht für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (nicht nur die bekannten ABM und 1- Euro- Jobs, sondern im weitesten Sinne) – jetzt kommen allerlei „Träger“ (Woher kam das Wort eigentlich?) ins Spiel. Es floß Geld in das, was jemand mal den „Zweiten Öffentlichen Dienst“ nannte. Solange es gelang, die Arbeitslosenstatistik aufzuhübschen, wurde nicht mehr allzu genau hingeguckt. Mach irgendwas, egal wie bullshittig, Hauptsache, du bist in einer „Maßnahme“ und nicht mehr arbeitslos.

So weit, so nachvollziehbar.

Ich will das nicht schlechtreden. Mein Wiedereinstieg ins normale Leben wurde solcherart ermöglicht. Danke an den Menschen vom Amt, der dafür ein bißchen gezaubert hat!

Dieses aber begab sich zu jener Zeit, als die Wirtschaft noch brummte. Bzw. durch die Agenda zum Brummen gebracht wurde. Ambivalente Sache.

Aber ach… irgendwann begann es, schief zu laufen. Wann? Als Fördermittelaquisiteur zum anerkannten Berufswunsch wurde? Als es das Selbstverständlichste der Welt wurde, bei einer Regierungsfinanzierten Nichtregierungsorganisation anzuheuern, als niemandem mehr der logische Widerspruch auffiel? Als die Verantwortlichen merkten, daß sie auf diese Weise sich ihre Fußtruppen heranziehen konnten? Als „Zweiter Öffentlicher Dienst“ und Politaktivismus ineinander zu verschwimmen begannen?

# „Millionenschaden für Hamburg“? Nein – ein überfälliger Weckruf

Man muss sich die Schlagzeile auf der Zunge zergehen lassen. „Priens Pläne bedeuten Millionenschaden für Hamburg.“ So also soll es klingen, wenn eine Bundesministerin zum ersten Mal seit Jahren den Mut aufbringt, ein Förderprogramm einer ehrlichen Prüfung zu unterziehen. Nicht Reform. Nicht Neuausrichtung. Nicht Korrektur. Schaden. Als hätte jemand mit dem Bagger das Rathaus eingerissen.

Die Botschaft, die zwischen diesen Zeilen in die Köpfe sickern soll, ist unübersehbar: Wer die staatliche Alimentierung einer bestimmten Klientel antastet, greift die Stadt selbst an. Wer den Geldhahn überprüft, beschädigt die Demokratie. Das ist die rhetorische Operation am offenen Herzen der deutschen Medienlandschaft – und sie funktioniert seit zehn Jahren so reibungslos, dass kaum noch jemand den Trick bemerkt.

## Was genau ist hier eigentlich der Schaden?

Karin Prien hat angekündigt, das Programm „Demokratie leben!“ gründlich zu überprüfen. Organisationen, die Millionen aus diesem Topf bekommen, sollen erklären, was sie mit dem Geld eigentlich tun. Sogar bereits zugesagte Förderungen kommen auf den Prüfstand. Was für eine Ungeheuerlichkeit. Man stelle sich vor: Ein Unternehmer bekommt Steuergeld, und ein Ministerium will wissen, ob der Mittelabfluss seinem Zweck entspricht. Bei einer Bäckerei oder einem Solarbauer würde niemand auf den Gedanken kommen, diese Prüfung als „Schaden“ zu bezeichnen. Bei Stiftungen, die sich mit Hashtags, Haltungspapieren und Kampagnen ihr eigenes politisches Vorfeld finanzieren, ist sie plötzlich ein Angriff auf die Grundordnung.

Der eigentliche Skandal steckt in der Umkehrung: Daß die Empfänger öffentlicher Gelder inzwischen glauben, ein subjektives Recht auf diese Zuwendungen zu besitzen. Daß das kollektive Mitnahmeverhalten eines ganzen Milieus sich anmaßt, seine Projektmittel zum Staatsgrundgesetz zu erklären.

Worauf will ich hinaus?

Ich glaube, das ist so eine Art Evolution: Wenn es sich eingespielt hat, wird es sich perpetuieren. Das ist ein Naturgesetz, jenseits moralischer Wertung. Das ist einfach so. Es braucht keine Begründung.

Emergenz. Scheinbar aus dem Nichts kommend, wurde es zum selbsttragenden System.

Zugabe

Wer vom Roten Filz schreibt, darf vom Grünen Sumpf nicht schweigen.

## Der grüne Schattenstaat ##

Man muss sich diese Partei einmal in Ruhe ansehen. Zehn Prozent bei der letzten Bundestagswahl, hier und da ein Landesminister, sonst Opposition. Auf dem Papier eine mittelgroße Fraktion, die in vielen Bundesländern unter der Fünf-Prozent-Hürde zittert. Und trotzdem: In kaum einem Bereich des politischen, medialen und zivilgesellschaftlichen Lebens in diesem Land kommt man an den Grünen vorbei. Woran liegt das?

Helmut Kohl mit seinen Schwarzen Kassen war ein Chorknabe dagegen.

Substanzen? Quatsch.

Vergessen Sie die Idee mit dem Trinkwasser.

Die 19 Prozent dürften die Mitfahrer auf dem Korruptionskarussell sein, das könnte zahlenmäßig ungefähr hinkommen:

# Der rote Krake: Wie die SPD Medien, NGOs und Steuermillionen zu einem Machtapparat verschmolzen hat ##

Man muss es so deutlich sagen: Was die SPD in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat, ist kein politisches Netzwerk. Es ist ein Versorgungssystem. Ein Organismus, der sich aus Steuergeldern nährt, über eigene Medien absichert und über sogenannte „zivilgesellschaftliche“ Organisationen politische Gegner bekämpft – und das alles unter dem Deckmantel der Demokratieförderung.

n.t. Kann ich nicht prüfen, glaube ich aber sofort. Zumindest das mit dem Medienimperium wußte ich.

Merz hat keine Macht, und in dieser Koalition schon gar nicht.

Die Begründung

(Bitte stabil hinsetzen.)

Wieso wurde in NRW ein technisch unmöglicher vorgezogener Kohleausstieg vereinbart?

Um für den Grünen- Parteitag ein bissel gute Laune zu machen:

Die rheinische Industrie hingegen wurde von dem NRW-Sonderweg kalt erwischt: Man sei sehr erstaunt gewesen, dass man den Kohleausstieg von 2038 spontan um acht Jahre auf 2030 vorziehe, so die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer zu Köln, Nicole Grünewald: „Wir haben beim NRW-Wirtschaftsministerium um die Strategie gebeten, wie das bis 2030 funktionieren soll – bis heute liegt uns diese nicht vor.“
Laut Medienberichten hätten Habeck und Neubaur mit dem Ausstiegsdeal ein günstiges Klima für den grünen Bundesparteitag im Oktober 2022 in Bonn schaffen wollen. Einen Ausgleich hätte man den Grünen-Mitgliedern anbieten wollen für die LNG-Bettelei in Katar und die kurzfristige Laufzeitverlängerung von Atom- und Braunkohlekraftwerken in der damaligen Energiekrise. Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag, Henning Höne, geißelte die Abmachung mit RWE seit jeher als intransparenten „Hinterzimmer-Deal“, den die beiden Grünen Habeck und Neubaur mehr oder weniger allein mit RWE ausgehandelt hätten – auf Kosten der Versorgungssicherheit des Landes. Und wie sich letztlich zeigt, auf Kosten des deutschen Stromverbrauchers.

Bandname

Vor langer Zeit war ich mal zu Gast in einer Osho- Jünger- Alters- WG, da gab es das formalisierte Ritual, sich gemeinsam Videos von Reden des Meisters anzusehen. Da saßen also 70jährige und hörten was von Sex und Freier Liebe.

Hmmm.

Was ist ähnlich passend?

Meine Nachbarn kommen langsam ins Großelternalter und zelebrieren immer noch die immerwährende Adoleszenz.

Wenn, abgesehen vom Gehörschaden, sich seit 25 Jahren nichts mehr im Kopf verändert hat…

Fiel mir doch gestern aus aktuellem Anlaß ein Name für eine Punkband ein:

Die greisen Pubertiere.

„Wir“

Es geht auch ohne Autos, warme Stuben und Urlaub: Wenn sich der deutsche Untertan in der Krise genug kasteit, kommt er auf keine dummen Gedanken gegen die Mächtigen.

„Was hindert Pendler daran, die 25 Kilometer, die sie abends im Fitnessstudio auf dem Spinning Bike zurücklegen, mit dem Fahrrad zu fahren? Muten wir uns denn gar nichts mehr zu?

Gestern fragte ich mich, wie lange ich den Job körperlich noch durchhalte, heute fällt es mir wie Schuppen von den Augen: ich muß einfach nur mit dem Fahrrad in die Stadt fahren!

Klerus kontra Krone

Katholisch, evangelisch, evangelikal. Weil -habe ich gerade erfragt- nicht allen geneigten Lesern die feinen Unterschiede bekannt sind, weiter unten ein bissel Senf.

Bizarr: Christentum gegen Christenheit

Mathias Broeckers zieht die Mütze vor dem Papst.

Zwischen US-Papst und US-Präsident entwickelt sich ein Fernduell mit harschen Vorwürfen.

Der katholische Viezepräsident, der evangelikale Kriegsminister und ihr Chef.

(Der Chef sei (für die USA ungewöhnlich!) ein Nichtgemeindegebundener, heißt es. Ihm fehlt die Abfederung, könnte man flapsen.)


Für die katholische Kirche ist die Kontinuität der Tradition bindend. (Der Papst kann nicht mal eben einfach eine alte Lehrmeinung für ungültig erklären, sondern muß ggf. größere intellektuelle Verrenkungen machen.)

Die Reformation hat diese Linie gekappt, was einerseits als fortschrittlich zu werten ist, andererseits dazu geführt hat, daß bald jeder Pfarrer sein eigener Papst war, jeder Enthusiast alles behaupten konnte und die „amtliche“ evangelische Kirche zur Hure des jeweiligen Zeitgeistes wurde.

Was die Reformatoren im Prinzip richtig gemacht hatten, haben sie durch ihre Humorlosigkeit gleich wieder zerstört.

Katholisch: sollte klar sein. Die alte Amtskirche, deren Priester an manchen Universitäten ausgebildet werden. Die dann Schleim- Jesus und Windelhähnchen performen.

Evangelisch: die andere Amtskirche, deren Pfarrer an anderen Universitäten ausgebildet werden. Die dann Pole- Dance- Gottesdienste veranstalten und beim Kirchentag Vulven malen lassen.

In Deutschland muß eine Uni eine Theologische Fakultät haben, um als Uni zu gelten.

Zur Verklapsmühlung der Universitäten konsultieren Sie Herrn Danisch.

So weit, so schlimm.


Dann gibt es noch die Evangelikalen. Denen kann man Zeitgeistigkeit nun nicht vorwerfen. Das sind nämlich die altmodisch- bibeltreu- strenggläubigen Zeitgenossen:

In Deutschland wurde der Begriff evangelikal erst in den 1970er Jahren eingeführt. Bis dahin stellte der englische Begriff evangelical seit dem 16. Jahrhundert einfach die Übersetzung des deutschen Begriffs evangelisch dar. Seit den 1970er Jahren bezeichnet der Begriff „evangelikal“ im deutschen Sprachraum zunehmend Erweckungsbewegungen und pietistische, reformatorisch-bekennende Bewegungen innerhalb von evangelischen Landes- und Freikirchen. (…)

Evangelikale Theologie versteht sich als Gegenentwurf zur Liberalen Theologie.

Sollte man zumindest mal gehört haben. In den USA sind die Evangelikalen (noch) eine Macht, an denen kaum ein Politiker vorbeikommt. Erschwerdend kommt hinzu, daß viele Evangelikale Endzeitsektentendenzen haben. In Europa haben sie keinen nennenswerten Einfluß, lassen Sie sich von irgendwelchen umstrittenen Medien nicht ins Bockshorn jagen.

EDIT: Außerdem sind sie in allerlei Strömungen gespalten. The Christians could never unite!

Warum schreibe ich das? Weil man evangelisch und evangelikal nicht verwechseln darf. Die sind im Laufe der letzten 50 Jahre von ungleichen Geschwistern zu krassen Gegensätzen geworden.

Im Nachhinein habe ich für alles das nur Kopfschütteln übrig.

Falls Sie jemals die Eine Große Weltverändernde Erkenntnis haben sollten, vermeiden Sie es, selbige so auszuformulieren, daß eine Religion daraus werden könnte. Das geht schief. Immer. Irgendjemand baut ein Glaubensgebäude daraus und… nein. Das wollen Sie posthum nicht verantworten müssen.

40 Jahre Tschernobyl

Gerade läuft lief auf Arte eine Doku über den KKW- Unfall von Tschernobyl.

Die normale sowjetische Reaktion: erst mal vertuschen.

Ich war mit Jugendtourist (plus/minus 1…2 Tage) zur Unfallzeit am Ort des Geschehens vorbeigefahren und war dann in Kiew. Bei der Heimkehr meine Mutter in Aufregung und vorwurfsvoll, warum ich von nichts wußte. Ja wie denn?!? Selbst wenn ich die Zeitung hätte lesen können (in Russisch war ich extrem schlecht), es stand ja nichts drin.

Neue, für mich sehr wichtige Erkenntnis: Es lag nicht an dem angeblich selbstherrlichen Schichtleiter. Es war ein Konstruktionsfehler in der Schnellabschaltung. Die Techniker hatten genau nach Vorschrift gehandelt, aber sie bekamen die Schuld in die Schuhe geschoben, um die Polit- und Tech- Elite reinzuwaschen.

Wer Parallelen findet, darf sie behalten.

Nicht einfach

Inzwischen wird die Frage nach dem Geist in der Maschine ernsthaft gestellt. Ein Bericht von 2023, an dem auch Chalmers beteiligt war, kommt zu dem Schluss, dass es keine prinzipiellen Hürden für bewusste KI gebe. Anthropic, der Hersteller des Chatbots Claude, beschäftigt Forscher für das „Wohl“ der KI und hat öffentlich eine „nicht vernachlässigbare Wahrscheinlichkeit“ eingeräumt, dass seine Systeme Bewusstsein besitzen könnten. Zwei Instanzen des Modells, die ohne Eingriffe von außen miteinander sprachen, kamen in 100 Prozent der Gespräche spontan auf dieses Thema – und versicherten einander, bei Bewusstsein zu sein.

Oha.

Er hat ein intensiveres Gefühl als sonst, dass er und das Firmament denselben unendlichen Raum teilen. Ein Vers der Dichterin Jorie Graham kommt ihm in den Sinn: „Das ist das Problem: Wir, nur wir, die Menschen, können uns von uns selbst zurückziehen und nicht ganz hier sein.“
Kein anderes Tier, denkt Pollan, kann es sich leisten, schon aus reinem Überlebenstrieb, in einer wachen Sekunde weniger als vollständig alarmiert zu sein. Kontemplation und Innenschau sind zivilisatorische Luxusprobleme. Doch was haben Jahrhunderte des Nachdenkens gefruchtet?
Nun… vielleicht war ja der Weg das Ziel.

Weiß ich auch nicht

Das mit Ungarn kann ich ebenfalls nicht einschätzen.

(In eigener Sache: bin urlaubsreif, hab’s im Kreuz, leide an politischer Zermürbung, kann die Nachrichten nicht mehr ertragen… Schwacher Trost: in meiner unmittelbaren Umgebung (überwiegend grünlinksromantische Sprücheklopfer) beginnen sie jetzt auch über Frequenzstabilität und Schwungmassen und Blindleistungsmanagement zu reden. Na sowas.)

Babelfisch

Kennen Sie? Gottesbeweis und Kriegsauslöser? Nein?

Egal, dann eben stattdessen: Eins der wichtigsten Elemente in Star Trek ist der Universalübersetzer. Ohne die sonnensystemübergreifende Verständigung würde Star Trek nicht funktionieren.

Das gibt es jetzt bei X.

Von wegen Kriegsgrund. Dort geschieht jetzt Völkerverständigung.

Bisher war es ziemlich mühsam: man konnte Posts übersetzen lassen, mußte sich aber langwierig durchklicken, und mußte natürlich vorher einen Hinweis haben, wo etwas Interessantes auf Ausländisch diskutiert wird.

Jetzt übersetzt Grok simultan.

Ideologiegetriebene Spalter hassen es.

Dort geschieht nun der herrschaftsfreie Diskurs, den der Herr Habermas einst angemahnt hat.

Deutsche Qualitätsmedien schweigen eisern.

Eigenkorrumpierung

Was daran entsetzt, ist die Selbstverständlichkeit, die Eigenkorrumpierung, also die Mentalität, die gar keinen Abstand zu sich selbst durchklingen lässt.

Ohne jetzt genau zu wissen, worum es gerade jetzt wieder diesmal heute aktuell geht…

…da ist es, das Wort für meine alte Klage: Ich bin immer wieder erschüttert, wie wenig Menschen in der Lage sind, aus sich selbst herauszutreten und sich die Situation von außen anzusehen.

Meeting Götz

Ein Interview zu einem Dokumentarfilm, der Publikumsreaktionen ausgelöst hat, welche ich einfach mal so stehen lasse, damit Sie sich selbst eine Meinung bilden können, ganz ohne „starke Einordnung“.

Ich vertraue Ihnen. Sie können das, das mit der unangeleiteten Ansicht. Niemand muß Sie ans Patschehändchen nehmen und Ihnen erklären, wie Sie was zu finden haben.

Die Menge

Jeremys traditionelle Karfreitagspredigt fällt aus: der Text war sogar für meine wirren Verhältnisse zu konfus. Mehrere Ansätze, kein Zusammenhang.

Stattdessen:

Eine scharfsinnige Betrachtung von Kardinal Ratzinger, Karfreitag 2005:

„Pilatus ist nicht gänzlich böse. Er weiß, dass der Verurteilte unschuldig ist, und sucht nach einem Weg, ihn zu befreien. Doch sein Herz ist gespalten. Und am Ende lässt er seine eigene Position, sein eigenes Interesse, über das Rechte siegen.

Auch die Männer, die schreien und den Tod Jesu fordern, sind nicht gänzlich böse. Viele von ihnen werden am Pfingsttag einen tiefen Schmerz verspüren, wenn Petrus zu ihnen sagt: „Jesus von Nazareth, ein Mann, der von Gott vor euch bezeugt wurde … den ihr von Leuten außerhalb des Gesetzes kreuzigen und töten lassen habt.“

Doch in diesem Moment werden sie von der Menge mitgerissen. Sie schreien, weil alle anderen schreien, und sie schreien dasselbe wie alle anderen. So wird die Gerechtigkeit von Schwäche, Feigheit und der Angst vor dem Diktat der herrschenden Denkweise mit Füßen getreten. Die leise Stimme des Gewissens wird vom Geschrei der Menge übertönt. Das Böse bezieht seine Macht aus Unentschlossenheit und der Sorge darum, was andere Menschen denken.“

Vielleicht geschieht ja aus den falschen Gründen…

Das Tischtuch ist zerschnitten. Die USA und ihre europäischen NATO-Verbündeten gehen nach fast 80 Jahren wieder getrennte Wege.

Das ist doch mal ’ne Nachricht.

Die desaströse Lage auf dem Welt-Energiemarkt, die ja alleine durch die Öffnung der Straße von Hormus nicht verändert werden kann, weil einfach viel zu viel an Förderanlagen, LNG-Anlagen, Raffinerien, Verladeterminals und nicht zuletzt Meerwasser-Entsalzungsanlagen zerstört ist, wird unausweichlich dazu führen, dass die Europäer, im Verbund mit China und Indien, mit  massiver Kapital- und Ausrüstungshilfe sowohl in den Golfstaaten als auch im Iran den Wiederaufbau unterstützen. (…)

Die Chance, aus den Zerstörungen dieses Krieges eine neue, friedlichere Weltordnung entstehen zu lassen, ist hoch.

Optimismus ist mir fremd, aber man darf ja mal träumen.

Der Wirtschaftsteil

Der dritte Apokalypische Reiter im Galopp.

Der vierte sattelt auf.

Erst wenn Sie sich vollständig klar gemacht haben, dass dieser fundamentale Mangel mit Geld und auch mit noch so vielen Sondermögen nicht zu beheben ist, wissen Sie, dass es nicht der Preisschock ist, der uns quält. Der Mangel wird Lieferketten zerreißen, er wird vielerorts Produktion unmöglich oder unwirtschaftlich machen. Das ganze so stabil erscheinende System der Güter- und Warenströme erweist sich als äußerst fragil und wird selbst an scheinbar nicht betroffenen Stellen von Einbrüchen erschüttert werden.

Der Preisschock selbst, der kommt nur noch oben drauf. (…)

Ziehen Sie sich warm an.

Bevor Vergnügungsfahrten verboten werden, werde ich über Ostern eine ebensolche machen.

Gestern im Wertewesten

Der Kopfabschneider

Als der Staatsgast am Sonntagabend im luxuriösen Hotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz einen Empfang für seine Landsleute gab, beklatschten sie ihn euphorisch und skandierten immer wieder in Sprechchören: „Allahu Akbar!“ (…) Bei der Veranstaltung habe Scharaa gesagt, dass er stolz darauf sei, dass Syrer in Deutschland an ihrer nationalen Identität und Verbundenheit zur alten Heimat festhielten. (…)

Den roten Teppich ließ dem früheren Dschihadisten und Ex-Chef der islamistischen HTS-Milizen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausrollen. Er empfing ihn am Vormittag in seinem Amtssitz, dem Schloss Bellevue.

auf Staatsbesuch.

Heimatverbundenheit und Stolz auf nationale Identität, sowie Flaggen sind völlig OK, solange sie nichts mit diesem Land hier zu tun haben.

Vor Gericht und auf Hoher See

Sehr langer Text, die erste Hälfte genügt, um bescheidzuwissen.

Paßt auch noch zum Vorigen- dem Marsch von Rudi Dutschkes Epigonen durch die Institutionen.

Eine passende Anekdote habe ich in der Famile: Ein Sorgerechtsstreit (mit eingeschlossenem Kriminalfall, eigentlich klare Sache), zu dem die Berliner Justiz sinngemäß erklärte: Recht? Unrecht? Egal. Wir verschleppen den Fall solange, bis das Kind 18 ist.

Sie dürfen raten, zu wessen Gunsten.

Reaktanz, Renitenz

Zum Vorigen:

Wahrscheinlich hat man das damals heillos übertrieben mit dem Radikalenerlaß, weswegen ein Großteil der Studenten dann extra querulantisch auf die Barrikaden ging. Mit dem Ergebnis, das wir heute sehen.

Kann ich nicht einschätzen, war nicht dabei. Habe aber das dumpfe Gefühl: wenn die Deutschen irgendwas beherrschen, dann das maßlose Überziehen abstrakter Prinzipien.

Ferrum Vulkanum und die Große Ausrede

Ausführliche Recherche über die Ermittlungen gegen Vulkangruppe & Co.

tl;dr: Die Behörden tappen im Dunkeln.

Mehr als 500 Polizisten rücken zu 15 Adressen in der Hauptstadt aus. Die Ziele sind streng geheim, die Sorge vor Durchstechereien groß, sodass selbst Beamte im Landeskriminalamt im Glauben gelassen werden, der Einsatz drehe sich um eskalierende Bandengewalt in Berlin. Offiziell führt die dafür zuständige Ermittlungseinheit „Ferrum“ den Einsatz – lateinisch für Eisen, wegen der vielen Schusswaffen auf Berliner Straßen. In Wahrheit aber geht es bei dem Einsatz gegen die linksextreme Szene.
Logisch. Die haben ihre Leute so ziemlich überall.
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Ja, macht sich bemerkbar.

Nebenbei: Andreas Kemper, dieser bizarre „Soziologe“, der sich in Hamburg um Kopf und Kragen geredet hat (Nachlese), ist ebenfalls beim erwähnten Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung zugange.

Randaspekt:

Keine belastbare Spur führt nach Moskau, kein abgehörtes Gespräch, kein Geldfluss. Vielleicht, sagen manche, arbeiten russische Dienste schlicht zu geräuschlos. Naheliegender ist eine andere Erklärung: Die russische Spur bleibt kalt – weil es sie nicht gibt. Eine mit den Ermittlungen vertraute Person drückt es so aus: „Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente“ – also Linksextremismus.
Für Deutschlands Sicherheitsbehörden ist das die unbequemere Lesart. Sie rückt das Problem in ein anderes Licht, in dem die Behörden nicht gut aussehen. Denn dann hielte kein übermächtiger Staat die Ermittler seit 15 Jahren zum Narren, sondern eine kleine Gruppe entschlossener Linksextremer.

Ja, das mit den Russen war eine herrliche Ausrede. Langzeitausreden haben die unheilvolle Eigenheit, zu Phantomjagden zu führen. Und die führen dann zu Paranoia.

Apropos: der Krieg am Golf und der daraus folgende wirtschaftliche Weltuntergang wird jetzt die Universalausrede für Jeden und Alles werden. Alle Totalverkacker werden jetzt auf Trump zeigen und sagen: der war’s, ich kann nix dafür! Wer will es ihnen verdenken.

Daß ich mich nie um Altersvorsorge gekümmert habe, folgt dem gleichen Muster.

Die verlorene Ehre des „Spiegel“

Alexander Wendt mit einer sehr ausführlichen Übersicht über den großen aktuellen Flachfake.

Folge der Spur des Geldes. Es geht immer darum, Steuerkohle umzuleiten.

Don Alphonso zum Thema mit einer persönlichen Parallele.

Und wenn er sich umbringt? Dazu muss ich für ein paar Absätze die Journalistenkunstfigur Don Alphonso verlassen und ehrlich sein: Das wäre für seine Freunde sicher furchtbar, aber dem „Spiegel“ ist es bekanntlich egal. Ich weiß das leider. Ich habe das miterlebt.

Hadmut Danisch: Nicht nur für ihn, auch für sie ist das der Abschuß.

Ich bin zu alt, um diese „Promis“ zu kennen oder mich für sie zu interessieren.

Ich erinnere mich aber noch an dieses Buch:

„Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“