Ich habe früher die Zeugen Jehovas immer reingelassen und mit ihnen stundenlang diskutiert. Meine Eltern machten sich Sorgen, ich könnte mich von ihnen einfangen lassen, aber da kannten sie ihren extrem rationalistischen Sohn schlecht. Ich fand es einfach extrem spannend und interessant, das Weltbild von Menschen zu verstehen, die für mich komplett auf dem Holzweg waren. Zu versuchen, ihre Argumente und ihre Denkweise zu begreifen. Gar ein Heilmittel zu finden. Ich dachte, wenn ich die logischen Fehler in ihrem Gedankenkonstrukt aufzeige, heile ich sie. Inzwischen weiß ich es besser, Menschen denken nicht immer logisch. In der Software laufen viele biologisch-evolutionäre Unterprogramme, die mächtiger sind als Logik.
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Der Mensch ist biologisch in etwa derselbe wie vor 10.000 Jahren und somit nicht intelligenter geworden, aber die Menschheit weiß heute mehr, jeder hat Zugang zu diesem Wissen, und jeder hat Dank Technologie viel Zeit, um über sich und das Leben und das Weltall nachzudenken.
Dennoch setzt seit einigen Jahren wieder eine Verdummung ein. Verdummung in dem Sinne, dass die Wissensspeicher der Menschheit sich beginnen, mit negativem Wissen anzufüllen. Auch Fake-News oder Desinformation genannt. Auch zum negativen Wissen hat jeder Zugang, und auch das negative Wissen hat seine Experten, Lehrer und Propheten.
Das negative Wissen kann man auch Religion nennen, allerdings ist es in einem erweiterten Sinn zu verstehen, es meint nicht nur Christentum, Islam, Buddhismus etc., sondern eine bestimmte Art zu denken. Diese Art zu denken ist der menschlichen Spezies genau so zu eigen wie die Intelligenz und die Sprache; diese Art zu denken basiert auf der Bildung von Gruppen, der Abgrenzung gegen andere Gruppen und einem psychologischen Schutz gegen den Nihilismus, der einen bei einer streng wissenschaftlichen Sichtweise zu verschlingen droht, denn das Leben ist, wenn man mal darüber nachdenkt, verdammt gruselig. Deswegen hatten und haben religiöse Denkmuster einen evolutionären Vorteil.
Die Vertreter des positiven Wissens bzw. der Aufklärung, die sich ihre Position über Jahrhunderte mühsam erkämpft haben, sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts faul und arrogant geworden und dachten, sie müssen jetzt nicht mehr kämpfen, denn das positive Wissen, das sie angehäuft haben, die technologischen Wunder und der nie dagewesene Wohlstand stehen für sich und sind überzeugend genug. Da haben sie aber die Rechnung ohne die Biologie bzw. die Religion gemacht.
Religiöse Denkmuster sind ein Kernbestanteil der menschlichen Spezies, und auch wenn sie heutzutage so etwas wie ein geistiger Blinddarm sind – gefährlich und bestenfalls überflüssig – so sind sie aber nun mal vorhanden. Und das Leben in Wohlstand und Gesundheit ist leider immer noch gruselig und die Wissenschaft kann auf praktisch alle wichtigen Fragen des Lebens keine Antwort geben. Und der Mensch akzeptiert hundertmal lieber falsche Antworten als keine.
Und selbst wenn die Aufklärer eine konkrete Religion widerlegen konnten, wie zum Beispiel in unserer Kultur das Christentum, so haben sie nicht den generellen Hang der Menschen zu Religion eliminiert, und dieser Hang sucht sich neue Wege. Zum Beispiel im Wokeismus. Das ist eine neue Religion. DIE neue Religion unserer Tage, möchte man sagen.
Allerdings erstarkt – zumindest in den USA – auch gerade wieder massiv das traditionelle (fundamentale) Christentum. Und auch wenn ich Atheist, der im christlichen Kulturraum aufgewachsen ist, geschworen habe, dass ich es nie zulassen werde, dass dieser Quark wieder zur alten Macht zurückgelangt, so muss ich doch eingestehen, dass die Christen dem Wokeismus und dem Islam, die ich beide als noch schrecklicher empfinde, wahrscheinlich als einzige Instanz etwas entgegensetzen können. Und die Christen bekommen mehr Kinder, die Evolution lässt sich nicht betrügen.
Ich diskutiere immer noch mit Religiösen, zumeist tue ich das auf Facebook. Die Texte der Intelligenteren sind oft sowohl von klugen und von dummen Gedanken durchzogen, und deswegen juckt es mich zwar bis heute in den Fingern, mit ihnen den Weg der Logik bis zu Ende zu gehen, wie bei den Zeugen Jehovas, aber erstens ist ihr Weltbild, so einfach es logisch widerlegbar ist, nicht einfach nur ihre Meinung, es gehört zu ihrem Selbstverständnis und ist biologisch in ihrer DNA eingebrannt. Und zweitens habe ich ihnen auf meinem eigenen, höheren Niveau des Verständnisses von der Welt nichts Verlockendes anzubieten. Es hier oben kalt. Sehr kalt. Und gruselig.
Ich verwende seit einiger Zeit in Diskussionen über Zuwanderung bzw. Regulierung der Zuwanderung den Begriff „Minusmenschen“, was links ausgerichteten Zeitgenossen überhaupt nicht gefällt, mir jedoch herzlich egal ist. Genauer gesagt, ist es mir eigentlich nicht egal, sondern es ärgert mich, aber gehen wir der Reihe nach.
Was ist ein Minusmensch und warum denke ich, dass wir diesen Begriff brauchen?
Ein Minusmensch ist jemand, der über seine Lebensspanne die Gesellschaft bzw. das Land, in dem er lebt, mehr kostet, als er an Gewinn bringt. Er ist für das Land sozusagen ein Minusgeschäft. So weit, so griffig und einfach diese Definition. Und sachlich. Man könnte das Plus oder Minus in Dollar oder Euro messen. Allerdings bin ich dafür, dass wir es uns nicht so einfach machen, im Detail ist der Wert einer Person nicht allein in Geld zu messen, sondern auch an seinem kulturellen Benefit. Ein beliebter Künstler beispielsweise mag materiell keinen Wert schöpfen, aber er schenkt den Menschen Freude. Letztlich gilt Ähnliches auch für einen Arzt: Er produziert weder Autos noch Häuser, aber dadurch, dass er Kranke heilt, ihre Leiden lindert, ist er begehrt und sein Geld wert. Dass durch seine Tätigkeit die Leute länger leben und arbeiten können, fällt weit weniger ins Gewicht als man meinen möchte. Im Gegenteil stellt die Verlängerung des Lebens durch die moderne Medizin bis weit nach dem arbeitsfähigen Alter eine volkswirtschaftliche Belastung dar.
Ich benutze den Begriff des Minusmenschen im Hinblick auf die mögliche Konstruktion von Kriterien für Einwanderung, aber nicht nur. Linke nehmen die Perspektive der Migranten ein und möchten, dass es ihnen gut ergeht, und sie sind der Ansicht, wir sind reich genug, um das problemlos tun zu können. Nach meiner Ansicht jedoch kann ein Staat sich derlei Wohltätigkeit nur in sehr minimalen Dosen leisten. Im Moment lädt Deutschland die ganze Welt ein, hierher zu kommen und von Sozialleistungen zu leben. Natürlich kann man auch arbeiten, und viele Migranten tun das auch, aber man muss nicht, und das lockt Minusmenschen an, die unser System überlasten.
Da unser Sozialsystem auch ohne Migration völlig unausgeglichen ist, züchten wir uns Minusmenschen auch im eigenen Lande: das sind solche, die zwar hier geboren und zur Schule gegangen sind, aber im ganzen Leben keinen Tag gearbeitet haben, eben weil man in Deutschland nicht arbeiten muss, wenn man keine größeren Ansprüche hat.
Da Minusmenschen zwar alle gemeinsam haben, dass sie ein Minusgeschäft sind, aber weder durch Ethnie, Religion, Geschlecht oder andere Merkmale wirklich sauber definierbar sind, habe ich mir dieses Wort ausgedacht und denke, dass wir es brauchen.
Sind Alte, Kranke, Behinderte etc. demnach nicht auch Minusmenschen?
Nicht unbedingt. Wer alt ist, hat ja vielleicht in jungen Jahren gearbeitet. In die Bilanz geht die Leistung über die gesamte Lebensspanne ein. Und man kann auch als Kranker und Behinderter seinen Beitrag leisten. Wer jetzt nun SO krank und behindert ist, dass er unterm Strich mehr kostet als einbringt, ja, der ist nach dieser Definition auch ein Minusmensch.
Ist ein Minusmensch so was wie ein Untermensch?
„Untermensch“ ist ein Begriff aus dem Sprachgebrauch der Nationalsozialisten und bezeichnet Menschen, die einer Ethnie angehören, die wert- und rechtemäßig auf der Stufe von Tieren steht. Wahlweise kann man „Untermensch“ auch weniger differenziert als Beleidigung gebrauchen. Mit derlei Gedankengut habe ich aber nichts zu tun und will ich auch nichts zu tun haben.
Ist der Begriff nicht trotzdem menschenverachtend bzw. wegbereitend für menschenverachtende Maßnahmen?
Nein, er ist pragmatisch. Mathematisch. Irgendwie muss man ja Menschen, die die Gesellschaft mehr kosten als einbringen, nennen, wenn man über sie diskutieren will, und der Diskussionsbedarf besteht. Der Einwand wird in faktisch allen Fällen von links vorgebracht. Natürlich geht es Linken gegen den Strich, dass man Menschen einen individuellen Wert zuweist, schließlich sind alle Menschen in ihrem Weltbild gleich viel wert. Desweiteren ist es bei Linken auch ein beliebtes Spiel, Begriffe zu tabuisieren, in der Hoffnung, dass wenn man den Leuten die Wörter wegnimmt, auch die dazugehörigen Gedanken verschwinden.
In diesem Fall wird implizit der Gedanke unterstellt, man wolle mit Minusmenschen irgendwas Böses anstellen. Zum Beispiel Alte, die nicht mehr arbeiten, töten. Ironischerweise kam so ein Vorschlag neulich tatsächlich im Fernsehen, aber er kam von einem linken Kabarettisten. Jaja, wie der Schelm denkt, so ist er selber.
Natürlich will ich derlei NICHT! Ich empfinde es bereits als beleidigend, das überhaupt klarstellen zu müssen. Wir alle werden alt, wir alle können schwer krank werden, für solche Fälle ist die Solidargemeinschaft wichtig und sinnvoll, um einen aufzufangen.
Und was soll mit Minusmenschen stattdessen geschehen?
Das kann man ebensowenig pauschal beantworten wie die Frage, was mit Männern oder mit Hydranten geschehen soll. Es geht darum, zunächst mal einen Begriff zu haben, und dann kann man Diskussionen in der Sache führen. Was die Sache überhaupt ist, ist dann ein Kapitel für sich.
Ich will aber gerne ein paar meiner politischen Überlegungen zum Besten geben, wegen derer ich den Begriff des Minusmenschen erfunden habe.
In Bezug auf die Migration sehe ich es zur Erhaltung unserer Wirtschaftskraft und internationalen Konkurrenzfähigkeit als wichtig an, dass wir aufhören, Minusmenschen anzulocken und aufnehmen. Und neben dem materiell-wirtschaftlichen Aspekt kommen zu viele Minusmenschen aus nicht westkompatiblen Kulturen, die ihre Minushaftigkeit noch weiter erhöhen. Wir brauchen Regeln für die Einwanderung. Wer hier arbeiten will UND unsere Werte teilt, sei willkommen, für alle anderen sollten wir uns für unzuständig erklären.
In Bezug auf den Arbeitsmarkt sehe ich es als sinnvoll an, dass wir aufhören, das interne Minusmenschentum zu fördern, indem wir Arbeit in dem Maße besteuern und Nichtarbeit in dem Maße subventionieren, wie wir es derzeit tun.
Und wir sollten uns Gedanken machen, wie wir durch Bildungsmaßnahmen und einen gewissen Druck (fördern und fordern) aus Minusmenschen Plusmenschen machen.
Danke für die Aufmerksamkeit.
Michael Stürzenberger wurde in Mannheim von einem Messermoslem angegriffen und im Gesicht und am Bein verletzt. Das „endlich“ ist nicht so zu verstehen, dass ich mich darüber freue, sondern dass ich mich schon seit Jahren frage, wann es passiert. Denn dass es ihm eines Tages so ergehen wird wie Salman Rushdie, Theo van Gogh und vielen anderen, stand für mich außer Frage. Reist der Mann doch in einer Art Dauertournee durch die Republik, um uns in Straßenvorträgen vor den Gefahren des Islam zu warnen. Dabei scheut er auch nicht die Konfrontation / Diskussion mit dem Straßenpublikum, inklusive pöbelnder Moslems, die ihn und seine Botschaft selbstredend scheiße finden.
Die Polizei war in seinem Fall leider noch nie hilfreich, verwies sie im Falle von in der Luft liegender Gewalt durch empörte Muslime doch lieber ihn des Platzes (obwohl er stets amtliche Genehmigungen für seine Vorträge besaß) anstatt ihn zu beschützen. Und auch jetzt war sie nicht hilfreich, wie man anhand des im Internet kursierenden Videos sehr schön sehen kann. Zur Strafe für ihre bodenlose Inkompetenz wurde auch ein Beamter schwer vom Messermoslem verletzt, in Nacken und Hals gestochen. Sehr schön, vielleicht lernen wir jetzt mal was daraus, liebe Polizei. Allerdings muss ich sagen, dass ich hier inzwischen wenig optimistisch bin. Zumindest einer hatte den Mut, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, leider hat der Täter die Schüsse überlebt. Beim nächsten Mal bitte besser zielen: Kopf oder Herz. Und nicht so lange zögern.
So, was sonst noch? Ach ja, ich bekenne hiermit, dass ich mich geirrt habe. Ich bin ein Gegner der Islamisierung und der unkontrollierten Migration der ersten Stunde, und das bleibe ich auch, allerdings war mein Hauptproblem damit der schleichende demographische Wandel und die langsame Umwandlung in einen islamischen Staat. Den Terrorismus und die anfallenden wirtschaftlichen Kosten schätzte ich als eher wenig problematisch ein. Ich widerrufe hiermit, beides ist sogar sehr problematisch und sehr dringlich. Remigration ist eine Notwendigkeit. Und zwar millionenfache Remigration.
Die AfD verursacht mir mit ihrer beschissenen Putinliebe und den seltsamen Reden eines Gauland und Höcke große Bauchschmerzen, aber ich sehe es inzwischen als einen Akt von Notwehr, das Wahlkreuz bei ihr zu machen. Ich sehe weder bei der aktuellen Regierung noch bei der CDU irgendeine Form von Einsicht. Nichts, nothing, nada. Ganz im Gegenteil. Wenn die an der Macht bleiben, werden sie alles ganz genau so weiterlaufen lassen wie bisher, und das führt in den Abgrund. Nicht nur in der Migrationspolitik, es wird ja auf allen Ebenen alles nur Erdenkliche getan, um dieses Land zu zerstören (Energiepolitik, Bildung, Infrastruktur, Bürokratie, innere Sicherheit, Abschaffung freier Wahlen u.v.a.). Der inzwischen vielfach zu hörende Verdacht, dass sie Deutschland hassen, ist tatsächlich nicht völlig von der Hand zu weisen. Wenn sie einfach nur schwachsinnig wären – der Gedanke drängt sich bim Anblick einzelner Ampelpolitiker durchaus auf – , müssten ja sie rein zufällig das eine oder andere mal richtig machen, aber das machen sie eben nicht.
Der folgende Text erschien ursprünglich auf dem Facebook-Profil von Harald Grundner als „Notiz“. Kurz darauf schaffte FB das Notiz-Feature ab und bald werden alle bestehenden Notizen von FB gelöscht. Ich habe Harald gebeten, das auf meiner Seite hier ausstellen zu dürfen, er hat mir die Erlaubnis dazu erteilt.
Statt von linken und rechten ist hier die Rede von utopischen und tragischen Weltsichten, die sich immerhin (wie ein Schattenwurf, unter Verlust von Dimensionen) auf links versus konservativ abbilden lassen.
In zwei Sätzen, arg vergröbert: In der tragischen Vision sind der Menschen Weisheit und Güte grundsätzlich limitiert, und jegliches soziale Arrangement sollte das berücksichtigen. In der utopischen Vision sind unsere Limitierungen Ergebnis unserer sozialen Arrangements, und wir sollten unseren Blick für das, was möglich ist, nicht trüben lassen.
Diese beiden Positionen scheinen jeweils den Unterboden politischen Handelns und Denkens zu bilden; wie den Boden unter unseren Füßen betrachten und prüfen wir ihn kaum, so wir nicht gerade durch Sümpfe waten. Weltanschaulich sind die meisten von uns selten „im Sumpf“; wir meinen, klare Positionen auf der Basis selbstverständlicher Prämissen zu entwickeln, die sich, eben wegen ihrer Selbstverständlichkeit, gar nicht mehr in unserem Gesichtskreis befinden.
Rücken wir die utopische Vision in den Blick. Ihr gemäß sind menschliche Begrenzungen das Ergebnis des sozialen Gefüges. Daraus folgt die Möglichkeit, das Gefüge so zu konstruieren, dass jene Begrenzungen aufgehoben werden; es ist eine Frage des Wollens. Scheitern entsprechende Versuche am Widerstand anderer, muss also deren Wollen ein konträres sein. Da die Aufhebung der Limitierungen ein inhärent gutes Ziel ist, folgt logisch eine gewisse Boshaftigkeit derer, die diesen Versuchen Widerstand leisten, weshalb es sie im Dienste der guten Sache zu bekämpfen gilt. Je hehrer der Zweck, desto schärfer dürfen die dabei eingesetzten Mittel sein.
Nun die tragische Vision. Aus ihrer Sicht ist die „gute Gesellschaft“ weniger eine Frage des Wollens als des Könnens. Sie weist auf gemachte Erfahrungen und gescheiterte Ansätze hin. Vorhaben von utopischer Seite, denen sie wegen der gemachten Erfahrungen ein Scheitern prognostiziert, setzt sie Widerstand entgegen. Dieser Widerstand wird, wie oben beschrieben, auf Seiten der Utopisten als von niedrigeren Motiven geleitet verstanden, die dem Ziel der guten Gesellschaft individuell-egoistisch vorgelagert sind.
Tatsächlich ist der Widerstand oft von denselben moralischen Prinzipien geleitet; solchen, die bessere Verhältnisse für alle wollen. Sie gehen aber von anderen Prämissen aus, unter anderem der inhärenten Limitierung eines menschlichen Charakters, der gewisse Konzepte nicht leben kann. Auch sie wollen die gute Gesellschaft, meinen aber, sie nur erreichen zu können, wenn unsere Begrenzungen eher als Faktor in das Streben nach ihr aufgenommen werden und weniger selbst das Ziel der Veränderung sind.
Randbemerkung zu Dreckeffekten, die fast immer den Blick verstellen:
- Es mag zur Genüge Tragiker geben, denen die gute Gesellschaft wurscht ist, die nur ihre eigenen Pfründe sichern wollen und deshalb unter konservativer Flagge segeln.
- Es mag zur Genüge Utopisten geben, denen die gute Gesellschaft wurscht ist, die sich zu kurz gekommen fühlen, sich vom sozialen Umbau persönliche Verbesserungen erhoffen und deshalb unter „progressiver“ Flagge segeln.
Nur wer seine Lebensbedingungen klug und vorausschauend anpasst, kann ein gutes Leben führen. Sein Mitmensch ist dabei Teil dieser Bedingungen. Wie weit der zur anpassbaren Verfügungsmasse gehört, gilt es herauszufinden; selbstverständlich ist seine Formbarkeit nicht.
Im Moment weiß jeder, um was es geht, ich reiche eine Einleitung später mal vielleicht nach.
Es gibt dazu den treffenden Spruch in variierender Wortwahl: Je länger Hitler tot ist, desto erbitterter wird der Widerstand gegen ihn.
Wir haben es beim Umgang mit dem Dritten Reich mit einer Massen-Neurose ungeheuren Ausmaßes zu tun, sowohl die Fallzahlen als auch die Intensität des Wahnes betreffend, und die Tendenz ist steigend. Gegen das, was heute ist, ging es in den 80ern noch moderat zu.
Heute ist alles gleich Nazi, was nicht linksextremen Weltbildern entspricht. Böhmermann, die Linken und auch viele Bürger haben inzwischen Nazi-Tourette und scheinen es auch irgendwie ernst zu meinen. Sie wollen wirklich die Wiederkehr des Dritten Reiches verhindern und sind dabei in der Wahl ihrer Mittel wenig skrupulös. (Was im übrigen die eigentliche Gefahr ist, in die unsere Demokratie gerade hineinschlafwandelt und nicht die AfD.)
Nicht jemandem wie Aiwanger wäre ein Besuch in Dachau oder Auschwitz anzuraten, sondern diesen Nazi-Schreiern, da sie ja ganz offensichtlich keinen blassen Schimmer haben, wer die Nazis waren und was für Grausamkeiten sie verübt haben.
Dieses schwachsinnige Flugblatt von 1987, das die Hetzer ständig „antisemitisch“ nennen, hat weder was mit Juden zu tun noch besitzt es irgendeine politische Aussage und ist völlig offensichtlich eine Art Satire bzw. Provokation ohne tieferen Sinn. Es ist 100% plausibel, dass ein Schüler im Jahre 1987 damit seine Lehrer ärgern wollte. Dazu kommt, dass das 35 Jahre her ist, Aiwanger seitdem nie antisemitisch auffiel, und das Flugblatt wahrscheinlich nicht mal von ihm verfasst wurde. Es gibt keinen Fall, keinen Skandal, es gibt gar nichts. Nur Hysterie, aber davon ganz viel.
Ich sehe allerdings einen Silberstreif am Horizont. Die Freien Wähler haben durch die Hetzkampagne dank Streisand-Effekt einen Höhenflug und die CSU einen leichten Niedergang. Das war nicht unbedingt vorauszusehen, aber genau so hätte ich es bestellt, wenn ich es mir hätte wünschen dürfen; ich empfinde eine tiefe Befriedigung. Auch, was die CSU angeht, denn Söder ist ein kalkulierender Machtmensch ohne Rückgrat, der sich keineswegs sofort hinter Aiwanger stellte, sondern sich erst mal sehr lange und sehr genau angesehen hat, wie die Stimmung sich entwickelt und was ihm taktisch am meisten nützt. Und das ist nicht sympathisch.
Frau Enxhi Seli-Zacharias (AfD) hat was gesagt, über das sich jetzt alle lustig machen. Ich fand es als Kachel in den sozialen Medien:
„Grundgesetz eindeutig: Deutsches Volk darf nicht ausgetauscht werden.“
Die Äußerung ist cringe auf vielen Ebenen, aber nach Sicht einiger Kommentare sehe ich, dass viele den Austausch an sich für eine Blödsinnsbehauptung halten, für eine VT, und das kann man nun auch wieder nicht so stehen lassen. Der Austausch findet statt und das in einer doch so offensichtlichen Weise, dass man sich wundern muss, wie das ignoriert werden kann.
Der Anteil an nichtdeutschen Ethnien, die sich selbst nicht als Deutsche sehen, insbesondere Muslimen, ist rasant steigend, relativ wie absolut. Die Zahl der deutschen Deutschen dagegen fällt, relativ wie absolut. Die Deutschen sind reproduktionsfaul und überaltert und die Politik saugt die Migranten regelrecht ein, in Millionenhöhe bislang, die wiederum selbst auch noch eine höhere Reproduktionsrate haben. Es ist keine Frage des Ob sondern nur des Wann, wann die deutschen Deutschen gegenüber den importierten Deutschen in der Minderzahl sind.
Der Austausch ist auch keine VT, denn es gibt keine Geheimhaltung, keine Verschwörung, das passiert hochoffiziell vor unser aller Augen. Der Vorgang ist sogar ideologisch legitimiert, wir brauchen doch schließlich „Fachkräfte“, weil wir selber zu wenig Leute haben. Selbst unter der wohlwollenden Annahme, dass das alles wirklich Fachkräfte wären, die wir einsaugen, findet ein demographischer Wandel statt, der bereits jetzt ganz massiv zu sehen ist.
Wer einen besonders starken heilsamen Schock braucht, gehe in die Schulen und Kindergärten der Großstädte und schaue sich mal an, wer da ist. Das sind die Erwachsenen von morgen. Und zwar nicht in 100 oder 1000 Jahren, sondern in 10-15. Die deutschen Deutschen hingegen werden sterben. Und zwar ausnahmslos alle, es ist also völlig irrelevant, was der Status Quo ist, sondern wie es mit dem Nachwuchs bestellt ist.
Ich finde diese Fähigkeit, das Offensichtliche nicht zu sehen (der Elefant im Raum), faszinierend. Ich bin mir sicher, dass wenn die Deutschen demographisch tatsächlich in der Minderheit sein werden, was noch zu meinen Lebzeiten passieren wird, sie sich immer noch lustig machen werden über die, die von einem Austausch sprechen.
Im ersten Moment widersinnig am verlinkten Bild ist der Name der Frau, die das sagt. Sie ist selbst auch eine Importierte aus einem fremden Kulturkreis. Schießt sie gegen sich selbst? Sägt sie am Ast, auf dem sie selber sitzt? Auf diesen Gedanken kommt man schnell. Aber es ist zu differenzieren. Migrant ist nicht gleich Migrant. Es gibt die klassischen Migranten, die sich in diese Gesellschaft integriert (assimiliert) haben und hier genau so leben und arbeiten wie Deutsche mit deutschen Vorfahren, mit Deutschen befreundet sind, in deutsche Familien einheiraten, etc. Und es gibt den neuen Typus Migrant, der sich nicht integriert, oft nicht mal die Sprache spricht, sich nicht befreundet und schon gar nicht einheiratet, in Parallelgesellschaften lebt und die Art der westlichen Lebensweise ablehnt. Als Sahnehäubchen arbeitet er manchmal auch nicht, ist ins Sozialsystem eingewandert, aber das ist nicht mal das Hauptproblem. Sondern dass er sich nicht als Deutscher sieht und auch keiner werden will.
Ich bin selbst auch ein Migrant. Ich habe zwar deutsche Wurzeln in meiner Familie, die mir in den 70ern die Einbürgerung erleichterten, aber ich bin nicht in Deutschland geboren und komme aus einem minimal anderen Kulturkreis. Aber ich bin hier aufgewachsen und habe mich immer als Deutscher gesehen, habe hier gearbeitet, Steuern gezahlt, deutsche Freunde gehabt und deutsche Frauen geheiratet und mit ihnen Kinder gezeugt. Dass ich nicht wirklich ein hundertprozentiger Deutscher bin, wird mir erst in den letzten Jahren wieder bewusst, wenn ich sehe, dass ich frei bin von einigen der großen Neurosen, welche die Biodeutschen in sich tragen. Sie beginnen mir fremd zu werden, während ich das Gefühl habe, dass mein Migrationshintergrund mir etwas Schutz gibt, Dinge zu sagen, die sie sich nicht zu sagen trauen, weil sie sich sonst als Nationalisten, Rassisten, Fremdenfeinde, Nichtweltoffene fühlen oder als solche denunziert werden. Und so ähnlich dürfte es nicht nur mir gehen. Und so ähnlich geht es sicher auch dieser Dame mit dem komischen Namen. Und darum wird meine jetzt folgende Ansage an das Deutsche Volk einigen von euch die Kinnlade herunterfallen lassen, aber da müsst ihr jetzt durch:
Ihr Deutschen habt beschlossen, eure Identität und euren Nationalstolz unter einem Haufen Neurosen zu begraben und euer Land anderen zu überlassen. Es tut mir weh, euch bei eurem selbstverletzenden und suizidalen Verhalten zuzusehen, aber ich beginne mich damit abzufinden, dass ich euch nicht retten kann (obwohl ich euch liebe und es wirklich gerne täte). Am Kulturkampf der Zukunft werdet ihr nicht mehr teilnehmen. Der wird ausgetragen werden von den Plus-Migranten (wie mir und der obigen Dame, die eure Werte von Freiheit und Demokratie und die Erinnerung an eure große Kultur hochhalten und fortzuführen versuchen werden) versus den Minus-Migranten, die vorwiegend islamisch-patriarchalisch geprägt sind und dieses Land in die Dunkelheit führen wollen. Und auch wenn ihr ohnehin von dieser Bühne abtreten wollt, sollte euch diese Dunkelheit nicht ganz egal sein, denn so schnell geht das mit dem Verschwinden nun auch wieder nicht. Ihr werdet einen dicken Zipfel dieser Dunkelheit noch miterleben und eure Kinder und Enkelkinder erst recht. Deswegen solltet ihr lieber mit uns Plus-Migranten paktieren als mit den Minus-Migranten. Unterstützt uns und nicht die! Aber ich verstehe, dass das nicht möglich ist. Ihr wollt unsere Liebe nicht, ihr hasst euch selbst und könnt daher nur die akzeptieren, die euch ebenfalls hassen.
Seufz.
„es gibt nur 2 Geschlechter“ ist auch nur ein code für „ich bin gerne Steigbügelhalter für den Faschismus“
So was (s. Bild) twittert ein Chefredakteur eines fränkischen Lokalblattes.
Soso, ich bin demnach ein Steigbügelhalter für den Faschismus. Hey, das verletzt meine Gefühle! Wenn schon, dann möchte ich doch bitte gleich als der Faschist himself bezeichnet werden, anstatt nur was irgendwas zu halten.
Wenn wir schon bei Steigbügeln sind: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, lautet ein Sprichwort. Noch aus der Zeit vor Erfindung des E-Bikes, natürlich.
Aber mein Lieblingssprichwort ist ja: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus, sondern ich bin der Antifaschismus.“ Ich habe in den letzten Jahren ein paar Freunde eingebüßt, die sich für links und antifaschistisch hielten. Denn logischerweise muss man als überzeugter und kämpferischer Antifaschist, wenn gerade Frieden, Wohlstand und Demokratie herrschen, sich Alternativziele suchen, die man bekämpfen kann. Diese natürlich zuvor „Faschismus“ nennen, denn man muss sich ja treu bleiben.
Erst etwas irgendwie falsch bezeichnen und dann die eigene Propaganda glauben ist ja bezeichnend für die Denkweise einiger Zeitgenossen. Womit wir den Bogen wieder zu den Geschlechtern geschlagen hätten. Wenn man eine Frau definiert als ein Wesen mit langen Haaren, Make-Up und Stöckelschuhen – und genau das tun diese Leute, auch wenn sie sich gerne biologisch-esoterischer Phrasen bedienen -, dann ist natürlich jeder eine Frau, der sich so anzieht. Und da gibt es dann natürlich auch alles dazwischen und darüber hinaus. Steile These? Keine Sorge, ich hab ein schnelles E-Bike. Solange es noch Strom gibt. Aber da ich mit der Ideologie des Solarfaschismus sympathisiere – nicht die schwarze Sonne, sondern die gelbe -, hole ich mir bald ein paar Paneele auf the Dach.
So, und heute gibt es zu Mittag Faschiertes. Ohne Foto auf FB. Und danach exerziere ich vielleicht auch ein wenig Umbenennungs-Esoterik, um den neuen Klerikern gefällig zu sein:
1. Eine Axt kaufen.
2. Die Axt Freundlichkeit nennen.
3. Mit Freundlichkeit auf die Menschen zugehen.
Wie manche ja wissen, gibt es islamkritische Stimmen, die den „politischen Islam“ ablehnen, aber nicht den Islam grundsätzlich abschaffen wollen und darauf bauen, dass sich in Europa ein moderater, friedlicher und akzeptabler „Euro-Islam“ etabliert. Was viele andere wiederum für einen Scheiß halten, weil der Islam nicht reformfähig sei.
In einer meiner Diskussionen über das Thema wurde ich neulich gefragt, welches Interesse wir denn eigentlich haben, dem Islam pauschal die Reformfähigkeit abzusprechen, weil der Islam auf Basis des Koran gar nicht friedlich sein kann, da wir doch damit auch die Muslime, die ihren Glauben jetzt schon friedlich leben und intepretieren, verprellen, obwohl sie gute Mitstreiter im Kampf gegen den politischen Islam („Islamismus“) wären, den sie selber auch ablehnen.
Das ist eine berechtigte Frage, die schon lange gestellt gehört. Nicht, weil es darauf keine Antwort gäbe, sondern weil die Antwort einen wesentlichen Zankapfel zwischen Links und Rechts darstellt, deshalb gehören die Frage und auch die Antwort immer wieder diskutiert – und vielleicht finden sich auch pragmatische Kompromisse.
Aber was ist denn nun die Antwort? Nun, sehr einfach (und auch schon oft vorgetragen):
„Wir“ (wäre eine eigene Frage, wer das ist) sprechen die Reformfähigkeit ab, zunächst einmal, weil „wir“ es tatsächlich so glauben. Sei es, weil wir den Kult im Kern für Unfug halten, der auch durch Reform nicht besser würde; sei es, weil wir nicht glauben, dass man eine Religion gegen den Widerstand ihrer Anhänger einfach so verändern kann; oder sei es, weil wir denken, dass die Reform zu lange dauern würde und bis dahin alles zu spät ist.
„Wir“ wollen stattdessen, dass die Anhänger der Religion entweder ihren Glauben komplett aufgeben, nur dann vermögen wir ihnen zu vertrauen, oder dass sie ihre Sachen packen und von hier weggehen, am besten in ein Land, wo ihr Glaube Staatsreligion ist.
„Wir“ haben eine Scheißangst vor diesen Leuten, auch dann, wenn sie „reformiert“ sind. „Wir“ wollen keine reformierte Version dieser Leute hier haben, wir wollen sie überhaupt nicht hier haben!
„Wir“ glauben, dass der Versuch einer Reform uns in trügerischer Sicherheit lullt und wir versäumen, die eigentlich notwendigen Maßnahmen (abschwören oder abschieben) zu ergreifen.
Diese Radikalität speist sich auch unter anderem aus der Geschichte des Landes im 20. Jahrhundert. Da gab es auch einen Kult, der Andersgläubige umbrachte, Juden als Übel der Welt sah, und deren Spitzenkräfte mit der genannten Religion offen sympathisierten. Und es ist unumstrittener Konsens, dass wir von der Ideologie nichts mehr wissen wollen, auch nicht in einer reformierten Form. Auf so ein Ansinnen kommt eigentlich gar nicht erst einer.
Dabei kann man auch „Mein Kampf“ so lesen und interpretieren, als sei er von Gott herabgesandt und als Botschaft des Friedens gedacht gewesen, die halt „missbraucht“ wurde. Es ist überaus schwammiges, teils seltsames Zeug. Bestes Grundmaterial für eine heilige Schrift. Es steht da übrigens nichts von Krieg drin und auch von Konzentrationslagern keine Silbe. Und was da noch an problematischen Stellen übrigbleibt, das kann man wunderbar mit dem historischen Kontext wegerklären. Die problematischen Sachen gelten halt heute nicht mehr. Aber das Buch im Großen und Ganzen, das gilt, denn es ist ja von Gott gesandt.
Dass der Verfasser selbst schwere Schuld auf sich geladen hat, ist ja auch kein Problem. Der Prophet, der nicht pädophil genannt werden darf, hatte ja auch ein paar Kriege geführt, Völker versklavt, und sogar persönlich Leute umgebracht, eine Sechsjährige geheiratet und mit neun gevögelt, aber hey, das muss man alles historisch-kritisch betrachten, damals war das eben so, deswegen ist doch nicht gleich das ganze Werk ungültig, bitte nein, es kommt doch von Gott!
Komplett irre? Nun, ebenso irre erscheint „uns“ das Ansinnen, eine reformierte Version hier dessen züchten zu wollen, das auf Blut gewachsen ist und dessen heilige Schriften auch nach der Reform immer noch dieselben Tötungsbefehle enthalten werden.
Was meine perönliche Ansicht dazu ist: Eine reformierte Version zu züchten versuchen, ist vielleicht tatsächlich immer noch besser als gar nichts zu unternehmen. Siehe dazu meine Gedanken von der Religion vom Reißbrett, denn um nichts anderes würde es sich bei der Züchtung handeln.
Und wer es wagt, sich am Wort „züchten“ zu stören, den erinnere ich freundlich aber bestimmt, dass der Islam seit einigen Jahren durch ein Wunder – Allah sei gepriesen – eine Rasse ist (und deshalb den besonderen Schutz der Antirassisten genießt). 😈 😈 😈
Wer mich kennt, weiß, ich bin ein Hardcore-Atheist. Ein Antitheist. Ein agnostischer Antitheist, das trifft es ganz präzise. Ich kann die Existenz von Göttern nicht beweisen und nicht widerlegen, habe aber die Erfahrung gemacht, dass alle Religionen, die uns über die Beschaffenheit und die Wünsche der Götter an uns belehren wollen, hohles Gewäsch sind. Substanzlose Behauptungen, teilweise sogar widerlegt, was die Leute aber nicht daran hindert, sie einfach munter weiter zu behaupten. Und es gibt keine einzige Ausnahme!
Was liegt da näher, als zu sagen: Solange niemand weiß, ob es Götter gibt, und wenn ja, was die eigentlich von uns wollen könnten, lebe ich mein Leben halt ohne deren Anleitung und mache das Beste daraus. Ich bin also praktizierender Atheist.
Ich halte diese meine Sichtweise für die nächste Evolutionsstufe der menschlichen Kultur, und nein, kleiner habe ich es nicht.
Nichtsdestotrotz ist mir in den letzten Jahren klargeworden, dass der Atheismus nicht so bald zur allgemeinen Weltreligion werden wird, und zwar weil es da wohl eine biologische Barriere gibt.
Es war ein Facebook-Freund der mich vor einigen Tagen gedanklich anstieß, in einer anderen Diskussion, an einem anderen Ort, mit einem simplen Satz:
„Atheismus kann ja aber auch nicht alles.“
Jede Faser meines Körpers schreit nach einem dringenden Argument, um zu widersprechen – aber leider hat er Recht.Der Atheismus ist für die menschliche Spezies keine artgerechte Haltung. Unsere HS-Gehirne brauchen Religion, sind danach süchtig, und wenn man ihnen das Opium entzieht, suchen sie sich halt Kokain oder Meth.
Im Übrigen ist meine Metaphernwahl kein Zufall, denn ich bin mir sicher, dass für unsere HS-Gehirne Drogen, Religion, Ideologien und Verschwörungstheorien allesamt etwas Ähnliches, wenn nicht gar das Gleiche sind! Sie unterscheiden sich lediglich in der Elaboriertheit des intellektuellen Erklärungsgebäudes, das Vernunft vorgaukelt. Auch Drogen sind attraktiver, wenn wir wissen, dass sie aus biologischem Anbau oder gut für die Nierenfunktion sind.
Wie aus der Not eine Tugend machen? Es braucht eine Art Ersatz. Ein Methadonprogramm sozusagen. Eine Religion vom Reißbrett. Eine Art ideologisches Esperanto.
Das scheint zunächst eine sehr schwere Aufgabe zu sein, die man sich gar nicht anzupacken traut, aber wenn man ins Geschichtsbuch guckt, findet man beispielsweise den Sozialismus und den Nationalsozialismus, die binnen kurzer Zeit eine gewaltige Portion der Menschen für sich gewinnen konnten.
Was man besser machen kann: Demokratie und Menschenwürde von Anfang an als erste Grundregel in der Lehre verankern.
Habt ihr Ideen, diesen Ansatz weiter auszubauen, oder haltet ihr das Konzept für eine Totgeburt, über die weiter nachzudenken sinnlos ist?
Meine These: Heutzutage zerstört man die Verbreitung der Wahrheit am Effizientesten nicht, indem man sie verbietet, sondern indem man mehrere alternative Narrative in die Welt setzt, so dass die Wahrheit nur noch eine unbedeutende Meldung unter vielen ist.
Das Problem ist, dass die Menschen extrem schlecht zwischen richtig und falsch unterscheiden können. Meistens ist richtig, was die anderen sagen, das richtig ist, und fertig.
Eventuell ist man ein Verschwörungstheoretiker, dann glaubt man aus Prinzip immer das Gegenteil, was die anderen sagen.
Richtig und Falsch sind hierbei irrelevant. Das Richtige herauszufinden ist anstrengend und erfordert intellektuelle Gaben, die nicht jedem gegeben sind. Wahrheitsliebende, neugierige Menschen werden Wissenschaftler und halten sich aus der Politik raus.
Wer ein Informationsmonopol in die Hand bekommt, der kann auch theoretisch die Leute glauben lassen, was er will, aber im Internetzeitalter gibt es keine Informationsmonopole mehr. Warum wohl war es immer eine Strategie von Sekten, ihre Mitglieder von Kommunikation mit Ungläubigen zu isolieren? Das funktioniert heute nicht mehr. Jeder kann sich aus allen möglichen Quellen „informieren“.
Doch was folgt daraus? Soll man wieder nur noch ein Medium haben, das alle informiert? Nun, das eine Medium kann einen dann ja auch noch anlügen, aber wenigstens fühlt es sich richtig an, weil keiner widerspricht. Ich frage mich, was die deutschen Medien in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts alles gelogen haben. Aber man stritt sich nicht darüber, es war für uns die Wahrheit. Und selbst heute noch haben wir das Gefühl, der Journalismus sei damals ehrlicher gewesen.
Nein, war er nicht.
Ich bin um der Aufklärung Willen eigentlich ganz froh um die Kakophonie von heute und will das Internet und seine Möglichkeiten nicht zur Disposition stellen. Nach wie vor bin ich gegen jede Art von Zensur, aber um die Bildung einer Kultur, die mit Informationen sorgsamer umgeht, werden wir nicht herumkommen, wenn nicht alles im Chaos versinken soll.
Ich sehe das Problem darin, dass die Menschen noch nicht erlernt haben, selber zu denken, es ihnen aber in Zukunft nicht erspart bleiben wird. Die Bequemlichkeit, dass etwas schon wahr sein wird, wenn es in der Zeitung steht oder im Fernsehen kam, ist vorbei. Gestimmt hatte es eh nie. Auch in der „guten alten Zeit“ nicht. Das sage ich als Zeuge dieser guten alten Zeit.