Nichts.

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Ich erinnere mich an den letzten Schlag meines Herzens und in der Stille jenseits der Angst war dort glasklar der letzte Gedanke:

„So bist du also gestorben“… Akzeptanz gefolgt vom Szenen in Sepia, Abendsonne und jene goldenen Momente, in denen ich ganz bei mir gewesen bin… am Ende der Zeit spielt sie keine Rolle mehr- alles ist eins.

Frieden, Nichts. Das Schönste, was ich je erlebt habe, war es zu Sterben.

Engel fallen, sobald sie verstehen, warum es leichter ist, sich an Ewigkeiten zu klammern anstatt das Nichts zu begreifen.

Dann zurück in die Zeit geholt , um nach dem ersten Atemzug weiter zu dienen, weil er es so entschieden hat. Herr über Leben und Tod, sein Kick: die ultimative Macht.

Und wenn ich heute daran denke, empfinde ich vor allem Unverwundbarkeit, denn was könnte man mir denn noch antun, was ich nicht schon überlebt hätte ?

Ich bin gefährlich -denn ich trage ein Monster mit mir.
Und Ich frage mich, was es für dich bedeuten würde, miterleben zu müssen, wie es sich angefühlt hat von ihm getötet zu werden.. sicherlich mehr, als mir die xte Wiederholung ausmachen würde.

Es ist so: Ein Trigger und ich verschwinde im Innen und dann schläft das, was von mir blieb ein und du bleibst allein mit dieser so oft gehassten Hülle zurück, die nur noch versucht, ein Nichts zu sein.

Wer könnte das denn für jemanden wollen ?

Die Vorstellung daß er über mich nach 26Jahren Anderen wehtun könnte, ist die einzige Macht, die er noch über mich hat, und sie ist der Grund, warum meine Familie kaum etwas davon weiß.

Ich trage dies Monster in mir, und je näher ich dich lasse, desto weniger kann ich dich davor beschützen. Was du für einen Panzer hältst, ist in Wahrheit ein Käfig um dich vor ihm zu beschützen.

Zorn

Als ich diesen Blog begann, wollte ich nur eins, Frieden. Nach 15 Jahren Verstecken und Verschweigen meine Würde zurück erlangen, und dieses Monster und dieses Leben nicht mehr so ertragen.

Ich brach diese Mauer des Schweigens, als ich nichts mehr zu verlieren hatte, an dem Punkt, als die Einsamkeit und die Isolation und das Betäuben des Gefühls der Wertlosigkeit mit Arbeit nach 15 Jahren furchtbarer als die Scham und die Angst vor weiteren Demütigungen geworden war, minima Moralia.

Hatte ich für euch denn jemals einen echten Wert ? und was war von wem über mich erzählt worden, als ich zusammenbrach und das Schweigen und das Wegsehen begann?

Ich habe lange geglaubt, die Gleichgültigkeit, das Mobbing und die Gewalt verdient zu haben, denn mir die Schuld zu geben, bewahrte mich schon als Kind vor dem Schmerz der Einsamkeit und der Ohnmacht.

Doch je mehr ich mir vergab, desto größer wurde mein Zorn, als keiner der damals unmittelbar Beteiligten Antwortete geschweige denn, mir zuhören wollte.

Denn ich bekam über Jahre keine aufrichtige Antwort, von Niemandem aus dem damaligen Umfeld. Menschen, mit denen ich über Jahre zusammen gelebt und gekämpft hatte, wenn es meine Kraft zugelassen hatte, und die Teil des Ganzen waren. Nicht einer brachte es über sich, Stellung zu beziehen. (nach 4 Jahren kam ein! Feedback)

Während der Kraftaufwand, die Angst vor dem Gerede zu überwinden und diese Ohnmacht für kurze Zeit mit Hoffnung zu verdrängen, um überhaupt wieder Handeln zu kömmen, dazu beigetragen hatte, dass ich meine Existenz aufgeben musste. Ich habe fast zwei Jahre nur bei dem Gedanken „darüber“ zu reden mit Panikattacken gekämpft, (z.T. alle paar Stunden) Bevor ich die erste E Mail schreiben konnte. Und so viele verzweifelte Nächte vergebens auf eine Antwort zu warten befeuerte alle Ängste, und es reaktivierte das Trauma des Verrats, anstatt mich davon zu befreien.

Die alten Wunden rissen unter dem eisernen Schweigen unaufhaltsam wieder auf, als ich eigentlich Vergeben und Verstehen wollte, mir und ihnen auch.

Als ich nur wissen und sagen wollte, warum… um meine alte, fast tödliche Antwort zu überschreiben. Aber nichts hat sich geändert. Ich war es nicht wert, nein….ich war ihnen die Mühe nicht wert, mir überhaupt zu zuhören, während es mich alles kostete, mein Schweigen endlich zu überwinden.

Wie damals Menschenmüll- über Jahre konsumiert und fallen gelassen, als ich nicht mehr funktionierte.

Jeder einzelne von euch hat sich wieder und wieder für das Schweigen und für das Wegsehen entschieden.

Jeder Mensch warf mich fort – jedesmal wenn ich um Hilfe gebeten habe.

Viel zulange habe ich mich dafür gehasst und für den Wunsch nach Freundschaft und Solidarität.. nach Menschlichkeit, nie wieder wollte ich irgendwen brauchen. Isolation ist das kleinere Übel.

Eine Entschuldigung und damit die Versicherung, dass das aufhört, mehr hätte ich nicht gebraucht, um einen Abschluss und einen neuen Anfang, Hoffnung zu finden.

Nur drei kleine aufrichtige Wörter, um zwei Jahrzehnte Leid und soziale Isolation zu beenden: Ich glaube dir.

Gerechtigkeit und überhaupt die Chance auf eine Zukunft.

Mehr habe ich nie von euch gewollt. Aber keine Antwort ist auch eine. Verdient habe ich das nicht, auch wenn Einige das wohl anders sehen, ohne je mit mir selbst gesprochen zu haben, -niemand hat das je getan. Wie leichtfertig dieses Urteil gefällt und geglaubt wurde, ist einfach nur erschreckend. Ist es das, wofür wir mal gekämpft haben ?

Ich begriff immer das Persönliche als politisch, mein Zorn trifft beides, genau wie der Überfall nicht mir galt, sondern allen anderen „Volksverrätern (sic)“ auch.

Alles Gerede von Solidarität, reine Heuchelei, wenn es persönlich und anstrengender, gefährlicher und schmerzhafter und so gar nicht mehr „heldenhaft“ wird. Wäre ich damals tot geblieben, könnte man jetzt wenigstens alle 365 Tage ne wütendtraurige Kerze aufstellen und sich gegenseitig versichern, dass keiner „von uns“ allein ist. „Liebe und Kraft“ – die einzigen Lügen. Ihr habt alle geschwiegen.

Jahrelang in „der Szene“ aktiv und dann wird einer „von uns“ -werde ich- von einem verdammten „Patrioten“ überfallen, betäubt und politisch und sadistisch motiviert gefoltert und fast umgebracht, und drehe offensichtlich inmitten der Szene in der Siedlung vor euren Augen über Monate völlig ab… und bin plötzlich -oder schlimmer je länger ich darüber nachdenke- immernoch- kein einziges offenes Wort, oder gar ein eigenes Bild wert…

…sondern ist vielleicht irgendwie auch nie wirklich eine „von uns“ gewesen, war wohl doch eher Mitläuferin (omg mit was die jetzt rumhängt!) – halt Möchtegern, halt eine „Freundin von ohne von“ isst jetzt ja auch nicht mehr vegan, knallt sich mit allem zu und lässt sich schwängern von diesem Assipunk** und verdreschen… und kurz davor diese angebliche Kink Nummer mit dem ehemaligem KSKler …Und ob das alles überhaupt mal so stimmt…Psycho.

-Problem gelöst- so einfach wie Scheisse kann Ignoranz und Szene sein. Nicht einer! hat sich ein eigenes Bild gemacht, vielleicht auch aus Angst vor dem, was er vorfindet. (Das zu vergeben wäre eine solche Erlösung!, alles! wäre besser als diese Stille)

Self Care ist viel zu oft nur eine Ausrede für Comfort Zone, und das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Apathie. Und ich wünschte, es wäre mir endlich!! egal.

(ihr wusstet! was das für ein Typ war, ein KSKler- C und S haben die Wunden am Hals gesehen, A und M wussten daß ich einige Wochen später von Täterindentifizierten Anteilen und Spaltung sprach, wie verwirrt und zerstört ich war, jeder! wusste, dass da etwas ganz und garnicht stimmt. Jeder hat geschwiegen, auch du.

Beide „Können sich heute aber angeblich an „überhaupt nichts mehr erinnern, sorry“ (sic/sic)“ C „ist das alles zuviel, sorry“ M sagte 99/2000 nachdem er mich fragte ob es wirklich freiwillig war und ich ihm konkret von Spaltung und Trauma erzählte:

„Das ist mir zuviel, das packe ich nicht“ rannte weg und hat mich stehen lassen, danach ging man mir aus dem Weg. Da habe ich aufgegeben, es gab kein Zurück.

Sicherlich war Isolation meine Entscheidung- auch zum Selbstschutz, aber die Gründe dafür habe ich nicht alleine zu verantworten. Ihr habt mich schon davor zuverlässig mit jeder Bitte um Hilfe stehen gelassen, und Victimblaming war die Regel – ohne Ausnahme.

Niemand durfte nochmal merken, wie „schwach“ ich war, ein scheiß Opfer- die Scham, mich dem Feind unterworfen zu haben war einfach zu mächtig, zu schwer war zu erklären, was jenseits von Angst mit dir geschieht. Zu „unglaublich“ in einer Gesellschaft, die das verdammte Märchen vom „freien Willen“ zum Überleben braucht, damit sich bloß niemand mit ihren Verlierern solidarisiert. Meine Scham in der Lützi viel zu oft zu unrecht als Masche verurteilt …. Es wäre nur weiteres Futter für die Gerüchte und für einige bestimmt auch ein ersehnter „weiterer“ Beweis für ihre abartigen „Theorien“ über meine „hörige“ Verfassung mit der ich ja an allem selbst schuld sei. (Sic)

G saß übrigens mit einem Bandkollegen und Freund (Galip) eines der Täter aus meiner Kindheit (ich 12/13 er 23) in einer Klasse, brachte den sogar in die WG mit der Ansage, „daß er sich von mir ganz bestimmt nichts verbieten lässt“, einem der Typen, die damals mit dem Täter über mich und vor mir darüber hergezogen haben, daß ich es ja „im Bett“ nicht bringe. Meine Version hat er sich nie angehört, nur die der Täter.. wer solche Freunde hat braucht sicher keine Feinde.

Eifersucht auf die Mitbewohnerin war nicht mein Problem mit G (aber ihres). Man hätte das wissen können, wenn man mich gefragt hätte- hat man aber nicht.

Ich hätte noch so einen Verrat wie in der Lützi definitiv nicht überlebt, ich schwieg auch, um zu überleben. Ich konnte nach der Lützi niemandem mehr vertrauen, erstrecht keinen Frauen.

G. rief mich unmittelbar nach dem Überfall selbstverständlich auch nur mit dem Ziel an, ggf. die Einvernehmlichkeit bezeugen zu können, um den Täter zu schützen. In der Situation der allerletzte! Mensch, dem gegenüber ich (auch mir selbst in dem Moment/Situation) meine Ohnmacht hätte eingestehen können: „Wer sich unterwirft, will es doch insgeheim so und rächt sich ggf. auch noch hinterher, wenn er abgewiesen wird (sic)“ „Frauen die sich unterwerfen -weil die Opferrolle so bequem ist- sind die eigentlich Schuldigen, wenn sie unterdrückt werden“ (sic G) mit diesem toxischen „Alpha“ Mindset* und seinen Kontakten „musste“ er ja den Täter schützen.

(Wer zum Henker hat ausgerechnet den informiert ?)

*Es gibt keine Ohnmacht, wer nicht kann will halt nicht genug, wer schwach ist, will sich (ggf. unbewusst) unterwerfen, weil es halt bequemer ist, keine Verantwortung für seine Defizite zu tragen.

(Wir reden hier von GHB und professionell durchgeführter Atemkontrolle durch einen geschulten Täter über Stunden, ein neuer Kollege, mit dem ich bei der ersten Begegnung eine Auseinandersetzung wegen Catcalling hatte und der am selben Abend plötzlich in meinem Zimmer stand, um die Zecke mal so richtig einzunorden.) Es gibt Dinge, die sind so grausam, dass es eine (kurzfristige) Erlösung ist, sich einzureden (vor allem einreden zu lassen) , es sei alles garnicht „echt“ sondern nur ein Spiel gewesen. Klassiker.

Aber die Mär vom „freien allmächtigen Willen“ dient primär der Legitimation von Privilegien, Ignoranz und Unterdrückung. Sie hat mit der Realität nicht das Geringste zu tun, sondern ist die mentale Basis von Herrschaft. Toxische Ideologie der Täter, und leider immernoch viel zu oft -und gewollt- das Ende von Solidarität untereinander.

Ohnmacht bedeutet, dass das was du willst, gar keine Rolle spielt, egal wie „stark“ du bist. Ohnmacht ist weder eine „falsche Einstellung“ noch eine Attitüde, oder gar eine „Masche/Lüge um sich Zuwendung und Akzeptanz eines defizitären Status zu erschleichen“ (sinngemäß sic Lützi). Ohnmacht ist nicht nur das eingebildete Mindset der Unterdrückten mit dem sie sich damit abfinden und Herrschaft erst ermöglichen. Ohnmacht ist real, gefesselt und gefoltert kommst du mit positivem Denken halt nicht sonderlich weit bei deiner hübschen  firstworld – Rebellion – weil du danach einfach nichts mehr fühlst und du reale Probleme hast, die nunmal mit „Denken“ oder Mindset nichts zu tun haben.

Mit der Idee ist man aber in „guter“ Gesellschaft – Omnia facit Voluntas -„der Wille entscheidet“ ist das Motto der KSK.

Hier schließt sich der Kreis.
#whyisaidnothing

Ihr habt von all dem gewusst, es war offen sichtlich direkt mitten in der Siedlung vor aller Augen. Und von dem eifersüchtigen, unerträglichen Gerede, vor dem ich aus der Lützi dorthin bei der ersten Gelegenheit geflohen war wusstet ihr auch und habt es z.T. sogar noch in die Siedlung und die Zusammenhänge getragen, mit den üblichen Folgen, die bis heute anhalten – ausser von „den Assis“ wurde ich gemieden, schon vor dem Überfall. Niemand redet mit einer Lügnerin. (Nur, daß ich keine bin) Wer mir das Recht abspricht, wegen dieser geballten Ignoranz verdammt Wütend zu sein, sollte sich nie wieder als Antisexist bezeichnen.

Hat sich jemals einer die Frage gestellt, was er mir angetan hat, wenn er sich irrt, als er ohne Rückfragen Leuten glaubte, die wirklich sehr guten Grund hatten, mich zu diskreditieren (und die nichts! von mir wussten, nie konkret mit mir gesprochen haben ) Wie leichtfertig wurde dieses Urteil gefällt geglaubt und verbreitet ? Niemand hat mich jemals! gefragt was passiert/los ist oder sich gar mit mir solidarisiert.

Niemand. Eure Lügen waren meine Ohnmacht. Nichts davon war wahr oder richtig.

Was soll ich nochmal alles gewesen sein? Eifersüchtig*, Abhängig*, hörig*, verlogen*, manipulativ*, passiv*, mit schlechtem Männergeschmack*, schwach auf der suche nach dem Prinz* Opferrolle*, Attentionseeking*, Krankheitsgewinn*, Borderline*… würde für Liebe alles tun*, aus Gefallsucht etwas mitmachen, was sie nicht will und sich hinterher rächen?* < (*sic! Lützi) Victim Blaming at its finest.

Nein, poplige firstworld Eifersucht war wahrlich nicht der Grund warum es mir so schlecht ging, warum ich nicht mehr Abends mitgegangen bin, warum ich mich immer mehr und mehr zurückgezogen habe, den Kontakt zu meinem Vater abbrach und offensichtlich immer depressiver wurde, und bei der ersten Gelegenheit aus der Lützi weg bin. Ich war retraumatisiert.

Aber Eifersucht war eine viel zu schöne einfache Erklärung, bei der sich alles um eine männliche Person zu drehen schien (Hallo Bechdel Test!), jede andere Erklärung von mir dazu wurde als Lüge/Ausrede/Rechtfertigung abgetan oder zurecht gedreht, oder schlichtweg ignoriert bis es wieder passte. Nur nicht hinsehen..

Und als ich dann wieder (für viele Jahre) verstummte, wurde das als Schuldeingeständnis gedeutet.

——–

Vielleicht wart in Wirklichkeit ihr „diese falschen Freunde“… Mein halbes Leben ist geprägt von schwerem sexuellen und emotionalen Mißbrauch, Gewalt, von Alkoholismus, Autismus, Ausgrenzung, Mobbing und NS-Traumata über Generationen (die Brüder meiner böhmischen Großmutter wurden als Antifaschisten von der Gestapo ermordet – sie mit einem „richtigen“ Deutschen verheiratet mein Vater als Kind dieser „Ehe“ war schwer gestört, Alkoholiker, gewalttätig und- pädophil).

Verdrängung und Totschweigen und Verschweigen müssen, vom Saufen und Kiffen gegen die Angst, um den „schönen“ Schein wahren zu können, um trotzdem zu funktionieren- das war meine Normalität. In meiner Kindheit war schon das Zeigen „negativer“ Gefühle tabu/lebensgefährlich. Starke Mädchen weinen nicht, zeigen nur positive Gefühle, stabilisieren die Eltern Verdrängen und funktionieren. Im „richtigen“ Leben tue ich das bis heute.

Und nein, ich hätte nicht „nur“ weniger Drogen nehmen müssen um „klar zu kommen“, ich nahm Drogen, um klar zu kommen, um zu funktionieren. Denn wenn man nicht mehr funktioniert, wird man fallen gelassen. Als WG Mutti, Thekentante, Putzfrau und Hausmeisterin gerne gesehen, aber als tief verletzter Mensch hinter der Fassade ohne Wert. qed

Und als ich endlich mit 17 diesen fam. Strukturen entkommen war und zum ersten mal den Raum und Kraft hatte, diese Normalität zu hinterfragen (bzw mit deren Abnormalitat konfrontiert wurde), und anfing nach Alternativen zu den alten Antworten zu suchen, als ich Begriff, daß ich „anders“ bin ohne es verstehen zu können… (Ich bin Autistin- wie meine beiden Kinder, und ja ich bin furchtbar schlecht in sozialer Interaktion, und bin ständig damit überfordert Situationen einzuschätzen, geschweige denn, mehr als einem Gesprächspartner zu folgen.

Als ich mich zum ersten mal wirklich öffnete, als ich zum ersten mal anfing, überhaupt über Gefühle, Beziehungen und Ängste und meine Verwirrung dazu zu schreiben, als ich zum ersten (und letzten) mal konkret um Hilfe und Rat bat, als ich zum ersten mal versuchte, diese ganze Scheisse zu überwinden und „Nähe“ überhaupt erstmal zu verstehen…und auf ein Gebirge aus Scham traf…

…Als ich, nachdem was mir klar wurde, den Kontakt zu meinem Vater abbrach (ich habe ihn bis zu seinem Tod vor ein paar Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen): „Ist ja schon seltsam, was dir plötzlich alles so einfällt“ (sic G Lützi…Als ich versuchte, darüber zu sprechen) wurde ich bevormundet („reeducation“ sic G) und letztlich als dependante Lügnerin und Dramaqueen stigmatisiert, als ich mich dieser „Umerziehung“ verweigerte. „Je mehr du versuchst zu beweisen, dass ich mich irre, desto mehr beweist du, dass ich Recht habe“ (gemeint war Gefallsucht). (sic G)

Und als ich mich dagegen wehrte, wütend wurde – war es ja nur die Opferrolle, und nicht der reaktionäre Bockmist, den man selbst verzapft hat. So kann man sich natürlich jeglicher Verantworung entziehen- so funktioniert Silencing.

Mir fällt kaum etwas ein, das in dieser Situation mehr Schaden angerichtet hätte. Erneut verstummt und retraumatisiert habe ich die Lützi und dieses vergiftete Umfeld fast fluchtartig verlassen. Nie wieder sollte mich jemand wieder als „schwach“(Fühlend!) sehen, nie wieder als bedürftig verurteilen, nie wieder hinter die tüchtig/taffe Fassade schauen können, niewieder wollte ich jemanden um Hilfe bitten. Ich wollte wieder unsichtbar werden. (Doch es folgte mir.)

Bis vor 7 Jahren.

Die Ohnmacht des Schweigens ist brutal, der Blog sollte diese Hilflosigkeit beenden, diese Wunden Schließen, auch wenn niemand die Wahrheit hören will, weil sie nicht schön ist, weil sie euch eures Privilegs der „nicht Betroffenheit“ beraubt, aber in Wahrheit wart und seid auch ihr und eure Entscheidung, nicht mit mir zu sprechen ein aktiver Teil des Ganzen, damals wie heute.

Ihr habt mich -am Ende- einfach sehenden Auges verrecken lassen.

Und einige wären immernoch froh, wenn ich wieder und für immer mit ihr verschwände – das Gerede und das Lügen geht weiter, sobald ich mich dem Umfeld/Szene nähere, und sei es, um sich selbst zu schützen. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass sich das ändert, dass mich irgendwer dieses mal schützt, oder gar seine Irrtümer eingesteht. Es gibt keine Gerechtigkeit für mich.

Solange niemand offen Stellung bezieht, gab und gibt es keine sicheren Orte für mich, hält der Verrat an, ist das hier nie vorbei, und das liegt nicht mehr in meiner Hand, ich habe alles getan was ich tun konnte, alles und viel zu viel gesagt – was ich in einer besseren Welt wohl nie hätte Preis geben müssen. Dennoch bleiben eure „Freiräume“ mir verschlossen, in den letzten 7 Jahren kein Besuch in Lev oder Köln ohne daß mir von einem von euch signalisiert wurde, daß ich unerwünscht bin.

Wer schweigt, stimmt zu. Es ist ein Todesurteil ohne Prozess. Es gibt kein Zurück für mich und auch keine Zukunft. Nur eine Gegenwart, die ein isoliertes Leben hinter einer Maske bedeutet. Die einzigen 2 Menschen, denen ich etwas bedeute, wissen nichts von mir und so muss es auch bleiben.

Ignoranz ist ein Privileg und kein Recht, in diesem Boot sitzen wir aber gemeinsam, ob ihr nun wollt oder nicht- mein Schweigen ändert nichts an euren Fehlern und es wird auch nichts an der Vergangenheit ändern, damit müssen wir nun so oder so Leben. Das Einzige, was es verändert ist meine Gegenwart, wer so ein Geheimnis verbirgt, muss ohne Liebe leben, und wer es Preis gibt, auch. -Das habe ich inzwischen eingesehen, ich habe es schon viel zu oft vergeblich versucht. Isolation oder hinter einer DIS Fassade leben sobald Menschen in der Nähe sind, sind nach 7 Jahren nach wie vor die einzigen Optionen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich das akzeptiere oder nicht. Es ist eure Entscheidung, nicht meine.

Jeder Satz, den ich mir abgerungen habe und der Wahrheit und Befreiung davon bedeutete wurde mir als das Gegenteil davon vorgeworfen.

Eure Ignoranz ist meine Ohnmacht.

Wenn eure Solidarität mich nicht befreit, bleibt mir wieder nur mein Zorn, um zu Überleben, dabei wollte ich nur endlich Frieden finden. Denn ohne diesen Zorn wäre diese Einsamkeit nicht zu ertragen.

In dieser Geschichte hat jeder von uns Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen hatten und- bis heute haben. Diese zu benennen, ist ein Akt der Eigenverantwortung, ich habe diese Last viel zu lange alleine ertragen und euch so erspart was uns allen galt, es ist euer Privileg, für das ich mit meinem Leben bezahlt habe.

Diese Geschichte hat auch mitnichten in einem Vakuum oder in einem anderen Umfeld stattgefunden, sondern mitten unter uns, es ist unsere Geschichte, nicht nur meine -nur, daß ich mich eurem Anteil daran nur durch Isolation entziehen konnte, 15 Jahre grausame Isolation (+7Jahre schreiben gegen Mauern), die euch die Konfrontation mit unserer Wahrheit ersparte.

Ich habe nie mit Absicht die Unwahrheit gesagt – wenn auch in einer Panikreaktion und getriggert nicht immer die richtigen Schlüsse gezogen und der falschesten Person vertraut habe – und mich der Verantwortung dafür schon vor Jahren gestellt, ich kann zu jeder meiner Entscheidungen stehen und jede Frage beantworten, ich bin vieles, aber ich war niemals! eine Lügnerin. Es gibt nichts was ich mehr verachte.

Aber ich bin Autistin und Gesichtsblind, ich vermeide Augenkontakt (typisch für Traumatisierte, ebenso das sog. Numbing und die Affektarmut) und ich erkenne keine Lügen, kann Mimik nur aktiv deuten – und mich dann auf nichts anderes mehr konzentrieren – es gibt nichts, was ich mehr verachte-und fürchte-als Lügner.

Die letzten Worte des Täters zum „Abschied“, ich solle meine Freunde von ihm grüßen, wenn ich denn noch welche hätte…

Also seid gegrüßt.

Vielleicht wollte ich auch nur wissen, ob er recht hatte. Das galt nie mir allein ich war nur das Werkzeug, aber ich kann -und will- euch nicht mehr davor beschützen, denn keiner von euch schützte jemals mich. Ich gebe auf.

Ich bin der Abgrund, ich bin, wenn alle versagt haben. Und ich werde keine Lüge für Liebe leben, die keine ist.

** Wer belastet wen er liebt ist schwach und wertlos, wird verstoßen, bestraft, zerstört die Familie, stirbt ..so hatte ich es gelernt, als Kind und in der „Szene“ -wer „negativ“ fühlt, wer schwach und unnütz ist, hat kein Recht auf Liebe(n).

P brauchte mich, er war genauso traumatisiert wie ich & der einzige, der da war, der einzige, der mir geholfen hat.

Wie hätte ich ihn denn verrecken lassen können ? Er bedeutete Sicherheit, endlich nach Monaten! (voller Psychoterror durch den Täter auf der Arbeit) – ohne Angst vor weiteren Besuchen schlafen können.

Er hielt zu mir, als jeder mich hatte fallen lassen inkl. meiner Familie.

Was sind dagegen schon die paar Ausraster ? Gewalt ist wenigstens! ehrlich. Was hatte ich denn noch zu verlieren? Die Monster wegballern solange es funktioniert und dann ab in den Brückenpfeiler, wenn die Hunde nicht mehr leben, so war der Plan. (Immerhin war diese Info eine verächtliche Textzeile in „Dosenpfand“ wert) Ja der Plan war zu sterben, nichts hielt mich am Leben, ausser den Hunden, und dann das Kind.

Manchmal geht es einfach nur noch ums tägliche Überleben, nicht darum, ob einem jemand gut tut oder“ Tja, halt dann doch nicht so gut tut, wie man zuerst gedacht hat.“ (sic HEP2020) <= Das ist übrigens genau so ein Satz, den jemand braucht, der sich 15 Jahre aus Scham sozial völlig isoliert hat.

Genauso toxisch wie jemandem, der seit Jahren nicht in der Lage war zu weinen, zu sagen, er solle doch einfach mal „positiv Denken“. Oder jemandem der versucht, seine emotionale Taubheit (Numbing) zu überwinden zu sagen, er würde sich nur hineinsteigern und seine Gefühle wären gar nicht echt. Oder jemandem, dem vom pädophilen Vater seit frühester Kindheit unterstellt wurde ihn zum Inzest verführen zu wollen, wenn er Nähe suchte (und der ihn nie berühren durfte) zu sagen, daß er sich ja nur Zuwendung „erschleichen“ will, wenn er an seinem Bindungstrauma verzweifelt und gegen diese Angst/Tabu ankämpft. Oder jemandem zu sagen, daß er sich ja nur wegen des Krankheitsgewinns nicht verändern will, sobald er versucht, mit dem Verdrängten aufzuräumen und die Maske ablegt.

Ignoranz ist ein Privileg.

#whyisaidnothing #punktoo #FUA

Autist sein ist scheisse.

Bullshitbingo: …dafür kannst du doch toll rechnen, kreativ sein, schreiben, basteln, Sport machen, Schach spielen, musizieren….Kopf hoch! jeder hat doch Stärken und Schwächen, nicht jeder kann alles gleich gut. Stärken stärken…

Wisst ihr was? FICKT EUCH. Diese gutmeindenden Vergleiche sind ein toxisches Problem, und dafür muss man noch nicht einmal behindert sein: Denn sie setzen Wertigkeit mit Leistungsfähigkeit in ein Verhältnis.

Es ist kein Trost, sondern spiegelt nur das menschenverachtende Denkmuster dieser Leistungsgesellschaft. Und sie zeigen, daß derjenige, der meint so „trösten“ zu können, dieses Muster so sehr verinnerlich hat, daß er garnicht merkt, wie abwertend und ignorant das ist.

Denn wenn ich als Autistin daran verzweifele, nie zu checken, wann ich verarscht werde, wenn ich daran scheitere, Menschen zu verstehen und sozial angemessen nach komplett unlogischen und aus meiner Sicht bizarren Regeln mitzuspielen….wenn ich im Grunde nie frei ichselbst sein kann, wenn ich immer aufpassen muss, nicht als „Defizitär“ aufzufallen, um nicht ausgegrenzt zu werden…und trotzdem scheitere…

Wenn ich den Eindruck bekomme, daß ich allenfalls noch erwarten kann, trotz enormer Anstrengung mitleidig wohlwollend als „Quotenpsycho“ nur um der Toleranz willen toleriert zu werden, anstatt Respekt zu erfahren…

Daß oft Gespräche doch so schnell es geht, freundlichgedingst beendet werden -und ich es garnicht mehr versuche, nach privaten Treffen in für mich leichter zu bewältigendem Rahmen zu fragen, weil ich die Antwort doch schon längst kenne…

Wenn ich mich ärgere, mich vor einem zuviel an Input wieder auf das Senden in eines „meiner“ Themen geflüchtet zu haben…

Wenn ich mich im Supermarkt an meinen Einkaufszettel klammere, um nicht völlig die Orientierung zu verlieren und dennoch 15 Runden drehen muss, bis ich alles beisammen habe, weil mir nicht mehr als 4 Dinge merken kann…

Wenn ich miterleben muss, wie mein Sohn darunter leidet, seine Steuerungsfähigkeit zu verlieren, wenn er in Rage gerät, und hilflos mitansehen muss wie „Pädagogen“ das Störungsbild auf ein Autoritätsproblem reduzieren…

Wenn ich zwei Jahre um eine Schulbegleitung für ihn mit dem Jugendamt kämpfen muss (er ging zwei Jahre nicht zur Schule)

Wenn ich sehen muss, wieviel Angst er vor anderen Jugendlichen hat.

Wenn ich zwei Jahre lang mit der Kinderpsychologin meiner Tochter darum kämpfe, daß sie endlich eine vernünftige Diagnostik durchführt, anstatt pauschal auf Jugenddepression zu „behandeln“, uns in eine Klinik überweisst, die ausdrücklich nicht für Autisten geeignet ist, und erst nach 11 Monaten Wartezeit einen Platz hat.

Wenn ich mir drohen lassen muss, weil ich sie nach 10 Tagen dort wieder „eigenmächtig“ abhole (1500km Fahrt) und auf eine anständige Diagnostik dränge, und diese nach NOCH einem Jahr Wartezeit, Asperger und ADHS wie bei meinem Sohn ergibt…

Wenn mir klar wird, daß ich meinen beiden Kindern diesen Mist mitgegeben habe, der ihr ganzes Leben beinträchtigen wird….

….dann ist das Allerletzte, woran ich denke, unser angeblich tolles technisches Verständnis, oder der hohe IQ….. welche das in irgendeiner mir unbekannten und auch sehr gleichgültigen Dimension angeblich wieder „wett“ zu machen vermögen.

Dieses Leiden hat nichts mit Selbstwert zu tun.

Das Märchen von der Schwäche.

One Billion Rising, und es wird viel geschrieben, über Opfer und über Täter, doch ich möchte über jene schreiben, die glauben, damit nichts zu tun zu haben und genau dadurch mehr damit zu tun haben, als ihnen lieb sein kann.

Sekundäre Viktimisierung, Rape Culture, oder auch das Klima, indem Schweigen und stillhalten leider oftmals die sicherere Alternative ist, um nicht vom Regen in die Traufe zu geraten. Jenes toxische Klima, in welchem Täter eher geschützt und Opfer isoliert werden.

Ein gesellschaftliches Klima, in dem es für jeden gefährlich ist, für schwach gehalten zu werden.

Schwache Menschen, so hören und glauben wir sind: willensschwach, tragen keine Verantwortung für ihr Leben, sind wehrlos, inkompetent, naiv, faul, feige, abhängig, gierig, manipulativ, theatralisch, überemotional, irrational, hysterisch, unehrlich, verlogen, hinterfotzig und berechnend. „Wer sich selbst nicht liebt, kann auch andere nicht lieben, nicht geliebt werden. Dem fehlt es an Selbstbewusstsein, kann sich nicht behaupten. Ist Defizitär, nicht begehrenswert, nicht liebenswert, steckt in der Opferrolle fest, nutzt sie aus.

Von „starken Menschen“ würde man sowas jedoch nie annehmen, weil sie es ja garnicht „nötig“ hätten, „so“ zu sein. Wir wurden gelehrt, „starke Menschen“ zu verehren, hartnäckig hält sich der Mythos vom tugendhaften Helden, der allenfalls von einem schwachen und hässlichen Bösewicht durch Arglist beschädigt werden kann, wir sind gradezu süchtig nach diesem Märchen von „Stärke“, oder dem „hässlichen Entlein“ daß dann eben doch ein starker schöner Schwan wird.

Nicht auszudenken, wenn das Entlein eben doch „nur“ ein Entlein geblieben wäre, Bäh. Kein Happy end.

Bis vor wenigen Jahren, war es auch hier durchaus üblich, jene negativen Attribute die man mit Schwach verbindet auf Frauen in allgemeinen pauschal anzuwenden, und damit Bevormundung, Ausgrenzung und Übergriffe zu legitimieren und zu rechtfertigen. Das „schwache Geschlecht“ bedurfte nunmal aufgrund seines Wesens jener respektlosen und übergriffigen Behandlung.

Aktuell werden diese Vorurteile ja auch seit einigen Jahren von „interessierten Kreisen“ leider sehr erfolgreich in der „Flüchtlingsdebatte“ geschürt: Vom gesunden, aufrechten, schönen „Volkskörper“ und dem moralisch kranken, minderwertigen, verlogenen, gierigen und faulem Abschaum, der versucht, die Hilfsbereitschaft auszunutzen, und sich mit unehrlichen Mitteln Zuwendungen zu erschleichen, sich insgeheim ermächtigen zu wollen, und so „unverschämter Weise“ den ihm zugewiesenen Status des dankbaren schwachen Bittstellers zu überwinden, der bitteschön alles hinzunehmen hat…weil…

Das ist auf so vielen Ebenen Bullshit, daß ich es kaum fassen kann, daß soviele daran glauben und garnicht merken, wie Menschenverachtend und verlogen das ist.

„Starke Menschen“ sind Retter, niemals Täter und auch niemals Opfer.

Jeder will anscheinend einer dieser schönen, tollen, tüchtigen, gesunden, erfolgreichen und bewunderten und begehrenswerten (über)Menschen sein, jemand, der sich selbstverwirklichen und perfektionieren kann. Ein guter Mensch sein, moralisch erhaben, ein selbstoptimiertes Vorbild und Inspiration für andere, die noch nicht „so weit“ gekommen sind. Ein maximal positiv denkendes Postkartenmotiv inklusive schwachsinnigem Motivationsspruch. Jung, schön, gesund, motiviert, selbstbewusst bis zur Unkenntlichkeit, erfolgreich, selbstverwirklicht und makellos. Und vor allem eines: Überlegen. Wir haben alle Chancen lügt es uns vor, vom Tellerwäscher zum Millionär, man muss es doch nur wollen, und eben bereit sein, Opfer zu bringen, aus der Komfortzone und dem Jammertal der Mittelmäßigkeit herauszutreten. Wer dazu nicht bereit ist, darf sich nicht beklagen, nimm dein Leben in die Hand, denke Positv und reiss dich einfach mal zusammen, dann kannst du alles erreichen, du musst es nur wollen.

Eine Ideologie der „Gewinner“ um die „Verlierer“ zu entsolidarisieren und sie klein zu halten. Herrschaft beginnt im Kopf. motivation

Was glauben wir über „schwache Menschen“ und was wird über diesen Glauben an Übergriffen gerechtfertigt und wie werden Opfer dadurch danach zum Schweigen gebracht ?

Wer den Stempel „schwach“ bekommen hat, ist halt raus, der wird wohl allenfalls auf Mitleid spekulieren, daß er vielleicht Respekt erwarten könnte, passt garnicht in das überhebliche Weltbild, das ist sogar schier unvorstellbar – und grundfalsch.

„Niemand hat dich doch dazu gezwungen, bei ihm zu bleiben.“

Es passiert fast allen betroffenen Frauen, sobald sie sich mit ihren Erlebnissen und Schwierigkeiten und Traumafolgen Menschen ohne fundiertem Hintergrundwissen öffnen. Diese Abwertung und Schuldumkehr ist Teil dessen, was man sekundäre Viktimisierung nennt, und basiert nicht zuletzt auf eben jenen Stereotypen, die vorgeben zu definieren, wie oder was ein „Opfer“ zu sein hat, in erster Linie nämlich „schwach“ und mit all den damit assozierten negativen, z.T. eben schuldhaften Eigenschaften…scheinbar „logisch“ das die meisten eben mehrfach Opfer werden, denn irgendwas müssen sie ja „falsch“ machen.

Einem selbst würde das ja nie passieren, eine beruhigende Idee, nicht wahr ?

Opfer müssen „schwach“ sein. Ein „starkes“ Opfer scheint ja sogar schon ein unaushaltbarer Widerspruch in sich zu sein (siehe Natascha Kampusch und den bis zum Höhepunkt hyperventilierenden Journalisten als sie verkündete, kein Opfer zu sein).

Und wenn jemand sich „nicht richtig -effektiv-wehrt“, dann ist er es ja eigentlich, der selbst Schuld ist, der ist ja kein „echtes Opfer“ und „so richtig“ Täter ist auch nicht der, der dann zu weit geht, denn sie hat es ja mit sich machen lassen… „das ist dann halt so eine Dynamik wo der Täter fast dazu eingeladen oder provoziert wurde …““und dann ständig dieses apellative Gejammer“, „Aufmerksamkeit!“, „passiv“, „Opferrolle“, „Eigenerantwortung“,“Selbstmitleid“…usw usw. Jede(r) Betroffene hat vermutlich eine längere Liste mit solchem Schwach-sinn als mit Wertschätzenden Aussagen….weil… sie zum Opfer gemacht wurden und es gewagt haben ihr Schweigen zu brechen.

Ausser bei dieser NachtsimParkhintermBusch Sache, das ist ja dann eindeutig genug, um es als Gewalt gelten lassen zu können, und dem Opfer gönnerhaft ein wenig „Mitleid“ zuzusprechen… und den Täter genussvoll mit ausschweifenden Gewaltphantasien bis zum Foltertod zu bedenken——obwohl, warum geht sie auch Nachts durch den Park, man weiß doch, daß …und war sie betrunken, was hatte sie eigentlich an ? usw.
Und Schwupps → Unabhängig vom Grad der Beknacktheit der Fragen läuft im Hintergrund bereits wieder dasselbe anmaßende Kackschema ab: Das Definitionsmonopol über das Geschehen liegt plötzlich beim selbsternannten Stärkeren (Retter), der sich anmaßt, das Recht -oder je nach Grad der Identifikation mit dem Täter – sogar die Pflicht -zu haben, Aufgrund von Klischees und Vorurteilen nach „Fakten“ zu verlangen um „angemessen“ über Schuld und Unschuld und Glaubwürdigkeit urteilen zu dürfen bzw. zu müssen, um den Täter vor ungerechtfertigten Anklagen zu schützen.

Man hätte doch so beruhigend gerne „echte“ eindeutige Täter, denn sich von denen zu distanzieren und diese zu hassen, ist viel einfacher und sieht auch viel besser aus, als das eigene Verhalten und Denkmuster eben in jener Grauzone zu hinterfragen , mit denen man sich selbst schonmal aktiv dazu entscheiden hat, die Grenzen und Erfahrungen eines anderen Menschen nicht zu respektieren und in Frage zu stellen, weil er ja nur hysterisch, dramatisch, überemotional, manipulativ, theatralisch, unehrlich usw. ist…

Wem steht Jemand wohl tendenziell näher, wenn er sich das Recht zuspricht, die Grenzen anderer Menschen beurteilen und somit tendenziell auch überschreiten zu dürfen, weil er sie als schwaches Opfer eingeordnet hat?

ups.

Als vermeindlicher „Retter“ „echt ohnmächtiger Opfer“ kann man sich jedoch leicht und sicher über das Grauen oder gar die Tatsache der Tat erheben, ohne sich mit der tat-sächlichen Ohnmacht des Opfers in all ihren Erscheinungsformen, und vor allem dem eigenen Täterpotential -unangenehm direkt – konfrontieren zu müssen…. leider muss man dafür aber das Opfer gedanklich auf seiner vermeindlichen Schwäche mit all ihren Attributen festnageln und insgeheim entmündigen und wieder! entmachten, und genau da halten- damit das Dramadreieck auch stabil weiter funktioniert (Anstatt dieses sichere Muster zu erkennen und zu überwinden und dem Opfer auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen, jenem Respekt, dem man ihm auch entgegenbringen würde, wenn es kein „Opfer“ wäre).
Ein „Retter“ der „schwächer“ und (NATÜRLICH!) inkompetenter in der Sache als das „Opfer“ ist- ist in einem solch hierarchisch geprägten Konstrukt nämlich eine schlichtweg undenkbare Möglichkeit. Auch wenn es die Wahrheit ist.

Der Schutz-und Präventionsgedanke ist dabei nur vorgeschoben, um diese Rolle mit ihren bequemen Privilegien zu legitimieren, in Wahrheit ist es jedoch ein reiner Selbstzweck/Selbstschutz, dem das Wohlergehen des Opfers untergeordnet wird.

Und das ist das respektlose Klima, indem Opfer besser schweigen, das ist Rape Culture in der Ohnmacht und Gewalt in ihren vielen Erscheinungsformen verleugnet oder zumindest regelmäßig angezweifelt, und sogar legitimiert wird.
Ein Klima, indem der Grund für die Tat fast ausschließlich beim Opfer und über den die sog.“Opferolle“ diskutiert wird, und sexualisierte Gewalt verschleiernd mit Sexualität und Frust gleichgesetzt wird. Dabei geht es dabei den Tätern wie den „Rettern“ oftmals ganz gezielt in erster Linie um direkte oder indirekte Machtausübung und Machterhalt, nicht um Sex oder gar „Liebe“.

Ohnmacht ist das unaushaltbarste Gefühl, das ein Mensch -JEDER Mensch, erleben und miterleben kann. Ein potentiell tödliches Gefühl, das alles, woran wir gelernt haben zu glauben, in Frage zu stellen vermag. Es ist natürlich, daß vermeiden zu wollen, aber und grade wenn man irrtümlich meint, nicht betroffen zu sein, kann es nötig sein, das eigene, hierarchisch geprägte Rollenverständnis vor allem an jenen Stellen, wo es für einen selbst durchaus angenehm ist, selbstkritisch zu hinterfragen. Ignoranz ist ein Privileg.

Schuld hingegen ist nämlich der mächtigste Gegenspieler dazu, wer Schuld hatte, war nicht Ohnmächtig, hätte Handlungsmöglichkeiten gehabt, die er eben nur nicht genutzt hat. Und wenn das bedeutet, daß man schuldig ist, zu “schwach”(gewesen) zu sein, um diese anwenden zu können. Und es findet sich fast IMMER etwas, das hätte anders laufen können und einen anderen Ausgang bedeutet hätte.

Aber genau jene Schuldumkehr, sei es von Tätern oder aus dem Umfeld oder aus Selbstschutz!, ist es, was einen in solchen Situationen hält, und sie sogar wiederholen lässt. Es ist schlichtweg erträglicher, sich schuldig am Geschehen als tatsächlich ohnmächtig zu fühlen, und nicht jeder hat die Kraft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, grade wenn er sich nachwievor in der Situation befindet, in der ihm täglich vom Täter und dem Umfeld suggeriert wird schwach, wertlos und deswegen auch selbst schuld zu sein.

Die Schuld des Täters ändert das in keinster Weise, ein Übergriff ist ein Übergriff und bleibt ein Übergriff, denn es ist immer! und jedes mal seine alleinige Entscheidung.

Entscheidend um das zu durchbrechen ist dann oftmals das soziale Umfeld, das es ermöglicht, das Gefühl der Ohnmacht überhaupt erst zulassen und ertragen zu können und dadurch erst ist es möglich, Stück für Stück von der Schuld los lassen zu können und zu heilen. Verdrängen heilt garnichts, Zusammenreissen und „positiv Denken“, „einfach weitermachen“ ist toxischer Bullshit, denn es sind nicht die „negativen Gedanken“, die einen Krank machten, es war die Tat eines anderen.

Man muss diese Taten -und die vielen Ohnmachten (auch die, stigmatisiert zu werden)- erst wirklich in ihrer Tragweite erfassen, um sie irgendwann nach dem eigenen Ermessen loslassen zu können, sonst hören sie vielleicht nie auf, einen zu vergiften. (Jede(r)hat seinen eigenen, zu respektierenden Weg, und dies soll keine zwingende „Anleitung“ sein, manche Dinge haben guten Grund zu ruhen, und auch das ist völlig OK.! ❤ )

Es braucht dazu in jedem Fall respektvolle Verbündete auf Augenhöhe, keine überheblichen „Retter“, die einen erst “kleiner”, hilfloser und inkompetenter als sich selbst machen müssen, damit sie sich groß und sicher genug fühlen, um sich einem Thema stellen zu können, daß eigentlich alle angeht.

Ein hässliches Stück Scheisse

1989 hat meine Mutter sämtliche Ersparnisse zusammengekratzt und ein schnuckeliges Hexenhaus für uns gekauft, damals stand auch der Wechsel auf die weiterführende Schule an, und Aufgrund der Entfernung war es nicht das Gymnasium auf das meine alten Klassenkameraden gingen. Durch die längeren Schulzeiten erübrigte sich auch das Arrangement zur Kinderbetreuung zwischen meiner Mutter und der Mutter meiner „besten Freundin“ Ulla, die ich danach auch nie wieder besucht habe. Eigentlich war Ulla garnicht meine beste Freundin, sondern die Einzige und eigentlich war sie noch nicht einmal das.

Unser Häuschen stand unweit des Rheins in einem alten Fischerdorf, bzw gab es da bis zum Krieg eine Burg, von der nur noch ein Gebäude stand – auf dem Rest hatte man eine Chemiefabrik gebaut, mitten im Ort und genau vor unserer Tür, daß es da manchmal laut knallte und dann die Autos mit schwarzem Staub bedeckt waren, das war halt so. Gelegendlich klemmten sie danach einen Gutschein für eine Wagenwäsche an den Scheibenwischer.

Nördlich des Fischerdorfes hatte man in den 70ern einen gigantischen und verdammt  hässlichen Trabanten hochgezogen.

Wikipedia formuliert das Problem freundlicher „Heute kontrastiert der alte Rheindorfer Dorfkern mit historischen Häusern und verwinkelten Gassen mit Hochhaussiedlungen aus der Nachkriegszeit im Norden des Stadtteils. “

Ich war 11 und hatte keine Ahnung, was ein „sozialer Brennpunkt“ sein sollte, ich hatte im Grunde keine Ahnung von garnichts. Ich wusste nur, ich hatte keine Freunde, und ich töpferte gerne.

Also besuchte ich auf den Wunsch meiner Mutter das örtliche Jugendhaus wo getöpfert wurde, ich war zwar noch ein Jahr zu jung, aber ich durfte dennoch mitmachen.

Nach dem Kurs hatte bereits die Dämmerung eingesetzt und ich wartete auf meinen Bus, als die Jungs vom Jugendhaus zu mir rüberkamen… Ach ich sei wohl aus dem Dorf unten- wie ich darauf käme, daß ich „in Nord“ was zu suchen hätte. Ich hatte wie gesagt, keine Ahnung von garnichts und erzählte vom Hauskauf vom Umzug, dem Gymnasium… so hatte ich es gelernt, wer nett ist, wer alles richtg macht, dem kann nichts Böses passieren.

Ich würde mich wohl für was besseres halten, sagt er, und spuckt mir ins Gesicht…..ich sei aber nur ein hässliches Stück Scheisse – eigentlich sei ich so hässlich und dumm, daß meine Eltern sowas garnicht freiwillig bekommen hätten, oder meine Mutter sei auch so eklig, das mein Vater seinen Samen nur mit einer Spritze in sie reingepumpt hätte, in der Hoffnung, daß was besseres für ihn als die Alte bei rumkommt – Tja hat er Pech gehabt – aber er wäre wahrscheinlich eh schon so abgestumpft, daß er mich trotzdem ficken würde…Ich sollte doch mal erzählen….Die anderen Jungs lachen dreckig-  Ich sagte nichts, starrte durch ihn hindurch in die Nacht und warte wie gelähmt auf den Bus. Ein Stück Scheisse, so nannten mein großer Bruder und seine Freunde mich auch immer.

Am nächsten Termin fuhr ich mit dem Rad ins Jugendhaus.

 

 

Brüche

„Ich vergesse, bevor ich weiß“

Es sind diese kleinen Brüche im Alltag, die soviel Kraft erfordern und es so schwer machen, eine Struktur aufrecht zu erhalten, geschweige denn, einzurichten. Dabei weiß ich ganz genau, wie entlastend Gewohnheiten sein könnten, bestimmte Dinge immer zur selben Zeit zu tun. Doch der Blick auf die Uhr ist immer wieder eine Überraschung. Ich traue mich oft garnicht, meine Aufgaben zu betrachten, weil mir die Übersicht fehlt und sobald ich mich umdrehe, ist alles wieder weg. Ich kenne das noch, aus Schulzeiten, wenn ich an die Tafel musste – Blackout- seit 1999 ist im Grunde 24/7 „Tafel“ nur, daß ich aus der Nummer diesmal nicht lebend herauskomme.

Also konzentriere ich mich stattdessen auf die Dinge, die ich kann…da ergeben sich die Schritte aus sich selbst – ich bin im Fluß, und diese ganze Scheisse verblasst für einen Moment…verausgaben, um schlafen zu dürfen…

…  mich für einen Moment ein klein wenig weniger wertlos zu fühlen, die Energie zu tanken, um mich dennoch dem nächsten Tag zu stellen. Es ist mein verdammtes Glück, daß Alkohol mich zuverlässig abstürzen lässt, wenn er die Tore öffnet.

….denn dennoch -nein, grade wegen der Vermeidung- werde ich das Gefühl und auch den Gedanken nicht los, daß alles, was ich zu geben habe, doch nur ein beschissener Scherbenhaufen ist, und es jenen, die ich liebe, ohne mich besser ginge.

Alte Geister

Ich hasse diesen Tag….3 Jahrestage, zwei der schlimmsten meines Lebens, und der Geburtstag meiner Tochter.

Ich versage.

Ich habe die Gartenmöbel geölt und eingelagert, meine Sommerreifen weggepackt, bin mit den Hunden unterwegs gewesen, das Herzmedikament pünktlich verabreicht, Katzen und Hunde gefüttert,  habe die Spülmaschine 2mal laufen gehabt und die Küche geputzt, der Tochter ihren neuen Schreibtisch zusammengeschraubt und das versiffte Teenagerzimmer gereinigt, dem Sohn gleichzeitig geholfen, Pralinen für sie zu machen, dann Muffins und einen Geburtstagskuchen gebacken, Kürbisse mit den Kindern geschnitzt und die Einfahrt dekoriert, die Tür mit den Halloweenkindern bedient und diese mit warmen Blaubeermuffins versorgt, zwischendrin noch zwei Maschinen Wäsche angeschmissen, den Kuchen verziert, und dem Sohn geholfen seine Pralinen zu verpacken…. und dennoch fühle ich mich nicht genug, nicht gut genug, unwert, unlustig, unangemessen unfreudig, herzkalt, abwesend, und versuche, besonders lustig zu sein…. Sie hat was besseres verdient, als eine Mutter, die sie ihren Geburtstag nur sehr selten hat „richtig“ feiern lassen, sehr ungerne Kinder einlud, niemanden ins Haus lassen wollte, nicht an diesem Tag. Unentschuldbar. Mein letzter Geburtstag der stattfand, war der 20te, seit 20 Jahren versuche ich, diesen Tag -über die notwendigen Rituale hinnaus – zu ignorieren, ich will ihn nicht feiern, ich hasse ihn, nur ein Anfang vom Ende.

Zuwenig, zu schwach zu beschissen und ich mache gute Miene zum Spiel, Leben muss ja weitergehen. Seit drei Tagen habe ich kaum geschlafen und bin nur rumgerannt, Alpträume der besonders miesen Art, jedesmal viele Tote, bizarr und immer wieder Aufgeben und ins Schicksal fügen- „ab hier gibt es keine Heilung mehr ?- nein.“-  zulassen, getötet zu werden… ja ich weiß wie es ist, wenn der Lebenswille versiegt ist und man von sich selbst schon in der Vergangenheit denkt, dieser Friede, der hübsche Film aus den „besten Szenen“ eines Lebens… ja, den gibt es – Endorphine sind was tolles und sie kommen in Sepia daher… ich hatte keine Angst vor dem Sterben und damit muss ich weiterleben, mit einer Lüge… mein Hirn hat mich um meinen Lebenswillen betrogen. Die Wut, die Ohnmacht, die Angst, hat es gut versteckt und die lauern mir seit 18 Jahren auf, sobald ich damit anfange, wirklich leben zu wollen. Ich funktioniere und ich fühle mich schuldig, weil ich wollte, daß es endlich vorbei ist. Der letzte, glasklare Gedanke war: So bist du also gestorben.

Wieviel Schmerz und Grauen steht zwischen mir und der Selbstliebe ? Ich habe Angst, vor der Hölle, durch die ich gehen werde, diesesmal ganz, lebendig.

Man sagte mir zu oft, „es“ sei eine Ausrede um nicht zu funktionieren, mich vor dem Leben zu drücken, mir Aufmerksamkeit zu erschleichen, ich hätte die Opferrolle „gepachtet“, würde ihm ja erst die Macht geben- Man liess mich fallen, oder schwieg mich tot…. Ich habe das geglaubt, und mich dafür gehasst, versteckt, verleugnet… und mich fast zu Tode gearbeitet und sozial isoliert um das Gegenteil zu beweisen- ich kann alles und ich brauche Niemanden, ich muss nur wollen.

„Facit Omnia Voluntas“ Ich habe IHM geglaubt.

Und dann steh ich im REWE und ein Gedanke kommt mir, Scheibchenweise, denn in seiner Tragweite droht er mich umzuhauen -Ich meine, es gibt „Wissen“ und es gibt Gewissheit…“gewusst“ habe ich es ja schon immer, aber in den Situationen selbst nie wirklich geglaubt, denn es hätte Schmerz bedeutet, den ich mir nicht „leisten“ konnte.

Was ist, wenn es WIRKLICH andersrum ist ?

Was ist, wenn es, wenn ER tatsächlich immernoch Macht über mich HAT ?

„Krame“ ich die Hilflosigkeit als Ausrede aus, wenn ich mich überfordert fühle, sollte ich mich ungenügend, feige, faul und schwach und schuldig fühlen ?

Oder fühle ich mich einfach nur jedesmal hilflos, unwert und verlassen, weil und wenn es angetriggert wird, und dann überfordert mich der Alltag, weil es verdammt nochmal unendlich viel Kraft kostet, trotzdem halbwegs zu funktionieren ?

Ich sollte lernen, netter zu mir zu sein, auch wenn es wehtut.

 

 

 

 

 

 

#metoo

Wie unerträglich muss die Normalität eigentlich erst werden, damit man dagegen aufbegehren darf ? 

An welchem Punkt lässt sie sich nicht mehr leugnen?

Wann würde jeder Versuch, Schweigen zu erzwingen, als offenes Bekenntnis zum Täter Angesehen ? 

Wann würde man aufhören, Opfer synonym zu schwach zu denken ? 

t.b.c. 

Danke, daß ihr lebt. 

Jemand sein

Vor ungefähr zweieinhalb Jahren schrieb ich nach einem unerwarteten Wiedersehen diesen Text:

Jemand (5/15)

Die Wucht von 15 Jahren Isolation
zerquetscht mir fast das Herz.
Auch wenn es deine Stimme ist, 
die mich um Fassung ringen lässt
kannst du nichts dafür.

Es ist wie es ist 
und es ist besser,
jetzt zu gehen.

Viel zu lange viel zu weit weg 
von sowas wie einem "Zuhause". 
Vertrauen, das es so nicht mehr gibt 
und vielleicht auch so nie gab und 
vielleicht auch nie mehr geben wird.

Ich will Jemand anderes sein, 
als ein Irgendwer der immer geht...

...wenn ihm die Kraft zum Geben fehlt

Mit dem letzten Satz haderte ich lange, denn dort hätte auch stehen können “ …weil er nicht weiß wie geben geht „- aber das doppelte „geht“ gefiel mir einfach nicht inhaltlich zuckte etwas dabei in mir, ohne das ich es recht verstand.

Richtig ist, daß ich bei meinem Fortgehen keine Kraft mehr hatte, daß ich auf andere Menschen angewiesen gewesen wäre, um in das Leben zurückzufinden. Aber alleine der Gedanke daran, um Hilfe zu bitten, war unerträglich. Denn wer jemanden braucht, wer Angst hat, ist schwach, abhängig, schuldig und für andere wertlos – sogar eine Gefahr. So hatte es sich in meinen Kopf gebrannt, das man sich alleine für den Wunsch „trotzdem“ geliebt zu werden zu schämen hätte, weil man „deswegen“ nichts zu geben hätte. Das man, wenn man sich nicht mehr verstellen kann, wenn man nicht verbergen und verdrängen kann wie elend man sich fühlt, verachtet und ausgestoßen wird. Das war sooft geschehen, das es zu einem Gesetz geworden war, ich war vergiftet.

Und ja, ich habe Angst, ständig, die Interpretation menschlichen Verhaltens und das Einschätzen von Situationen ist anstrengend, oft zu anstrengend und noch öfter beängstigend, so das ich mich ab einer gewissen Belastung auf wenige Menschen, die ich kenne und glaube „Lesen zu können“ fixiere, ich bin manchmal schrecklich unbeholfen und in vielen Dingen komplett unerfahren. Ich erlaube mir das.

Ich liebe dewegen emotionale Menschen, die ihr Herz auf der Zunge tragen, die eine große Gestik beherrschen, leicht zu lesen sind, das gibt mir Sicherheit, dem Kopfkasper mal frei zu geben und Emotionen zuzulassen.

Früher habe ich versucht, diese Menschen zu kopieren, was mir mehr als eine Peinlichkeit einbrockte, aber als Kind war das Imitieren anderer Kinder das einfachste Mittel, um bei den Erwachsenen nicht aufzufallen.

 

Wahn und Sinn

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Hier ist eine deutliche Triggerwarnung angebracht

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Es muss sehr kurze Zeit „danach“ passiert sein, ich arbeitete immer noch als Praktikantin am Theater, wodurch ich ihm nach wievor fast täglich ausgesetzt war, und fuhr grade über eine, wie immer im Ruhrpott zu Stoßzeiten, völlig verstopfte Straße von der Probebühne nach Hause.

Ich hatte nach der Probe noch alleine an der Bühne für die Probe am nächsten Tag gearbeitet und  Bananenkisten für ein Bühnenbild zurechtgeschnitten, und dabei schon zuviel Zeit gehabt, mit mir selbst zu Sprechen. Während der Fahrt geriet nun dieses Gespräch außer Kontrolle, die Gedanken fingen an zu rasen und die Inhalte entzogen sich mehr und mehr meiner Kontrolle. Als der Verkehr ganz zum erliegen kam, und ich damit den letzten Fokus Punkt verloren hatte, waren es plötzlich nicht mehr nur meine Worte, die durch meinen Kopf jagten. Ich saß in meinem Auto im Stau fest und kämpfte um die Vorherrschaft in mir selber, und ich wusste es.

Irgendwann war da nur noch Text – sonst nahm ich fast nichts anderes mehr wahr – wie ein chaotischer Strudel aus Wörtern zog es mich immer tiefer rein, ich hatte das Gefühl, mich darin aufzulösen, Panik kam hoch, es war stärker und lauter als ich und verschluckte mit rasender Geschwindigkeit meine eigenen Gedanken, sogar als ich anfing, laut dagegen an zu murmeln, waren es mehr und mehr fremde Worte, die herauskamen, und sie waren abgrundtief böse. Es musste aufhören, egal wie.

Ich schnitt mir mit dem Cutter, den ich von der Arbeit noch in der Tasche hatte die Oberseite beider Unterarme der Länge nach bis zum Handrücken auf, und krallte so fest ich konnte in die Schnitte, bis ich sie endlich spüren konnte und ich, mich an dem realen Gefühl entlang tastend, die Oberhand gewann und langsam wieder etwas klarer wurde.

Meine Hände und das Lenkrad waren klebrig von meinem Blut, als der Stau sich auflöste. Ich hatte seit Jahren nicht mehr geschnitten. Ich hatte gewonnen, und ich lachte.

Ich kaufte dann in einem Laden der auf der Strecke war, Briefmarken. Ich weiß nicht, ob die Frau an der Theke meine blutigen Hände nicht gesehen hatte…mir fielen sie erst „wirklich“ auf, als ich wieder im Auto saß, und verwirrt auf die Briefmarken -die ich zudem garnicht brauchte- starrte.

….gesagt hat sie nichts.