Arno Lustiger gestorben

Am Dienstag ist der Historiker und Publizist Arno Lustiger im Alter von 88 Jahren in Frankfurt am Main gestorben.

Lustiger, Sohn polnischer Juden, überlebte mehrere Konzentrationslager und den Todesmarsch von einem Außenlager des Vernichtungslagers Auschwitz zum KZ Groß-Rosen in Niederschlesien. Im April 1945 floh Lustiger vor einem weiteren Todesmarsch und wurde von US-amerikanischen Soldaten gerettet.

Seit Kriegsende lebte Lustiger in Frankfurt am Main, wo er die Jüdische Gemeinde mitbegründete.

Die eigenen Erfahrungen während des Holocausts bewegten Lustiger später dazu, sich wissenschaftlich mit der Geschichte der Shoa zu befassen. Er wollte unter anderem die These widerlegen, die Juden seien in der Nazi-Zeit willenlose Opfer gewesen. Bekannt wurde Lustiger mit Werken wie “Zum Kampf auf Leben und Tod” und “Rotbuch – Stalin und die Juden”.

2004 legte Lustiger seine Erinnerungen in der Biografie “Sing mit Schmerz und Zorn – Ein Leben für den Widerstand” vor.

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Arno Lustiger hat sich nicht nur große Verdienste um die Rückkehr jüdischen Lebens nach Frankfurt erworben, sondern durch seine Forschung über jüdischen Widerstand sowie über nicht-jüdische Helfer, die an der Rettung von Juden im Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, viel zur Aufklärung und Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels Deutschlands beigetragen. Er hat den jüdischen Widerstand in der Zeit der Shoah so dem Vergessen entrissen, das wird für alle Zeit die große Lebensleistung von Arno Lustiger bleiben.”

Redaktion IsraelNachrichten

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