Propaganda-Krieger

Wenn Antisemiten nur “die Politik des Staates Israel kritisieren” wollen, es ihnen also peinlich ist, sich zu ihrer Judenfeindschaft zu bekennen, bedienen sie sich gern jüdischer oder israelischer Kronzeugen.

Manche dieser Kronzeugen genießen ihre Rolle so sehr, daß sie mindestens in jedem zweiten Satz, den sie gefragt wie ungefragt von sich geben, ihre so geschätzte Kernkompetenz betonen müssen.

In Deutschland ist etwa Evelyn Hecht-Galinski von Beruf “Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland”, Heinz Galinski, und was sie sagt, sagt sie stets “als deutsche Jüdin”.

Andere freiwillige Kronzeugen reden weniger, achten aber dennoch peinlich genau darauf, daß man sie ja nicht mit, sagen wir, Handwerkern verwechselt:

Members of Neturei Karta, a small faction of ultra-Orthodox Jews who oppose Israel's existence, hold placards to express their support for the Palestinian bid for statehood recognition at the United Nations as thousands of Palestinians attend a demonstration on September 21, 2011 in the West Bank city of Nablus.

Weniger freiwillig, vielmehr wahrscheinlich unter Druck meldeten sich im Neuen Deutschland vom 9. Juni 1967 “jüdische Bürger der DDR” zu Wort, der Tageszeitung der SED, über die Robert Wistrich bereits 1979 treffend schrieb:

“Of all the Soviet bloc papers Neues Deutschland [..] was the most vicious in its attacks on Israel in the run-up to the Six Day War of 1967. Its ferocity was only matched by the venomous onslaughts of the West German neo-Nazi Deutsche National-Zeitung and Soldaten-Teitung.”
(Robert S. Wistrich: The Left against Zion. Communism, Israel and the Middle East, p. 114, London 1979)

Die SED und das Neue Deutschland hatten also allen Grund, sich ihre “Unbedenklichkeit” bescheinigen zu lassen:

“Als Bürger der Deutschen Demokratischen Republik jüdischer Herkunft erheben wir unsere Stimme, um feierlich die Aggression zu verurteilen, der sich die herrschenden Kreise Israels gegen die arabischen Nachbarstaaten schuldig gemacht haben. Wir fühlen uns berechtigt und verpflichtet, unsere Stimme zu erheben, denn wir Bürger der DDR, in der der Antisemitismus ausgerottet und für Antisemiten kein Platz ist, die wir selber unter den Verfolgungen des Hitlerfaschismus schwer gelitten haben, beklagen ebenso wie viele Bürger Israels den Verlust zahlreicher Familienangehöriger, gemordet von den deutschen Imperialisten.”

(Neues Deutschland, 09.06.1967, S. 2)

Ähnliche Motive wie vor 35 Jahren das Neue Deutschland scheinen derzeit das Regime in der Islamischen Republik zu bewegen, sich seiner jüdischen Untertanen zu erinnern:

“We, the Iranian Jewry, alongside the strata of the Iranian people, under the guidance of the leadership, announce that we shall fight against Imperialism and Zionism until all the lawful rights of the valiant nation of Palestine are met. We are hopeful that those who support the dignity of humans, human rights and especially those who belong to the divine religions will aid the courageous campaign to support the valiant nation of Palestine.”

Anlaß dieser schönen Propaganda ist der Marsch nach Jerusalem, eine Aktion, mit der “Menschenrechtsaktivisten” aus aller Welt und staatliche Horte von Menschenrechten und -würde wie Syrien und der Iran gegen die “Judaisierung” der israelischen Hauptstadt “protestieren” wollen.

Ganz laut und vorn dabei sind – selbstverständlich – Evelyn Hecht-Galinski und Annette Groth, Mitglied des Deutschen Bundestags für die Partei Die Linke. Daß sie unterstützt werden ausgerechnet durch die Islamische Republik, scheint sie nicht zu stören.

Sie fühlen sich vermutlich auch noch geehrt durch solchen Support.

tw24

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