Gauckland

Im April 1945 zwangen die NSDAP-Mitglieder Walter Bierman und Arno Brake zusammen mit weiteren überzeugten deutschen Endsiegern mehr als 1.000 Zwangsarbeiter und Häftlinge aus den Konzentrationslagern Hannover-Stöcken und Mittelbau-Dora in eine Scheune in der Nähe von Gardelegen, um sie bei lebendigem Leib zu verbrennen.

Der Haupttäter, der NSDAP-Kreisleiter Gerhard Thiele, lebte unter falschem Namen unbehelligt bis zu seinem Tod in Westdeutschland. Walter Bierman und Arno Brake hatten weniger Glück. Sie wurden von Schergen jenes Regimes gefaßt, das der künftige deutsche Bundespräsident nach eigener Auskunft “schon im Alter von neun Jahren” als “Unrechtsregime” enttarnen konnte.

In Torgau wurden Walter Bierman und Arno Brake nach ihrer Festnahme durch das “Unrechtsregime” zum Tode verurteilt und schließlich in Halle gehenkt. Ihre Überreste wurden anonym verscharrt. Erst Jahrzehnte später, im Juni 2003, sollten sie ein würdiges Grab erhalten – nun endlich anerkannt als “Opfer von Krieg und Gewalt”.

Ein Jahr später sollte auch den weiteren Nazis der allerletzten Stunde Opfern des “Unrechtsregimes”, die in Torgau gewiß fürchterlichste Qualen erleiden mußten, die verdiente Anerkennung zuteil werden. “Bürgerrechtler” Joachim Gauck ehrte sie und, natürlich, Walter Bierman und Arno Brake durch seine Anwesenheit bei der Umwidmung der Gedenkstätte für Opfer der “Wehrmachtsjustiz” in eine für solche auch des Stalinismus.

So machte Joachim Gauck, Bundespräsidentenkandidat einer ganz großen Koalition, auch ganz persönlich aus Mördern, die bestialisch zahlreiche Menschen abschlachteten, bedauerns- und ehrenwerte “Opfer” eines “Unrechtsregimes”. Könnte, müßte man den “Stasi-Jäger” daher einen “Nazi-Sympathisanten” nennen, dem ein übersteigerter Antikommunismus den Blick getrübt hat?

Beate Klarsfeld jedenfalls, von der Partei Die Linke als Alternative zum “Stasi-Jäger” vorgeschlagen, hat in ihrem Leben einige Nazis erfolgreich aufgespürt und, etwa im Falle Klaus Barbies, vor Gericht gebracht. Im Focus dieser Woche wird sie, die als die “gute Deutsche”, die sie sein will, in Deutschland doch keine Chance hat, deshalb als “Stasi-Komplizin” diffamiert.

“[B]ereits in den 70er- und 80er-Jahren hatte sich Klarsfeld von der Stasi vor den Wagen spannen lassen: bei der Verfolgung von Tätern wie dem ‘Schlächter von Lyon’, Klaus Barbie. Die DDR belieferte sie mit NS-Material, das in ihren Archiven lagerte.”

(Focus 10/2012 [05.03.2012], S. 52)

Und weil Beate Klarsfeld diese Akten nutzte, ist sie eine “Stasi-Komplizin”, die selbst noch als chancenlose Herausforderin dem edlen Nazi-Symp “Stasi-Jäger” offenbar nicht zumutbar ist.

Wer immer noch vor der “Prager Erklärung” und den Folgen der Umsetzung ihrer Forderungen warnt, der kommt zu spät. Die Verfolgung durch das “Unrechtsregime” oder eine Idealistin, die dessen Archive nutzte, macht schon längst aus Bestien Ehrenmänner.

Ehrenmänner, um die Joachim Gauck, Erstunterzeichner jener “Prager Erklärung”, weint. Man sollte dem Stasi-Opfer Klaus Barbie ein Denkmal widmen.
tw24

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