Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Deutschland im Herbst

(Kolumne)

Kinder spielen. Eltern schauen zu. Immer wieder kommt es dabei zu einer Art Gedankenaustausch, die mir fremd ist: Smalltalk. Reden und Konfliktvermeidung. So viel Geräusch wie möglich, so wenig von sich preisgeben wie nötig. Man spart die Themen aus, die Konflikte verbergen. Und redet deswegen meistens über die Unpünktlichkeit der Bahn, die neueste Netflixserie und …

Der Herbst ist die schönste Jahreszeit. Die Bäume sind bunt. Sie wissen, dass sie bald sterben werden, zumindest in Teilen. Deswegen saugen sie aus ihren Blättern das Chlorophyll raus. Das grüne Blut wird abgepumpt, die Gliedmaßen verfärben sich erst rot und dann gelb und dann braun, was im übrigen dem altersbedingten Gesinnungswandel eines Deutschen entspricht. Sterben kann auch schön sein. 

Weiterlesen „Deutschland im Herbst“
Thomas Manegold

Vision & Wahn erfolgreich in die Saison gestartet

Nach der Sommerpause ist die Lesebühne Vision & Wahn fulminant in die Lesesaison 25/26 gestartet. Das LineUp steht bis Dezember 2025 fest und wir freuen uns wieder jeden ersten Freitag des Monats auf ein wunderprächtiges Publikum.

Neuer Content auf Goettertanz

Auf meiner Goettertanz-Webseite hatte ich angekündigt, mal wieder etwas über Musik zu schreiben, Musik, die mir gefällt – und die etwas für meinen DanceFloor wäre.

Here, we go:

https://goettertanz.wordpress.com/category/musik/

dj-tom-manegold - subkultur

Bei „Mein Lieblingssong“

Ich war bei „Mein Lieblingssong“, dem Podcast über Lieblingslieder. Das Gemeine daran ist: Man muss sich auf EIN EINZIGES Lied beschränken. Und ja, es geht mir wieder besser …

35 Dezibel

Seit alters her beginnt und endet das Jahr mit Krieg. Und da meine ich jetzt nicht den in der Ukraine, in dem rund 750 000 Menschen bereits gestorben sind, wobei es zwischen toten Unter- und Übermenschen 5:1 steht. Also für jeden dahingemetzelten Bösewicht sterben fünf von den Freiheitskämpfern. Oder sagen wir lieber „sie fallen“.  Mit der Tendenz zu Brasilien gegen Deutschland 2014, damals, als wir ein letztes Mal einen Weltkrieg gewinnen konnten.
Und geht es nach der CDU, werden wir wohl bei deren Wahlsieg nicht mehr „An Tagen wie diesen“ von den Hosen anstimmen, sondern „Nur die besten sterben jung“ von den Onkelz. Da ist er, der Rechtsruck in der Deutschen Politik … 

Weiterlesen „35 Dezibel“

Wahlkrampf 2025

Gedopte Galionsfiguren versprechen sich und viel zum Nulltarif. So war es einst, in meiner Jugend. So schrieb ich es immer wieder aus aktuellem Anlass. Der Text ist daher so alt wie mein Leben als stimmberechtigter Insasse einer Demokratie. Er erfährt immer dann, wenn mir als solcher die Galle hochkommt, ein Update.
Heute begreift selbst der bildungsgeschädigte, konsumverseuchte, touchscreenabhängige und bildzeitungsgläubige zweibeinige Wiederkäuer der gemachten Meinungen, dass wir die ganze Party auch bezahlen müssen, bei der es darum geht, uns mündige aber zahnlose Bürger mit leeren Versprechen zu beeindrucken. 

Wahltag ist Zahltag. In Scharen kommen die Bespaßten zu den Sammelstellen, wo sie die einzige Stimme, die sie haben, einfach mal abgeben. Sie haben sich vorher viele Gedanken darüber gemacht. Ich auch: Haben Bauchredner nicht zwei Stimmen. Und Schizophrene? Und wie sieht es mit schizophrenen Bauchrednern aus?  Egal. Wir geben sie ja ab die Stimmen. An einem Sonntag, während der gesetzlichen Ruhezeit. 

Weiterlesen „Wahlkrampf 2025“
Kühe auf Usedom

Lang lebe der Tod

Der erste März ist bei uns im Osten der Tag der Nationalen Volksarmee gewesen. Kommt ja vielleicht bald wieder, zumal man sich derzeit wünscht, die Politik möge sich doch diesbezüglich auf nur einen Ehrentag im Jahr beschränken oder sich rhetorisch wieder etwas gemäßigter ausdrücken. 

Ich empfand damals den Begriff Friedensarmee schon als euphemistischen Bullshit. Denn „Friedens-Armee“ ist ein unklassisches Oxymoron. Unklassisch, weil ein Oxymoron ein rhetorisch gewollter Widerspruch ist. Ein Widerspruch in sich. Ihr wisst schon: „Dunkel wars, der Mond schien helle“ oder ein „schwarzer Schimmel“ (mit vier Beinen). „Gutbürgerlich“ zähle ich auch dazu. Was viel über mich preisgibt. Die Welt ist voller offener Geheimisse.  

Katastrophen sind aber oft von vielen unabsichtlich komischen bis absurden Formulierungen gepflastert.

Weiterlesen „Lang lebe der Tod“

TresenLesen: Jenseits von Gut und Böse (Premiere)

Marion Alexa Müller & Thomas Manegold lesen Verlegtes, Gefundenes und Eigenes vom Frieden

Ja, es ist kühn und ein bisschen arrogant, wenn man in der Überschrift schon die Pointe verrät: Wir sind dafür. Also für Frieden, Freude und so… wobei Frieden schon ein starkes Wort ist. Und eines, dessen Plural mal wieder verwendet werden sollte. Es gibt kleine und große Frieden. Weltfrieden, Einbisschenfrieden. Wobei der große im Großen schon eine Folge von Krieg sein könnte.  Krieg ist übrigens ein Antonym von Frieden. Vom Krieg wird derzeit viel mehr gesprochen in der Welt. Und in einer Art, als handle es sich dabei um Vollkornkekse oder eine Geschäftsidee.
Und wir haben das Bedürfnis, dem etwas entgegenzusetzen. Das wiederum bringt uns  dem großen Frieden in uns selbst wieder ein Stück näher.

Wir lesen was vor. Eigene Texte, Geschichten aus den Büchern, die im Verlag erschienen sind –  und vielleicht zitieren wir den ein oder anderen Menschen, der bereits etwas Schlaues dazu gesagt hat. Wir wollen dabei konstruktiv bleiben, anstatt über Politik zu streiten oder uns vom sogenannten Tagesgeschehen frustrieren zu lassen. Anstatt über die pseudorelevanten Themen Meinungen zu äußern, würden wir gern erst einmal die Begriffe definieren.

“Jenseits von Gut und Böse” soll eine unregelmäßig stattfindende Veranstaltungsreihe werden. Verlagslesung mit Themenschwerpunkt sozusagen. Fragen und Wortmeldungen dazwischen sind ausdrücklich erwünscht.

JENSEITS von GUT und BÖSE
22.03.24 19:30 Periplaneta Literaturcafé Berlin

Tickets

14 neue Bücher im Jahr 2023.

Das Jahr war also nicht ganz zum Vergessen. Die zwei neuen Bücher pro Monat haben wir also nicht ganz geschafft. Über die Gründe zu lamentieren wäre an dieser Stelle aber ungebührlich. Es würde diesen Juwelen nicht gerecht. So. Stattdessen sind wir glücklich. Und danken allen Autorinnen und Autoren, sowie allen, die unsere Bücher kaufen oder sich schenken lassen. Und wir danken den vielen, die sich bei uns beworben haben und immer noch geduldig auf eine Antwort warten. Wir sortieren uns. Und: 2024 wird wieder ein Periplaneta Jahr, ganz sicher …

Lesebühne: Vision & Wahn

DreamTeam: Vision & Wahn

Die Lesebühne „Vision & Wahn“ ist nun wieder ein vollständiges Team. Nicht, dass wir zu irgendeiner Zeit unvollständig gewesen wären, doch Babypausen, Jahresrückblick-Gagen-Verprass-Pausen und häufig wechselnde Musikpartner haben wir nun hinter uns gelassen. Und wir haben den Altersdurchschnitt auf der Bühne und somit auch im Publikum etwas angepasst.

Anno 2023 gehören zu Vision & Wahn: Robert Rescue (Texte), Bent-Erik Scholz (Texte, Quotenjugendlicher), Tom Nils (Musik, Songs), Marion Alexa Müller (Texte), Thomas Manegold (Conferencier, Texte, www). Wir treffen uns (und euch) jeden ersten Freitag des Monats im Periplaneta Literaturcafé zu Berlin.

Vision & Wahn