Was mich beschäftigt

Mehr Geld ist nicht immer mehr gut

Die Tage trudelte der analoge Brief meiner Gewerkschaft, der GEW ein, in dem der aktuelle Streikaufruf verteilt wurde. Morgen, am 29. Januar 2026, ist bundesweiter Streiktag. Dieses Jahr fordert die GEW 7 % mehr Lohn und versteht mich nicht falsch, ich gönne jedem Menschen ein Plus von 7 % im Geldbeutel.

Ich glaube aber, das ist der falsche Weg für uns. Seit Jahren fordern die GEW und die meisten anderen Gewerkschaften in Tarifverhandlungen mehr Geld und mehr Geld ist mit Sicherheit, bis zu einem gewissen Punkt auch immer, mehr gut. Mit fast 40 muss ich aber gestehen, dass ich so langsam nicht mehr an mehr Geld interessiert bin, sondern an besseren Arbeitsbedingungen. Meiner Meinung nach sollten kleinere Klassen und mehr administrative Entlastung ganz oben auf der Liste von Gewerkschaften stehen. In Rheinland-Pfalz ist der Klassenteiler an einer Realschule Plus, in einer 7. Klasse bei 30 Kindern. Es sitzen also in gemischter Form 30 Haupt- und Realschüler (BR und Sek. für die Kolleg:innen aus RLP. 😉) gemeinsam in einer Klasse. Ich muss mit 30 Kindern, 3 Stunden die Woche Politikunterricht machen und soll dabei auf jede einzelne Person im Raum eingehen, sie fördern, sie unterstützen, sie aber auch fordern und das ist unmöglich und das stresst!

7 % mehr Geld am Ende des Monats, die es ja auch eh nicht werden, helfen mir da überhaupt nicht!

Ich weiß, dass kleinere Klassen das viel dickere Brett sind, aber meiner Meinung nach ist es das viel wichtigere Brett als x Prozent mehr Geld.

Foto von The Oregon State University Collections and Archives auf Unsplash

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