Bürotag.

Die meiste Zeit im Entwicklerbüro meines Zweitprojekts verbracht. Wir aktualisierten die Kundenwebsite auf die neueste Version des darunterliegenden Portalsystems. Ich trug zwar operativ nichts bei, wollte aber gemeinsam mit dem Product Owner Präsenz & Wertschätzung für die Arbeit der Entwickler zeigen, die Kommunikation bündeln und nah dran sein um schnell und direkt reagieren zu können falls etwas passierte. Das war ’ne gute Entscheidung, denn das Upgrade verlief nicht ganz nach Plan und verzögerte sich in einem Ausmaß, dass wir zwischenzeitlich kurz davor waren das ganze abzubrechen und auf eine stabile Version zurückzurollen (die Entscheidung lag bei mir, das war kein sonderlich angenehmes Gefühl). Die Kommunikation von Richtung Kundin/Auftraggeberin war dementsprechend auch etwas angespannt, aber das händelte ich laut Rückmeldung meiner Kollegen sehr professionell (fühlte sich nicht so an).
Die geäußerte Kritik konnte ich jedenfalls nachvollziehen und auch annehmen, zum einen leistete ich mir tatsächlich einen Schnitzer den ich so nicht wieder machen werde (hoffentlich), zum anderen gab es quasi eine Gratis-Lehrstunde in Firmenpolitik– auch das ist (mit etwas Abstand) ’ne gute Sache und zeigt mir etwas auf, das ich gern beim nächsten Mal berücksichtigen werde.
Wir waren nach dem erfolgreichen Update jedenfalls allesamt sehr erleichtert und froh. Den Rest des Tages merkte ich richtig, wie die Anspannung und der Stress nachließen– meinem Product Manager gings wohl ähnlich, das beruhigte mich ein bisschen.
Zwischendrin ein Gespräch mit meinem Team Lead zu aktuellen Themen. Bzgl. meiner Eskalationsmail wurde mein Lösungsraum/Möglichkeitshorizont aufgemacht/erweitert (so sprechen die Menschen da wo ich arbeite…), ich hab also einen neuen Punkt wo ich ansetzen kann um eine Lageverbesserung zu erzielen. Außerdem nochmals ein Update zur im November angefragten Gehaltsanpassung eingefordert. Der Drops ist erstmal gelutscht, da es auf individueller Ebene kein Budget gibt. Wir sprachen über mögliche Alternativen, vielleicht such ich mir ’ne schicke Weiterbildung raus.
Der DevOps-Kollege aus dem „war room“ zum Upgrade empfahl die deutsche Übersetzung vom Witcher, die sei wohl wesentlich besser als die englische Übersetzung. Jetzt bin ich natürlich versucht, mir auch die deutsche Ausgabe zuzulegen (ich hab schon geschaut was die fünf Bände bei Medimops kosten)…
Fahrradstress. G möchte gern Fahrrad fahren, aber bei ihrem Rad springt ständig die Kette raus. Aktuell nimmt sie Ms Rad, aber das ist keine dauerhafte Lösung. Ich weiß nicht, weshalb die Kette dauernd rausspringt, müsste mich mal damit beschäftigen und fühle mich davon leicht überfahren.
Außerdem verstellt sich der Sattel bei Ms Fahrrad weiterhin (trotz neuem Sattelkloben), ich hab keine Ahnung woran es liegt. Auch damit müsste ich mich beschäftigen.
Sowohl der Gedanke, selbst tätig werden zu müssen, als auch die Vorstellung, das beim Fahrradladen unterbringen zu müssen, stressen mich.
Abends für nichts mehr aufnahmefähig gewesen, vermutlich hätte ich einfach ins Bett gehen oder mir Kaminfeuer im Fernsehen ansehen sollen. Stattdessen schauten Jott und ich in Young Sherlock rein, viel bekam ich aber nicht mehr mit.

