Gerät arbeitslos, Kundendienst befohlen (2)

Der Caterer, der hier die Kaffeemaschinen und Wasserspender betreibt, benutzt ja immer wieder eigenwillig formulierte Schilder, um die Leute auf Wartungsarbeiten, Defekte u.ä. hinzuweisen. Vor einiger Zeit hatte ich dazu mal was geschrieben. Ich weiß nicht, ob da jemand hier mitliest. Wahrscheinlich nicht, aber jedenfalls benutzen sie jetzt ein besser formuliertes Schild:

Klingt gut. Dafür ist leider bei der Desinfektion der Wasserspender eine Panne passiert, eine Kombination aus Weiterlesen „Gerät arbeitslos, Kundendienst befohlen (2)“

Alt, dick, schwer und teuer

Immer wieder begegne ich Formulierungen, in denen statt des richtigen Adjektivs dessen Gegenteil verwendet wird. Da heißt es dann, eine Person sei „x Jahre jung“, etwas normalerweise schweres sei „y kg leicht“ oder etwas sonst eher dickes sei „z cm dünn.“ Damit will man auf humorvolle Weise betonen, dass die erwähnte Person eben nicht alt ist, das Gerät besonders leicht oder dünn und eben nicht so schwer oder dick wie eigentlich zu erwarten.

Hier gilt dasselbe wie für Bleistifte und Glühstrümpfe: Weiterlesen „Alt, dick, schwer und teuer“

Pflicht und Kür

Der Ernährungspsychologe Thomas Ellrott sagt im Interview:

Schon Ungeborene lernen im Mutterleib über das Fruchtwasser und das Nabelschnurblut den Geschmack von Nahrung kennen, Babys dann über die Muttermilch. Wenn die Mutter vielfältig isst, kommen Babys mit all diesen Eindrücken in Kontakt. Muttermilch schmeckt jedes Mal anders. Flaschenmilchkinder lehnen viel mehr Lebensmittel ab, weil sie die nicht kennengelernt haben. Schwangere und Stillende prägen so die späteren Vorlieben ihrer Kinder.

Spontaner Kommentar meiner Frau: Weiterlesen „Pflicht und Kür“

Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein (2)

Über das mit dem Internet und dem rechtsfreien Raum hatte ich hier ja neulich schonmal geschrieben. Damals hatte ich geschrieben, die immer wieder geäußerte Forderung, das Internet dürfe kein rechtsfreier Raum bleiben, sei so albern, dass dass man sich darüber am besten lustig macht. Jetzt stellt sich die Sache geringfügig anders dar: Die zuständige EU-Kommissarin legt einen Bericht vor, nach dem die EU-Länder in Sachen Vorratsdatenspeicherung im Prinzip machen, was sie wollen. Die entsprechende EU-Richtlinie sei eher schlampig geschrieben, und man sehe Bedarf, den Datenschutz und die Datensicherheit zu verbessern.

In Deutschland versuchen sich seit längerem die Innenminister verschiedenster Couleur – bei aller Treue zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung – immer wieder mal an der Einrichtung eines Überwachungsstaats, jedenfalls so ein kleines bisschen. Die Strafverfolger weinen bei jeder Gelegenheit Krokodilstränen, weil ihnen Steuerhinterzieher u.ä. durch die Lappen gehen, weil nicht genug Vorratsdaten gespeichert werden und die Hürden für den Zugriff darauf zu hoch sind. In Frankreich geht es in der Hinsicht deutlich härter zur Sache: Weiterlesen „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein (2)“

Pelle hat alles dabei

Neulich habe ich mich am Beispiel von Petzi rettet Prinzessin Nana darüber ausgelassen, dass Kinderbücher oft derart schlampig zusammengeschustert werden, dass man den Verstand vor der Lektüre am besten ausschalten sollte, wenn man sich nicht ärgern will. Man glaubt kaum, was da manchmal für haarsträubender Unsinn als Geschichte verkauft wird. Als ob Kinder es nicht wert sind, dass man sich Mühe mit den Geschichten gibt, die man für sie schreibt. Oder als ob die so blöd wären, jeden Unsinn zu schlucken und auch noch toll zu finden.

Dabei geht es ja auch anders. Weiterlesen „Pelle hat alles dabei“

Islamismus ade

Tahr Bell Jelloun schreibt auf zeit.de unter dem Titel Revolte ohne Islamisten, dass all die Aufstände und Revolutionen in der arabischen Welt im wesentlichen ohne Zutun der Islamisten passieren. Dass die verschiedenen islamistischen Parteien und Organisationen der betreffenden Länder versuchen, diese Aufstände auf ihr Konto gehen zu lassen oder die Aufstände in ihrem Sinn zu nutzen. Dass aber die ganz überwiegende Mehrheit der Aufständischen ihnen eine Abfuhr erteilt habe. Die Islamisten würden ganz einfach links liegen gelassen. In freien Wahlen hätten islamistische Parteien sowieso schon keine glänzenden Ergebnisse zu erwarten gehabt, und jetzt stünden sie noch deutlich schlechter da als zuvor.

Die Gefahr, die von den Islamisten ausgeht, sei von den arabischen Despoten maßlos übertrieben worden, das habe ihnen westliches Wohlwollen einschließlich Rüstungshilfe eingebracht. Der Westen blicke in der arabischen Welt überhaupt nicht durch und habe reichlich naiv Stabilität über Menschenrechte gestellt, damit keine Bin Ladens die Macht zwischen Casablanca und Kabul übernehmen. Diese Gefahr sei vergleichsweise gering, schreibt Jelloun, die arabische Welt wolle Freiheit und ihre Ruhe, keine Fundamentalisten.

Das klingt gut, und unsereins kennt sich in der arabischen Welt ja auch kaum aus. Alles, was wir aus der Ecke hören, kommt mehrfach gefiltert von Leuten mit ihren eigenen Interessen und Zielen. Vielleicht sieht es dort- von innen gesehen – wirklich ganz anders aus. Andererseits Weiterlesen „Islamismus ade“

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