
Aventon ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt mehr. Wer die Bike-Kultur in Nordamerika verfolgt, weiß, dass die 2013 gegründete Marke dort längst den Status eines Big Players genießt. Groß geworden in der Fixie- und Urban-Bike-Szene, haben sich die Kalifornier aus Ontario – denen wir übrigens schon einen Besuch abgestattet haben – nun ein neues Ziel gesetzt: den Aufstieg in den E-MTB-Performance-Bereich und den Marktstart in Europa. Das neue Aventon Current ist dabei das erste E-MTB der Amerikaner, das laut eigener Aussage das Fahrerlebnis auf ein neues Level heben und den Standard der Kategorie herausfordern soll. Das Ziel: „Abenteuer für alle“ zugänglich zu machen.
Auf dem Papier klingt das neue Aventon Current EXP nach einem ernstzunehmenden Angriff auf die preisbewusste Mittelklasse. Für 5.499 € gibt’s im Topmodell unseres Test-Bikes einen Carbon-Hauptrahmen, Alu-Hinterbau, 150/140 mm Federweg, den eigens entwickelten Aventon Ultro X-Mittelmotor mit 110 Nm – im Boost-Modus sogar bis zu 120 Nm und 850 W Spitzenleistung –, dazu einen entnehmbaren 800-Wh-Akku, Touch-Display, App-Anbindung, GPS-Features und smarte Spielereien wie Wheel-Lift-Control oder Jump Tracking. Mit 24 kg in Größe L ist das Current EXP zwar kein Leichtgewicht, preislich aber auffällig konkurrenzfähig positioniert.
Genau hier wird’s spannend. Denn Aventon kommt nicht aus dem High-End-Performance-Lager der E-MTB-Welt, sondern aus einem Umfeld, in dem Reichweite, Zugänglichkeit, Alltagstauglichkeit und ein attraktiver Preis oft wichtiger sind als letzte Reserven im Steinfeld. Das Current EXP soll nun beide Welten verbinden: viel Power, viel Technik, viel Bike fürs Geld. Eine mutige Ansage. Aber liefert das erste Full-Suspension E-MTB der Marke auf dem Trail wirklich das, was es auf dem Papier verspricht oder ist der amerikanische Traum auf dem Trail eher ein sanftes Erwachen?
Welche Detaillösungen hält das neue Aventon Current EXP parat?
Optisch backt das Aventon Current EXP eher kleine Brötchen statt greller Design-Spielereien und setzt auf eine zurückhaltende, organische Formensprache. In unserem schwarzen Colourway wirkt das Bike schlicht und unauffällig, hat aber trotzdem gut abgestimmte Proportionen. Nur der vergleichsweise voluminöse Tretlagerbereich, der dem Ultro X-Motor den nötigen Bauraum bietet, trägt und fällt etwas stärker auf.
Beim Schutz des Carbon-Hauptrahmens und Alu-Hinterbaus setzt Aventon auf solide Kunststoff-Elemente, die ihren Job zuverlässig erfüllen. Der Kettenstrebenschutz dämpft Kettenschläge effektiv und verhindert unnötige Geräuschkulissen. Am Unterrohr geht ein aufgeklebter Protektor in das Motor-Cover über, das die Drive Unit vor Aufsetzern schützt. Ein kleiner Gummischutz zwischen Hauptrahmen und Hinterbau verhindert zudem, dass sich Dreck dazwischen sammelt und als Nussknacker fungiert.
Die Züge am Aventon Current laufen sauber über Cable-Ports in den Rahmen und tauchen erst wieder am Einsatzort auf. Das sorgt für einen aufgeräumten Look.
Der neue Aventon Ultro X-Motor im neuen Aventon Current EXP
Beim Antrieb geht Aventon einen für die noch junge E-MTB-Offensive erstaunlich ambitionierten Weg. Der neue Aventon Ultro X-Motor wurde gemeinsam mit Gobao entwickelt: Während der Partner die Hardware liefert, behält Aventon bei Software, Systemabstimmung und Bedienelementen selbst die Hand am Lenker. Spannend, weil Aventon hier nicht einfach nur ein zugekauftes System verbaut, sondern ein eigenes Ökosystem aufbauen will. Auf dem Papier fällt die Ansage jedenfalls selbstbewusst aus: Der Mittelmotor liefert 110 Nm maximales Drehmoment, im Boost-Modus stehen kurzzeitig sogar 120 Nm und bis zu 850 W Spitzenleistung bereit. Mit 2,85 kg ist der Ultro X dabei aber kein Leichtgewicht, auch seine Baugröße liegt eher auf dem Niveau eines Shimano EP801-Motors.
Ihre Energie bezieht die Drive Unit aus dem 800-Wh-Akku, der sich nach dem Lösen von drei Schrauben und dem Abnehmen des Akku-Covers aus dem Unterrohr entnehmen lässt. Das ist keine Lösung für Hektiker und sicher nicht die eleganteste am Markt, im Alltag aber immer noch praktikabel: Wer sich kurz ein paar Minuten Zeit nimmt, bekommt den Akku auch mit einem normalen Multitool problemlos ausgebaut. Geladen wird serienmäßig mit einem 4-A-Ladegerät mit 168 W Ausgangsleistung, Schnellladen ist damit also nicht. Ein 12-A-Charger soll allerdings folgen. Der Ladeport sitzt oberhalb des Motors und wird von einer Kunststoffabdeckung geschützt, die sich im Test unauffällig solide geschlagen hat.
Bei Bedienung und Konnektivität zeigt Aventon dann, dass man mehr will als nur rohe Motorleistung. Das formschön ins Oberrohr integrierte Touch-Display reagiert schnell, präzise und wirkt modern. Optisch erinnert das Display stark an das Avinox-Interface. Ganz an dessen Darstellungsqualität reicht es zwar noch nicht heran, insgesamt ist die Lösung aber stark und für diese Preisklasse definitiv bemerkenswert. In Kombination mit der kabellosen Zwei-Tasten-Remote lässt sich intuitiv durch die Menüs swipen und die drei Unterstützungsstufen sowie den Auto- und den dreißig-sekündigen Boost-Modus wählen. Die Remote muss in Sachen Ergonomie und Haptik aber Abstriche machen und gefällt weniger.


Über die Aventon App lassen sich die Unterstützungsstufen in Punkten wie maximales Drehmoment, Unterstützungsverhältnis und Pedal-Responsiveness weiter anpassen. Oder auch zusätzliche Funktionen wie Wheel-Lift-Control, eine Art Traktionskontrolle, der Motornachlauf oder Jump Tracking aktivieren. Letzteres ist eher eine nette Spielerei, die man früher auch von Specialized als Jump Stats kannte und weniger ein echtes Killer Feature. Es zeigt aber gut, in welche Richtung Aventon denkt: Das System soll nicht nur kraftvoll unterstützen, sondern auch ein digitales Erlebnis bieten.
On top kommen GPS-Tracking, Fahrtenaufzeichnung und ein Alarm, wenn das Bike elektronisch gesperrt ist. Die Diebstahlfunktionen arbeiten im Test zuverlässig, auch wenn der Alarm nicht besonders laut ist und recht schnell wieder endet. Praktisch ist dagegen die 4G- und Bluetooth-Anbindung, über die sich Updates bequem over the air aufspielen lassen. Unterm Strich liefert Aventon hier ein erstaunlich ausgereiftes Systempaket ab: Die App ist stark, das Display gelungen, und in Sachen Bedienung und Connectivity rückt das Ultro X-System überraschend nah an deutlich prominentere Player wie Avinox heran. Nur das 4-A-Ladegerät und die Remote haben noch deutliches Verbesserungspotenzial.
Was kann die Ausstattung des neuen Aventon Current EXP?
Bei der Ausstattung setzt Aventon auf insgesamt solide, aber klar einsteigerorientierte Komponenten. Vorne arbeitet eine RockShox Lyrik Select-Federgabel mit Charger-Kartusche, am Heck übernimmt ein RockShox Super Deluxe Select+-Dämpfer die Kontrolle über die 140 mm Federweg. An der Gabel lassen sich Low-Speed-Druckstufe und Zugstufe anpassen, was für viele Rider und vor allem Einsteiger ausreichend ist und ein unkompliziertes Setup ermöglicht.
Bei der Schaltung verbaut Aventon eine SRAM S1000 Transmission, die den Einstieg in die elektronische Transmission-Welt von SRAM markiert. Das System funktioniert zuverlässig und bringt die bekannte robuste Schaltperformance mit. Praktisch: Der Antrieb wird direkt vom Haupt-Akku gespeist, ein separater Akku an der Schaltung entfällt damit. Aventon setzt auf SRAM MAVEN Base-Bremsen, die vorne wie hinten mit einer 200-mm-Scheibe kombiniert werden. Das ist für ein E-MTB sinnvoll dimensioniert und sorgt für kraftvolle Verzögerung.


Weniger überzeugend fällt dagegen die Fusion Manic LT-Sattelstütze aus, die in Größe L und XL nur mit 170 mm Hub kommt. Auch der dazugehörige Hebel kann nicht überzeugen, fühlt sich haptisch wenig hochwertig an und liegt nicht sehr ergonomisch in der Hand. Noch kritischer sehen wir die verbaute Reifenkombi. Das Current rollt auf 29″-No-Name-Aluminium-Laufrädern, die vorne mit einem MAXXIS Minion DHF und hinten mit einem MAXXIS Minion DHR II bestückt sind. Beide Reifen kommen aber nur in der leichten EXO-Karkasse und mit der einfachen Dual-Compound-Gummimischung. Für ein E-MTB ist das schlicht zu dünn und damit pannenanfälliger. Hier sollte mindestens zu Reifen mit EXO+-Karkasse gegriffen werden. So gehört ein Reifen-Upgrade im Grunde schon vor der ersten richtigen Ausfahrt auf die To-do-Liste.
Tuning-Tipp: Reifen mit robusterer Karkasse aufziehen.
Das neue Aventon Current EXP im Geometrie-Check
Das Aventon Current ist in vier Größen von S bis XL erhältlich und setzt auf eine moderne, aber eher unauffällige Geometrie. In Größe L fällt der Reach mit 475,3 mm durchschnittlich aus, auch die 445 mm langen Kettenstreben sind weder besonders kurz noch lang.
Mit einem Stack von 634 mm baut die Front eher etwas niedriger, der Lenkwinkel von 64,6° ist für ein E-MTB mit 150/140 mm Federweg auf der eher steileren Seite. Auffällig ist außerdem, dass Aventon in allen Größen auf gleich lange Kettenstreben setzt.
| Größe | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 571,3 mm | 598,5 mm | 626,6 mm | 654,9 mm |
| Sattelrohr | 380 mm | 410 mm | 440 mm | 470 mm |
| Steuerrohr | 100 mm | 110 mm | 125 mm | 140 mm |
| Lenkwinkel | 64,6° | 64,6° | 64,6° | 64,6° |
| Sitzwinkel | 76,6° | 76,6° | 76,6° | 76,6° |
| Kettenstrebe | 445 mm | 445 mm | 445 mm | 445 mm |
| BB Drop | -26,6 mm | -26,6 mm | -26,6 mm | -26,6 mm |
| Radstand | 1.196,2 mm | 1.225,4 mm | 1.256,8 mm | 1.288,1 mm |
| Reach | 425,5 mm | 450,4 mm | 475,3 mm | 500,2 mm |
| Stack | 611 mm | 620,3 mm | 634 mm | 647,8 mm |
Weitere Ausstattungsvarianten des Aventon Current
Neben dem von uns getesteten Current EXP als Topmodell bietet Aventon das Bike auch noch in zwei weiteren Ausstattungsvarianten an: ADV und REC. Während das EXP auf den sportlichen Trail-Einsatz zielt, sollen die beiden günstigeren Modelle andere Schwerpunkte setzen und das Current für unterschiedliche Einsatzbereiche öffnen.

Das Aventon Current ADV startet bei 4.499 € und setzt auf einen vollständig aus Aluminium gefertigten Rahmen, der auch eine leicht angepasste Geometrie mit etwas längerem Sitzrohr mit sich bringt. Beim Motor bleibt Aventon dem kraftvollen Ultro X-Antrieb treu, spart aber bei den restlichen Komponenten. So kommt das ADV mit der noch einfacheren RockShox Psylo Gold-Gabel, einer mechanischen SRAM Eagle 70 Transmission-Schaltung, die dennoch mit robuster und zuverlässiger Funktion punktet, sowie soliden SRAM DB8 Stealth-Bremsen. Laut Hersteller bringt das Current ADV in Größe L 25,5 kg auf die Waage.

Mit dem Current REC schlägt Aventon eine etwas andere Richtung ein. Das Modell soll stärker die Brücke zum Daily Driver und alltagstauglichen E-Bike schlagen und kommt deshalb serienmäßig mit Schutzblechen, integrierter Lichtanlage und Seitenständer. Beim Fahrwerk stehen hier 140 mm Federweg vorne und hinten zur Verfügung. Angetrieben wird das REC vom Aventon Ultro S+ Motor, der bis zu 100 Nm Drehmoment und maximal 750 W Leistung liefert, allerdings ohne Boost-Modus. Das ist zwar nicht so kraftvoll wie bei den beiden anderen Ausstattungsvarianten, bleibt auf dem Papier aber immer noch mehr als ausreichend motorisiert. Bei der Ausstattung verbaut Aventon eine Shimano CUES 10-fach-Schaltung, MAGURA Louise-Bremsen sowie ein X-Fusion-Fahrwerk.
Wie fährt sich das neue Aventon Current EXP auf dem Trail?
Wir hatten die Chance, das Aventon Current EXP nicht nur im Rahmen unseres großen E-Mountainbike-Vergleichstests 2026 auf den Trails rund um Tremp in Spanien zu fahren, sondern auch schon vorab beim Press-Camp im warmen Phoenix, Arizona.
Wie ist die Uphill-Performance des neuen Aventon Current EXP?
Auf einfachen Forstwegen und in flowigen Anstiegen macht das Current ganz schnell klar, wo seine Stärke liegt: Der neue Ultro X-Motor hat ordentlich Druck, spricht spritzig an und schiebt kraftvoll, aber zunächst angenehm kontrollierbar nach vorne. Die Drive Unit beschleunigt das Bike mit sattem Nachdruck, der Boost-Modus liefert bei Bedarf zusätzlich ordentlich Punch. Dazu arbeitet der Motor erfreulich leise und sorgt vor allem im entspannten Uphill für ein souveränes und spaßiges Fahrgefühl. Auch die Sitzposition fällt komfortabel aus und passt grundsätzlich gut zu langen Kletterpassagen.
Sobald der Untergrund aber lose, steil und technisch wird, hat es das Current deutlich schwerer. Hier zeigt sich, dass die brachiale Motorleistung nicht immer genauso sauber auf dem Trail ankommt, wie man es sich wünschen würde. Das Hinterrad dreht relativ schnell durch, und auch der Hinterbau generiert bergauf nicht die Traktion, die das stark motorisierte E-MTB in diesem Gelände eigentlich bräuchte. Vor allem in verblockten oder engen technischen Uphill-Passagen wird das Current dadurch anspruchsvoll zu fahren. Die Front findet zwar meist noch willig ihren Weg, das Heck folgt der Linie aber nicht besonders präzise, sondern schiebt sich eher etwas träge über Kanten und Stufen, statt sauber nachzuziehen.
Dazu kommt, dass der Fahrer nicht besonders tief ins Rad integriert ist. Man sitzt eher etwas oben drauf, die Front baut vergleichsweise niedrig und durch die tiefer im Federweg stehende Gabel wird der ohnehin nicht superflache Lenkwinkel zusätzlich noch einen Tick steiler. Das hilft der Front zwar dabei, in technischen Kletterpassagen willig die Linie zu halten, bringt dem Bike insgesamt aber keine überragende Ruhe oder Balance. Der Schwerpunkt wirkt eher hoch und das Handling dadurch etwas unruhig.
Auch das Ansprechverhalten des Motors passt in anspruchsvollem Gelände bei wechselnder Last nicht immer zum starken Eindruck, den der Antrieb auf einfacheren Anstiegen hinterlässt. In geschlängelten Uphill-Sektionen, wenn man beschleunigt, kurz rausnimmt und dann wieder Leistung abruft, braucht der Motor Nachdruck, bis er wieder einsetzt.
Hilfreich ist dagegen der Overrun, der sich in der App prozentual einstellen lässt. Vor allem bei großen Stufen hilft das enorm, um so über Absätze zu klettern, und der Nachlauf lässt das Bike leichtfüßig bergauf wirken.
Wie fährt sich das neue Aventon Current EXP bergab?
Bergab zeigt das Aventon Current EXP einen klaren, leicht zugänglichen Charakter, der vor allem weniger aggressive Rider ansprechen dürfte. Auf einfachen Wegen und flowigen Trails verlangt das Bike seinem Fahrer keine kompromisslos aktive Fahrweise ab. Genau das passt zum Grundgedanken des Bikes: nicht maximal radikal, sondern eher zugänglich und kontrollierbar.
Sobald das Tempo steigt oder der Untergrund ruppiger wird, stößt das Current jedoch an seine Grenzen. Obwohl das Setup im Test nicht zu soft gewählt war, fehlt es dem Fahrwerk vor allem in anspruchsvollerem Gelände an Gegenhalt und Reserven. Das Bike schlägt vorne wie hinten wiederholt durch und büßt dadurch spürbar an Vertrauen ein. Das Current nutzt bereitwillig viel Federweg, ohne dabei besonders satt oder souverän auf dem Trail zu stehen. Wird der Fahrstil aktiver, nimmt man Kanten mit, drückt in Anlieger oder erhöht das Tempo, wirkt das Fahrwerk schnell überfordert. Statt Kontrolle und Support zu liefern, sackt das Bike tief in den Federweg, verbraucht früh seine Reserven und vermittelt dabei dem Rider eher das Gefühl, Passagier statt Pilot zu sein.
Erschwerend hinzu kommt die hohe Geräuschkulisse. Der Motor klappert bergab deutlich, und die innenverlegten Züge tun es ihm gleich. Die permanente Unruhe kostet nicht nur akustisch Nerven, sondern verschärft auch subjektiv das auf ruppigen Trails schon unsichere Fahrgefühl.
Trotzdem muss man das Current fair einordnen: Nicht jeder Käufer und auch mit Sicherheit die wenigsten der potenziellen Fahrer dieses Bikes wollen ruppige Trails mit Vollgas zerlegen. Wer eher auf einfachen Wegen, flowigen Trails und in moderatem Tempo unterwegs ist, bekommt ein insgesamt berechenbares Bike für einfache Trails vorgesetzt. Gerade weniger erfahrene Rider dürften mit dem zugänglichen, wenig radikalen Charakter zunächst gut zurechtkommen, auch weil das Current keine extrem fordernde oder kompromisslos sportliche Sitz- und Fahrposition mitbringt. Erst wenn das Tempo deutlich steigt, der Untergrund rau wird oder man aktiv gegen den Trail arbeiten will, zeigen sich die klaren Grenzen des Fahrwerks und des Gesamtpakets.
Für wen ist das neue Aventon Current EXP das richtige E-MTB?
Aventon selbst sieht das Current EXP als Werkzeug für den „Everyday Rider“, der in der Natur den Kopf frei bekommen will und für Wiedereinsteiger, die mit kräftiger E-Unterstützung technische Hürden meistern wollen. Dadurch ist das Bike vor allem für Rider interessant, die viel Wert auf einen starken Motor, moderne Systemintegration und einen attraktiven Preis legen, aber fahrdynamisch keine Highend-Trail-Maschine erwarten. Wer vor allem auf Forstwegen, flowigen Trails, moderaten Touren und im eher einfachen Gelände unterwegs ist, bekommt hier ein E-MTB mit reichlich elektrischer Unterstützung, gelungenem Display und starker App-Anbindung. Gerade Einsteiger dürften den kraftvollen, zugleich im einfachen Gelände gut kontrollierbaren Motor und den wenig radikalen Gesamtcharakter zu schätzen wissen.
Weniger passend ist das Current dagegen für ambitionierte Trail-Rider, die bergauf maximale Präzision im technischen Gelände und es bergab mit hohem Tempo richtig stehen lassen wollen. Denn da offenbart das Bike seine Grenzen bei Fahrwerk, Reifenwahl und Handling. Wer regelmäßig ruppige Abfahrten mit hohem Tempo im Gelände im Blick hat, findet potentere Gesamtpakete, wenn auch nur vereinzelt in dieser Preisklasse.
Das Fazit zum neuen Aventon Current EXP
Mit dem Current EXP liefert Aventon ein starkes Debüt im Full-Suspension-Segment ab – zumindest bei Antrieb, Display und Connectivity. Der Ultro-X-Antrieb überzeugt mit viel Power, leisem Lauf, gelungenem Display und einer starken App-Anbindung. Als Gesamtpaket bleibt das Bike aber hinter diesem starken ersten Eindruck zurück. Fahrwerk, Reifen, Traktion und das nervöse Handling im technischen Gelände und bei hoher Geschwindigkeit kosten bergauf wie bergab spürbar Performance. So ist das Current vor allem für Einsteiger und preisbewusste Fahrer interessant, die satte Motor-Power und viel Tech fürs Geld suchen.
Tops
- kraftvoller Motor
- auf einfachen Uphills spritzig und mit viel Vortrieb
- gelungenes Display samt starker App-Anbindung
- auf einfachen Trails zugänglich und unkompliziert
Flops
- Fahrwerk mit wenig Reserven und Gegenhalt auf ruppigen Trails
- laute Geräuschkulisse bergab
- nervöses Handling auf ruppigen Trails
Weitere Infos zum Aventon Current findet ihr bei Aventon.
Words: Benedikt Schmidt Photos: Kevin Homeister, Ale Di Lullo, Benedikt Schmidt


