Du grosse stadt

Du grosse stadt

Auf einer Rückfahrt

Karolina Reiser

Du gro­sse stadt, ver­sinkt im glanz dei­ne zier

Lass mich — oh! — ver­sin­ken noch tie­fer in dir

Lass mich — oh! — zu dei­nem stei­ni­gen grun­de

Mich anschmie­gen in einer son­ni­gen stun­de

Und als kör­per mein hier, in dei­nen gefä­ssen

Ohn­mäch­tig sein leben tut süss ver­ges­sen

Ver­schmilzt auf den licht­er­wärm­ten alta­ren

Mei­ne see­le so fröh­lich — so ohne ver­har­ren

Denn geru­fen wird sie zum hei­li­gen flie­ssen

Von gol­de­nen höhen, die dich umschlie­ssen

Im kla­ren sich lösen ihr’ schwe­ren zustän­de

Als wird sie geho­ben zu der end­lo­sen wen­de

Wenn unten herr­schet des kos­mos’ dres­sur

Durch­quert dein gestein aus strah­len die uhr

Zum nicht-ort längst wur­de die höhe, so rein

Zur nicht-zeit die zeit, und ich, zum nicht-sein

Du grosse stadt, Karolina Reiser

10. Dezember 2025