Eltern – Gottes anfassbare Liebe

Lieber Vater im Himmel,

wir reden gerade viel darüber dass du kommst. Dass deine Liebe auf die Erde kommt: unscheinbar, anfassbar, real, menschlich.

Du hat Jesus gesandt, um deine Liebe in der Welt konkret erlebbar zu machen. Und nun bin ich auch ein Vater. Und ich habe das Gefühl, bei meinem Sohn ist es ähnlich: du hast mich gesandt, damit deine Liebe für ihn erlebbar wird – anfassbar, konkret, alltäglich.

Du hast es dir so ausgedacht: Am Anfang ist ein Baby einfach von seiner Mutter abhängig. Ohne die Fürsorge und Liebe der Mutter würde es sterben, selbst wenn es genug zu essen bekommt. Weil es bei dir eben auch so ist: ohne deine Liebe jeden Tag würden wir nicht leben.

Eine Mutter fällt es recht leicht, alles dafür aufzugeben, damit es ihren Kindern gut geht. Oft denkt sie noch nicht einmal darüber nach – sie spürt das Bedürfnis des Babys und reagiert darauf. Und damit bestätigt sie die Bindung zwischen ihr und ihrem Kind. Vater, geht es dir auch so mit mir? Wie geht es dir, wenn ich leide? Was fühlst du, wenn es mir nicht gut geht, aber ich mir auch nicht helfen lassen möchte? Dein Bund mit uns ist noch viel bedingungsloser.

Okay. Du hast mich also gesandt, deine Vaterliebe für meinen Sohn sichtbar zu machen. Ähm … bist du dir sicher dass du dir dafür die richtige Person ausgesucht hast? So richtig gut kann ich das nämlich nicht. Klar, ich gebe mir Mühe …

  • … geduldig mit ihm zu sein, selbst wenn ich nicht viel geschlafen habe;
  • … ihm mit Freude und Zuversicht zu begegnen, obwohl ich mich selbst gerade etwas genervt fühle und nicht weiß warum;
  • … Dinge zehnmal zu wiederholen, weil sie wichtig sind;
  • … und nicht nur auf sein Verhalten zu reagieren, sondern ganz bewusst ihm den Weg in das Leben vorzubereiten.

Aber du kannst das mit dem Lieben doch viel besser als ich! Warum gibst du mir diese riesige Verantwortung? Er wird denken, dass deine Liebe zu ihm genauso funktioniert wie meine Liebe zu ihm. Sein Vaterbild wird sein Gottesbild. Das kann doch nur Missverständnisse hervorbringen! Du bist ein guter Vater und ich bin … nun ja, ein Vater mit Schwächen und Fehlern.

Du siehst mich als guten Vater. Du hast es mir zugesprochen, noch bevor ich verheiratet war – ehrlich gesagt hat mich das etwas verstört. So ähnlich muss sich Gideon gefühlt haben, als du ihn „mutigen Held“ nanntest. Siehst du mich mit dem Blick der Liebe? Siehst du das Gute in mir, ermutigst mich und siehst über meine Fehler großzügig hinweg? Ach so. Du bist richtig geduldig mit mir. Wie machst du das bloß?!

Also gut. Ich will deine Liebe an meinen Sohn weitergeben, jeden Tag. Ich will ihm in die Augen sehen und mich zum Spielen vor ihn setzen. Ich will ihn immer wieder Grenzen zeigen, sinnvolle Konsequenzen finden und Dinge reparieren, die er selbst noch nicht reparieren kann. Und … ich will jeden Tag bei dir Liebe abholen, für mich und für ihn. Einmal volltanken, bitte!

Und dann, nach und nach, wird er auch dich immer mehr kennenlernen. Ich will ihm von dir erzählen, wer du bist und wie gut du zu uns bist. Und … kannst du mir bitte immer wieder eine Bestätigung geben, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Oder mir zeigen, wo ich abbiegen soll?

Immanuel – Du bist mit uns, Schritt für Schritt. Und wir sind die einzigen Briefe über dich, die unsere Babies lesen können. Hilf uns, unsere Worte weise zu wählen.

Image generated with Sora, Prompt: Close-up shot of an old wooden desk – rich texture and visible grain. On the desk lies aged parchment with softly curled edges, handwritten text arranged like a classic love letter – elegant, flowing ink script. A feather quill rests beside a small inkwell, ink slightly glossy. A deep red wax seal with a heart symbol is stamped on the parchment. Dark but warm lighting – candlelight glow, soft shadows, cozy and intimate atmosphere, cinematic, high detail, shallow depth of field, timeless and romantic mood. The letter reads:“My dear child, You are my one and only Son. I am there for you. I know, life is not easy sometimes. You are hurt and frustrated, and sometimes I feel helpless because I know I can’t help you. I can only hold you tight and let you know: I am there for you. I won’t forsake you!“

Carpe Minutam – Wie unsere Baby unseren Lebensstil veränderte

(English Version)

Schon bald, als wir nach der Geburt unseres Sohnes aus dem Krankenhaus zurückkamen, merkten wir, dass wir unser Zeitmanagement komplett neu denken müssen: Carpe Minutam.

Ihr kennt ja Carpe Diem, „Nutze den Tag“. Mit Baby wird das zu „Nutze die Minute, denn du weißt nicht, wann es wieder aufwacht!“ Ungestörte Zeit wurde zum Luxus-Gut – sollen wir jetzt Aufräumen, Organisieren, oder uns selbst Ausruhen? Oft erst einmal ausruhen.

Es dauerte eine Weile, bis wir unseren Haushalt wieder einigermaßen auf die Reihe bekommen haben – was für ein Geschenk, dass es Elternzeit gibt! Erst einmal mussten wir unseren Lebensstil umkrempeln, und das als zwei introvertierte Hochsensible, die über Jahre Bewältigungs-Strategien entwickelt haben, die nun von heute auf morgen teilweise hinfällig wurden. Und dann auch noch hohe Erwartungen daran haben, wie viel Aufmerksamkeit und Liebe wir unserem Kind geben wollen.

Auch der Baby-Führerschein-Kurs konnte uns nicht wirklich auf das vorbereiten, was uns erwartete. Es war ein bisschen wie „rein theoretisch“ über das Schwimmen-Lernen reden – nicht verkehrt, aber Ausprobieren und Machen ist unerlässlich. Unser erster Aha-Moment in diesem Prozess war zu realisieren, wie wichtig es für uns ist, Humor und Zuversicht und Frieden zu bewahren. Es gibt Hoffnung: Unser Papa im Himmel hat uns dieses Baby anvertraut, er war der Meinung, dass wir dazu bereit waren. Also versuchen wir weiter, in diese Schuhe reinzuwachsen.

Erst ein Jahr nach der Geburt ließ das Gefühl von kurz-vor-der-kompletten-Überforderung-stehen nach. Eltern werden war das Herausforderndste, was wir bisher erlebt haben, dabei gibt es Eltern die noch viel mehr Herausforderungen bewältigen müssen – wie Alleinerziehende das hinkriegen, können wir uns nicht vorstellen. Aber wir wissen auch, dass wir bei weiteren Kindern in Vielem gelassener mit Situationen umgehen können. Einfach, weil man es schon einmal geschafft hat.

Bis dahin nutzen wir die Minuten, die Gott uns schenkt.

Selbsttest Hochsensibilität

Es gibt inzwischen einige Selbsttests mit denen eine erste Einschätzung bekommen kannst, ob du hochsensibel (hochsensitiv) bist oder nicht.

Für viele ist ein solcher Test der Einstieg in eine Entdeckungsreise, was das konkret für sie bedeutet. Denn der Vorteil von einem solchen Test ist, dass man eine klare Antwort bekommt: Ja / Nein. Oder ein bisschen vorsichtiger formuliert: Ja, wahrscheinlich / Vielleicht / Nein, wahrscheinlich nicht.

Solche Tests beruhen natürlich immer auf Selbsteinschätzung, so dass das Ergebnis sich mit der Selbstwahrnehmung ändern kann. Andererseits kennst du dich möglicherweise besser als irgend ein anderer Mensch 🙂

➡️ Hier gibt es die Sensibilitätstets für Erwachsene oder Kindern
(Oder hier als PDF auf Englisch)

Das ist der Test von Elain Aaron (den sie 2024 gemeinsam mit anderen Forschern überarbeitet hat). Sie ist es, die zuerst den Begriff „hochsensibel“ / „Highly Sensitive Person“ verwendet hat.

Hier ein paar Links zu weiteren Tests:

A mother’s perspective: How to respond to your child’s needs without losing sight of yourself

(Deutsche Version)

When I (Lydia) look back on the first year with our baby, I realise that it was a challenging time for me, unlike anything else in my life. I had been really looking forward to our child and couldn’t wait to finally become a mum – which had always been my wish. But I underestimated how much having a child would change my life and ours.

The Beginning

On top of that, our start wasn’t easy, because Josua got an infection the day after he was born and had jaundice, so we spent the first 10 days of his life in the hospital. That was very stressful for us, because we had to deal with the hospital bureaucracy while everything was suddenly different and new with the baby. In addition, Josua had difficulty learning to breastfeed, so I had to pump milk during the first few weeks.

But even during this time, we experienced how God carried us through. For example, it was a miracle for us that Benjamin and I were both able to stay in the children’s ward so that we could go through this first period together. We are also grateful for the kindness we experienced from the nurses in the children’s ward. One evening, when the hormonal changes brought on the mummy blues, God sent me an angel, namely a very kind night nurse who took good care of me.

Finally Home

When we were finally allowed to take our child home, we had to learn how to care for our newborn as new parents… We had a very kind midwife who supported us for several months. She taught us a great deal about baby care and also provided valuable assistance with breastfeeding. After a month and a half, we experienced a breakthrough, because from then on, the breastfeeding worked – I no longer needed to pump milk and my midwife said I had ‘cream in my breasts’ because Josua was gaining weight very well. 🙌

New Daily Routine with a Baby

My ideas about things we could do alongside having a child were quickly thrown out the window. We were just happy to be able to cope with our new daily routine with a child at all. It was so helpful that Benjamin had two months of parental leave, so we were able to grow into this new life as parents together. I am very grateful that my husband can cook and also took care of the laundry until I was able to take on these tasks again.

I couldn’t have imagined how time-consuming it is to have a child and take care of them, and how little time is left for anything else. In the first few weeks, this sobering realisation hit me and I realised that I couldn’t just attend the ongoing Family Ministry School in YWAM, if only because of the milk pumping. To be honest, I didn’t know that babies needed help farting and falling asleep… Somehow, taking care of milk, nappies and all those things filled up the day, while Benjamin and I also had needs… So I had to learn all over again to set priorities and often put my needs behind those of the baby. I was also challenged not to let my baby’s crying stress me out and to remain at peace.

My role at YWAM changed a lot and I learned that I had to plan specifically if I wanted to attend anything. And yet that I always had to be ready to throw those plans out the window, because the baby might get sick or suddenly fall asleep or not fall asleep or want milk again… At some point, it occurred to me that as a mum, you learn in a very practical way to lay down your own life for your children – as Jesus says: ‘No one has greater love ❤️ than this, to lay down one’s life for one’s friends.’ (John 15:13)

Relearning Everything as a Mum

I think every young mum has to learn how to respond to her child’s needs without losing herself in the process. Suddenly, the time given has to be enough to take care of a child, the household and yourself. And you’re still a wife, too.

Since I was single for many years and also married to Benjamin for some time without having children, I had many habits and ways of dealing with things that suddenly no longer worked: Sleeping in on weekends. Time alone to recharge my batteries. My daily lunch break. Spontaneously going somewhere. Pondering my thoughts and reflecting undisturbed. Thinking things through and planning in peace. Having two hours alone with God. Focusing entirely on God in worship…

These changes were difficult for me as a steady person. Getting things done quickly and ‘Carpe Minutam!’ became life-saving principles for us. Nevertheless, it was exhausting to constantly have to overthrow one’s plans, be interrupted and often feel ineffective…  But God trusted me to become a mum. To learn anew how life with a child works. And he chose me  to be Josua’s mum. That’s why I’m the best mum my child could have. (And Benjamin is the best dad. 😉) That gives us confidence.

Not just Functioning, but Flourishing 🌷

Internally, I often felt the tension of not only wanting to function and somehow manage everyday life, but also having the desire to flourish myself. During this time, a mentor encouraged me not to lose myself. Because things were already important to me in my life before I became a mum. These were now being put to the test in my everyday life as a mum.

So, while Benjamin was looking after Josua, I went for a walk and thought about what is really important to me – what makes me flourish – and how I can incorporate that into my everyday life. Among other things, the following have become important to me: Praising God regularly and spending time alone with Him while Benjamin looks after Josua. Having space for spiritual fellowship and exchange with others. Meeting up with friends from time to time. Having time to do my back exercises. Going to the hairdresser. And so I try to plan these things into my everyday life again and again, so that I don’t lose myself, but can also flourish.

What is Important to Us as a Family…

During this time, we also thought about what is important to us as a couple and as a family. For example, we often celebrated Shabbat together on Friday evenings. When Josua started going to bed earlier in the evening, it was no longer as stress-free as it had been before. So we looked for a new framework that suited us and instead started having a hearty breakfast with Shabbat celebrations on Saturday mornings. It was also important to us to have one day of rest per week, and we are still learning how that can work with a child and still be restful for us.

We made a conscious decision to work for the Kingdom of God as a family even before we had a child. And now we get to spell out 🔤 how that works. When we want to engage individually in ministry (or when one of us needs time for ourselves), we try to have the other take care of the child so that our partner has their back free. When we want to engage together, we have to find ways to do so as a couple or as a family.

…And How We Put It Into Practice

At the family camp a year ago, one of us held Josua on our lap while we lead worship together. Now Josua needs more entertainment and can be looked after by others for a while. That’s why Benjamin and I led worship together a few weeks ago while someone else played with him. At the couples‘ weekend, we offered a workshop on the topic of ‘Praying Together’ – while Josua took his afternoon nap, and later I simply brought him along.

We also had to plan our trip to the Family Ministry Conference in Albania in a way that worked for us as a family: for example, with overnight stays at the airport so that we could catch our flight early in the morning. Once in Albania, Benjamin tended to participate in the programme in the evenings because I put Josua to bed, but in return he took care of Josua in the mornings so that I could join in the worship.

We both thrive when we have deep conversations with other people and are able to encourage others. That’s why we love it when we find time as parents to do this, for example while we’re eating with others or having such conversations while Josua is asleep.

To Wrap Up…

After a while, I realised that being a parent means learning for the rest of your life, because you get to accompany your children through ever-changing stages of life. And things that worked for a while suddenly stop working, and you get to (or have to 😜) constantly learn something new.

In any case, it remains challenging and exciting. Being a parent is a wonderful thing, and we are on our way. We are grateful to God that we are allowed to walk this path. And that we are allowed to learn more and more about love along the way.

Carpe Minutam – How Our Baby Changed Our lifestyle

(Deutsche Version)

Soon after returning home from the hospital after the birth of our son, we realized that we had to completely rethink our time management: Carpe Minutam.

You know Carpe Diem, “seize the day.” With a baby, that becomes “seize the minute, because you don’t know when it will wake up again!” Undisturbed time became a luxury – should we tidy up, organize, or rest ourselves? Often, we started with resting.

It took a while to get our household back on track—what a gift it is to be able to take parental leave! First, we had to completely change our lifestyle, and that as two introverted, highly sensitive people who had developed coping strategies over the years that were now, overnight, partially obsolete. And then we also had high expectations of how much attention and love we wanted to give our child.

Even the baby driver’s license course that we did couldn’t really prepare us for what awaited us. It was a bit like learning to swim “in theory”, by talking about it – not wrong, but trying it out and doing it is essential. Our first “aha” moment in this process was realizing how important it is for us to maintain humor, confidence, and peace. There is hope: our Father in Heaven entrusted this baby to us; he believed we were ready for it. So we continue to try to grow into these shoes.

It wasn’t until one year after his brith that the feeling of being on the brink of being completely overwhelmed faded a little. Becoming parents was the most challenging thing we have ever experienced. Yet, there are parents who have to overcome even greater challenges—we cannot imagine how single parents manage. But we also know that with further children, we will be able to deal with situations much more calmly. Simply because we have already done it once.

Until then, we will make the most of every minute that God gives us.

Image Prompt: Clipart style illustration of a classic round alarm clock with two bells on top. The clock has only two hands (hour and minute). A 5-minute section on the clock face, starting right after the minute hand and going clockwise, is highlighted in red like a pie slice. The rest of the clock face remains plain. Simple, flat clipart design with fine outlines and transparent background.

Eine Mama-Perspektive: Wie man nicht nur auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht, sondern sich selbst dabei nicht verliert

(English Version)

Wenn ich (Lydia) heute auf das erste Baby-Jahr zurückschaue, stelle ich fest, dass es auch für mich eine Zeit war, die mich herausgefordert hat, wie kaum etwas Anderes in meinem bisherigen Leben. Ich hatte mich sehr auf unser Kind gefreut, konnte es kaum erwarten, endlich Mama zu werden – was schon immer mein Wunsch war. Aber ich habe unterschätzt, wie sehr es mein und unser Leben verändert, ein Kind zu haben.

Der Start

Dazu war unser Start mit Baby nicht einfach, denn Josua bekam einen Tag nach der Geburt eine Infektion und hatte Gelbsucht, sodass wir die ersten anderthalb Wochen seines Lebens im Krankenhaus verbracht haben. Das war sehr stressig für uns, da man mit der Krankenhausmaschinerie funktionieren musste, während mit Baby sowieso plötzlich alles anders und neu war. Außerdem fiel es Josua nicht leicht, das Stillen zu lernen, sodass ich in den ersten Wochen Milch abpumpen musste.

Aber auch in dieser Zeit haben wir erlebt, wie Gott uns durchgetragen hat. Für uns war es zum Beispiel ein Wunder, dass Benjamin und ich beide auf der Kinderstation bleiben konnten, sodass wir diese erste Zeit gemeinsam durchstehen konnten. Dankbar sind wir auch für die Freundlichkeit, die wir von den Krankenschwestern auf der Kinderstation erleben durften. Und an einem Abend, als mit der ganzen Hormon-Umstellung der Mama-Blues kam, hat Gott mir einen Engel, nämlich eine sehr liebe Nachtschwester, geschickt, die sich rührend um mich gekümmert hat.

Endlich zu Hause

Als wir dann endlich nach Hause durften, mussten wir als frischgebackene Eltern lernen, uns um unser Neugeborenes zu kümmern… Wir hatten eine ganz liebe Hebamme, die uns für einige Monate begleitete. Von ihr haben wir vieles über Babypflege gelernt und auch beim Stillen lernen hat sie uns sehr unterstützt. Da durften wir nach anderthalb Monaten einen Durchbruch erleben, denn seitdem funktionierte das Stillen – ich brauchte ich keine Milch mehr abpumpen und meine Hebamme war der Meinung ich habe „Sahne in der Brust“, da Josua sehr gut zunahm. 🙌

Neuer Alltag mit Baby

Meine Vorstellungen, was man noch alles mit Kind nebenbei machen kann, wurden schnell über den Haufen geworfen und wir waren schon froh, unseren neuen Alltag mit Kind überhaupt irgendwie zu bewältigen. Es war so hilfreich, dass Benjamin zwei Monate Elternzeit hatte und wir gemeinsam in dieses neue Leben als Eltern hineinwachsen konnten. Ich bin sehr dankbar, dass mein Mann kochen kann und auch sich auch um die Wäsche kümmerte, bis ich diese Aufgaben wieder mehr übernehmen konnte.

Ich hatte mir nicht vorstellen können, wie zeit-intensiv es ist, ein Kind zu haben und sich darum zu kümmern und wie wenig Zeit noch für Anderes übrig bleibt. In den ersten Wochen packte mich diese ernüchternde Erkenntnis und ich sah ein, dass ich eben nicht so einfach bei der laufenden Familienschule dabei sein konnte, allein schon wegen des Milch-Abpumpens. Ganz ehrlich: Ich wusste nicht, dass Babys Hilfe beim Pupsen und Einschlafen benötigen… Irgendwie hat es den Tag ausgefüllt, sich um Milch, Windeln und all diese Sachen zu kümmern, während Benjamin und ich ja auch noch Bedürfnisse hatten… Also musste ich völlig neu lernen, Prioritäten zu setzen und meine Bedürfnisse oft denen des Babys hintenanzustellen. Herausgefordert war ich auch, mich vom Schreien meines Babys nicht stressen zu lassen und im Frieden zu bleiben.

Meine Rolle bei JMEM veränderte sich also sehr stark und ich lernte, dass ich konkret planen musste, wenn ich irgendwo dabei sein wollte. Und trotzdem immer bereit zu sein, die Pläne über den Haufen zu werfen, weil das Baby ja auch mal krank wird oder plötzlich einschläft oder eben nicht einschläft oder wieder mal Milch will… Irgendwann kam mir der Gedanke, dass man als Mama ganz praktisch lernt, das eigene Leben für seine Kinder niederzulegen – wie Jesus sagt: „Niemand hat größere Liebe ❤️ als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Johannes 15,13)

Als Mama alles neu lernen

Ich glaube es ist für jede junge Mama ein Lernfeld, auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzugehen und dabei sich selber nicht zu verlieren. Plötzlich muss die Zeit, die man hat, dafür reichen, sich um ein Kind, den Haushalt und auch noch sich selber zu kümmern. Und Ehefrau ist man ja auch noch.

Da ich viele Jahre single war und auch einige Zeit mit Benjamin verheiratet war, ohne dass wir Kinder hatten, hatte ich viele Gewohnheiten und meine Art mit Dingen umzugehen, die plötzlich nicht mehr funktionierten: Am Wochenende ausschlafen. Zeit alleine zum Auftanken. Meine tägliche Mittagspause. Mal spontan irgendwohin fahren. Ungestört meinen Gedanken nachhängen und reflektieren. Dinge in Ruhe durchdenken und planen. Zwei Stunden Zeit alleine mit Gott haben. Im Lobpreis mich ganz auf Gott fokussieren…

Diese Veränderungen waren schwer für mich als stetiger Mensch. Dinge schnell zu erledigen und „Carpe Minutam!“ (Nutze die Minute, die du gerade hast) wurden für uns zu lebensrettenden Prinzipien. Trotzdem war es anstrengend, ständig seine Pläne über den Haufen zu werfen, unterbrochen zu werden und oft das Gefühl zu haben, nicht effektiv zu sein… Aber Gott hat es mir zugetraut, Mama zu werden. Neu zu lernen, wie das Leben mit Kind funktioniert. Und er hat mich als Mama für Josua ausgesucht. Darum bin ich die beste Mama, die mein Kind haben kann. (Und Benjamin ist der beste Papa. 😉) Das gibt Zuversicht.

Nicht nur Funktionieren, sondern Blühen 🌷

Innerlich habe ich oft die Spannung gespürt, dass ich nicht nur funktionieren möchte, den Alltag irgendwie hinzukriegen, sondern auch den Wunsch hatte, selbst zu aufzublühen. In dieser Zeit ermutigte mich eine Mentorin, mich selber nicht zu verlieren. Weil mir ja bereits Dinge in meinem Leben wichtig waren, bevor ich Mama wurde. Die wurden nun im Mama-Alltag auf den Prüfstand gestellt.

Also machte ich mir bei einem Spaziergang Gedanken, während Benjamin sich um Josua kümmerte, was mir wirklich wichtig ist – was mich zum Blühen bringt – und wie ich das im Alltag einplanen kann. Wichtig geworden sind mir dabei unter Anderem: Regelmäßig Lobpreis zu machen und Zeit alleine mit Gott zu haben, während Benjamin sich um Josua kümmert. Den Raum für geistliche Gemeinschaft und Austausch mit Anderen zu haben. Mich ab und zu mit Freundinnen zu treffen. Zeit dafür zu haben, meine Rückenübungen zu machen. Mal zum Friseur zu gehen. Und so versuche ich, diese Dinge im Alltag immer wieder einzuplanen, damit ich eben nicht untergehe, sondern auch aufblühen kann.

Was uns als Familie wichtig ist …

Wir haben in dieser Zeit auch darüber nachgedacht, was uns als Ehepaar und Familie wichtig ist. Zum Beispiel haben wir Freitagabend oft gemeinsam Shabbat gefeiert. Als Josua anfing, abends früher schlafen zu gehen, hat das nicht mehr stressfrei so wie vorher funktioniert. Also haben einen neuen Rahmen gesucht, der für uns passt und haben stattdessen angefangen, am Samstag Morgen ein ausgiebiges Frühstück mit Shabbat-Feier zu machen. Uns war auch wichtig, einen Ruhetag in der Woche zu haben und auch da sind wir noch am Lernen, wie der mit Kind aussehen und für uns trotzdem erholsam sein kann.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, uns als Familie fürs Reich Gottes einzusetzen, schon bevor wir ein Kind hatten. Und nun dürfen wir ausbuchstabieren 🔤, wie das funktioniert. Wenn wir uns einzeln fürs Reich Gottes einsetzen wollen (oder auch, wenn einer von uns Zeit für sich braucht), versuchen wir, dass sich der andere um das Kind kümmert, um dem Partner den Rücken freizuhalten. Wenn wir uns gemeinsam einsetzen wollen, müssen wir Wege finden, wie wir das als Paar oder als Familie tun können.

… und wie wir es umsetzen

Beim Familiencamp vor einem Jahr hatte einer von uns Josua auf dem Schoß, während wir gemeinsam Lobpreis gemacht haben. Mittlerweile braucht Josua mehr Beschäftigung und lässt sich auch zeitweilig fremdbetreuen. Darum haben Benjamin und ich vor ein paar Wochen gemeinsam Lobpreis geleitet, während jemand anderes mit ihm spielte. Beim Ehepaar-Wochenende haben wir einen Workshop zum Thema „Gemeinsam Beten“ angeboten – währenddessen hat Josua Mittagsschlaf gemacht, später habe ich ihn einfach dazugeholt.

Auch die gemeinsame Reise zur Familiendienst-Konferenz ins Ausland mussten wir so planen, das sie für uns als Familie funktioniert: zum Beispiel mit Zwischenübernachtungen am Flughafen, damit wir morgens rechtzeitig den Flieger bekommen. Vor Ort war Benjamin war eher abends beim Programm dabei, weil ich Josua ins Bett gebracht habe, dafür hat er sich morgens um Josua gekümmert, damit ich morgens beim Lobpreis dabei sein konnte.

Wir blühen beide auf, wenn wir tiefe Gespräche mit anderen Menschen führen und sie ermutigen können. Darum lieben wir es, wenn wir als Eltern Zeit dazu finden, zum Beispiel während wir mit anderen essen oder solche Gespräche zu führen, während Josua schläft.

Zum Abschluss…

Irgendwann wurde mir klar, dass man als Eltern ein Leben lang lernen darf, weil man die Kinder in immer wieder neuen Lebensphasen begleiten darf. Und Dinge, die eine Weile funktioniert haben, dann plötzlich nicht mehr funktionieren, und man ständig Neues lernen darf (oder muss 😜).

Es bleibt jedenfalls herausfordernd und spannend. Eltern-Sein ist eine tolle Sache und wir sind auf dem Weg. Wir sind Gott dafür dankbar, dass wir diesen Weg gehen dürfen. Und dabei immer mehr lernen dürfen, zu lieben.

ChatGPT hat Vorschläge für die Zwischenüberschriften gemacht.
Der Prompt für das Bild: A busy mum forcing a smile while holding a baby and trying to keep up with everything – cooking on the stove, cleaning the floor with a mop, sorting laundry, and feeding the baby. Clipart style, bright colors, simple shapes, clean white background, slightly humorous but warm and relatable tone.

Welchen Unterschied macht eine „christliche Weltanschauung“?

Mit welcher Perspektive wir auf unsere Situation schauen, macht einen großen Unterschied. Israel sah Goliath’s Größe und hatte Angst; David sah Gottes Größe und dass Goliath Gott verspottete – und war darum bereit zu kämpfen (1. Samuel 17,45).

Eine Weltanschauung ist wie eine Brille, an die wir uns schon lange gewöhnt haben. Instinktiv bewerten wir das, was wir sehen als “wichtig” oder “unwichtig”, als “gut” oder “schlecht”. Darum sind wir als Christen ständig in diesem Prozess, dass Gott unsere Instinkte neu erzieht, unsere Gefühle und unsere Gedanken.

Gottes Perspektive verändert auch, welche Probleme wir lösen wollen. Samuel Plimsoll, ein englischer Abgeordneter im 19. Jahrhundert, veränderte die Schifffahrt bis heute. Er beobachtete, dass viele Seeleute daran starben, dass ein Schiff hoffnungslos überladen in See stach – und dann bei einem Sturm sank. Das lag an der Profit-Gier der Händler; teilweise versicherten sie das Schiff sogar so hoch, dass die Zahlung der Versicherung höher war als der Wert des Schiffes und der Ladung. Wie viel Ladung ein Schiff sicher transportieren kann, hängt vom Schiffstyp ab und ist darum nicht ohne weiteres ersichtlich. Weil für Samuel Plimsoll das Leben der Matrosen wertvoller war als das Geld der Händler, setzte er sich dafür ein, dass alle Schiffe, die in England anlegten, eine aufgemalte Linie am Rumpf haben müssen – wenn diese nicht mehr sichtbar ist, können die Matrosen erkennen, dass das Schiff überladen ist. So konnte er durch eine Gesetzesänderung Leben retten!

Christ zu sein bedeutet also nicht nur Beten und Bibel lesen. Auch deine Arbeit, deine Beziehungen, dein Umgang mit Geld und vieles andere zeigen, welche Weltanschauung du wirklich hast!

.

Bild mit Sora generiert, Prompt: A pair of glasses floating in front of the viewer. The background behind the glasses is a dull, gray, boring city street – lifeless, flat light, people moving without expression, concrete buildings with no color. The only difference is what’s visible through the lenses: In the left lens, the same street appears heavy and dark – stormy sky, people looking stressed, shadows dominating, everything cold and gray-blue. In the right lens, the same street is filled with light and hope – warm sunlight, soft golden tones, trees and flowers blooming, people smiling and connecting, with a glowing cross faintly visible in the far distance. The city outside the glasses remains gray and lifeless, while inside the lenses it’s vivid and full of meaning. Cinematic, high detail, strong depth of field.

Meine Lieblings-Bücher über Hochsensibilität

Bücher haben mein Leben verändert. Darum empfehle ich gute Bücher gerne weiter!

Zuerst die christlichen Bücher über Hochsensibiliät:

Folgende Bücher fand ich ebenfalls sehr hilfreich:

Außerdem eine Liste von Büchern, die ich noch nicht gelesen habe oder nicht so mein Stil waren (aber ich weiß dass andere sie mögen):

  • Elaine Aron: Das hochsensible Kind
  • Brigitte Schorr: Hochsensible Mütter, Hochsensible in der Partnerschaft, Hochsensible im Beruf…
  • Reinhold Ruthe: Hochsensibel und trotzdem stark: Hilfen für Feinfühlige.
  • Georg Parlow: Zart besaitet: Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen

Noch nicht fündig geworden? Hier ist eine viiiel ausführlichere Literaturliste von Büchern über Hochsensiblität. Viele von den nicht christlichen Büchern gehen in die esoterische Richtung – weil viele Hochsensible auch spirituell sensibel sind.

Wie immer: Du als Leser hast die Verantwortung, alles zu prüfen und das Gute und Passende für dich zu behalten. Gute Reise!

Bild: Generiert von Sora, Prompt: A photorealistic image. On the left, there are books on a bookshelf, book titles are not readable. On the right, there are breadloaves standing vertically on the shelf. The books are slowly, gradually morphing into loaves from left ot right. Background baker’s shop.

Wachstum geschieht nicht über Nacht

(With English translation)

In dieser Predigt erzähle ich …

  • … warum Wachstum nicht linear geschieht,
  • … warum auch im Winter Wachstum geschieht,
  • … und vor allem: wie die Bibel Wachstum sieht.

In welcher „Jahreszeit“ bist du gerade?

Welches Wachstum wertschätzt Gott in dir?

Texte: 1. Mose 1,28 ; 1. Mose 3,17 ; Josua 14,9-12 ; 2. Mose 23,29-30 ; Johannes 15 ; Galater 5,25

Download Predigt (52min)

Bild des Baumes mit Sora erstellt: „photorealistic jpg, cherry tree in 4 seasons at the same time, background blue sky“

Teebeutel und Gebet

Ich trinke gerne Tee. Dabei denke ich schon gar nicht mehr darüber nach, was da eigentlich passiert: der Teebeutel wird in Wasser getunkt und dann „zieht“ er. Er gibt seinen Geschmack an das Wasser ab. Aus Wasser wird ein leckeres Heißgetränk.

Hast du schon einmal versucht, den Geschmack wieder zurück in den Teebeutel zu stopfen? Du kannst es versuchen wie du willst, es geht nicht!

So „funktioniert“ Gebet. Wir sind die Tasse und das Wasser ist unser Leben. Indem wir mit Gott kommunizieren, halten wir unser Herz und alles, was darin ist, in seine Nähe – und sein Wesen prägt uns, wie der Tee das Wasser verändert. Jedes Mal, wenn wir Zeit mit ihm verbringen, nehmen wir Geschmack an, immer mehr – himmlisch!

Photo by TeaCora Rooibos on Unsplash