ANTHBOT M9 im Test: Mini-Mähroboter mit Schwächen

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 7 Min. Lesezeit
anthbot m9

Der Markt für kabellose Mähroboter wächst rasant, und immer mehr Hersteller drängen mit Modellen ohne lästiges Begrenzungskabel auf den Markt. ANTHBOT, ein noch vergleichsweise junger Anbieter in diesem Segment, hat mit der M-Serie eine neue Gerätegeneration am Start, die sich bewusst an Besitzer kleiner bis mittelgroßer Gärten richtet. Das Topmodell der Reihe, der M9, setzt auf eine Kombination aus Vollband-RTK-Navigation und einem dualen KI-Kamerasystem – und das zu einem Preis, der deutlich unter dem vieler Konkurrenten mit vergleichbarer Ausstattung liegt. Wir haben den M9 ausgiebig im Alltagseinsatz getestet und schauen uns an, was er wirklich kann.

Technische Daten des ANTHBOT M9

Modell ANTHBOT M9
Maße 49,8 × 39,2 × 25,1 cm
Gewicht 9,8 kg
Empfohlene Rasenfläche max. 900 m²
max. Steigfähigkeit  45%
Schnittbreite 20 cm (5 rotierende Edelstahlklingen)
Wasserschutzklasse IPX6
Schnitthöhe  3 bis 7 cm
Navigation Vollband-RTK mit separater Antenne (optional: NetRTK über 4G)
Hinderniserkennung KI-Kamera
Preis € 599,00 *

Lieferumfang

Anthbot m9

1× M9 Mähroboter
1× Ladestation
1× Netzteil
1× Verlängerungskabel
1× RTK-Referenzstation
1× Montagestange
1× Erdspieß
1× RTK-Verlängerungskabel
1× Satz Ersatzklingen (5 Stück)
1× Werkzeugset

Design und Verarbeitung des ANTHBOT M9

ANTHBOT hat den M9 in ein vergleichsweise kompaktes Gehäuse verpackt. Optisch kommt er eher zurückhaltend daher und verzichtet auf eine verspielte Formgebung. Durch das nüchterne Design versteckt er sich trotz des hellen Gehäuses sehr gut auch in kleineren Gärten. Die Silhouette mit klar konturierten Kanten verleiht dem Gerät ein professionelles Erscheinungsbild, und im Anfass- sowie Stoßtest wirkt der Roboter robust. Schon beim Auspacken fällt das kompakte Format auf: Das Gehäuse misst rund 49,8 × 39,2 × 25,1 cm und bringt knapp 10 Kilogramm auf die Waage.

Die Oberseite ist in hellem Grau/Silber gehalten, Basis und Gehäuserahmen sind in Anthrazit ausgeführt. Auf der Oberseite befinden sich neben dem obligatorischen roten STOP-Knopf drei Folientasten (Mow, OK und Home) sowie vier Status-LEDs und eine dreigeteilte Akku-Anzeige. Ein Display ist nicht vorhanden. Ebenfalls dort untergebracht sind der Regensensor und ein Sicherheitsschlüssel. Dank des kompakten Gehäuses soll der M9 auch durch Durchgänge ab 65 cm Breite fahren können – ein klarer Vorteil für Gärten mit schmalen Seitenwegen oder abgetrennten Rasenflächen.

Einrichtung und Inbetriebnahme

Das von ANTHBOT versprochene „10-minütige, kabellose Setup“ ist vielleicht etwas optimistisch formuliert, aber nach etwa 30 Minuten ließ sich der M9 mit allem Zubehör auspacken, die RTK-Antenne und die Mäherbasis aufbauen, ein Benutzerkonto erstellen und die Kartierung starten.

anthbot m9
Die RTK-Antenne ist ein Muss.

Die Ersteinrichtung erfolgt per Bluetooth: Die ANTHBOT-App wird installiert, Bluetooth aktiviert, die automatische Gerätesuche gestartet und der erkannte Roboter angetippt. Nach der Vergabe eines Namens und einem Firmware-Check ist die Ersteinrichtung abgeschlossen. Zu beachten ist, dass die Kabellänge zur RTK-Antenne für manche Gärten etwas knapp bemessen sein kann. Außerdem gilt wie bei allen RTK-Systemen: Die Antenne benötigt eine halbwegs freie Sicht zum Himmel, um stabil zu funktionieren.

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Empfohlen wird ein Mindestabstand von 3 bis 5 Metern zu größeren Bäumen oder Gebäuden. Das Abfahren der Grenzen zur Kartierung gelingt nach kurzem Eingewöhnen zuverlässig. Es ist zwar nicht ganz so komfortabel wie bei manchen Mitbewerbern, funktioniert nach kurzem Ausprobieren aber solide. Pluspunkte gibt es für die Multi-Zonen-Verwaltung von bis zu 20 Mähbereichen mit separater Schnitthöhe und individuellem Zeitplan pro Zone.

ANTHBOT App

Die ANTHBOT App ist die zentrale Schaltzentrale für den M9 und macht insgesamt einen aufgeräumten Eindruck. Die Kartenverwaltung bietet verschiedene Funktionen: Neben einem Backup zum Sichern einer Karte lässt sich das Verhalten an Kanten einstellen, verschiedene Zonen samt Pfaden anlegen und die aktuelle Karte anpassen. Diverse Einstellungen wie Zeitpläne, das Verhalten bei Regen, ein Diebstahlschutz-Modus und Firmware-Aktualisierungen runden den Funktionsumfang ab.

Besonders praktisch ist die automatische Einsatzplanung: Die App berücksichtigt die lokalen Sonnenauf- und -untergangszeiten sowie die Daten des Regensensors für die Neuplanung – der Nutzer muss nicht manuell eingreifen. Einzig eine Live-Video-Funktion der Frontkameras fehlt, was bei der vorhandenen Kameratechnik durchaus möglich gewesen wäre und den Mehrwert der App weiter gesteigert hätte. Für die Fernsteuerung per App über 4G-Konnektivität fällt zudem ein jährliches Abo von 39,99 Euro an – das sollte man bei der Kaufentscheidung einkalkulieren.

Navigation und Hinderniserkennung

Der M9 setzt auf Vollband-RTK in Kombination mit zwei 150°-Weitwinkelkameras. Wenn Satellitensignale durch Gebäude oder Bäume blockiert werden, wechselt er auf visuelle Odometrie: Die Kameras suchen visuelle Referenzen, um die Route beizubehalten. Im Test zeigte sich die Navigation im Nahbereich der RTK-Antenne von ihrer besten Seite: Die Bahnen wurden präzise und gleichmäßig abgefahren, der Roboter hielt seine definierten Grenzen zuverlässig ein.

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Bei zu großer Entfernung zur RTK-Antenne kann sich der ANTHBOT verirren

Bei zunehmender Entfernung zur Basisstation wurde die Signalqualität jedoch spürbar schwächer – der M9 verlor zeitweise die Verbindung und hatte erkennbare Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Für großflächige Gärten, bei denen weite Teile der Rasenfläche weit von der RTK-Antenne entfernt liegen, kann das ein Problem darstellen. Die KI-gestützte Hinderniserkennung der beiden Frontkameras ist auf mehr als 1.000 Objekttypen trainiert, darunter Menschen, Tiere und typische Gegenstände im Garten.

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Die KI-Kamera arbeitet zuverlässig

In der Praxis arbeitete das kamerabasierte System recht zuverlässig: Hindernisse wie Gartenmöbel, Spielzeug oder Haustiere wurden erkannt und umfahren, ohne dass der Roboter feststeckte. Der M9 hat die Kartengrenzen im Test einmal leicht verlassen, was zu einem Festfahren an einer Kante führte. Zu potenziellen Gefahrenquellen sollte beim Kartieren daher stets etwas Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Mähleistung

Die Mähleistung gibt ANTHBOT mit bis zu 150 m² pro Stunde an. Der 5-Ah-Akku bietet bei einer Ladezeit von rund 90 Minuten eine solide Kapazität, die für typische Gärten mittlerer Größe oft für eine vollständige Mahd ausreicht. Bei größeren Flächen kehrt der M9 automatisch zur Station zurück und setzt den Mähauftrag nach dem Laden fort.

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Das Schnittbild ist grundsätzlich ordentlich: Der Rasen wird gleichmäßig und leise bearbeitet, der Geräuschpegel liegt im Normalbetrieb unter 58 dB, was ihn auch für den Einsatz in den frühen Morgenstunden oder am Abend angenehm unauffällig macht. Allerdings zeigte sich im Praxistest ein bekanntes Problem bei RTK-Mährobotern.

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Vereinzelt blieben nämlich ungemähte Bahnen stehen, was vermutlich auf minimale Positionsungenauigkeiten bei der Navigation zurückzuführen ist. Bei einem zweiten Durchlauf wurden diese Lücken in der Regel geschlossen. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 30 und 70 mm einstellen, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist.

Fazit

Der ANTHBOT M9 ist ein solider Mähroboter der Mittelklasse, der mit seiner kompakten Bauweise, der modernen RTK-Navigation und der zuverlässigen KI-Hinderniserkennung überzeugt. Für Gärten bis rund 900 m² mit guter Sichtverbindung zur RTK-Antenne ist er eine empfehlenswerte und preislich attraktive Alternative zu teureren Modellen mit LiDAR-Technologie. Einschränkungen gibt es vor allem bei der Signalstabilität: Wer einen weitläufigen Garten mit großem Abstand zur RTK-Basisstation hat, sollte die Navigation unter Realbedingungen sorgfältig testen. Auch das gelegentliche Stehenlassen einzelner Mähbahnen trübt das ansonsten gute Gesamtbild leicht.

Silver Award für ANTHBOT M9 - 06/2026ANTHBOTM906/2026

VORTEILE

  • Kompaktes Design
  • Vollband-RTK-Navigation mit dualer KI-Kamera
  • Multi-Zonen-Verwaltung für bis zu 20 Bereiche
  • Deutlich günstiger als vergleichbare Konkurrenzmodelle
  • Automatische Einsatzplanung mit Wetter- und Lichtsensor
  • Präzise Navigation im Nahbereich der RTK-Antenne

NACHTEILE

  • RTK-Signalverlust bei Entfernung zur Basis
  • Jährliches 4G-Abo für 39,99 Euro erforderlich

Detailbewertung

Design und Verarbeitung89
Navigation86
Hinderniserkennung90
Bedienkomfort88
Mähleistung87
Preis-Leistungs-Verhältnis90

Fazit

Der ANTHBOT M9 ist ein solider Einstieg in die RTK-Mähroboter-Klasse für kleine Gärten mit freier Sicht zur Antenne. Bei größeren Flächen oder schwachem RTK-Signal zeigt er Orientierungsschwächen.

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