Aachener Untergrund Kultur

10. April 2012

EUROCK und andere Open Air-Festivals in Alsdorf

Filed under: Rock im Kreis Aachen — Bübbes Kehr @ 5:00 pm

Das sogenannte „Freizeitgelände“ an der B57 diente das ein und andere Mal als Location für Open Air-Festivals, meines Wissens zum ersten Mal 1984, als bei „Rock im Park“ leider ohne meine Anwesenheit u.a. THE CURE, TALK TALK, THE CHAMELEONS und THE CULT auftraten. 1989 fand dann das erste „Eurock“ statt und bot als Highlight die brachialen australischen Landburschen COSMIC PSYCHOS, von deren Auftritt wohl auch ein Bootleg herumschwirrt. Sonst waren u.a. noch vertreten: Die jüngst reformierten JINGO DE LUNCH (mit Ex-Aachener Tom S. an der Gitarre), KMFDM, URBAN DANCE SQUAD und die französischen Funpunker LUDWIG VON 88. Das für meinen Geschmack wohl beste Line-Up bat das Festival ein Jahr darauf, und dieser zufällig auf youtube gefundene Clip der MOVING TARGETS brachte erst den Anstoß dazu, diesen Artikel hier zu verfassen:

Der Clip wurde offensichtlich noch mit anderen Gigs zusammengeschnitten, die Aufnahmen bei Tageslicht stammen aus Alsdorf. Mit den sympathischen Postpunkern aus Boston wollten wir eigentlich auch ein Interview führen, was aber daran scheiterte, daß man als Aufzeichnungsmaterial nur einen Kugelschreiber und keinen Kassettenrekorder dabei hatte und der Kugelschreiber zudem an den Schlagzeuger verliehen wurde und nie wieder gesehen ward. Dafür durften wir ihnen aber den Backstage-Rotwein wegsaufen. Ein weiteres Highlight 1990 waren die Briten MEGA CITY FOUR um den vor 5 Jahren verstorbenen Sänger Wiz, eine der feinsten melodischen Punkbands, die man sich zu dieser Zeit reinpfeifen konnte. Headliner waren SOUL ASYLUM, und das, als sie noch eine härtere Gangart anschlugen, bevor sie dann 1-2 Jahre später meinten, mit dem Schmusesong „Runaway Train“ in die Charts kommen zu müssen. Sonst sind noch die Belgier PARANOIACS in positiver Erinnerung von diesem Festivaljahr, an dem, meine ich, auch das Wetter am Besten gewesen war.

1991 stachen die Lofi-Rocker DEAD MOON aus dem Programm hervor, wobei sie auf so einer großen Open Air-Bühne ein wenig deplaziert aussahen, gefolgt von UNION CARBIDE PRODUCTIONS aus Schweden, deren überaus agilen Sänger man in seiner aktuellen Truppe THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES nun mal überhaupt nicht mehr wiedererkennt. Sonst noch am Start: DER START, BABES IN TOYLAND, CLAW BOYS CLAW, CHUMBAWAMBA und andere. Intermezzo 1992: Zum einzigen Mal machte auch das BIZARRE FESTIVAL in Alsdorf halt, zum Line-Up gehörten neben BLUR, CARTER USM, THE POGUES, RUNRIG, schon wieder URBAN DANCE SQUAD auch die RAMONES. Wer aber extra für Letztere das teure Ticket gelöst hatte, dürfte sich ziemlich in den Arsch gebissen haben, brachen diese ihr Set doch bereits nach 6 Songs ab. Wir standen kostenfrei auf einem nahegelegenem Hügel und ich meine, mich zu erinnern, daß der Abbruch stattfand, weil die Bühnen-Absperrung den pogenden Massen nicht standgehalten hat. Hier steht allerdings etwas davon, daß sich CJ den Arm gebrochen hat, vielleicht hängt das eine mit dem anderen ja auch zusammen…

1992 fand dann auch das letzte Eurock statt und war plötzlich auch recht teuer geworden (89 und 90 war noch freier Eintritt, 91 noch recht billig, wenn ich mich recht erinnere). Bandmäßig bekam man geboten: MONSTER MAGNET, BLUMFELD, JAH WOBBLE, THE WALKABOUTS sowie unter anderen noch die feinen französischen Gitarrenfräser LES THUGS, an deren Auftritt ich mich noch am besten erinnern kann. (Monster Magnet war wohl schon zu spät und, äh, zu zu.) Via einer Blumfeld-Fanpage stieß ich auf diesen Romanauszug des auch hier als Kommentator verehrten Herrn kilowatt, der nicht nur das 92er-Festival beschreibt, sondern auch noch einige Erinnerungen an den 84er-Event enthält. Meine Flyer und Fotos zu den Festivals sind seit Umzug noch nicht wieder aufgetaucht, also gibt es zur Illustration gleich noch einen Clip der Moving Targets. Ergänzungen zu den Erinnerungslücken, persönliche Anekdoten und weiteres sind wie immer in den Kommentaren gerne gesehen.

4. April 2012

Duffesheide

Filed under: Aachener Umland, ENK — karl pach @ 6:35 am

Immer eine schöne Idee ist mal einen Sonntagsspaziergang nach Duffesheide zu unternehmen. Als beste Reisezeit ist der Spätseptember empfohlen, dann steigt dort das legendäre „Duffesheider Kartoffelfest“.


Nicht so gut zu erkennen auf dem ersten Foto, Werbung für ein Aachener Privattheater mit hinten angeschlossener Schaufensterpuppen Performance. Daneben steinerne Türwächter. Gegenüber Reminiszenez ans Industriezeitalter.


Variationen typischer Holzhäuser.


Weitere Wohn/Ruhestätten.


Vorgarten Schutzmauer-Gestaltung, duffesheider Abart thailändischer Geisterhäuschen?


Spätfolgen des Kartoffelfestes.

2. April 2012

The Voices in the Distance – Nachschlag

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Bands, New wave in Aachen — karl pach @ 5:45 am

Tommy von Tape Attack war so nett und hat uns das Cover des Demo Tapes von den Voices geschickt:

Dann gibts auch noch weitere Fotos der Band:

30. März 2012

Unser Dorf soll schöner werden Pt.1

Filed under: Aachener Untergrund — karl pach @ 5:57 am

Als Auftakt zu einer Serie von Bilderstrecken, folgend einige Schnappschüsse der Ausbuddelergebnisse auf dem Areal des  alten Bushofs.  Man sieht unter anderem die Kellerreste der alten Schule, welche im letzten Krieg zerbombt wurde. Unten links ein Brunnen aus dem 12. Jahrhundert.

12. März 2012

The voices in the distance

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Bands, New Wave — karl pach @ 10:16 am

Die Aachener Wave Band „The voices in the distance“ war Mitte der 80er aktiv. Musikalisch einzuordnen irgendwo mittendrin im New Wave-Gothic-EBM Thema. Vorzuweisen hatte die Combo eine Kassetten Veröffentlichung sowie diverse Konzerte. Ob es weitere Tapes gab wird noch erforscht. Es folgt eine hübsche Materialsammlung…

Infos, Zettelbeilagen, Schnipsel:

Konzertaushänge, Eintrittskarten und Bandfotos:

Ein „Best of“ MP3 Pack gibts hier zum runterladen: http://www.filedropper.com/voicesinthedistance

8. März 2012

Aachen-Tourismus 2012

Filed under: Aachen bizarr, absoluter Bockmist, Drogenszene Aachen — Dieter Antonio Schinzel @ 12:43 am

[Dieter Antonio outet sich hiermit als ex-Aachener, den es vor knapp drei Jahrzehnten wegzog. Weil er aber seit einiger Zeit in den Niederlanden lebt, verschlägt es ihn wieder ab und zu in die Stadt. Hier seine Reisefotos aus den ersten Märztagen.]

Bahnhof Mönchengladbach

Zugpanne erzwang Umweg. Umsteigen in Mönchengladbach.

Aachen Hbf

Unerwartete Heimatgefühle am Aachen Hbf...

Rotterdam Terror Corps

...mit dem Rotterdam Terror Corps.

Kaiserplatz

Kaiserplatz, traditionell.

Apotheken-Schaufenster

Apotheke gegenüber, innovativ.

Las Vegas Aachen

Vegas...

Vegas

...mit Aachener Skyline.

Berlin Grill

Direkt gegenüber. Könnte tatsächlich als Kottbusser Damm durchgehen.

Rocky Erotikshop

Was war die Inspiration? Rocky Mountains, Rocky I-IV, Graciano Rocchigiani oder die Rocky Horror Picture Show?

Obst & Gemüse

Gegenüber.

WC Stadbibliothek

Erneute Berlin-Reminiszenz (ans "Schwarze Café") im Klo der Stadtbibliothek, mit seinem Anti-Junkie-Schwarzlicht.

Hifi am Bushof

Hier wäre ein gesonderter Blog-Artikel fällig.

The Web

Hier wohnt es.

Guy Fawkes

Auch Aachen ist unterwandert.

IBM Aachen Die

Luxusprobleme.

Raja Market

Geschäftsidee, geboren aus der gemeinsamen Nationalfarbenkombinatorik von Indien und Jamaika.

Atelier am Marschiertor

...

Inferno Aachen Kennedy Getränkemarkt

Für Einheimische sicher schon ausgelutscht.

Monchhichi

Schockierendes déjà-vu Aachener 70er Jahre-Kultur (im Kaufhof).

Ehrenmal

Brecht vorm "Ehrenmal": V-Effekt via Situationismus und Street Art wieder zurück zum V-Effekt.

7. März 2012

Testcard rezensiert Neros tanzende Elektropäpste, Abnorm und UFOs über Palästina

Testcard, die ein- bis zweimal jährlich erscheinende, von uns sehr geschätzte Anthologie „zur Popgeschichte und -theorie in deutscher Sprache“, enthält in ihrer aktuellen 21. Ausgabe eine ausführliche Rezension der Cassetten-Wiederveröffentlichung von Neros tanzenden Elektropäpsten, Abnorm und UFOs über Palästina. Geschrieben wurde sie von Frank Apunkt Schneider, dem von uns ebenfalls sehr geschätzten Punk-/NDW-Experten:

NEROS TANZENDE ELEKTROPÄPSTE hätten sich auf jeden Fall eine schicke Vierfach-LP-Box verdient, bleiben aber verpackungsmaterialästhetisch (und preislich) auf dem Teppich des DIY und übernehmen ihre Boxwerdung (mit Hilfe von Frank Rowentas Eigenbau-Label) lieber gleich selber. Ihre vier Tapes trugen semantisch beschwingte Titeln wie »Hamsterfunk aus der Landesanstalt« und stecken – zu zwei Kassetten zusammengefasst – in einer im besten Sinne schön schäbigen Plastikdoppelkassettenbox, umhüllt von einer Collage, die u. a. »Vergessene Welthits 1981-1983« verspricht. Das wäre dann (minus eventuell ein paar Samplerbeiträge) das Gesamtwerk, und es ist tatsächlich jede Sekunde Lebenszeit wert ist, die die Rezipient_innen aufwenden müssen, um sich da durchzuackern. Aus der NDW-Kassettenflut stachen NTEP vor allem deswegen heraus, weil im Herzen ihrer drauflos rappelnden Neutönerei die Fähigkeit waltete, sich absurde Stücke und Texte nicht bloß auszudenken, was ja für den einen oder anderen vergessenen Welthit bereits gereicht hätte, sondern sie auch in eine stimmige Form zu bringen, die noch nicht ganz Holger Hiller (auf »Ein Bündel Fäulnis in der Grube«-Höhen) war, aber doch die neuen Möglichkeiten, die damals kurz in der Luft lagen, angemessen bescheuert bündelte. Dazu gehörten natürlich die Residents (die in der deutschen Provinz ja etliche Kreativitäts-Tsunamis-im-Wasserglas entfachten), aber eben auch Morgan Fischers Hybrid Kids, Maurizi Bianchis Frühwerk als Sacher Pelz (ansatzweise), Diederich Diederichsens Konzept-pour-le-Konzept-Gruppe Nachdenkliche Wehrpflichtige, das gute alte Kunstlied (nach der zweiten Chemotherapie) und flirrende Kraut-Psychedelic-Missverständnisse. Aufgemischt wird das durch dadaistisch gebriefte Dubs und eine Prise Schuhschachtel-PIL (»Metal Box«-Phase). Der eben erst aufgebrochene (und dann auch gleich wieder beerdigte) Wahnsinn mal nicht als Kindchenschema seiner selbst, sondern als eine sehr ernsthafte Form von bedingungslosem Unernst.

Neu war mir, dass bei NTEP 1983 nicht einfach die Bürgersteige hochgeklappt wurden, sondern dass sie ihr Konzept in elaborierterer Form als UFOS ÜBER PALÄSTINA noch ausdifferenzierten. Deren Aufnahmen halten, was der Name und Songtitel wie »Möbel aus dem Jenseits«, »Geistergulasch« und »Gott hat große Füße« versprechen. Ihre Doppeltapebox (baugleich mit der von NTEP) versammelt Material aus den frühen 1990ern (ob jemals, und wenn ja: in welcher Form, veröffentlicht, bleibt unklar), die im besseren Sound der Zeit die guten bis sehr guten Texte eben auch besser zur Geltung bringen. Ohne deswegen weniger albern zu sein, haben diese einen stärkeren politischen Akzent bekommen (vielleicht sogar einen antideutschen? Oder ist das alles bloß »wirr« gemeint). Sie wollen nämlich durchaus etwas, z.B. nervtötende religiöse Gefühle verletzen. Unterlegt wird das von halbsperrigem Synthiepop, der fast bis knapp vor die Türschwelle zu AG Geige und den Legendary Pink Dots kommt, bevor er wieder zerfällt. Auch hier wäre eine zwanglose Doppel-LP zu rechtfertigen gewesen.

Bevor eines der beiden Spaltprodukte der auseinander gebrochenen Herzogenrather Urpunkgruppe Rückstand NTEP werden konnte (das andere wurden die Seltsamen Zustände) musste es freilich noch kurz die Interimsgruppe ABNORM geben. Sie haben uns die Kassetten Leise flehen meine Lieder und Letzte Ölung hinterlassen, denen Eigenbau eine dritte, abermals baugleiche Box stiftet. Mit etwas konfuserem (aber deswegen nicht schlechterem) Konzept werden auch hier die auseinanderstrebenden Enden der neuen Ästhetik noch mal provisorisch verknotet, so dass Ewiggestriges mit einem Schwall neuer Geräusche beworfen werden kann. Auf Letzte Ölung klingt das manchmal grob nach den frühen Cabaret Voltaire-Tapes und immer einen Tick seltsamer (und krypto-aggressiver) als der Minimal-Synth-Kram, den ständig alle wiederveröffentlichen zu müssen glauben. Auf Leise … verpuppt sich das dann noch einmal zu White-Funk-Krach der Geschmacksrichtung »NDW« (wie zeitgleich bei den Atlantikschwimmern oder Familie Hesselbach zur Vollendung gebracht). Das ist zwar natürlich nicht wirklich Celluloid-fähig, aber doch hübsche Schuhschachtelmusik, die so ähnlich auch von Dit Schütte (of Pissende Kuh Kassetten-fame) hätte kommen können. Obenauf gibt es noch eine O-Ton-Collage aus öffentlich-rechtlichem Journalistengeschwätz (vermutlich dem »Frühschoppen« des ehemaligen NSDAP-Mitglieds Werner Höfer entnommen, der gewissermaßen »BRD as BRD can« war). Im Unterschied zu zahllosen Medienschnipsel-Collagen-Tapes der Zeit (wie sie z.B. gerne bei Reitende Pferde Kassetten herausgegeben wurden) hat Abnorm wohl tatsächlich Burroughs gelesen. Jedenfalls überliefern sie nicht bloß historische Margarinewerbung (was ja auch irgendwer machen musste), sondern »The sound of mediales Bewusstsein 1981«. (www.eigenbau.rowenta.cc/)

Wir danken Frank Apunkt Schneider und Johannes Ullmaier von testcard für ihre freundliche Erlaubnis – nein: sogar tatkräftige Unterstützung-  dieses Blogbeitrags.

27. Februar 2012

Reinfall Tapes – mehr Schnipsel & Leserbrief

Filed under: Reinfall Tapes, Uncategorized — karl pach @ 8:21 am

Kollege Kilowatt war so nett und hat noch 3 alte Schnipsel zum Reinfall Tapes Umfeld geschickt. 2 Kassetten Besprechungen sowie der Bericht über den Ringelpietz Presseball. Letzteres wohl ein Highlight damaligen Eschweiler Kulturlebens.

Dieter Antonio wünschte sich in seinem Letzten Artikel den Leserbrief, welchen ENK 83 der Spex schickte. Kilowatts Archiv konnte auch hier helfen:

26. Februar 2012

Was war da mit der CDU los?

Filed under: Aachen bizarr, Politik, Willi Kappes — karl pach @ 10:42 am

Es folgen 3 historische Dokumente aus dem Jahr 1976. Wir sehen einen Wahlstand der CDU, aufgestellt am alten ASEAG Depot in der Talstraße.

Die musikalische sowie ideologische Betreuung besorgte hier, der wohlbekannte Aachener Musiker, Willi Kappes.

Es handelt sich tatsächlich nicht um einen Gag des Herrn K., sein Freiluft Konzert neckisch mit einem CDU Sonnenschirm zu schmücken. Wir sehen einen realen Wahlstand dieser Partei! Was war Beweggrund ausgerechnet Herrn K. einen Wahlstand managen zu lassen? In einer Zeit wo diese Partei vehement den Sexualkunde Untericht in Schulen bekämpfte, über Todesstrafe für Terroristen sinnierte, etc. erwartet man eigentlich die Abordnung eines Kirchenchores oder so. 1976 hatte dieser Haufen seinen Wahlkampf mit einer Single (kleine Schallplatte) aufgepeppt, „Komm aus deiner linken Ecke“. In Manier eines asozialen Karnevalsschlagers sollte das Wahlvolk auf den rechten Weg gebracht werden. Die Walkampfplakate zierte, gleich dem Singlecover, ein paar grüner Boxhandschuhe.

Der Musikant war seinerzeit Mitglied der Partei. Wie er das Kunststück vollbrachte seinen Auftritt unter CDU Obhut zu absolvieren bleibt trotzdem Schleierhaft. Der Aufstellort macht die Geschichte noch bizarrer. Hätte die Partei den Stand in einem Studentenviertel aufgestellt, könnte man darin den Versuch sehen, die gebildeteren Schichten durch einen originellen Auftritt, für sich zu gewinnen.

Offenbar hatte die CDU nicht recherchiert wen sie da auf die Öffentlichkeit loslässt. Folgender Scan eines Konzertplakates aus dem Jahr 1974 belegt, das der Musiker mit Subjekten wie der Gruppe „Stoned Gnome“ auftrat.

 

10. Februar 2012

Noch mehr historische Reinfall Tapes-Rezensionen

Matthias Lang, Macher des Fanzines Irre, blieb auch Ende des Jahres 1982 seiner Liebe zu Aachener Reinfall-Tapes treu – siehe unsere beiden früheren Beiträge – und rezensierte drei weitere von ihnen in der Dezember-Nummer von Scritti, jener kurzlebigen Frühachtziger-Spex-Alternative, an der u.a. der spätere Musikindustrieboss Tim Renner sowie Krawall-Anwalt Joachim Steinhöfel mitwirkten. Die Kollegen von Tape Attack haben gerade einen Scan des Hefts online gestellt. Zitate von Seite 19 und 20 (mit originalbelassener Rechtschreibung):

NERO’S TANZENDE ELEKTROPÄPSTE
Portrait einer Legende
C-30
Hier mal wieder ein echt gutes Synthi-Tape. Die Songs sind alle sehr sehr interessant aufgenommen, teilweise mit Gesang. An manchen Stellen taucht eine rhythmische Funkgitarre auf, die den Sound jedoch nicht wesentlich verändert. Wie ihr aus meinen Besprechungen vielleicht schon bemerkt habt, stehe ich auf weißen Funk. Hier allerdings nur angedeutet, die Hauptmerkmale setzt der Synthesizer.

T E Musik / II
C-30
Das zweite Tape von T.E. Hier möchte ich auch gleich auf sein anderes Werk hinweisen, daß einige absolute Knüller enthält. Jedoch enttäuscht mich dieses Werk hier ein wenig. Zu wenig neues gibts zu hören, doch das alte wird in guter Manier serviert. Die einzelen Stücke sind sehr konservativ gespielt, mit einem guten Punkeffekt versehen. Anspieltips gibt’s keine, hört euch diese Cassette mal an.

Sprudelnde Vielfalt
Sampler 2 C-60
Der zweite Sampler vom Reinfall Label. Mit dabei natürlich alle bekannten Reinfall Gruppen und Solisten: Kronprinzen /  Zeitzeichen / Reinfall Duo / Seltsame Zustände / Rückstand / Perlen vor die Säue /Abnorm / T.E. Musik / Neros tanzende Elektropäpste. Die Musikrichtung ist so, wie es auf einem Sampler sein soll. Abwechselnd, einfallsreich und gekonntes mit amateurhaftem vermischt. Hervorheben möchte ich die Beiträge von Rückstand (siehe dazu letzte SCRITTI, Rückstandtape) und T.E. Musik, dessen erster Song „Disziplin“  stimmlich sehr an BAP erinnert. Kommt wohl daher, daß T.E. Kölner ist. Dann noch sein zweiter Beitrag: „Körper“… und sie kommen in weißen Anzügen und tragen deinen Körper weg…“. Ein guter Überblick über das Reinfall-Label, die schon mehrere gute Tapes veröffentlicht haben.

Elektropapst ENK klebte die Rezension von „Portrait einer Legende“ in seinen Fanzine-Artikel über Neros tanzende Elektropäpste, der ’83 in der siebten Nummer von Irre erschien, womit sich der Kreis schloss. Und schrieb einen Leserbrief in Spex, der mit dem Satz endete: „Die Scritti schlägt Euch um Längen“. (Falls jemand den noch hat, bitte scannen und uns schicken.)

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