Über steigende Mieten, fehlende Wohnungen und Verdrängung wird viel gesprochen. Die Wohnkrise prägt politische Debatten und bestimmt Wahlkämpfe, und doch verändert sich wenig. Dabei geht es um weit mehr als um Quadratmeter und Neubauzahlen. Wohnen bedeutet Schutz, Zugehörigkeit und die Möglichkeit, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Der Schwerpunkt fragt danach, warum die Krise immer größer wird, welche gesellschaftlichen Entwicklungen dahinterstehen und wie Lösungen aussehen könnten.
Mit der geplanten Pflegereform setzt die Bundesregierung weiterhin auf weibliche Familienangehörige als kostenlose Pflegekräfte. Das ist grob fahrlässig, meint unsere Online-Kolumnistin Antje Schrupp.
Mit ihrer Wortschöpfung „Gemeinweh“ beschreibt EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs beim diesjährigen Johannisempfang die Sehnsucht nach Gemeinschaft in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.
Beim ersten „Thementag Kirchbau“ in Dessau ging es um mehr als Denkmalschutz und Umnutzung. Zwischen „Seele und Substanz“ wurde sichtbar, wie sehr Kirchengebäude zu Prüfsteinen kirchlicher Zukunft geworden sind. Das berichtet unser Autor, der Dramaturg und Schriftsteller Andreas Hilger.
Was, wenn der Tod nicht das letzte Wort hat? In Karl Ove Knausgårds Roman Arendal entdeckt Klaas Huizing eine überraschende Annäherung an ein lange vernachlässigtes Thema: die Unsterblichkeit. Eine Kolumne über die Reichweite des Spürens, Nahtoderfahrungen und einen Denker zwischen Wissenschaft und Mystik.
Die „Zeugen Jehovas“ waren die einzige christliche Glaubensgemeinschaft, die in der NS-Diktatur kollektiv Widerstand leistete. Hunderte von ihnen wurden deshalb von den Nazis ermordet. Mit einem Denkmal im Berliner Tiergarten wird nun endlich ihrer gedacht, berichtet der Journalist Igal Avidan.
Die Enthüllung der Hitparade mit den 50 beliebtesten Bachkantaten ist vollbracht. Und mit „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“, dem sogenannten Actus Tragicus, landete eines der mutmaßlich frühesten Werke auf Platz 1. Erwartbar? Sicher, meint zeitzeichen-Chefredakteur Reinhard Mawick, der bei allen zwölf TOP-50- Konzerten beim Bachfest Leipzig „live“ dabei war.
Vor 100 Jahren starb der Architekt Antoni Gaudí bei einem Verkehrsunfall in Barcelona. Sein wohl berühmtestes Bauwerk, die Sagrada Família, ist noch immer unvollendet. Doch es gibt zwei andere Kirchen in der katalanischen Metropole, die vielleicht mehr über Gaudí und seinen Glauben erzählen, als die überfüllte Touristenattraktion. Die zeitzeichen-Volontärin und Kunsthistorikerin Anna Hofer hat alle drei besucht.
Der Würzburger Systematiker Klaas Huizing analysiert die Krise der Theologie zwischen Bedeutungsverlust und sinkenden Studierendenzahlen – und mischt sich ein in die aktuelle Debatte um die Reform des Theologiestudiums. Er empfiehlt einen kollegialen Lieferservice aus anderen Disziplinen.
Biblische Texte sprechen offen von Gewalt – doch nicht alle kommen im Gottesdienst vor. Die Perikopenordnung filtert, kürzt und streicht. Johannes Greifenstein, Professor für Praktische Theologie an der Universität Jena, sieht dies kritisch.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine findet auch die Konferenz der Europäischen Kirchen (KEK) gegenüber Russland und dem Moskauer Patriarchat klare Worte.
Die Theologin Alwine Schneider versteht die Klimakrise als ein Querschnittsthema, das alles verbindet. Diesen Gedanken vertieft sie in ihrer Doktorarbeit.
Erstmals beendet eine Landeskirche im Raum der EKD das Beamtentum für Pfarrer - ein längst überfälliger Schritt in die Realität der Kirche des 21. Jahrhunderts.
Jürgen Israel gibt Geflüchteten seit rund zehn Jahren Unterricht in Deutsch, und das ehrenamtlich. Er blickt zurück auf diese lange Zeit als Vermittler der schweren deutschen Sprache.
Die Kirche bezieht Position, sie mahnt, sie beteiligt sich an öffentlichen Debatten. Eine Kirche, die schweigt, wo Menschen leiden, würde ihrem Auftrag nicht gerecht werden. Und doch bleibt eine Frage, die tiefer reicht: Woraus lebt sie?
Dass Paulus und das frühe Christentum nicht im Gegensatz zum Judentum interpretiert werden, ist eines der Ziele des Projekts „Corpus Judaeo-Hellenisticum Novi Testamenti digital“ im Programm der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.
Gespräch mit der Soziologin Lisa Vollmer über Charakteristika der aktuellen Wohnungskrise, Mieterbewegungen, soziale Ungleichheit und die sozialökologische Transformation.
Bezahlbarer Wohnraum wird in vielen Regionen Deutschlands immer knapper. Die politische Antwort lautet meist: mehr bauen. Doch Neubau allein löst das Problem nicht.
Wer Wohnen als Grundbedingung für ein gutes Leben versteht, kommt an der Frage nach Gerechtigkeit und politischer Gestaltung nicht vorbei, wie der Theologieprofessor und Sozialethiker Torsten Meireis erklärt.
Militärische Wunder konnte man von ihnen nicht erwarten, obwohl die NS-Propaganda genau dies stets vermitteln wollte. Allein diese Erkenntnis lohnt den Besuch in der Ausstellung „Wunderwaffen“ in Dresden.
Wenn man auf dem Rad frontal von einem Auto gerammt wird und durch die Gegend fliegt, ist das keine sehr lustige Erfahrung. Aber Berlin wäre nicht Berlin, ginge es nicht gleich absurd weiter.
Auf mehr als 800 Seiten verfolgt Mirjam Schaub kultur- und ideengeschichtlich verschiedene Ausprägungen von Radikalität von der Antike bis in die Gegenwart.