„Journalisten – das sind doch die, die das auf aufschreiben, was die Regierung ihnen sagt. Die eine Agenda verfolgen, anstatt unabhängig zu berichten. Die Lügenpresse.“ Das sind Sätze, denen Journalisten und Journalisten überall auf der Welt konfrontiert sind. Auch hier in Berlin.  Nichts davon ist wahr. Doch wie Journalisten arbeiten, welche Qualitätskriterien für unsere Arbeit gelten und was die wirtschaftliche Grundlage für Journalismus ist, ist vielen Menschen nicht bewusst. 

Vorneweg, Journalismus ist einer der Grundpfeiler unserer Demokratie. Er fußt auf der im Grundgesetz in Artikel 5 verankerten Meinungsfreiheit. Journalisten müssen unabhängig berichten, ohne in ihrer Recherche behindert oder von einer Regierung gelenkt zu werden. Medien sollen Politik und Wirtschaft kritisch begleiten, Informationen einordnen und in Kommentaren bewerten.  

Zugleich benötigt Journalismus das Vertrauen seiner Leser. Deshalb haben wir uns entschieden, mit diesem Text zu erklären, wie Journalisten eigentlich arbeiten. Wir wollen Ihnen Einblick in unsere Arbeit geben und erklären, welchen Qualitätsmaßstäben wir uns verpflichtet fühlen, um Sie nach bestem Wissen und Gewissen zu informieren.  

Unsere Mission und Werte 

 Freier und wahrheitsgetreuer Journalismus ist das Rückgrat unserer Demokratie. Deshalb informieren wir Sie nicht nur über Schlagzeilen, sondern erklären auch Hintergründe. Wenn etwa in Neukölln ein neues Wohnprojekt entsteht, sprechen wir mit Anwohnern, Architekten und Stadtplanern. So erhalten Sie ein vollständiges Bild. Nur so können Sie sich selbst eine Meinung bilden und ihre eigenen Schlüsse ziehen.   

Grundlagen unserer Arbeit

Die Pressefreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes ist zugleich Verpflichtung für uns. Zugleich dient uns der Pressekodex als ethische Selbstverpflichtung. Wir berichten ehrlich, fair und respektvoll. Wir respektieren Schranken wie Jugendschutz und Persönlichkeitsrechte – zum Beispiel verzichten wir bei minderjährigen Personen auf Fotos.   

Das Gesetz im Wortlaut finden Sie hier

Wer steht eigentlich hinter der Berliner Morgenpost? 

Die Berliner Morgenpost wurde 1898 gegründet und ist seit 2014 eine Zeitung der FUNKE Mediengruppe. Das familiengeführte Unternehmen fühlt sich der Pressefreiheit verpflichtet und investiert nachhaltig in guten Journalismus. Die Artikel in der Berliner Morgenpost stammen überwiegend von festangestellten Journalisten und darüber hinaus von mehreren freien Autoren und Nachrichtenagenturen. Die überregionalen Themen kommen aus der sogenannten Zentralredaktion – das sind Kollegen, mit denen wir hier in Berlin gemeinsam arbeiten, und die auch die anderen FUNKE-Regionalmedien mit Inhalten beliefern. Wir berichten unabhängig von staatlichen Stellen

Wie wir das alles finanzieren

Wir finanzieren unseren Journalismus ausschließlich durch Werbung und Einnahmen aus dem Verkauf bzw. durch Abonnements. Für unseren Journalismus gibt es keinerlei staatliche Subventionen.  

Wir trennen redaktionelle Berichte strikt von Werbung. Diese ist immer klar als solche gekennzeichnet. Journalisten nehmen keine Geschenke an, Reisekosten übernimmt immer der Verlag. Wenn wir eine Pressereise begleiten, weisen wir im Artikel darauf hin, dass sie von einem externen Veranstalter organisiert wurden.  

Woher wir unsere Informationen bekommen

In unserer Redaktion arbeitet eine Vielzahl von Journalistinnen und Journalisten, die jeden Tag unterwegs sind, um die besten Geschichten für die Berliner Morgenpost zu recherchieren. Uns erreichen Informationen auf vielen Wegen. Zusätzlich nutzen wir verschiedenen Nachrichtenagenturen, um täglich auf dem Laufenden zu bleiben. Von vielen Organisationen, Parteien und Unternehmen erhalten wir zudem Pressemitteilungen, die als Input für Geschichten dienen. Wir beobachten auch, was andere Medien berichten. Und zitieren deren wichtigste Recherchen. In Redaktionskonferenzen diskutieren wir jeden Tag eine Vielzahl von Themen. Im Austausch hier in der Redaktion entstehen oft die wertvollsten Ideen und Ansätze für neue Artikel.  

Qualität und Sorgfalt für Ihr Vertrauen 

In unseren Berichten sind Fakten immer geprüft. So bemühen wir uns bei Recherchen immer um die Bestätigung von zwei unabhängigen Quellen. Unbestätigte Gerüchte kennzeichnen wir klar als solche – etwa: „Obwohl Anwohner von Explosionen berichten, fehlt bislang eine offizielle Bestätigung.“ PR-Texte kennzeichnen wir deutlich, damit Sie erkennen, wer sie bezahlt hat. Leser­briefe kürzen wir, wenn sie diskriminierende Inhalte enthalten. Manches Mal auch, wenn sie schlicht zu lang sind.  

Bei vermissten Personen klären wir vorab mit Polizei und Angehörigen, ob Name und Foto veröffentlicht werden dürfen. Bei Suiziden verzichten wir auf Namen und Details, um Nachahmungen zu verhindern. Das schützt Betroffene und deren Familien vor zusätzlichem Leid.  

Trotz aller Sorgfalt können Fehler passieren. Wenn etwa ein Name falsch geschrieben wurde, korrigieren wir umgehend online und in der nächsten Print-Ausgabe. Wir erklären zudem, was sich geändert hat – zum Beispiel: „In unserer Online-Meldung vom 12. Juni haben wir den Nachnamen korrigiert.“  

Persönlichkeitsrechte und Diskriminierungsfreiheit  

Wir respektieren das Privatleben von Privatpersonen. Ausnahme ist das „öffentliche Interesse”, etwa bei politischen Entscheidern. Niemand wird bei uns wegen ethnischer oder sozialer Herkunft, Religion, körperlicher Einschränkungen, Geschlecht oder sexueller Herkunft benachteiligt. Diskriminierende Äußerungen schneiden wir aus Beiträgen heraus und markieren die Kürzung. 

Für welches kulturelle Leitbild die FUNKE Mediengruppe steht, können Sie hier nachlesen 

Bei Meldungen über Straftaten behandeln wir Betroffene als unschuldig, bis ein Gericht entscheidet. Wir berichten über Verfahren klar und sachlich, ohne Vorverurteilung. Zum Beispiel schreiben wir: „Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe“ statt „Der mutmaßliche Täter…“.  

Transparenz in der Berichterstattung  

Texte kennzeichnen wir mit dem Namen oder Kürzel des Autors oder der berichtenden Nachrichtenagentur. Wenn wir aus einem Artikel eines anderen Mediums berichten, nennen wir immer die Quelle. 

In unseren Texten erkennen Sie sofort, was Fakt ist und wo die persönliche Einschätzung eines Redakteurs beginnt. Nachrichten laufen ohne Wertung, Kommentare tragen einen eigenen Hinweis.  

Informantenschutz

 Wir schützen unsere Quellen. Namen geben wir nur mit ausdrücklicher Zustimmung preis. Bei besonders schweren Kapitalverbrechen kann eine enge Abstimmung mit Ermittlungsbehörden nötig sein, um neue Hinweise zu sichern.  Möchten Sie uns anonym Informationen über Missstände in Berlin zukommen lassen? Dann verwenden Sie bitte diese E-Mail-Adresse: hinweise@morgenpost.de.

Klare Sprache und Gendern  

Wir schreiben wertschätzend und diskriminierungsfrei. Bei der ersten Nennung nennen wir beide Geschlechter („Leserinnen und Leser“), danach verwenden wir geschlechtsneutrale Begriffe wie „Team“. Gendersternchen und Binnen-I bleiben außen vor. Unser Ziel: eine inklusive Sprache, die niemanden ausschließt.  

Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz hilft uns bei Routineaufgaben – von der Transkription von Interviews bis zu ersten Textentwürfen. Die finale Qualitätskontrolle übernimmt immer ein Mensch. Was mit der Unterstützung von KI entstanden ist, wird von Journalisten geprüft. Jeder originäre KI-Text bzw. KI-Bild wird gekennzeichnet. So stellen wir sicher, dass unsere Berichterstattung menschlich, unabhängig und verlässlich bleibt.  

Künstliche Intelligenz hilft uns dabei, Themen zu finden, die interessant und relevant sind. Wir setzen KI ein, um Interviews zu transkribieren oder Texte zu übersetzen. KI-Tools helfen uns dabei, Texte besser und verständlicher zu machen. Wir lassen uns von der Künstlichen Intelligenz beispielsweise dabei helfen, die bestmögliche Überschrift oder den bestmöglichen Vorspann für einen Artikel zu finden.  

Wie wir KI in der FUNKE Mediengruppe verwenden, können Sie im Detail hier nachlesen

Es gibt aber auch Grenzen: So setzen wir keine künstlich erzeugten Bilder in nachrichtlichen Zusammenhängen ein. Nur dort, wo bislang auch schon mit Illustrationen gearbeitet haben, können KI-Bilder zum Einsatz kommen. 

Mit diesen Prinzipien arbeiten wir jeden Tag – um Sie bestmöglich zu informieren, damit Sie sich selbst eine Meinung bilden können. Messen Sie uns an diesen Standards und schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen am besten per E-Mail an leserbriefe@morgenpost.de