• 28. März 2026 · 10:40 Uhr

"Ein verdammter Witz": Leclerc tobt nach Energie-Debakel im Qualifying

Laut Charles Leclerc hat ihm sein Quersteher in der Spoon-Kurve nichts gekostet, dafür nervt den Ferrari-Piloten ein anderes Problem gewaltig

(Motorsport-Total.com) - Wie viel Zeit hat Charles Leclerc der Quersteher in der zweiten Spoon-Kurve gekostet - wenn überhaupt? Der Ferrari-Pilot war in der letzten Q3-Runde beim Formel-1-Qualifying in Japan (live im Ticker verfolgen) stark unterwegs und hatte im ersten Sektor sogar die absolute Bestzeit aufgestellt, doch nach einem Fehler ausgangs der Spoon musste er sich am Ende mit 0,627 Sekunden Rückstand mit Rang vier begnügen.

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Charles Leclerc hadert nicht mit seiner Runde, aber mit dem System Zoom Download

Dabei sagt er selbst, dass der Quersteher überhaupt keine Zeit gekostet habe: "Ich habe das Gefühl, viele Leute sagten mir, ich hätte dadurch Zeit verloren. Tatsächlich habe ich aber eine Menge Zeit gewonnen, weil ich so viel Speed mit in die Kurve genommen habe", behauptet Leclerc bei Sky.

"Es war also eigentlich eine gute Sache, dass ich diesen Moment hatte. Und ich glaube nicht, dass es den Rest meiner Runde danach beeinträchtigt hat", betont er. "Das sind eben Dinge, die in Q3 passieren, und besonders bei meinem Fahrstil weiß ich, dass das vorkommt. In der Vergangenheit ist das sehr oft passiert, aber es zahlt sich am Ende mehr aus, als es einem schadet."

Die Daten sprechen allerdings eine andere Sprache: Zwar mag er zunächst eine knappe Hundertstelsekunde auf seine vorherige Q3-Runde gutgemacht haben, weil er schneller in die Kurve und stärker auf das Gas gegangen war, allerdings fällt das Delta bis zum endgültigen Vollgas bei Leclerc abrupt um eine Zehntelsekunde ab.

Schimpftirade am Funk

Das Problem ist jedoch aus Sicht von Leclerc ein anderes gewesen, denn auf der anschließenden Geraden schmolz sein Vorsprung wie Eis in der Sonne: Von eingangs rund drei Zehntelsekunden auf seine eigene Zeit war in der 130R nichts mehr übrig.


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Dass er voll auf dem Gas steht und trotzdem Zeit verliert, habe seinen Puls deutlich mehr in die Höhe treiben lassen als der Quersteher, wie er nach dem Qualifying sagt. Das war auch am Funk zu hören: "Ich kann diese Regeln im Qualifying ehrlich gesagt nicht ausstehen. Das ist ein verdammter Witz", schimpfte er dort.

"Ich fahre in Kurven schneller, ich gehe früher auf das Gas, und verliere dann verdammt nochmal alles auf den Geraden", so Leclerc weiter.

Leclerc hadert: Mit Vollgas langsamer

"Das ist sehr frustrierend", versucht er sich vor den TV-Mikrofonen dann etwas zurückhaltender zu äußern. "Es war nichts im Vergleich zu dem, was ich in Shanghai gesehen oder erlebt habe, aber ich habe trotzdem im Vergleich zu meiner Q2-Runde Zeit verloren. Das ist sehr frustrierend, aber wir werden uns das ansehen und versuchen, es zu verstehen."

Tatsächlich war Leclerc in Q2 eine Zehntelsekunde schneller als in Q3. Zwar hätte ihm seine Zeit dort am Ende keine bessere Platzierung eingebracht, eine Steigerung wie bei den anderen Piloten hingegen vielleicht schon.

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Aber: "Wann immer wir in Q3 pushen, stößt die Optimierung des Systems an ihre Grenzen, und dann verlieren wir Zeit auf den Geraden", hadert er. "Wir haben in den Sektoren 2 und 3 viel Zeit auf den Geraden verloren, und das ist sehr frustrierend, weil du als Fahrer nicht viel tun kannst."

"Aber ja, ich weiß, dass die FIA aktiv an diesem Problem arbeitet, und hoffentlich finden wir bald eine Lösung, denn im Qualifying ist das extrem nervig."

Hamilton: Kompletter Algorithmus verändert

Ähnlich war es bei Teamkollege Lewis Hamilton, der sich im Vergleich zu Q2 nur marginal steigern konnte und am Ende nur Rang sechs belegte. Die Energiefreigabe sei dabei "definitiv ein großer Teil", aber nicht der einzige.

"Auf meiner ersten Runde war ich zumindest an Charles dran und habe dann allein auf der Gegengeraden zweieinhalb Zehntel verloren - und das nicht nur durch das Deployment", sagt er. "Ich hatte einen Übersteuermoment, und das hat dann einfach den kompletten Algorithmus verändert."

"Es ist nicht ideal. Eigentlich sollte es so sein, dass man das Auto fängt und einfach weiterfährt, aber genau da sind diese Regeln nicht so toll", findet auch der siebenmalige Weltmeister.

Vasseur: Schwierig zu verstehen

Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur gibt zu, dass angesichts von Q2 mehr drin gewesen wäre als nur die Plätze vier und sechs, aber auch bei Ferrari ist man noch nicht ganz Herr des Managements geworden.


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"Es gehört momentan zum Spiel, dass es mit dem aktuellen Reglement auch schwierig zu verstehen ist, wie man schneller sein kann", sagt er. "Denn jedes Mal, wenn man ein bisschen früher aufs Gas geht, besteht das Risiko, dass das System mehr Energie freigibt. Das bedeutet, man ist immer am Limit."

Doch Vasseur richtet seinen Blick eher nach vorne: "Das Rennen ist morgen. Bisher hatten wir gute Rennen und gute Starts, also müssen wir uns auf morgen konzentrieren und ordentlich Punkte sammeln."

 
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