FAZ+Deutschland und die Ukraine :
Führung wäre jetzt verlangt

Von
Martin Schulze Wessel
Lesezeit:
Bundeskanzler Olaf Scholz

Nicht für den Sieg der Ukraine, sondern die Einhegung des Kriegs: Die deutsche Politik läuft Gefahr, aus der verkündeten Zeitenwende ein leeres Wort zu machen. Ein Gastbeitrag.

Fast zwei Jahre nach der russischen Invasion der Ukraine ist nicht abzusehen, wie der Krieg weiter verläuft. Gewiss erscheint hingegen, dass wir in zehn oder zwanzig Jahren auf diese Monate zurückschauen werden als auf eine entscheidende Zeit, in der Möglichkeiten genutzt oder verpasst wurden. Wir erleben eine Zäsur, in der eine offene Situation zur Entscheidung drängt. Die Erwartungen beider Kriegsparteien haben sich nicht erfüllt. Russlands Versuch, die Ukraine ganz oder weitgehend zu besetzen, ist im ersten Kriegsjahr gescheitert, während die ukrainische Gegenoffensive im zweiten Kriegsjahr nicht die hochgesteckten Hoffnungen erfüllt hat, die in sie gesetzt wurden. Immerhin hat sie aber die Verwundbarkeit der russischen Nachschubwege offenbart.

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