Aktion gegen Impfpflicht Ungeimpfte: Der große Schwindel mit Stellengesuchen

Um die Impfpflicht im Gesundheitswesen zu stoppen, versuchen ungeimpfte Pflegekräfte den Eindruck eines Massenexodus zu erwecken. Dabei geht es nicht mit rechten Dingen zu.
Am 29. Januar sollen in der "Heilbronner Stimme" viele Stellengesuche von Pflegekräften erscheinen. Das steht jetzt schon fest, weil es in entsprechenden Gruppen auf Telegram besprochen wird. "Wichtig ist, ungeimpft hervorzuheben, und eine möglichst lange Berufserfahrung", heißt es in der Gruppe zur Anleitung.
Deutschlandweit stoßen Leser von Lokalzeitungen und Anzeigenblättern auf Bleiwüsten mit Stellengesuchen von Gegnern der Corona-Impfung aus dem Gesundheitswesen. Betroffene haben sich wie in Heilbronn dazu verabredet. Es geht auch nicht vordringlich um neue Jobs.
Pflegekräfte mit Angst machen Angst
Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen und Stimmung zu machen. Die Botschaft: Impfpflicht im Gesundheitswesen bedeutet nach dem 15. März massenhaft das berufliche Aus von Menschen, die bisher engagiert Kranke und Alte versorgen. Pflegefachkräfte mit Angst vor der Impfung schüren also die Angst vor einer Lage, in der sie wegen der Impfpflicht nicht mehr arbeiten dürfen.
Tatsächlich fürchten viele Impfverweigerer unter dem Pflegepersonal genau das. Manche lieben ihren Job, haben in der Corona-Zeit den Beifall und lobende Worte gehört, aber wenig gespürt von gewachsener Wertschätzung und sind weiter bis an die Belastungsgrenze gegangen. Jetzt vor die Tür gesetzt zu werden, obwohl selbst eine Impfung Übertragungen nicht ausschließt: Darüber sind einige verbittert und enttäuscht und gehen auch überzeugt zu den "Spaziergängen" der Corona-Gegner und -Leugner.
Andere sammeln Stimmen. Eine Bloggerin hat eine Collage mit inzwischen mehr als 2.000 zugesandten Berufsurkunden von Pflegekräften erstellt. Sie seien alle entschlossen, sich nicht impfen zu lassen und werden ihre Berufe nicht mehr ausüben können. Es gab die Hoffnung, damit auf die Titelseite der "Bild" zu kommen.
Seit Anfang Januar koordinierte Annoncen
Weil das zumindest bisher nicht klappte, haben die Anzeigenschaltungen von Impfgegnern bisher die größte Aufmerksamkeit bekommen. Sie laufen seit Anfang Januar koordiniert. Dazu gibt es regen Austausch auf Telegram: So kam eine Anfrage aus Sachsen an "die Rosenheimer": "Die Gruppe Pirna sucht Kontakt. Besonders ansprechen möchten wir die Kollegen, welche durch ihre Annoncen im Traunsteiner Tageblatt diese große Welle des Anzeigenschreibens in Gang gebracht haben. Auch die Sachsen beteiligen sich nun daran und legen nach."











