"Erstatte deinen Bericht, Späher.", befahl Trikoz Trek Glutstachel, Fürst von Eisenhügel und Schlachtlenker in der Armee von Schlachtfürst Krakuz Zakulik Glutstachel. Seine Schuppen waren schwarz und seine Stacheln rot, außerdem hatte er rote Streifen entlang seines Nackens, Rücken und Schwanzes. Er stand zusammen mit dem Schlachtfürst und zwei weiteren Schlachtlenkern um einen breiten Holztisch herum, auf dem eine Karte des nördlichen Glutstachel Territoriums ausgebreitet war. Auf der Karte befanden sich kleine Figürchen, die aussahen wie Miniatur-Kul. Eine jede stellte die Kontingente eines Fürsten dar und der Fuß dieser Figuren war mit dessen Namen beschriftet. Die Figuren von bekannten feindlichen Streitkräften waren mit dem Namen ihres Großstammes beschriftet und ihre Größe sagte etwas über die Stärke der Feinde aus.
"Ein großes Heer der Feuerhörner ist vor wenigen Tagen durch die Lande der Brandpeitschen gebrochen, Fürst Trikoz Trek. Sie befinden sich hier.", der Späher, ein Glutstachel, zeigte auf die Karte und nahm sich dann eine der Reserve Figuren die mit "Feuerhorn" beschriftet war und platzierte sie auf der Karte. Die Figur war eine der größten. "Ich gehe davon aus, dass sie auf die nächstbeste Großstadt marschieren werden, um an Vorräte sowie Verteidigungsanlagen zu gelangen."
"Das wäre Eisenhügel.", befand Trikoz mit einem Knurren und blickte dann zu Krakuz. "Wir müssen zu ihrer Verteidigung ausrücken!"
Der Schlachtfürst kratzte sich an seinem geschuppten Kinn. "Nein. Eisenhügel ist zwar kriegswichtig, aber ihre Mauern und Garnison sollte genug sein, um den Feind vorerst aufzuhalten. Wenn überhaupt sollten wir uns gegen die Feuerklauen wenden. Berichten von Schlachtfürst Korenkkuz zufolge, befinden sie sich auf dem Weg, um unsere Hauptstadt zu belagern."
"Mit Verlaub, Schlachtfürst, aber die Feuerklauen würden niemals den Fehler begehen, unsere Hauptstadt zu belagern oder gar stumpf erstürmen. Wir haben ihnen im Zweiten Krieg bereits gezeigt, was das zur Folge trägt.", gab Trikoz mit einem grimmigen Lächeln zurück. Die Erinnerungen an Geschichten von dem Blutbad der Vergangenheit erfreute ihn. "Außerdem stehen Schlachtfürst Korenkuz und unserem edlen Kriegsfürst Zatrak mehr als genug Soldaten zur Verfügung! Wir können nicht zulassen, dass die Minen um Eisenhügel aufgrund einer Feuerhorn-Belagerung aufhören müssen zu arbeiten. Das wäre Fatal für unsere Versorgung." Die anderen beiden Schlachtlenker nickten stumm, während sie die Karte betrachteten.
"Kriegsfürst Zatrak hat uns befohlen, nur die Städte in unserem Bereich zu verteidigen, während wir uns auf eine Offensive gegen die Brandpeitschen vorbereiten, um sie zur Kapitulation zu zwingen!", polterte Krakuz. "Ich werde seinen Befehl nicht missachten!"
Langsam wurde Trikoz ungemütlich, es wurde immer schwerer seinen animalischen Aggressionen Einhalt zu gebieten. "Schlachtfürst. Mit allem Respekt", knurrte Trikoz tief, "wir sollten lieber unsere Versorgung und Verteidigung sicherstellen, als andere Großstämme zu unterwerfen. Sollten wir es schaffen, die Armee der Feuerhörner in der Wüste zu vernichten, so werden wir ihre Expansion stoppen und die Brandpeitschen stark beeindrucken. Danach könnten wir ihnen anbieten die Obsidian Zitadelle zu verteidigen, im Gegenzug für ihre Treue unserem Kriegsfürst gegenüber. Als Verbündete wären sie viel nützlicher und es wäre leichter, die Horden der Feuerhörner einzudämmen, damit wir endlich die Feuerklauen angreifen können!", den letzten Teil brüllte er dem Schlachtfürst entgegen, welcher nun selbst nicht mehr an sich halten konnte.
"Nein! Wir werden hier bleiben. Ich gebe ihnen zwar recht, dass wir uns nicht um die Feuerklauen nahe der Hauptstadt zu kümmern brauchen, ich werde aber nicht meine Soldaten auf einem offenem Schlachtfeld riskieren, in der Hoffnung, dass die Brandpeitschen sich uns freiwillig unterordnen! Wir werden sie mit Gewalt dazu bringen, genau wie es Kriegsfürst Zatrak geplant hat. Die Verteidiger von Eisenhügel werden die Feuerhörner beschäftigt halten, während wir auf die Hauptstädte der Brandpeitschen marschieren."
Jetzt wurde es Trikoz zu viel. "SIE! Sie können hierbleiben und auf eurem Schwanz stehen. ICH aber werde dem Feind mit meinen Soldaten entgegen marschieren!" Trikoz schlug eine geballte Klaue so hart auf den Tisch, dass die Figuren einen Hops machten und viele auf ihrer Seite landeten.
"W-was?!", schrie ihn Krakuz an. "Das ist Befehlsverweigerung! Ich könnte sie dafür töten!"
"Aber sie werden es nicht tun.", erwiderte Trikoz spöttisch. "Sie wissen ganz genau, dass auch ohne meine Führung meine Soldaten meinen Willen ausführen werden. Jeder von ihnen kommt aus Eisenhügel oder den Dörfern in der Umgebung. Viele der Kul sind Teil meines Stamms. Wir werden Eisenhügel auf dem Schlachtfeld verteidigen, komme was wolle." Mit diesen Worten drehte sich Trikoz Richtung Zeltausgang. Die anderen Schlachtlenker waren von seinen Worten schockiert. Der Schlachtfürst schäumte vor Wut.
Noch während Trikoz das Zelt verließ, sagte Krakuz bissig: „Fein. Dann gehen sie doch mit ihren Soldaten und versuchen eine wahrscheinlich doppelt so große Armee der Feuerhörner zu besiegen. Euch zu töten, wäre viel zu gütig, weil sie dann nicht eure eigenen Soldaten in der Wüste sterben sehen würden. Nein. Der Kriegsfürst wird sie sicherlich besser bestrafen, sollten sie die Schlacht überleben. Außerdem wäre der Ruf der Trek durch eine Niederlage gegen die Flammenstehler, aufgrund einer dumme Entscheidung einer ihrer Fürsten, völlig ruiniert.“ Krakuz grinste vergnügt. Er fühlte sich, als hätte er genau die richtigen Worte gefunden, um Trikoz von seinem Unternehmen abzuhalten.
Trikoz blickte noch nicht einmal zurück, als er aus dem Zelt austrat mit den Worten, „Ein Glutstachel verliert selten, die Trek nie.“
Der Schlachtlenker und seine Truppen fanden die feindliche Armee zwei Tage bevor sie in Eisenhügel eingetroffen wäre. Die beiden Streitmächte standen sich gegenüber, nur ein paar Kilometer Wüste lagen zwischen ihnen.
Auch aus dieser Distanz konnte Trikoz sehen, dass seine Armee zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen war. Er schien zwar nicht viel weniger Kul an seiner Seite zu haben, aber der Feind hatte auf jeden Fall ein Vielfaches an Lin.
Dafür waren sie Glutstacheln. Und schwer gepanzert. Was Glutstacheln unter schwer gepanzert verstanden, wurde von anderen Rassen als stählernes Bollwerk bezeichnet. Die riesigen Krieger der Glutstacheln aber konnten diese massiven Stahlrüstungen ohne weiteres tragen. Sie waren von Schnauzen- bis Schwanzspitze in Stahlplatten gekleidet, die fast jeden Quadratzentimeter ihres Körpers bedeckten. Die Glutstacheln nannten die Kul, die solch eine Rüstung trugen, schwere Infanterie, weil sie zum Fliegen nicht mehr taugten und nur noch ihre rohe Kraft und Kampffertigkeit am Boden etwas bedeutete. Dazu kam ihr schieres Gewicht. Es sorgte dafür, dass sie etwas im Sand versanken, aber es war auch groß genug um die Fußsoldaten ihrer Feinde wortwörtlich in den Boden zu stampfen. Die Rüstung machte sie aber auch etwas träge und langsam.
Natürlich hatte Trikoz auch Kul mit leichterer Rüstung in seiner Streitmacht, genannt Flieger, die dafür sorgten, dass feindliche Kul in der Luft kein Problem wurden.
Die Lin des Feindes nahmen ihre Schlachtformation an, Trikozs tat es ihr gleich. Seine Speerträger waren in der ersten Linie aufgestellt, gefolgt von Schwert- und Axtkämpfern, denen wiederum Bogenschützen mit Abstand folgten. Die Lin trugen Lederrüstungen, welche mit stählernen Helmen, Schulter-, Bein- und Armschützern verstärkt waren. Jeder Blazlin trug außerdem einen quadratischen Schild.
Seine Armbrustschützen und Kultöter waren in kleinen Sondertrupps organisiert und standen in den hinteren Reihen der Nahkämpfer. Die schwere Kul Infanterie verteilte sich innerhalb der Nahkämpfer, welche Quadrate um sie bildeten. Seine Lizog Kavallerie hielt er hinter einer Düne, die sich Abseits des Schlachtfelds auf der rechten Flanke befand, verborgen.
Die gesamte Armee der Glutstacheln bildete einen großen, geordneten Block. Es war eine Standardformation, die sich von Trikoz leicht durch ein paar Befehle ändern ließ. Überall ragte sein Banner aus der Armee hervor. Es waren roten Stacheln auf schwarzem Grund. An sich war es das Symbol der Glutstacheln, aber die Farben waren seinen eigenen Nachempfunden.
Trikoz selbst stand in der Mitte seiner Armee, umringt von den fähigsten Lin seines Stammes. Sie trugen schwere Schuppenrüstungen. Er trug auch eine schwere Plattenrüstung an seinem Körper und hatte seine zusammengefalteten Flügel unter einen Kettenpanzer gesteckt. Natürlich war seine Rüstung besonders, da er Schlachtlenker war. Sie war mit Symbolen und Runen verziert, die seinen Feinden den Tod wünschten, und war auf den Schulten, sowie entlang der Seiten der unteren Hälfte seines Schwanzes und auf den vorderen Platten seiner Vorderbeine mit Stacheln versehen. Viele der Kul Infanteristen verfügten über solch eine brutale Waffe am der Spitze ihres Schwanzes. Manche nutzten aber lieber Schwanzäxte als Stachelkugeln.
Der Feind rückte vor. Da er in der Überzahl war, würde er den Angriff tätigen. Die Feuerhörner waren sich ihres Sieges schon vor Beginn der Schlacht sicher. Nun war die Zeit für Trikoz, seine Soldaten mit einer Rede auf die kommende Schlacht vorzubereiten.
„Blazkul. Blazlin. Soldaten. Glutstacheln! Wir sind nur zwei Tagesmärsche von Eisenhügel entfernt. Der Feind auch. Wir können nicht zulassen, dass sie unsere Stadt, unser Heim, angreifen! Der Feind ist uns zwar zahlenmäßig bei weitem überlegen, dass heißt aber nur, dass jeder von uns mehr zu töten bekommt!“, rief er zu seiner Armee mit einem hämischem Lachen. Seine Worte wurden mit dem metallischen Klang von Waffen, die gegen Schilde geschlagen wurden, und dem Knurren der Kul erwidert. „Wir werden gewinnen, denn wir sind Trek! Wir sind keine normalen Glutstacheln. Wir sind der Stamm, der unsere Nation den Boden unter unseren Pfoten überhaupt erst möglich gemacht hat! Wir werden nicht zulassen, dass dieser wieder von uns genommen wird! Wir werden die Flammenstehler jeden Meter unseres Bodens, den sie überquert haben, mit Blut bezahlen lassen.“
„Ein Glutstachel verliert selten, ein Trek nie!“, brüllte er den Feinden aus voller Brust entgegen und alle seine Lin und Kul stimmten ein. Das Brüllen war ohrenbetäubend, aber laut genug, dass es auch der noch immer mehrere hundert Meter entfernte Feind es hören konnte. Es wurde von den Feuerhörner mit ihrem eigenem Brüllen erwidert.
„Auf den Feind vorbereiten! Bildet einen Halbkreis! Speerträger nach vorne, Nahkämpfer dahinter. Bogenschützen zwischen die Nahkämpfer, bereitet euch auf eure Salven vor! Schwere Infanterie, bereit halten!“ Seinen Befehlen wurden ohne Zögern folge geleistet. Die Front des Feindes war viel breiter als die seiner Armee, also würde der Feind versuchen sie zu umzingeln. Er konnte seine eigene Formation nicht so breit machen, ohne dass seine Linie zu dünn wurde. Also bereitete er sich auf einen Kampf vor, in dem es keine Rückzugsmöglichkeiten geben würde.
Als der Feind nur noch etwas mehr als zweihundert Meter entfernt war, ging das Geplänkel los. Ein schwarzer Schwarm stieg vom Feind aus zum Himmel empor. Pfeile.
„Schilde hoch!“, befahl Trikoz. Eine Welle ging durch seine Leute und die erste bis zur letzten Reihe hoben ihre Schilde und formten ein riesiges Bollwerk gegen den Pfeilhagel, der auf sie niederging. Kein Schmerzensschrei ertönte, nur das Geräusch des Aufprallens der Pfeile auf den Schilden erfüllte das Schlachtfeld. Die Disziplin der Blazlin bewahrte sie vor Schaden, während die Kul die Pfeile einfach an ihren Panzerungen abprallen ließen. Nicht ein Pfeil drang durch ihre Rüstungen.
Das Gefühl der Einschlage stachelte Trikoz an. Etwas wallte in ihm hoch, ein Gefühl, dass jeder Blazkul gut kannte. Der Trieb zu Töten, das Verlangen nach Blut. Er knurrte und seine Klauen gruben sich in Sand, als er dem Feind zusah, wie er Pfeilhagel auf Pfeilhagel auf seine Soldaten prasseln ließ, während seine Krieger vorrückten. Es dauerte ihm alles zu lange! Er wollte endlich ihre Hälse in seinen Klauen zerdrücken, ihre Kehlen raus reißen oder durchbeißen. Sein Körper zitterte mit Vorfreude, als er versuchte seine Triebe zu unterdrücken und sich zu beherrschen. Ein Glutstachel musste Disziplin zeigen, um einen Kampf wie diesen zu gewinnen.
„Bogenschützen, erwidert den Beschuss!“, rief er seinen Soldaten zu. Ruckartig wurden die Schilde seiner Reihen zur Seite genommen, damit seine Bogenschützen eine Salve von ihren Sehnen schnellen lassen konnten. Sobald die Pfeile flogen, wurden die Lücken in dem Schilddach wieder geschlossen, damit die feindliche Salve wirkungslos abprallte. Dies geschah nicht völlig reibungslos und ein paar Lin gingen zu Boden. Es starben aber um einiges mehr Feinde. Durch ihren Marsch und ein geringeres Maß an Disziplin, sowie aufgrund der andersartigen Schilde, war ihr Schilddach sehr lückenhaft und zeigte viele Schwachstellen. Nachdem viele von ihnen durch den Pfeilbeschuss gestorben sind, wurden die Lücken nur noch größer.
„Bereit machen.... Salve los!“, schrie der Anführer aus Eisenhügel wieder und seine Soldaten wiederholten das Manöver. Wieder starben ein paar von ihnen, aber wieder fielen dutzende Feinde. Während des feindlichen Vormarschs wurde diese Taktik noch ein paar mal wiederholt, danach warfen Trikoz Bogenschützen ihre Bögen auf Befehl auf den Boden und bereiteten sich auf den Nahkampf vor. Der Schlachtlenker brauchte jedes Schwert, dass er kriegen konnte.
Das Geplänkel wurde in der Luft fortgeführt. Trikoz Flieger waren schwer damit beschäftigt die Feuerhörner von Angriffen aus der Luft abzuhalten. Seine Armbrustschützen unterstützen sie mit akkuratem Beschuss, während sich die Kultöter bereit hielten, jeden feindlichen Kul, der abstürzt, zu töten. Fast alle Feuerhörner waren in der Luft und versuchten genug Platz zu bekommen, um einen Angriff auf die Blazlin zu wagen. Nur wenige von ihnen waren auf dem Boden geblieben, um ihren Fußsoldaten zu helfen.
„Bereit machen! … für ein Blutbad...“, den letzten Teil grollte er zu sich selbst und leckte sich die Schnauze. Seine Soldaten senkten ihre Speere, die Spitzen dem Feind entgegen gerichtet.
Mit einem Kriegsschrei auf den Lippen, stürmten die Blazlin der Feuerhörner los. Mit dem Krachen von Stahl auf Stahl schlugen die Schlachtlinien aufeinander. Seine Speerträger stießen zu, als der Feind ihnen zu nah kam und stachen die erste Reihe sauber nieder, nur Leichen und Verwundete schlugen gegen die Schilde seiner Soldaten. Nach dem ersten Stich, kam aber der Rest der Horde von Feinden. Sie schafften es nicht, die Linie der Glutstachel Soldaten in Unordnung zu bringen. Der Schildwall hielt, hier und da stachen Speere wie stählernen Blitze aus ihm hervor und forderten die Leben der Angreifer.
Nun war es Zeit, seinen Hunger nach Blut zu stillen. „Schwere Infanterie! Zerschmettert sie!“ Das war der Befehl, der ihm und den anderen Kul das Töten erlaubte. Die Blazlin machten Platz, damit die schwer gepanzerten Glutstacheln nah genug an den Schildwall kamen, um über ihn hinweg zu springen, denn trotz der Rüstung war ein relativ kurzer Sprung noch möglich.
Wie eine Naturgewalt krachte Trikoz in die feindlichen Reihen. Die feindlichen Krieger, die es nicht geschafft haben auseinander zu drängen, bevor er auf den Boden aufkam, wurden einfach unter seinen Pfoten zerstampft. Nichts blieb von ihnen, als eine fleischige, blutrote Grütze aus der hier und da Rüstungsteile herausragten. Doch damit nicht genug. Er drehte sich direkt um und hieb mit seinem Schwanz nach dem Ring aus Blazlin, der sich um ihm gebildet hatte. Die Stachelkugel zerschmetterte Schilde, Rüstungen, Schädel und Knochen. Die schiere Wucht des Schlages riss jeden getroffenen zu Boden und ließ nur Tote und Schwerverwundete zurück. „Kommt her! Ich will euch sterben sehen, Flammenstehler!“, schrie er einem Feuerhorn entgegen. Dieser trug eine leichte Rüstung, aber stürzte sich dennoch Trikoz entgegen. Wahrscheinlich setzte er auf seine Agilität.
Das erwies sich als ein Fehler. Es brachte dem Kul nichts, dass er mit Leichtigkeit Trikoz von der Seite anspringen konnten, denn dieser wurde davon nicht umgeworfen. Die Klauen des Angreifers rutschten am Stahl ab und er musste ein paar Schritte zurück machen, um nicht durch einen Biss in den Hals zu sterben.
Die gegenübergestellten Kul umkreisten sich, umgeben von einem wildem Gemetzel. Trikozs Soldaten nutzen den Schock des Ansturms der schweren Infanterie aus, um in ihre Reihen einzudringen und Tot und Chaos zu bringen. Besagte schwere Infanterie stampfte Lin in den Boden und riss Kul in Stücke.
Tapfer versuchte das Feuerhorn einen weiteren Sprung, diesmal frontal. Er ging direkt für die Kehle, eine der wenigen Schwachstellen in der Rüstung, da man sonst den Kopf nicht mehr vernünftig bewegen könnte. Doch Trikoz war der bessere Krieger und stieß sich vom Boden ab, um auf den Rücken zu fallen. Der Feind landete auf ihm, genau da, wo er ihn haben wollte. Während der Feind ohne Erfolg versuchtes Trikozs Kehle zu erwischen, rammte dieser ihm einfach die in Metall gehüllten Klauen seiner Hinterbeine in den Bauch und weidete ihn aus. Mit einem schrillen Schrei starb das Feuerhorn, als seine Organe und literweise Blut sich über Trikozs Rüstung ergossen.
Der Schlachtlenker stieß den Leichnam von sich und richtete sich auf, aber eine Gruppe aus Blazlin kam auf ihm zu, um das zu verhindern! Er spuckte den Soldaten grelle Flammen entgegen, die an ihren Rüstungen haften blieben und sie anzündeten. Das ölig klebrige Feuer verschlang die Soldaten und brachte sie schmerzvoll um. Trikoz stand kaum, da warf er sich wieder den Feinden entgegen. Er rannte durch die Lin auf den nächsten Kul zu, jeder Schritt forderte Blut, als Blazlin einfach zerdrückt oder zur Seite gestoßen wurden. Nichts und niemand konnte ihn stoppen, als er seinen Blutrausch auslebte. Schwanzhieb um Schwanzhieb fielen die Fußsoldaten und kein Kul konnte es mit ihm im Kampf aufnehmen.
An sich lief die Schlacht aber nicht sonderlich gut. Seine Reihen wurden dünner, aber der Feind hatte wenigstens keine Ordnung mehr und fing an massenweise zu sterben. Die schwere Infanterie wütete unter ihnen und verhinderte jede Art von Formation, was es seinen Soldaten erleichterte ihren Schildwall zu erhalten. Ein paar der Gepanzerten starben allerdings, entweder durch Kul oder durch Kultöter. Trikoz suchte nach einem besonderen Kul – dem Schlachtfürst. Sobald er tot ist, wäre die feindliche Armee nicht nur ohne Ordnung, sonder auch ohne Führung.
Es war nicht schwer, ihn zu finden. Das alte Feuerhorn flog über dem Schlachtfeld und brüllte Befehle, während er sich Zweikämpfe mit den Fliegern lieferte. Trikoz Blut kochte hoch, als er ihn erspähte. „Grrrr... Armbrustschützen! Holt mir ihren Anführer aus der Luft!“ Während seine Schützen Schwingenreißer nachluden, grillte er noch ein paar Lin in ihren Rüstungen. Mittlerweile triefte Blut von seiner Rüstung und Fleischbrocken hingen an den Stacheln der Rüstung. Er musste sogar einmal seinen Schweif schütteln, damit der Leichnam eines Lin von der Kugel fiel.
Ein Schütze holte ihn aus seinem Blutigen Wüten, „Schlachtlenker! Wir haben ihn! Er ist dort drüben zu Boden gegangen.“ Der Krieger zeigte auf einen Schildkreis aus Lin Veteranen.
„Pah, seine Kämpfer werden ihm nichts nützen.“ Der Trek lief ohne Umschweifen auf den Körper des Schlachtfürsten zu, welcher sich langsam aufrappelte. „Du wirst heute sterben, Feuerdieb!“ Trikoz stieß die Krieger ohne Probleme aus dem Weg und jeder der es wagte, sich ihm zu nähern, wurde zerstampft oder gegrillt.
Endlich stand der Schlachtfürst. Er war kleiner als der Schlachtlenker, aber um einiges älter. Seine Schuppe hatten keine Farbe mehr, waren schwarz bis grau. Seine Rüstung wirkte ramponiert von der Bruchlandung und seine Flügel bluteten aus großen Löcher. Trikozs Schützen hatten gute Arbeit geleistet.
Seine Stimme war rau, aber kräftig. „Wer wagt es sich mir und meiner Armee mit solch einer lächerlichen Streitmacht entgegen zustellen?! Das ist selbst für einen Glutstachel zu dumm!“
„Ich bin auch nicht nur ein einfacher Glutstachel. Ich bin ein Trek!“, grinste Trikoz mit vom Blut roten Zähnen.
„Trek? Hahaha! Tot, das ist was du bald bist. Du und deine ganze Armee sind bald nichts weiter als rote Flecken in der Wüste.“ Der Fürst hatte nicht ganz unrecht. Trotz riesiger Verluste, sah es ganz danach aus, als würden die Flammenstehler gewinnen. Dies war Trikozs einzigen Chance, den Spieß umzudrehen.
Die beiden geschuppten Fürsten standen sich gegenüber, bereit zum Sprung. Trikoz tat den ersten Angriff und sprang vorwärts, Klauen voran. Der Schlachtfürst wich aus und spie Feuer in Trikoz Gesicht, um ihn zu verwirren, um dann mit dem Schweif gegen die Innenseite des Knies seines linken Hinterbeins zu schlagen. Der Schlag verwundete Trikoz nicht, aber er knickte dennoch aufgrund der Wucht ein. „Hah, ein Trek kniet vor einem Feuerhorn!“ Trikoz ließ das nicht auf sich sitzen und rollte sich auf seinen Rücken, um seine stählerne Faust genau auf die Schnauze des Schlachtfürsts zu schlagen, als dieser versuchte ihm in den Nacken zu beißen.
Rückwärts taumelt zog der Flammenstehler seinen Kopf zurück. Er musste sich seinen Helm mit beiden Vorderpfoten vom Kopf reißen, da dieser nun völlig verbeult war. Trikoz nutze den Moment, um sich aufzurappeln und seine Stachelkugel gegen die Brustplatte des Gegners zu schlagen. Dies sandte das Feuerhorn auf seinen Rücken und machte ihn benommen. Er bekam kaum Luft, da seine Brustplatten, die von der Rüstung als auch seine natürlichen, nach ihnen gedrückt oder gebrochen waren. Blut lief in Strömen aus der Wunde.
Trikoz lief einfach an dem röchelndem Kul vorbei. „Für euch ist der Krieg vorbei.“ Trikoz hob sein Hinterbein und zerstampfte den Kopf des Schlachtfürsten mit einem lautem Knacken. Siegreich hob sich Trikoz auf seine Hinterbeinen und brüllte dem Himmel seinen Ruhm entgegen. Die Kunde vom Tot des Schlachtfürsten verbreitete sich rasend schnell. Es machte die Feinde unsicher, aber ihre Überzahl hielt sie vom fliehen ab. Noch schafften die Schlachtlenker der Feuerhörner, die Soldaten beisammen zu halten.
Jetzt war es Zeit für Trikoz Trumpf. „Ruft die Kavallerie!“, brüllte er zu einem seiner Offiziere in der Luft.
Sie kam mit einem lauten Grollen. Hunderte Lizogs mit Reiter auf ihren Rücken rannten über die Düne, hinter der sie sich auf der Lauer gelegt hatten. Die Düne war groß genug und weit genug weg, um zu verhindern das die tieffliegenden Feuerhörner die Reiter frühzeitig entdecken konnten. Nun stürmte die kleine Horde aus langbeinigen Echsen den Feinden in den Rücken. Die feindlichen Krieger hatte zwar mehr als genug Zeit, um eine Phalanx zu formen, aber es gelang ihnen nicht aufgrund der fehlenden Führung.
Mit Lanzen bewaffnet drangen die Reiter in die ungeordneten Ränge der Feuerhorn Soldaten. Das war der Finale Schlag, um die Armee komplett zu zerrütten. Ihre Moral war gebrochen und Panik machte sich breit. Es waren auch kaum noch Feuerhörner am Leben und die Überlebenden kämpften bis zum Tod. Die Lin hingegen versuchten zu fliehen, aber es half alles nichts. Schwere Infanterie, Krieger und Kavallerie zusammen rotteten die rennenden Feinde völlig aus. Trikoz war leider nicht schnell genug, um viele zu erwischen. Das störte ihn jedoch nicht. Sein Blutdurst war befriedigt, fürs erste.
Nach der Schlacht schlugen Trikozs Kämpfer direkt das Heerlager auf. Sie waren mitten im Aufbau und dabei die toten Lin zu einem Scheiterhaufen zu stapeln, ihre Kul im Sand zu vergraben und anderweitig das Schlachtfeld aufzuräumen, als hoher Besuch ankam.
Kriegsfürst Zatrak. Der riesige, alte Glutstachel landete schwer in Mitten des Lagers, umgeben von seiner persönlichen Garde. Ein jeder von ihnen Trug mit Blutgold verzierte Rüstungen. Fürst Trikoz Trek begab sich direkt auf den Weg, den Kriegsfürsten zu treffen, obwohl noch überall getrocknetes Blut an ihm haftete.
„Kriegsfürst Zatrak! Mein Fürst. Schlachtlenker Trikoz Trek, Fürst von Eisenhügel, steht ihnen zu Verfügung.“, sagte Trikoz höflich und mit angebrachtem Respekt. Er hatte keine Angst vor dem Kriegsfürsten, sondern pure Ehrfurcht. Auch wenn dieser Kul kein Trek war, so war er dennoch ein mächtiger Anblick. Seine Augen strahlten die Entschlossenheit und Selbstsicherheit eines Anführers aus, aber auch Zorn.
„Zu meiner Verfügung? Ich wünschte, sie hätten zu meiner Verfügung gegen die Feuerklauen gestanden!“, brüllte der alte Kul ihn an. „Die Hauptstadt wird von einer gewaltigen Heerschar belagert! Es scheint, als ob die Flammenschwingen sich lieber in den Zule umsehen und im Süden ein bisschen durch die Gegend fliegen, als den Feuerklauen auf die Nerven zu gehen. Wir hätten ihre Krieger gebraucht, Trikoz.“, knurrte der Kriegsfürsten. Trikoz war schockiert. Sollte die Hauptstadt nur wegen ihm in Gefahr geraten sein? Der Kriegsfürst beruhigte sich etwas. „Aber wenigstens können wir darauf hoffen, dass Eisenhügel weiterhin Waffen liefern wird, hm? Ich will ehrlich sein, Trek, euer Einsatz hier war hilfreich. Die Feuerhörner werden es sich nochmal überlege, bevor sie uns angreifen und die Brandpeitschen werden es nun etwas einfacher haben. Sie haben große Taten in dieser Wüste geleistet, aber dennoch kann ich keine Befehlsverweigerung dulden, auch wenn ihre Soldaten wahrscheinlich keinen Unterschied gegen die Feuerklauen gemacht hätte. Wir haben noch nicht mal einen Angriff wagen können, so groß ist ihr Heer.“
„Was wird denn jetzt geschehen? Mit Verlaub, mein Fürst, aber ich weiß nicht, was sie nun von mir wollen?“, fragte Trikoz vorsichtig.
Zatrak schnaufte. „Es ist simpel, Trikoz. Ich werde sie bestrafen müssen. Keine Sorge, ich werde sie nicht töten, aber sie werden fürs erste nicht weiter Schlachtlenker sein, nicht solange sie noch so aufmüpfig sind.“
Trikoz wollt erst etwas erwidern, aber seufzte und nickte unterwürfig, „Natürlich, mein Kriegsfürst. Werde ich dann einfach weiterhin Eisenhügel führen?“
„Nein. Sie werden in die Aezrikka Zule reisen. Ich will wissen, was die Feuerklauen und Flammenschwingen dort zu suchen haben. Fangen sie aber ja keinen Streit mit der Republik an. Ich will nicht noch eine Krieg. Ich weiß, dass sie schon einmal dort waren, sie sollte sich also am Besten auskennen.“
„Mein Fürst, ich glaube nicht, dass dies eine gute Idee ist. Die Aezk-“
„Keine Widerworte!“, grollte Zatrak. „Sie gehen in die Zule, so viel steht fest. Aber um sie etwas zu beruhigen und damit sie auch nicht völlig ohne Ruhm vom Feld gehen müssen, werde ich ihnen einen neuen Ehrentitel geben. Sie haben immerhin eine Schlacht trotz der schlechten Chancen gewonnen und den Feind voll und ganz vernichtet.“ Der schwarze Drache grinste.
„Wie lautet dieser, mein Fürst?“, fragte Trikoz neugierig.
„Trikoz Trek der Zerschmetterer.“
No comments yet. Be the first!