Südostasien III Tag 20: Botanischer Garten, Bidadari Park, Gardens by the Bay, Jewel – Natur pur in Singapur (Teil 2)

Ich begebe mich auf die Suche nach den Ottern.

geschrieben von Janni Gründonnerstag, 2. April 2026 um 21:29 Uhr

Man kann natürlich in Singapur auf Sightseeing gehen. Vieles habe ich aber schon gesehen und ich möchte es etwas ruhiger angehen lassen. Was ich noch nicht gesehen habe, ist die River Cruise, aber dafür bin ich (wieder) 5 Minuten vor Abfahrt zu spät, meint die Frau am Schalter.

Na gut, dann ab in den botanischen Garten:

Botanischer Garten

Eigentlich geht es mir darum, heute Otter zu finden. Spoiler: Ich finde keine. Den ganzen Tag über. Was ich sonst noch so finde:

Grünrücken-Nektarvogel im Botanischen Garten von Singapur
Grünrücken-Nektarvogel im Botanischen Garten von Singapur
Grünrücken-Nektarvogel im Botanischen Garten von Singapur
Grünrücken-Nektarvogel im Botanischen Garten von Singapur

(Das ist zweimal derselbe Nektarvogel, ich konnte mich bloß nicht für ein Bild entscheiden.)

Im ganzen Garten sind die Warane unterwegs und graben in allen laubbedeckten Flächen den Garten um. Sie suchen offenbar Insekten, die dort leben, die sie entweder ausgraben oder aufscheuchen und dann fressen.

Ein Nebelwaran hat ein Loch im Botanischen Garten von Singapur gegraben
Ein Nebelwaran hat ein Loch im Botanischen Garten von Singapur gegraben
Bananenhörnchen im Botanischen Garten von Singapur
Bananenhörnchen im Botanischen Garten von Singapur

Ich spreche mit einer Frau, die ebenfalls Vögel zu fotografieren scheint. In Sachen Otter empfiehlt sie mir den Bidadari Park. Okay, dann fahre ich dort mal hin.

Ein Schwarzschwan im Botanischen Garten von Singapur baut ein Nest
Ein Schwarzschwan im Botanischen Garten von Singapur baut ein Nest

Bidadari Park

Also zum Bidadari Park. Ob es da Otter im Park oder am See gibt? Bei diesem Anblick würde ich klar nein sagen:

Fische im Alkaff Lake im Bidadari Park in Singapur
Fische im Alkaff Lake im Bidadari Park in Singapur

Das sind so viele Fische, da kommt auch der Purpurreiher nicht gegen an! Diese Art gibt es übrigens sogar in Deutschland, wenn auch selten und nur im Sommer.

Purpurreiher am Alkaff Lake im Bidadari Park in Singapur
Purpurreiher am Alkaff Lake im Bidadari Park in Singapur

So weit gereist und immer noch keine Otter gesehen. Da hab ich jetzt fast so’n Hals wie der Purpureiher!

Um von dieser Seite des Parks zur Bahnstation zu kommen, muss man durch ein Einkaufszentrum.

Kingfisher Wetlands

Letzte Chance: Kingfisher Wetlands. Die befinden sich in den Gardens by the Bay, wo ich heute Morgen schon war. Das Gebiet ist überraschend klein, sodass ich an meinem Ziel vorbeilaufe, zu einem Gebäudeensemble, in dem sich einige Cafés wie Starbucks befinden. Auch einige der stählernen Super Trees stehen davor. Ein Schild verweist jedoch auf einen besonderen Baum – und zwar einen echten. Ich glaube, er wurde vom ersten Premierminister Singapurs gepflanzt. So richtig interessiert mich das zwar nicht, ich gucke aber mal kurz nach oben.

Zwei Feuerrückenspechte in einem Baum Sindora velutina in den Gardens by the Bay in Singapur; links das Männchen, rechts das Weibchen
Zwei Feuerrückenspechte in einem Baum Sindora velutina in den Gardens by the Bay in Singapur; links das Männchen, rechts das Weibchen

Die Kingfisher Wetlands habe ich aber immer noch nicht gefunden. Also weitersuchen, vorbei am Big Fish Aquarium (einem kleinen, kostenlosen Aquarium am Wegesrand) und am Cloud Forest. Dann setzt sich aber der namensgebende Vogel meines Ziels einfach vor mich auf den Baum und lässt sich ganz geduldig fotografieren – was wegen des Lichtes aber nicht mehr so einfach ist.

Braunliest in den Gardens by the Bay in Singapur
Braunliest in den Gardens by the Bay in Singapur

Kurz darauf sehe ich auch noch einen Grünrücken-Nektarvogel. Die Serie endet somit fast mit dem Bild, mit dem sie angefangen hat.

Grünrücken-Nektarvogel in den Gardens at the Bay in Singapur
Grünrücken-Nektarvogel in den Gardens at the Bay in Singapur
Weißbrust-Kielralle in den Kingfisher-Wetlands in den Gardens by the Bay in Singapur
Weißbrust-Kielralle in den Kingfisher-Wetlands in den Gardens by the Bay in Singapur
Froschstatuen in einem Teich in den Kingfisher Wetlands in den Gardens by the Bay in Singapur
Froschstatuen in einem Teich in den Kingfisher Wetlands in den Gardens by the Bay in Singapur

Na gut, keine Otter gesehen. Zeit für die Fahrt zum Hotel und dann weiter zum Flughafen. Anders als am Ankunftstag sind die Baubeiten an der Station Tanah Merah beendet und man kann wieder relativ direkt zum Flughafen fahren.

JEWEL

Nach der Ankunft konnte ich das JEWEL nur aus dem SkyTrain beobachten. Es befindet sich nämlich auf der Landseite und ich habe gelesen, dass man mit Gepäck nicht rein darf. Es soll wohl Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung geben, aber ich hatte a) keine Lust das herauszufinden, b) keine Zeit und c) komme ich eh nochmal vorbei. Nämlich nach Abgabe meines Gepäcks vorm Rückflug.

Wie das so ist, bin ich für dem Rückflug bereits mit Jogginghose bekleidet – im Rucksack ist kein Platz für Wechselklamotten, da die Lange Anna und die Ukulele drin sind. Also geht's im Schlabberlook durchs Nobel-Einkaufszentrum. Sieht eh keiner, ist nämlich schon dunkel. Gerade läuft der Imperial March aus Star Wars und um 20 Uhr startet eine Projektion auf dem Wasserfall. Die dauert so 3 bis 4 Minuten, davon ist 1 Werbung.

Rain Vortex im Jewel Changi Airport in Singapur bei Nacht, im Hintergrund zwei Züge
Rain Vortex im Jewel Changi Airport in Singapur bei Nacht, im Hintergrund zwei Züge, fotografiert von Ebene 4

Die Züge kreuzen sich übrigens immer hier.

Unteres Becken des Rain Vortex im Jewel Changi Airport in Singapur bei Nacht, im Hintergrund zwei Züge
Unteres Becken des Rain Vortex im Jewel Changi Airport in Singapur bei Nacht, im Hintergrund zwei Züge, ebenerdig fotografiert

Flug nach Vantaa

Der Flughafen in Singapur, wo ich zwar schon das fünfte Mal bin aber jetzt das erste Mal abfliege, ist seltsam. Es gibt keine zentrale Sicherheitskontrolle, dafür gibt es eine vor jeweils etwa drei Gates. Das hat für Leute den Vorteil, dass man sein mitgebrachtes Trinken bis recht kurz vorm Flug behalten kann, aber den Nachteil, dass die Sicherheitskontrollen erst kurz vorm Flug öffnen und es außerhalb dieser Berreiche praktisch keine Sitzmöglichkeiten gibt. Hinter der Sicherheitskontrolle gibt es auch Wasserspender, allerdings kann man in Singapur – anders als in allen anderen Ländern der Region – auch einfach das Leitungswasser trinken, was ich insbesondere bei meinem Besuch 2024 viel gemacht habe.

Der Flug ist ausgebucht (auf dem Hinflug war der Platz neben mir frei) – kein Wunder bei der geänderten Lage, denn irgendwie müssen die Leute ja nach Hause kommen, jetzt wo's über die AACO nicht geht. Leider ist es auch der einzige Flug von den fünf auf dieser Reise, wo ich nicht an den Notausgang gesetzt wurde. Und das bei 13 Stunden Flug. Na ja, muss irgendwie gehen.

Beim Einsteigen läuft übrigens (anders als auf dem Hinflug) die neue Finnair-Musik, über die ich damals gebloggt habe.

Flughafen Vantaa

In der Thailand-Gruppe haben wir uns über die weihnachtliche Dekoration lustig gemacht, die man noch überall in Thailand sieht. Auch in Singapur sind die Service-Glaskabuffs an der MRT-Ticketkontrolle mit bunten LED-Lichterketten dekoriert. Ich bin mir nicht sicher, ob das wegen des Chinesischen Neujahrs (das jetzt auch schon 29 Tage her ist) oder Ramadan ist (geht noch einen Tag). In Thailand sind explizit weihnachtlich-winterliche Motive vorhanden, im Phuket Smartbus zum Flughafen beispielsweise Schneeflocken.

Und in Finnland steht halt vorm Gate immer noch die Christmas Cabin (Weihnachtshäuschen). Direkt gegenüber von meinem Ankunftsgate startet übrigens als nächstes der Flug nach Bangkok. Wanna try it again?

Ich habe mir auf dem Hinweg vorgenommen, eine Pizza aus dem Automaten zu kaufen (zum Frühstück). Die ist tatsächlich überraschend groß, lecker und mit 7,90 für die Schinkenpizza auch recht günstig. Mein Kollege Svenni und ich können nicht ganz erklären, wie das funktioniert, dass da nach 3 Minuten eine Pizza in Restaurant-Qualität rauskommt, aber für alle die's interessiert: fizza.fi

Ankunft in Deutschland

Es ist zwar nur ein kleines Flugzeug und der vierte ankommende Flug des Tages, die Gepäckausgabe zieht sich aber trotzdem. Also einen Zug später fahren. So kann ich immerhin noch in den Edeka. Endlich wieder Schwip-Schwap. Außerdem kaufe ich mir einen Fertig-Salat und mache in der Bahn etwas, worauf in Singapur 500 SGD (knapp 350 Euro) Straße stehen und in Deutschland ganz normal ist: Im Zug was essen und trinken. In Singapur darf man nicht mal Wasser im Zug trinken.


Kommentare: 0


Südostasien III Morgen 20: Marina Barrage Singapur – Blaue Stunde am Morgen

Sonst mache ich (fast) alle Bilder der Blauen Stunde am Abend, aber wenn das Motiv so steht, dass das nicht geht, dann muss ich halt mal früh raus

geschrieben von Janni Mittwoch, 18. März 2026 um 14:34 Uhr

Wie geplant fahre ich am Morgen zur Marina Barrage, um das Marina Bay Sands in der Blauen Stunde von dort zu fotografieren. 2024 hat das nämlich abends nicht geklappt, weil die Sonne da hinter dem Hotel untergeht und dann gibt es keine Blaue Stunde.

Das ist morgens anders, wo die Sonne hinter mir aufgeht.

Skyline von Singapur mit dem Marina Bay Sands in der morgendlichen Blauen Stunde
Skyline von Singapur mit dem Marina Bay Sands in der morgendlichen Blauen Stunde
Marina Bay Sands in der morgendlichen Blauen Stunde
Marina Bay Sands in der morgendlichen Blauen Stunde

Ich glaube, das hat sich gelohnt. Jetzt also wieder runter vom Wasserwerk.

Hafen von Singapur im Sonnenaufgang, unten links der Marina Barrage Viewpoint
Hafen von Singapur im Sonnenaufgang, unten links der Marina Barrage Viewpoint

Und jetzt ab ins Hotel und weiterschlafen.


Der nächste Post erscheint erst morgen, da der Flug gleich losgeht. Oder er erscheint über das Flugzeuginternet, wenn das klappt.


Kommentare: 0


Südostasien III Tag 19: Sungei Buloh Wetlands Reserve – Natur pur in Singapur

Singapur ist ein Stadtstaat. Gibt es da dennoch Natur? Auf jeden Fall!

geschrieben von Janni Dienstag, 17. März 2026 um 15:33 Uhr

Während der Sicherheitseinweisung im Flugzeug, die verschiedene Orte in Singapur zeigt, und aus der Bordzeitschrift Silverkris habe ich mir diverse Orte aufgeschrieben. Zum Beispiel die Sultan-Moschee. Später ist mir aufgefallen, dass die direkt neben dem Hotel ist. Noch etwas später ist mir aufgefallen, dass ich da beim letzten Mal schon war.


Heute möchte ich herausfinden, was es mit der Natur in Singapur auf sich hat. Die Otter im Botanischen Garten kenne ich schon. Also fahre ich zum Sungei Buloh Wetlands Reserve, einem großen Naturschutzgebiet im Norden der Stadt. In Thailand habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich Die Lange Anna mit habe – denn außer in Bangkok im Benjakitti-Park habe ich sie nicht gebraucht.

Bananenhörnchen
Bananenhörnchen

Viel los ist nicht. Wenn man Tiere sehen will, muss man gute Augen oder Ohren haben, oder an bleibt einfach stehen, wo andere schon stehen und scheinbar ins Nichts gucken. Zum Beispiel hier:

Goldmantel-Sultanspecht (engl. Greater Flameback)
Goldmantel-Sultanspecht (engl. Greater Flameback)
Silberreiher
Silberreiher
Aschbürzelschneidervogel
Aschbürzelschneidervogel

Wenn man mit den Fotografen spricht, warum sie hier sind, nennen sie immer wieder drei Arten:

Fangen wir mit dem ersten an:

Koromandelkuckuck
Koromandelkuckuck

Kurz darauf hocken beim Parkplatz am Wetlands-Zentrum (das ist nicht das Besucherzentrum) 6 oder 7 Fotografen auf dem Boden. In dem keinen Wäldchen (das von Wegen umgegeben ist) soll eine Baumstelze sein. Mir zeigt sie sich nicht. Stattdessen kommt der hier aus dem Wald:

Weißbrust-Kielralle
Weißbrust-Kielralle

Ab dem Wetlands-Zentrum geht es dann rein in die eigentlichen Wetlands.

Zwergliest
Zwergliest

Irgendwas klebt an mir und meiner Kameratasche. Ich schaue nach, ja, da hängt was, nämlich das hier:

Epeus flavobilineatus, eine Springspinne
Epeus flavobilineatus, eine Springspinne

Und wir bleiben beim Thema Springer: Denn weiter geht's auf dem Rundweg um die Lagune, in der aktuell Niedrigwasser ist, sodass die Schlammspringer auf dem Trockenen sitzen.

Ein Schlammspringer sitzt auf dem Trockenen
Ein Schlammspringer sitzt auf dem Trockenen

Das ist zwar ein Fisch, er kann aber an Land atmen. Einige Arten halten sich fast komplett an Land auf.

Weg durchs Sungei Buloh Wetlands Reserve
Weg durchs Sungei Buloh Wetlands Reserve
Blick vom Aerie Tower über die Sungei Buloh Wetlands Reserve auf die Stadt Singapur
Blick vom Aerie Tower über die Sungei Buloh Wetlands Reserve auf die Stadt Singapur

Weiter auf dem Weg sitzen drei Tiere auf dem Weg: zuerst ein kleiner Bindenwaren mitten auf dem Weg liegend, dann ein großer Bindenwaran den Weg querend und zuletzt ein Otter, ebenfalls den Weg querend. Bevor ich realisiert habe, dass es ein Otter ist, ist der aber schon wieder weg.

Bindenwaren überquert einen Weg im Sungei Buloh Wetlands Reserver
Bindenwaren überquert einen Weg im Sungei Buloh Wetlands Reserver

Ach ja, ein Tier aus der Liste oben bin ich euch noch schuldig:

Königskobra
Königskobra

Ein Biss der Königskobra ist für den Menschen oft tödlich, die Schlange aber nicht aggressiv.

Ich frage die beiden Männer, die die Königskobra beobachten, ob es hier Krokodile gebe. Schilder weisen ständig darauf hin. Sie meinen ich soll bei der Main Bridge mal gucken. Gesagt, getan. Am Ufer liegt ein Salzwasserkrokodil (Leistenkrokodil). Als ich es fotografiere, schwimmt gerade ein weiteren den Fluss entlang. Das am Ufer liegende Krokodil bewegt sich daraufhin Richtung Fluss. Ich erwarte einen Kampf, es passiert aber nichts. Das am Ufer liegende Krokodil hatte davor auch schon einen vorbeigehenden Seidenreiher ignoriert.

Bewegnung zweier Salzwasserkrokodile (Leistenkrokodile) im Sungei Buloh Wetlands Reserve
Bewegnung zweier Salzwasserkrokodile (Leistenkrokodile) im Sungei Buloh Wetlands Reserve

Später sehe ich noch eins:

Schwimmendes kleines Salzwasserkrokodil (Leistenkrokodil) im Sungei Buloh Wetlands Reserve
Schwimmendes kleines Salzwasserkrokodil (Leistenkrokodil) im Sungei Buloh Wetlands Reserve

So, das war's, aber zum Ausgang. Da verabschiedet mich der hier und ihn stört es auch nicht, dass ich auf einen Meter an ihn heranrücke:

Silberklaffschnabel
Der Silberklaffschnabel sitzt jetzt hier

Ich hole im Hotel mein Stativ. Das ist etwa anderthalb Stunden vom Reservat entfernt. Zwischendurch scheint es gewittern zu wollen, aber es fällt dann doch aus. Ich gehe nochmal zur Marina Bay.

Marina Bay Sands und Merlion, das Wahrzeichen Singapurs, in der Blauen Stunde
Marina Bay Sands und Merlion, das Wahrzeichen Singapurs, in der Blauen Stunde
Marina Bay Sands und ArtScience Museum in der Blauen Stunde
Marina Bay Sands und ArtScience Museum in der Blauen Stunde

So, jetzt aber ab ins Bettchen, ich will das gerne noch in der morgendlichen Blauen Stunde von der Marina Barrage fotografieren.


Kommentare: 0


Südostasien III Tag 18: Singapur (Changi Airport Butterfly Garden, Jewel, Marina Bay) – Zwangsabstecher

Malediven, Doha, nochmal Doha und jetzt auch noch Singapur: Die Liste der Orte, die ich nur aufgrund von Geldmangel besuche, wird immer länger!

geschrieben von Janni Montag, 16. März 2026 um 16:45 Uhr

Das Leben ist hart, wenn die Reise das Budget zu sprengen droht und man nicht von Phuket und auch nicht am Wochenende fliegen kann und deshalb drei Tage Singapur buchen muss. Flug waren jetzt 98 Euro, Hotel 121. Supermarktpreise in Singapur sind sehr viel höher als in Thailand (z.B. Cola etwa das Dreifache), Dienstleistungen hingegen etwa auf ähnlichem Niveau. Passt irgendwie nicht zusammen.

Ursprünglich war ich von deutlich mehr für das Hotel ausgegangen (was ich erst vorgestern auf der Bootsfahrt nach Mu Ko Surin gebucht habe, weil ich den Namen für das Einreiseformular brauchte) und habe deshalb den früheren der beiden Vormittagsflüge von SQ gebucht. SQs Billigtochter TR fliegt zwar auch, ist aber mit Gepäck merklich teurer als SQ, was immer mit Gepäck ist.

Also geht es um 8:40 von Phuket nach Changi. Ich komme (zu Fuß) etwa 65 Minuten vor Abflug beim Flughafen an. Gestern auf dem Weg vom Flughafen zum Sugar Marina Aviator (Hotel) wurde ich von Taxifahrern angequatscht, wo ich hin will. Ich habe dann überlegt, was man lustiges sagen könnte. Zuerst fiel mir „Hotel“ ein. Später kam ich auf die Idee, zu sagen, dass ich (zu Fuß) nach Bangkok will (was zudem in entgegengesetzter Himmelsrichtung liegt), aber danach hat mich keiner mehr angesprochen. Das Aviator-Hotel hatte meiner Meinung nach die beste Matratze auf der ganzen Reise. Thailänder schlafen wohl gerne hart – ich nicht.

Nachdem ich die Bordkarte erhalten habe, gehe ich ein letztes Mal zu Amazon – Chocolate Frappe. In Singapur gab es zeitweise drei Filialen, die aber inzwischen wieder geschlossen wurden. Dadurch stehe ich erst 40 Minuten vor Abflug (mit gefühlt eingefrorenem Gehirn) in der Passkontrolle und da ist viel los (der Raum ist komplett voll). Ich bekomme etwas Panik, komme aber doch innerhalb von knapp 20 Minuten durch.

Flughafen Changi

Nach Landung in Changi besuche ich den Schmetterlingsgarten. Den zu finden ist gar nicht so einfach, denn der Flughafen in Singapur ist sehr groß.

Schmetterlingsgarten am Flughafen Changi in Singapur
Schmetterlingsgarten am Flughafen Changi in Singapur
Ein Hypolimnas-Edelfalter im Schmetterlingsgarten am Flughafen Changi in Sinpapur
Ein Hypolimnas-Edelfalter im Schmetterlingsgarten am Flughafen Changi in Sinpapur

Ich beobachte drei Schmetterlinge, die komisch aufeinander hocken. „Die haben einen Dreier“, sagt ein Mann, „das habe ich noch nie gesehen.“ Und das, obwohl er laut seinem Anstecker beim Flughafen arbeitet. Aber es steht nicht drauf, ob er zum Schmetterlingsgarten gehört.

Cethosia-Edelfalter beim flotten Dreier im Schmetterlingsgarten am Flughafen Changi in Sinpapur
Cethosia-Edelfalter beim flotten Dreier im Schmetterlingsgarten am Flughafen Changi in Sinpapur

Ich finde besonders faszinierend, wie der eine Falter den anderen am Rüssel hält.

Die Gruppe meinte, ich solle Bilder vom Jewel (Einkaufszentrum) schicken, aber das befindet sich auf der Landseite. Der luftseitige SkyTrain, den ich jetzt eh nehmen will, fährt aber einmal mittel durch, wofür er sogar abbremst.

Blick aus dem SkyTrain am Flughafen Changi auf das Jewel in Singapur
Blick aus dem SkyTrain am Flughafen Changi auf das Jewel in Singapur

Durch den Besuch im Schmetterlingsgarten ist die Landung schon 90 Minuten her und die Gepäckausgabe bereits vorbei. Ich frage beim Gepäckservice nach. Sie finden meinen Koffer an der Kopfseite des Bandes liegen. Der Reißverschluss der vorderen Tasche fehlt. Der Inhalt liegt neben dem Koffer. Ich vergesse, dass ich mich wegen Beschädigung des Koffers hätte beschweren können, wie 2016 nach Kuba.


Und das nächste Unheil droht: Bei Singtel sind alle Systeme ausgefallen. Man kann daher keine SIM-Karten mehr kaufen. Es sei schon seit 2 Stunden alles down und werde noch mindestens 1 Stunde down bleiben. Ich soll eine andere Karte kaufen, meint die Frau, der bezahlte Betrag würde später erstattet.

Auf Pelago (Singapore Airlines' Konkurrent zu Get Your Guide und Viator) kann man neben der 12-SGD-Karte von Singel für 7,80 SGD (gut 5 Euro) auch eine von M1 kaufen. Der Name ist identisch: ebenfalls $12-Touristen-SIM. Da alle Karten in Singapur unrealistisch viel Datenvolumen haben (und Tethering – Thailand staunt) werden sie nur anhand des Preises unterschieden. Die Leistungen der beiden 12-SGD-Karten sind absolut identisch, außer dass M1 Roaming in anderen Ländern hat (Malaysia, Indonesien, Hong Kong und Macau sowie völlig willkürliche weitere Länder je nach Kartenpreis). Die 12-SGD-Karte kostet – der Name verrät es wie bei Singtel – 7,02 SGD. Man kann sie Changi Meet and Greet einlösen. Anders als bei Singtel dauert es 5 bis 10 Minuten, bis die Karte funktioniert (man Netz kriegt). Man kann auch Karten bei Meet and Greet direkt kaufen, die kosten aber bei schlechterer Leistung ein Vielfaches der vorbestellten Karten.


Ich habe ein Zimmer in der Heritage Collection on Victoria. Dafür braucht man eine App als Schlüssel. Ich bin mir unsicher, ob ich NFC brauche. Die notwendige Antenne habe ich beim Tausch des Akkus meines Handys abgerissen, da sie am Deckel klebte. Es reicht aber offenbar BLE, obwohl man das Handy so nah auf den Empfänger packen muss wie bei NFC-Anwendungen.


Nachdem ich mich etwas orientiert habe, laufe ich zur Marina Bay für den Sonnenuntergang.

Marina Bay Sands in Singapur
Marina Bay Sands in Singapur
Detail der Fassade des Flower Dome in den Gardens by the Bay in Singapur
Detail der Fassade des Flower Dome in den Gardens by the Bay in Singapur
Marina Bay in Singapur in Abendstimmung, links das ArtScience-Museum
Marina Bay in Singapur in Abendstimmung, links das ArtScience-Museum
Marina Bay Sands in Singapur in der späten Blauen Stunde
Marina Bay Sands in Singapur in der späten Blauen Stunde

Dann geht's zurück ins Hotel. Endlich mal ausschlafen. In den letzten drei Wochen konnte ich nur im Flusshotel länger als 6 Stunden schlafen.


Kommentare: 0


Südostasien III Tag 17: Poda-Inseln Krabi (Ko Poda Nok/Chicken Island, Thale Waek, Ko Poda Nai) – Kurz nach Krabi cruisen

Ich mache den einzigen Bootsausflug ab Phuket, den ich noch komplett nicht kenne. Und er ist gar nicht schlecht.

geschrieben von Janni Sonntag, 15. März 2026 um 17:55 Uhr

Heute habe ich nochmal einen Tagesausflug gebucht – zu den vier Poda-Inseln in der Provinz Krabi. Abholung ist um 7 Uhr. Der Fahrer ist etwas zu früh, ich noch nicht ausgecheckt. Das Hotel macht da einen Akt von, auch mit ihrer Kaution (1000 THB).

Um 8:30 fährt das Boot von Ao Nang Travel nach Krabi. Sie haben alle ihre sechs Fähren Ao Nang Princess genannt. Ganz großartig.

Ankunft in Nopharat Thara (es gibt zahlreiche Schreibweisen des Namens) ist gegen 10:10, dann geht es mit dem Schnellboot auf die Poda-Inseln.

Ko Poda Nai
Ko Poda Nai

Ko Poda Nok

Ko Poda Nok (Chicken Island)
Ko Poda Nok (Chicken Island)

Es geht zuerst nach Ko Poda Nok, übersetzt Vogelinsel bzw. auf Englisch Chicken Island. 10:40 kommen wir an, 12:30 ist Mittag auf der Insel.

Strand auf Ko Poda Nok (Chicken Island)
Strand auf Ko Poda Nok (Chicken Island)

Vorgesehen sind hier jetzt fast 2 Stunden am Strand. Ich habe meine Schnorchelausrüstung dabei. Obwohl ich mich schon gefragt habe, warum ich das jetzt gemacht habe statt einem Ausflug zu Bamboo Island (was man nicht allein buchen kann sondern nur zusammen mit einer „Premium-Tour“ nach Mu Ko Phi Phi, wo ich schon war), gibt es tatsächlich sehr viel Neues zu sehen, als ich von Thale Waek aus gesehen links ganz hinten (so weit man trockenen Fußes kommt) schnorchle:

Langflossen-Zackenbarsch
Langflossen-Zackenbarsch
Kupferbinden-Pinzettfisch
Kupferbinden-Pinzettfisch
Papageifischschwarm (und einige Kaninchenfische)
Papageifischschwarm (und einige Kaninchenfische)

Es gibt hier auch wieder Anemonenfische, aber nur an einer Stelle. Diese Spezies mit zumeist Schwarz statt Orange bewegt sich mehrere Meter von der Anemone weg, sodass ich erst einen Anemonenfisch und dann erst die Anemone sehe. Da sie in größerer Tiefe leben und das Wasser etwas trüb ist, schaffe ich kein gutes Bild von dem Pärchen und ihrer Anemone.

Ach ja Nemo, kurz darauf treffe ich auf den Fisch, der seine Mutter verspeist hat:

Großer Barrakuda
Großer Barrakuda
Nattern-Plattschwanz
Nattern-Plattschwanz

Die Tiere auf den letzten zwei Bildern sind gefährlich für Menschen, jedoch nicht aggressiv. Barrakudas verwechseln gerne glänzende Dinge mit Beute, dann ist es doof für Taucher und Schnorchler. Ich hatte auch die Vermutung, dass auch die Fische der folgenden Art meine Kamera oder das rote Armband davon mit irgendwas verwechseln.

Weißer Riffbarsch
Weißer Riffbarsch: Diese kleinen Nerver schwimmen ständig auf einen zu und kurz bevor sie einen erreichen, drehen sie ab
Schwarze Seegurke
Schwarze Seegurke

Warum Schwarz? Weil sie eigentlich schwarz sind und sich zum Sonnenschutz mit Sand eindecken.

Zweifarben-Bannerlippfisch mit Putzerlippfisch
Zweifarben-Bannerlippfisch mit Putzerlippfisch

Thale Waek (auch Ko Thap, Ko Tap und Ko Tup)

Nach dem Mittagessen gehen wir rüber nach Thale Waek, die Sandbank die zwischen Poda Nok und Poda Nai liegt. Normal fährt man mit dem Boot, aber heute Mittag ist wieder Niedrigwasser, sodass man durch das hüfttiefe Wasser waten kann. Thale Waek sind eigentlich auch zwei Inseln, die aber durch eine Sandbank verbunden sind.

Thale Waek (vorne), links im Hintergrund Ko Poda Nai
Thale Waek (vorne), links im Hintergrund Ko Poda Nai

Ich habe keine Schuhe dabei, was sich als unvorteilhaft herausstellt, da der Weg sehr steinig ist. Zwei Inderinnen begleiten mich auf die andere Insel.

Viel machen kann man auf Thale Waek nicht, obwohl dort mehr Menschen drauf sind als auf der größeren Ko Poda Nok. um 13:50 fährt das Schnellboot die Gruppe, die fast komplett aus Indern besteht (andere als die zwei, die mir geholfen haben), auf Ko Poda Nai, nicht aber, um zu erklären, woher Ko Poda Nok seinen Namen hat:

Felsen in der Gestalt eines Hühnerkopfes auf Ko Poda Nok (Chicken Island)
Felsen in der Gestalt eines Hühnerkopfes auf Ko Poda Nok (Chicken Island)

Ko Poda Nai (Ko Poda)

Strand auf Ko Poda Nai
Strand auf Ko Poda Nai

Auf Ko Poda Nai gibt es von der Crew Schnorchelmasken für die, die wollen. Wir sind hier jetzt von 14:10 bis 15:20. Ich finde das Schnorcheln hier schlechter als auf Ko Poda Nok, wo die Masken nicht ausgegeben wurden.

Aufgrund der Niedrigwassers schwimmt man nur ganz knapp über den Korallen. Klingt gut zum Fotografieren, ist es aber nicht, weil es gleichzeitig vom Sand ziemlich trüb ist. Ich schwimme zur nördlichen vorgelagertern Insel. Sie liegt in dem Bereich, in dem die Langschwanzboote nicht fahren dürfen.

Fünflinien-Schnurwurm
Fünflinien-Schnurwurm
Korallenriff vor Ko Poda Nai
Korallenriff vor Ko Poda Nai

Auch hier gibt es wieder einen Papageifischschwarm, aber die Bilder werden nichts, da sie fressen und dabei das Wasser noch trüber machen als es sowieso schon ist.

Röhrenaale
Röhrenaale
Schnepfenmesserfische (leben vertikal mit dem Kopf nach unten)
Schnepfenmesserfische (leben vertikal mit dem Kopf nach unten)

Da denkst du, du hast in Thailand beim Schnorcheln schon alles gesehen, und dann kommt so ein Tag...

Dann geht es zurück nach Nopharat Thara und dann weiter nach Phuket.

Unzählige Langschwanzboote im Hafen von Nopharat Thara
Unzählige Langschwanzboote im Hafen von Nopharat Thara

Wie man sieht, ist die Sonne jetzt weg. Passt ja. Und ich mache mich auch aus dem Staub nach Singapur morgen früh. Ich habe noch keine richtige Ahnung, was ich mache. Ich kann ja nicht den ganzen Tag im Botanischen Garten die Otter suchen, otter ... äh ... oder?


Die Datenflat auf der SIM-Karte hat mehr oder weniger pünktlich geendet nach 360 Stunden (15 Tagen), wobei von Mitternacht an auch nur noch maximal 900 kbit/s möglich waren. War kein guter Deal, denn ich hab etwa 14 Gigabyte verbraucht, was auch am gesperrten Tethering (Hotspot/Internetfreigabe) liegen dürfte. In Singapur gibt es die 15-Dollar-Touristenkarte (knapp 9 Euro), die ich damals hatte, jetzt mit einem Viertel Terabyte in Singapur und einem Viertel Terabyte Roaming in fast ganz Südostasien (statt wie damals 120 Gigabyte in Singapur und 3 Gigabyte in Malaysia, Thailand und Australien, wobei letzteres bei diesem Angebot nicht mehr drin ist). Ein Viertel Terabyte Roaming-Datenvolumen für 9 Euro! Und 31 Tage Gültigkeit (und Tethering). Ich glaube, da staunt man weltweit.


Fun Fact: Auch Singapur Airlines hat mich beim Checkin automatisch an den Notausgang gesetzt. Vielleicht ganz gut, denn das Flugzeug ist eine 737 MAX 8.

Ich wurde gestern von der Gruppe gefragt, warum ich nach Singapur fliege: aus Kostengründen. Flüge Richtung Heimat ab Phuket sind extrem teuer, insbesondere am Wochenende. So einen Glücksgriff wie 2024 mit TK, wo der von mir gewünschte Direktflug nach Istanbul plötzlich hunderte Euro billiger war, habe ich nicht landen können. Also muss ich leider drei Tage nach Singapur. Arm zu sein ist eine Bürde, wie 2025 als ich aus Kostengründen zwei Tage auf den Malediven war, weil die Direktflüge zwischen Frankfurt und Bandaranaike unbezahlbar waren.

Nach fast drei Wochen Action freue ich mich dann aber auch auf zu Hause. Mache ich jetzt schon.


Kommentare: 0