{"id":74,"date":"2013-03-03T21:54:06","date_gmt":"2013-03-03T19:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp\/?page_id=74"},"modified":"2024-11-01T18:16:15","modified_gmt":"2024-11-01T16:16:15","slug":"lebenslauf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/lebenslauf\/","title":{"rendered":"Lebenslauf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/oberleiste.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<blockquote><p><span class=\"text\"><em><span class=\"zitat\">Historiker interessieren sich offenbar auch heute noch mehr f\u00fcr Anzahl und Eigenschaften der Liebhaber von de Gouges als f\u00fcr ihr umfangreiches Werk und ihre politische Leistung. Immer noch m\u00f6chte man Olympe de Gouges in den althergebrachten Klischees lieber als &#8222;Courtisane&#8220; und\/oder als &#8222;Militante&#8220; sehen, als sich ernsthaft mit ihren Schriften zu befassen.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\">(Thiele-Knobloch, G. in: Olympe de Gouges: Denkschrift der Mme de Valmont; Frankfurt\/Main, 1993)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h3><strong><br \/>\nMarie Gouze\/Marie Aubry<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"Louis Sebastien Mercier\" style=\"width: 220px; float: right; margin-top: 15px; margin-right: 0px; margin-left: 25px; height: 289px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/LeFranc_de_Pompignan.jpg\" alt=\"Jean-Jacques Lefranc de Pompignan\" \/><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Olympe de Gouges wurde als Marie Gouze am 07.05.1748 in Montauban, S\u00fcdfrankreich, geboren. Sie war eine der j\u00fcngeren T\u00f6chter des kleinb\u00fcrgerlichen Ehepaares Anne-Olympe und Pierre Gouze, ihr leiblicher Vater war jedoch vermutlich Jean-Jacques Le Franc de Pompignan. Dieser geh\u00f6rte einem ortsans\u00e4ssigen Adelsgeschlecht an, ging aber bald nach der Geburt Maries nach Paris, wo er sich als Literat einen Namen machte und an die <em>Acad\u00e9mie Fran\u00e7aise <\/em>berufen wurde. Zu seiner Tochter bekannte er sich niemals offiziell, und obwohl es keinen positiven Nachweis f\u00fcr seine Vaterschaft gibt, scheint sie aufgrund einer F\u00fclle an Indizien und mangelnder Dementis erwiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marie Gouze wurde 17-j\u00e4hrig an den unverm\u00f6genden Louis-Yves Aubry verheiratet. Er entstammte der Pariser Bourgeoisie und arbeitete als K\u00fcchenchef in einem adeligen Haus in Montauban. Marie Gouze wurde wahrscheinlich gegen ihren Willen verheiratet, \u00fcber ihre Ehe fand sie auch in sp\u00e4teren Jahren nie ein gutes Wort. In dem autobiografisch gef\u00e4rbten Briefroman <em>M\u00e9moire de Mme. de Valmont<\/em> spricht sie gar von dem \u201emir verhassten Mann\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 390px; float: left; margin-top: 20px; margin-bottom: 20px; height: 269px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Montauban-vue_du_Tarn.jpg\" alt=\"Montauban - vue du Tarn\" \/><br \/>\nAubry wird in einigen biografischen Darstellungen als alter Mann vermutet. Dagegen steht die Anordnung des Notars im Verlobungsakt, die die Einwilligung seiner Eltern verlangte. Louis-Yves Aubry scheint also zum Zeitpunkt der Verlobung noch nicht vollj\u00e4hrig gewesen zu sein. Im August 1766 kam der gemeinsame Sohn Pierre zur Welt und im selben Jahr verliert sich die Spur des Mannes. Sein Schicksal ist aufgrund fehlender Daten ungekl\u00e4rt. Marie Aubry bezeichnete sich sp\u00e4ter als Witwe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Olympe de Gouges hat in ihrer Jugend h\u00f6chstens rudiment\u00e4r lesen und schreiben gelernt. Ihre Unterschriften im standesamtlichen Register scheinen \u201evon einer dritten Hand gef\u00fchrt worden zu sein. Die Buchstaben sind grob, ungleich, schlecht angeordnet und schlecht geformt.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> De Gouges\u2019 Muttersprache war das im S\u00fcden Frankreichs gesprochene Okzitan. Sie d\u00fcrfte allerdings bereits zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit mit dem aus Paris stammenden Ehemann Franz\u00f6sischkenntnisse besessen haben. Den Kritikern der Ausdrucksweise und sprachlichen Fehlerhaftigkeit ihrer franz\u00f6sischen Publikationen hielt sie entgegen:<\/p>\n<blockquote><p>Weil ich in einem Land gro\u00dfgezogen wurde, in dem man seine Sprache ziemlich schlecht spricht, und ich niemals ihre Grundregeln gelernt habe, ist es erstaunlich, dass meine Diktion nicht noch viel fehlerhafter ist.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\">(Olympe de Gouges: L&#8217;homme g\u00e9n\u00e9reux; 1786)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h3><strong><br \/>\nOlympe de Gouges<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um etwa 1770 zog Marie Aubry mit ihrem Sohn nach Paris. Sie legte den Ehenamen ab und nannte sich (Marie-) Olympe de Gouges.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 268px; height: 350px; float: left; margin: 10px 25px 10px 0px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Marie_Antoinette-Louis_VXI.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\nGouges ist eine der Schreibweisen ihres M\u00e4dchennamens Gouze, Olympe ist der zweite Vorname ihrer Mutter, der f\u00fcr sie \u201eetwas Himmlisches\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> bedeutete. \u00dcber die Zeit nach der Geburt ihres Sohnes bis ca. 1784, dem Erscheinen ihrer ersten Publikationen ist kaum etwas \u00fcber ihr Leben bekannt und nur wenige Daten sind dazu auffindbar. Sie lebte in Paris als unverheiratete Lebensgef\u00e4hrtin von Jacques Bi\u00e9trix de Rozi\u00e8res, den sie wahrscheinlich bereits aus Montauban kannte, wo er als adeliger Transportunternehmer f\u00fcr die k\u00f6nigliche Armee eine zeitlang stationiert gewesen war. In Paris sorgte er mittels Leibrentenvertr\u00e4gen f\u00fcr ihren Lebensunterhalt und erm\u00f6glichte ihr den Status einer gutsituierten B\u00fcrgerin, die Zugang zu den Salons jener Zeit hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese in ihren Details unbekannte Zeit ihres Lebens findet sich in biografischen Texten \u00fcber Olympe de Gouges h\u00e4ufig als die am meisten besprochene wieder. In kaum einer Darstellung wird sie nicht als <em>femme galante <\/em>oder Kurtisane dargestellt. Indessen w\u00e4hrte ihre Beziehung zu Jacques Bi\u00e9trix siebzehn Jahre lang. Es ist m\u00f6glich, dass sie von ihm auch eines oder mehrere weitere Kinder bekam. Verschiedene Bemerkungen in ihren Schriften und von Zeitgenossen deuten darauf hin. Allf\u00e4llige weitere Kinder m\u00fcssen jedoch fr\u00fch verstorben sein, in ihrem <em>Testament politique <\/em>vom Juni 1793 f\u00fchrte de Gouges Pierre Aubry als einzigen Nachkommen und Erben ihrer weltlichen G\u00fcter an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"width: 243px; height: 364px; float: right; margin: 10px 0px 10px 25px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/OdGouges.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\nSie heiratete nicht wieder und \u00e4u\u00dferte sich wiederholt negativ \u00fcber den Ehestand, der eine Frau unter die Kuratel ihres Ehemannes stellte. Ihrer Meinung nach war die Ehe \u201e<a href=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/frauenrechte\/#postambel\">das Grab der Liebe und des Vertrauens<\/a>\u201c, sie k\u00e4mpfte f\u00fcr das Recht von Frauen auf Scheidung und forderte eine Revision des Eherechts zugunsten eines <a href=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/frauenrechte\/#gesellschaftsvertrag\">Gesellschaftsvertrages von Mann und Frau<\/a>.<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e[D]amals wurde eine Frau, die die Ehe verweigerte, automatisch als femme galante, um nicht zu sagen als Prostituierte, angesehen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u00a0Als alleine und \u2013 im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten \u2013 selbstbestimmt lebende Frau stand de Gouges unter dem Generalverdacht der Unmoral. Sie selbst hielt sich \u00fcber ihre privaten Angelegenheiten stets bedeckt, und es wurde bis heute ihr Name in keinem der Register aufgefunden, die in Adelsh\u00e4usern \u00fcber den Unterhalt der M\u00e4tressen gef\u00fchrt wurden. Indessen trat sie f\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben der Frauen ein, das auch die Wahl der sexuellen Partner einschloss, und nahm nur ein einziges Mal zu den diffamierenden Ger\u00fcchten \u00fcber ihre Person Stellung:<\/p>\n<blockquote><p>Um die \u00f6ffentliche Stimme, die meine patriotischen Schriften mir eingetragen haben, ins Schwanken zu bringen, verbreiten unbesonnene Menschen \u00fcberall, dass ich Liebhaber gehabt habe; gewiss, diese Bemerkung ist neu und ganz besonders wesentlich.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\">(Olympe de Gouges: <em>Avis pressant, ou r\u00e9ponse \u00e0 mes calomniateurs<\/em>, 1789)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Biografen und Geschichtsschreiber haben in der Folge an diese Diffamierungen angeschlossen, Olympe de Gouges wiederholt als Kurtisane dargestellt und Desavouierungen ungepr\u00fcft wiederholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich muss Olympe de Gouges ihre Zeit zu intensivem Selbststudium genutzt haben. Ab den 1780er Jahren konnte sie lesen und schreiben (sie korrigierte die Fahnen ihrer Druckschriften, verbesserte die von der Zensur angezeichneten Stellen ihrer Manuskripte, schrieb Briefe \u2026),\u00a0<img decoding=\"async\" style=\"width: 218px; height: 303px; float: right; margin-left: 15px; margin-right: 0px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Louis-SebastienMercier.jpg\" alt=\"\" \/>und es zeigt sich in ihren Werken ein profundes Wissen franz\u00f6sischer Geschichte, r\u00f6mischer und griechischer Antike, des franz\u00f6sischen Theaters, der politischen Philosophie (insb. der Werke Rousseaus) etc. Sie frequentierte literarische Salons sowie Intellektuellenzirkel, sie entwickelte eine gro\u00dfe Liebe zum Theater, und es gibt einen Hinweis darauf, dass sie eine Zeit lang selbst ein Wandertheater betrieben hat, in dem u.a. ihr Sohn als Schauspieler aufgetreten ist. Sie suchte die N\u00e4he von adeliger Prominenz, Wissenschaftern, Literaten und Dramatikern und entwickelte viele eigene politische, philosophische und weltanschauliche Ideen, die von den Grunds\u00e4tzen der Aufkl\u00e4rung und einem humanistischen Geist gespeist waren. Sie machte die Bekanntschaft von Philippe d\u2019Orl\u00e9ans, dem sp\u00e4teren Philippe Egalit\u00e9, der die milit\u00e4rische Karriere ihres Sohnes f\u00f6rderte, mit dem sie sich sp\u00e4ter aber \u00fcberwarf. Louis-S\u00e9bastien Mercier, ein bedeutender Literat seiner Zeit, wurde ihr Freund und Lehrmeister, er f\u00f6rderte ihren Intellektualismus und unterst\u00fctzte sie in ihrem Schreiben. Zu ihrem engen Freundeskreis z\u00e4hlten viele als Freimaurer bekannte Pers\u00f6nlichkeiten und Politiker, die sp\u00e4ter der Gironde angeh\u00f6rten. Sie stand in Kontakt mit zeitgen\u00f6ssischen Schriftstellern, Wissenschaftern und Publizisten, besuchte politische Clubs, die Zuh\u00f6rertribune der Nationalversammlung und die Salons der Intellektuellen.<\/p>\n<\/div>\n<h3><strong><br \/>\nFemme de Lettres<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihre Karriere als <em>femme de lettres<\/em>, als Schriftstellerin, ist besser dokumentiert als jeder andere Abschnitt ihres Lebens,<img decoding=\"async\" style=\"width: 216px; height: 326px; margin: 5px 25px 5px 0px; float: left;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Marquise_de_Montesson.jpg\" alt=\"\" \/> und es ist wohl auch derjenige, mit dem sie sich selbst am meisten identifizierte. De Gouges\u2019 erste Publikation ist der Briefroman <em>M\u00e9moire de Mme. de Valmont<\/em>, der 1784 erschien und (aus ihrer eigenen Biografie sch\u00f6pfend) die Probleme von Kindern illegitimer Herkunft sowie der unfreiwilligen Verheiratung von Frauen thematisierte. Sie trat damit zu dem Zeitpunkt als Literatin an die \u00d6ffentlichkeit, als ihr Vater und literarisches Vorbild, der Marquis de Pompignan, starb. Zu dieser Zeit war ihr erstes Theaterst\u00fcck <em>Zamore et Mirza ou l&#8217;heureux naufrage<\/em>, ein Drama, das die schlimme Lage der Sklaven in den franz\u00f6sischen Kolonien behandelte, bereits fertig gestellt. Sie hatte es der <em>Com\u00e9die Fran\u00e7aise<\/em>, dem f\u00fchrenden Theater Europas, zur Lekt\u00fcre vorgelegt, und es wurde dank der F\u00fcrsprache von de Gouges\u2019 F\u00f6rderern, insb. von Mme de Montesson, angenommen und damit auf den Spielplan gesetzt. Die <em>Com\u00e9die <\/em>verf\u00fcgte \u00fcber ein Monopol, war allerdings von ihren adeligen Unterst\u00fctzern abh\u00e4ngig, die zu einem gro\u00dfen Teil in den Kolonien gutes Geld verdienten. Diese Geldgeber lehnten die Auff\u00fchrung des St\u00fcckes wegen seiner Sklavenfreundlichkeit ab, wozu das Theater durch seine Annahme jedoch verpflichtet war. Es entbrannte ein jahrelanger Streit, der schriftlich, juridisch aber auch mittels physischer Bedrohungen ausgetragen wurde. Diesem Streit ist zu verdanken, dass de Gouges nicht nur zugunsten der Auff\u00fchrung ihres St\u00fcckes weitere Schriften, Briefe und Petitionen verfasste, sondern auch f\u00fcr den Inhalt ihres St\u00fcckes und schlie\u00dflich explizit f\u00fcr die Abschaffung der Sklaverei argumentierte und publizierte. Sie hat sich \u201eals einzige Frau ihrer Zeit \u00f6ffentlich <img decoding=\"async\" style=\"width: 380px; float: right; margin-left: 25px; height: 294px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Comedie-Francaise.jpg\" alt=\"\" \/><span style=\"font-size: revert; color: initial;\">gegen die Sklaverei der Schwarzen in den Kolonien erhoben\u201c<\/span><a style=\"font-size: revert;\" title=\"\" href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><span style=\"font-size: revert; color: initial;\">, und sie bekam Recht, als ihr St\u00fcck 1789 endlich uraufgef\u00fchrt, nach drei Pflichtvorstellungen jedoch f\u00fcr immer abgesetzt wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Olympe de Gouges verfasste eine Vielzahl von Schauspielen und Romanen, von denen einige erhalten geblieben, kaum ein St\u00fcck allerdings jemals auf Deutsch \u00fcbersetzt worden ist. So setzte sie <em>Die Hochzeit des Figaro<\/em> Ihres Kollegen und Zeitgenossen Beaumarchais mit <em>Le mariage inattendu de Ch\u00e9rubin<\/em> fort und erhielt gute Kritiken f\u00fcr diese Komposition, oder sie lie\u00df den Gr\u00fcndervater der <em>Com\u00e9die Fran\u00e7aise<\/em> in dem mit historischen Fakten gespikten F\u00fcnfakter <em>Moli\u00e8re chez Ninon<\/em> auferstehen. Das <em>Th\u00e9\u00e2tre Fran\u00e7ais Comique &amp; Lyrique <\/em>f\u00fchrte ihr St\u00fcck <em>Le Couvent<\/em> im Oktober 1790\u00a0auf und sein Direktor Labreux erkl\u00e4rte sich<img decoding=\"async\" style=\"width: 211px; height: 340px; float: left; margin: 10px 25px 10px 0px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Oeuvre.jpg\" alt=\"\" \/> auf den Ank\u00fcndigungsplakaten kurzerhand zum Co-Autor des St\u00fcckes. De Gouges&#8216; letztes Drama 1793 hei\u00dft<em> L\u00b4entr\u00e9e de Dumourier [sic] \u00e0 Bruxelles ou les vivandiers<\/em> und wurde ihr politisch gef\u00e4hrlich, weil jener Dumouriez, von dem das St\u00fcck handelt, wenige Tage nach der Urauff\u00fchrung zum Feind \u00fcberlief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den franz\u00f6sischen Archiven und Bibliotheken befinden sich heute nur noch Ausgaben derjenigen Texte, die de Gouges zu Lebzeiten selbst publizierte. Auf der Inventarliste ihrer Wohnung, die nach ihrer Hinrichtung erstellt worden ist, finden sich jedoch auch Titel von Manuskripten, die wahrscheinlich nie ver\u00f6ffentlicht und nach ihrem Tod verbrannt worden sind. Diese Annahme legt ein Brief an den \u00f6ffentlichen Ankl\u00e4ger nahe, dem die Inventarliste beigelegt war. Weil der Nachlass von Delinquenten \u00fcblicherweise zugunsten der Staatskasse verkauft wurde, findet sich in diesem Brief folgende Empfehlung:<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"zitat\"><em>\u2026 wir haben gedacht, dass diese Papiere keinesfalls verkauft werden d\u00fcrfen, genau wie die B\u00fccher, denn es w\u00e4re unendlich gef\u00e4hrlich, sie in der \u00d6ffentlichkeit herumzureichen, wo sie den Gemeingeist vergiften k\u00f6nnten [&#8230;] Wenn du es f\u00fcr zweckm\u00e4\u00dfig h\u00e4ltst, werde ich alle Druckschriften verbrennen ..<\/em>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\"><span class=\"quelle\">(Friedensrichter Tilly in einem Brief an den \u00f6ffentlichen Ankl\u00e4ger \u00fcber den Nachlass von Olympe de Gouges nach ihrer Hinrichtung im November 1793)<\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihren Dramen und Romanen widmete sich de Gouges sozialkritischen und gesellschaftspolitischen Themen, wie der Bestrafung der Armut durch Schuldhaft, dem Abschieben von M\u00e4dchen in Kl\u00f6ster, der Bigotterie, dem Recht auf Ehescheidung, der illegitimen Geburt u.v.m.<\/p>\n<h3><strong><br \/>\nPolitikerin und Feministin<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bekannt wurde Olympe de Gouges in Paris aber vor allem durch ihre politischen Schriften, die sie in Form von Eingaben und Petitionen an die politischen Institutionen bzw. deren Abgeordnete schickte oder als offene Briefe publizierte oder als Wandplakate aush\u00e4ngen lie\u00df. <img decoding=\"async\" style=\"width: 255px; height: 445px; float: left; margin: 5px 25px 5px 0px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/remarquespatriotiques.jpg\" alt=\"\" \/>Politisch ambitioniert ist auch ihr literarisches Werk, wie der Skandal rund um ihr erstes Drama bereits deutlich zeigt. Schon damals rechtfertigte sie ihre humanistischen Ansichten durch nicht-belletristische Folgeschriften. Ab 1788 jedoch, nach ersten Volksaufst\u00e4nden, der Einberufung der Generalst\u00e4nde und dem Heraufdr\u00e4uen der Revolution, ging sie mit Publikationen an die \u00d6ffentlichkeit, in denen sie explizit ihre politische Meinung kundtat und tagesaktuelle Stellungnahmen zum (vor-) revolution\u00e4ren Geschehen abgab. \u201eEinige Monate nach dem <em>Lettre au peuple <\/em>publizierte Olympe de Gouges eine zweite Schrift unter dem Titel <em>Remarques patriotiques<\/em>, in dem sie die Form eines umfassenden Sozialprogrammes skizzierte. [\u2026] Diese beiden ersten politischen Schriften wurden von den Rezensenten bald wohlwollend angenommen, insbesondere vom <em>Journal G\u00e9n\u00e9ral de France<\/em>, das ihnen jedes Mal seinen Aufmacher, die erste Seite, <img decoding=\"async\" style=\"width: 260px; height: 340px; float: right; margin-right: 0px; margin-top: 10px; margin-left: 25px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/union_courage.jpg\" alt=\"\" \/>widmete.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">De Gouges forderte soziale Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die \u00e4rmsten Teile der Bev\u00f6lkerung, zu deren Finanzierung sie die Einf\u00fchrung einer Luxus- und Gl\u00fccksspielsteuer vorschlug. Sie forderte Bildung f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten und f\u00fcr Frauen, sie setzte sich f\u00fcr die Trennung von Kirche und Staat ein, regte eine Strafrechtsreform an und k\u00e4mpfte gegen die Todesstrafe. Sie forderte politische Kontrolle und Rechenschaftspflicht, freie Wahlen, eine Verfassung, die Abschaffung der Sklaverei und vor allen Dingen die Gleichberechtigung der Frauen. Eine F\u00fclle von Schriften sowie einige erhaltene Briefe geben lebendiges Zeugnis ihres Engagements, ihres Denkens und der politischen wie pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nde, unter denen sie ihr Werk verfasste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ADDFC.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 250px; float: left; margin-right: 15px; margin-top: 5px; height: 459px;\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/3\/34\/DDFC.jpg\" alt=\"DDFC\" \/><\/a>Als Anfang September 1791 die franz\u00f6sische Verfassung, beruhend auf der <em>D\u00e9claration des droits de l\u2019homme et du citoyen, <\/em>verabschiedet und Frankreich eine konstitutionelle Monarchie wurde, schrieb Olympe de Gouges ihre <a href=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/frauenrechte\/#erklaerung\"><em>D\u00e9claration des droits de la femme et de la citoyenne<\/em><\/a>. Diese \u201eFrauenrechtsdeklaration\u201c ist Teil ihrer Schrift \u00fcber <a href=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/frauenrechte\/\"><em>Die Rechte der Frau<\/em><\/a>, die sie der franz\u00f6sischen K\u00f6nigin Marie-Antoinette widmete und worin sie diese aufforderte \u201e<a href=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/frauenrechte\/#koenigin\">dem Vorw\u00e4rtskommen der Rechte der Frau Gewicht zu verleihen und ihren Erfolg voranzutreiben<\/a>&#8222;. De Gouges forderte f\u00fcr die Frauen gleiche Rechte und gleiche Pflichten und thematisierte darin vor allem die Notwendigkeit existentieller Unabh\u00e4ngigkeit und aktiver wie passiver politischer Rechte. Diese Erkl\u00e4rung ist insofern ein Gegenentwurf zur sogenannten \u201eAllgemeinen Menschenrechtserkl\u00e4rung\u201c, als sie unter Berufung auf deren Grundlage \u2013 der Gleichheit aller Menschen \u2013 ihre Vers\u00e4umnisse hinsichtlich der Rechte der Frauen nachbesserte. Sie schickte diese Schrift an die Nationalversammlung, wo sie ungeh\u00f6rt verhallte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben solch konkreten Stellungnahmen zu aktuellen politischen Debatten und Vorschl\u00e4gen zu Rechtsreformen kritisierte sie auch den Verlauf der Revolution, wehrte sich gegen Gewaltt\u00e4tigkeit und Blutvergie\u00dfen, trat f\u00fcr offene Diskurse und Kompromisse ein. Sie warnte unerm\u00fcdlich vor Hetzern und Demagogen, sie verurteilte \u00f6ffentlich die grausamen Septembermassaker und wies auf die Gefahr der Radikalisierung der Revolution hin. Sie hatte einen klaren Blick auf die Situation und verf\u00fcgte \u00fcber ein gutes Einsch\u00e4tzungsverm\u00f6gen der Lage. In ihren Warnungen nahm sie manch sp\u00e4tere Entwicklung vorweg und schrieb 1792:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\">Mir graut vor meinen Vorhersagen, alle haben sich verwirklicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 12px;\">Olympe de Gouges: <em>Le bon sens fran\u00e7ois<\/em>, 1792\u00a0<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<h3><strong><br \/>\nRevolution\u00e4rin und Opfer des Terror-Regimes<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Charles Monnet [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AMarie_Antoinette_Execution1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-right: 15px; margin-top: 8px; height: 340px; width: 269px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/OdGdefenseuroffisieux.jpg\" alt=\"Anklageschrift\" \/><\/a>Olympe de Gouges war eine Gegnerin der Todesstrafe. Sie argumentierte gegen die Hinrichtung des K\u00f6nigs und erkl\u00e4rte sich zu seiner Verteidigerin: &#8222;Wir haben das K\u00f6nigtum abgeschafft. Volk, Thron, er hat alles verloren. Seien wir gro\u00df genug, ihm das Leben zu lassen.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>\u00a0 Sie warnte vor den Ausschreitungen, zu denen seine Hinrichtung f\u00fchren w\u00fcrde und mahnte zu Milde.\u00a0Die Argumentation de Gouges\u2019 zeugt dar\u00fcber hinaus von einem Scharf\u00adsinn, den bereits Lacour herausgestrichen hatte. Er fand diese Schrift \u201esei die gro\u00df\u00adartigste Tat ihres Lebens gewesen; und doppelt gro\u00dfartig, weil sie nicht nur Erbarmen zeigte, son\u00addern Olympe de Gouges\u2019 hohe politische Klar\u00adsicht.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">De Gouges warnte auch lautstark vor Robespierre und Marat, deren politische Clubs jedoch bald eine Mehrheit auf sich vereinigen konnten. Unter der F\u00fchrung Robespierres begann im Juni 1793 <em>la grande terreur<\/em>, die Schreckensherrschaft, der de Gouges schlie\u00dflich zum Opfer fiel. In ihrer Wandzeitung <em>Les trois urnes ou le salut de la patrie <\/em>hatte sie zu einer direkten Volkswahl aufrufen wollen, wurde aber beim Versuch, <img decoding=\"async\" style=\"width: 327px; height: 313px; float: right; margin: 10px 0px 10px 25px;\" src=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/BriefandenSohn.jpg\" alt=\"\" \/>sie zu plakatieren, verhaftet. Sie war im Verlauf einiger Monate in verschiedenen Gef\u00e4ngnissen untergebracht und zun\u00e4chst von ihrer Freilassung \u00fcberzeugt. Sie ver\u00f6ffentlichte noch aus der Haft politische Schriften, schrieb weiterhin gegen Robespierre an und berief sich auf Artikel 7 der franz\u00f6sischen Verfassung, der die Meinungs- und die Pressefreiheit garantierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende Oktober 1793 wurde de Gouges in die <em>Conciergerie <\/em>verlegt, einen Kerker, der der \u201eVorhof des Schafotts\u201c genannt wurde. Kurz vor ihrer Hinrichtung berichtete sie in einem letzten Brief an ihren Sohn von ihren letzten Tagen und ihrem Prozess vor dem Revolutionstribunal:<\/p>\n<blockquote><p>Man \u00fcbergab mir meinen Anklageakt drei Tage vor meinem Tod. Ab dem Moment der Zustellung dieses Aktes gibt mir das Gesetz das Recht, meine Verteidiger und alle Personen, die ich kenne, zu sehen. Man hat mir alles untersagt [\u2026]. Am n\u00e4chsten Tag um sieben Uhr, lie\u00df man mich vor das Tribunal treten [\u2026]. Ich verlangte den Verteidiger, den ich gew\u00e4hlt hatte. Man sagte mir, dass er nicht hier w\u00e4re oder dass er sich nicht um meine Verteidigung k\u00fcmmern wollte. Ich verlangte wegen seines Fehlens einen anderen, man sagte mir, dass ich genug Geist h\u00e4tte, mich selbst zu verteidigen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\">(Zitat aus dem letzten Brief de Gouges&#8216; an ihren Sohn)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>De Gouges wurde auf Grundlage ihrer Schriften wegen ihrer politischen Meinung zum Tod auf dem Schafott verurteilt und am Nachmittag des 03.11.1793 hingerichtet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Edouard Foresti\u00e9: Olympe de Gouges (1748 &#8211; 1793), Foresti\u00e9, Montauban, 1901<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Olympe de Gouges: <em>Pronostic sur Maximilien Robespierre<\/em>, 1792<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Gisela Thiele-Knobloch im Vorwort in: Olympe de Gouges:<em>Th\u00e9\u00e2tres politique II,<\/em> c\u00f4t\u00e9-femmes, Paris, 1993<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Olivier Blanc: <em>Marie-Olympe de Gouges. Une humaniste \u00e0 la fin du XVIIIe si\u00e8cle<\/em>; \u00c9ditions Ren\u00e9 Vi\u00e9net, Cahors, 2003<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Olivier Blanc in der Einleitung in: Olympe de Gouges: <em>\u00c9crits politiques 1788 -1791, Tome I<\/em>; c\u00f4t\u00e9-femmes, Paris, 1993<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Olympe de Gouges: <em>Olympe de Gouges d\u00e9fenseur officieux de Louis Capet<\/em>, 1792<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12px;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Margarete Wolters und Clara Sutor in: Olympe de Gouges: <em>Politische Schriften in Auswahl, Marie Olympe de Gouges (1748 \u2013 1793)<\/em>, Buske, Hamburg, 1979<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historiker interessieren sich offenbar auch heute noch mehr f\u00fcr Anzahl und Eigenschaften der Liebhaber von de Gouges als f\u00fcr ihr umfangreiches Werk und ihre politische Leistung. Immer noch m\u00f6chte man Olympe de Gouges in den althergebrachten Klischees lieber als &#8222;Courtisane&#8220; und\/oder als &#8222;Militante&#8220; sehen, als sich ernsthaft mit ihren Schriften \u2026 <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/lebenslauf\/\"> Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr; <\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"h5ap_radio_sources":[],"footnotes":""},"class_list":["post-74","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74"}],"version-history":[{"count":152,"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2421,"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74\/revisions\/2421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/olympe-de-gouges.info\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}