Live mit Gitarre

Debüt Album "Ohren zu und durch"

Song 1

Ich habe es tatsächlich geschafft! Ein Album mit eigener Musik.

Der erste Song "Flucht nach Hause" ist der neueste. Ich mag die Harmonien. Beim Schreiben gesellte sich der Text irgendwie automatisch dazu. Das war ein wirklich schönes Songwriting-Erlebnis.

In "Lass mal los" habe ich eine wilde Aneinanderreihung von Metaphern verwurstet. Gedanken, die einem in den Stunden kommen, in denen man mitten in der Nacht aufwacht und nicht wieder einschlafen kann.

"Unterwegs" ist zuerst entstanden aus einem Facebook-Post mit einem Foto, das eine Landschaft mit einem wilden Wolkenbild am Himmel zeigt. Da war ich irgendwo in Hessen oder Thüringen mit dem Zug unterwegs. Gewandelt hat sich der Song dann in einen musikalischen Roadmovie als Liebeslied für die einzige wahre Liebe meines Lebens.

"David Bowie" ist einerseits ein Song über verpasste Chancen, was man in seinem Leben nicht gemacht hat und wohl auch nicht mehr machen wird, aber eben auch über Treue zu sich selbst und anderen - und Liebe.

"Die Zukunft" ist in einer für mich frustrierenden Phase meines Berufslebens entstanden. Eigentlich habe ich aber wirklich keinen Grund zum Jammern. Kann ich wegen der vielen Barrégriffe praktisch nicht live spielen, weil mir dann immer die linke Hand verkrampft. Schade eigentlich.

"Die Hymne auf den mittelmäßigen Zustand" ist zu Ehren aller derjenigen, die wie ich nicht immer nur dem Größten, Schönsten, Besten nacheifern, sondern sich auch einfach mal mit dem zufrieden geben, was eben so okay für sie ist. Nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. So wie (für mich) dieses Album.

Ja, "Der Traum vom Fliegen". Ich wollte immer einen Pilotenschein machen, habe aber die einzige Chance, die ich dazu hatte, aus guten Gründen verstreichen lassen. Also singe ich eben einfach darüber. Bisschen kitschig, aber am Ende reiße ich es wieder raus.

Zu Ehren des größten derzeit noch lebenden Songwriters, natürlich Bob Dylan, habe ich einen "Protestsong" mit satirischen Zwischentönen geschrieben, der ihn, der mit bürgerlichem Namen Robert Zimmermann heißt, auf die Schippe nimmt: "I won't cry when Robert Z. passes away". Damit er es auch versteht, ist es in so einer Art Englisch geschrieben. So gut Bob auch ist: Manchmal nervt er ja auch ein bisschen.

Ich kann aber auch anstrengend sein, weil ich gern mal schwarzsehe und immer nur das Schlechteste herbeiahne. Zur Wiedergutmachung habe ich "Den fröhlichen Song vom Pessimismus geschrieben".

"Der Barbershop auf der Schattenseite der Sonnenallee" könnte von satire-fernen Ignoranten missverstanden werden. Tatsächlich ist der Song eine Hommage an die bunte Vielfalt im Teil der Sonnenallee zwischen Hermannplatz und Ringbahn, in der man vielen schrägen Charakteren über den Weg laufen kann, die aber zum allerallergrößten Teil voll in Ordnung sind. Gute und schlechte Charaktere gibt es in jeder Kultur!

Noch ein Berlin-Song ist "Boring Berlin". Nach fast 20 Jahren Berlin hat es sich für mich leider ziemlich abgenutzt und auch nicht gerade zum Positiven verändert, wie ich finde. Was liegt da näher, mal musikalisch zu beschreiben, dass Berlin auch langweilig sein kann. Und wie!

Und noch eine Hommage an eine Stadt. Haselünne - die Perle im Emsland, aus der ich stamme. Wie man im Song hören kann, war ich in der Tat seit ewigen Zeiten nicht mehr da. Die Erinnerungen sind etwas schräg und vielleicht einseitig negativ,aber auch hier steckt etwas Satire zwischen den Zeilen. Muss man ja heute sicherheitshalber dazuschreiben. Als Kind war es jedenfalls super dort! Fahrt mal hin, aber nehmt vor der Schleperkurve das Gas raus.

Und schließlich als letztes Stück "Den Hudson hinauf", das nicht von mir ganz allein eingespielt wurde (siehe unten). Dieser Song ist ein immaterielles Hochzeitsgeschenk von Clemens Möller und mir für André Spiegel und seine Frau Jess. Leider konnte Clemens zu der Hochzeit nicht kommen, sonst hätten wir im Duett gesungen. So habe ich es mit einer Airliner-Handgepäck-tauglichen Klappgitarre und Bose-Dosenverstärker allein in einem tollen Yachtclub in der Nähe von Kopenhagen vorgetragen. Das war eine wunderschöne Feier! Danke, dass ich euer Freund sein darf, Clemens und André.

Ich habe alle Stimmen selbst gesungen, und alle Instrumente sind von mir eingespielt, neben diversen Gitarren und Bass auch ein kleines Keyboard mit sehr wenigen Tasten, Mundharmonika (natürlich in "I won't cry when Robert Z. passes away"), Regenmacher (in "Unterwegs") und natürlich mein selbst gebautes, in ein altes Bügeleisen montiertes Theremin (im fröhlichen Song vom Pessimismus). Aufgenommen habe ich mit Logic Pro X, das eine, wie ich finde, tolle Rhythmus-Begleitung bietet, die ich viel und gern genutzt habe. Beim Mixen und Mastern habe ich viel rumgestümpert, siehe Song 6. Nur beim letzte Song "Den Hudson hinauf" hatte ich großartige Unterstützung von Clemens Möller am Bass, an der Gitarre und an der zweiten Stimme. Vielen Dank dafür! Das war eine tolle Aktion!

* Hä? Ich denke "Marv" ist der Name? Ja, dachte ich auch. Aber es gab ständig Probleme durch Überschneidungen mit "Namensvettern" im englischen Sprachraum, sodass ich doch von nun an mein alter ego "Will Sagen" verwende.