Problem

Lehrkräfte sind der Schlüssel für Innovationen in unserem Bildungssystem. Ihre Bedeutung wird jedoch nicht ausreichend erkannt und gefördert, ganz im Gegenteil: Bereits vor der Pandemie befanden sich 62% der Lehrkräfte in Risikomustern, die einen Burnout wahrscheinlich werden lassen. Das Überlastungserleben führt zum Verlust der eigenen Selbstkompetenzen (vgl. Solzbacher/Zierer), die die Beziehung zu den Schüler:innen und damit deren Lernerfolg (vgl. Hattie) gefährden. Guter Unterricht braucht selbstwirksame Lehrkräfte und ausreichend Zeit für Weiterbildung, Ausprobieren und Vorbereitung. Durch die Pandemie zeigt sich mehr denn je, dass der Leidensdruck hinsichtlich der Zunahme von Bürokratie, ständig neuen Herausforderungen im schon überladenen Schulalltag und geringer Wertschätzung seitens der Medien, der Gesellschaft und des Staates als Arbeitgebers. Die Zunahme an sich digitalisierenden Bildungsprozessen, die mangelnde Ausstattung und der große Fachkräftemangel verstärken die Überlastungssituationen, in denen sich Lehrkräfte aktuell befinden. Der Akku ist einfach leer und lässt sich auch nicht so leicht wieder auffüllen.

Durch die Überlastungen im Alltag nehmen Lehrkräfte weniger an Fortbildungsmaßnahmen teil, fallen krankheitsbedingt öfter und länger aus und verschärfen dadurch die Überlastung der Kolleg:innen. Außerdem verlieren sie den Mut und die Begeisterung Neues im Unterricht auszuprobieren und mit Enthusiasmus spannende Lernanlässe für ihre Schüler:innen zu schaffen. Als das große Ziel formuliert Bildungsforscher Fullan: „Wir müssen nach der Pandemie besser dastehen als vorher.“ Und auch Andreas Schleicher von der OECD betont, dass der Beruf der Lehrkräfte in Deutschland intellektuell aufgewertet werden muss. Wir wissen, dass der Bildungserfolg von Schüler:innen an die Lehrkräfte gekoppelt ist: Was wäre also, wenn Lehrkräfte den tollsten Job der Welt hätten und an attraktiven und innovativen Arbeitsorten dafür sorgen könnten, dass Kinder und Jugendliche optimal und individuell auf ein selbstwirksames Leben im 21. Jahrhundert vorbereitet werden können?

Mission

Wir brauchen mehr Schulen als „Happy Places to Teach”! Schulen, die als Arbeitsorte ihren Lehrkräften Freiraum zur Gestaltung, aber auch zur eigenen Potenzialentfaltung verhelfen. Mit neue Formen der Zusammenarbeit und der Neugestaltung von Arbeitsprozessen wird der herausfordernde Arbeitsalltag gemeinsam in einer kreativen und wertschätzenden Arbeitskultur immer wieder neu angepasst.

Vision

Das Teachers Impact Lab (TIL) rückt Lehrkräfte in den Mittelpunkt von Schul- und Organisationsentwicklung und trägt so dazu bei, dass der Beruf der Lehrkraft eine gesellschaftliche Aufwertung erfährt und für junge Menschen wieder deutlich attraktiver wird. In unserer Vision haben alle Schulen starke und selbstkompetente Lehrer:innen, die den heutigen und zukünftigen Herausforderungen mit Begeisterung und Innovationskraft begegnen, ihren Schüler:innen für sie passende, sinnhafte und anspruchsvolle Lernangebote machen und mit Kindern und Jugendlichen im Sozialraum der Schulgemeinde gemeinsam lernen, ausprobieren und wachsen.

Wie setzt sich das TIL zusammen?

Das TIL versteht sich als ThinkTank, Fortbildungs- und Community-Organisation mit vielen praxisrelevanten Bausteinen zur Gestaltung von Happy Places to Teach:

Lern-/Reisegemeinschaft Lehrkräfte, Schulleitungen und Kollegien begeben sich auf eine gemeinsame Lernreise. Auf ihrer Reise lernen die Teilnehmenden positive und gute Beispiele von „Happy Places to Teach“ kennen. Sie treten miteinander in Austausch und bilden eine starke Gemeinschaft, geben sich gegenseitig Feedback und bekommen bei Bedarf eine individuelle Prozessbegleitung. Die Schulen stellen sich in verschiedenen Formaten vor und bilden mit anderen Schulen auf dem Weg eine Lern- und Reisegemeinschaft, die sich als critical friends zur Weiterentwicklung verhilft und Erfolge gemeinsam feiert. Dadurch werden Lehrkräfte animiert, auch an ihren Schulen über die Zusammenarbeit und Arbeitsstrukturen nachzudenken und neu Impulse an der eigenen Schule zu setzen. Haben die Teilnehmenden auf der Reise eine eigene Challenge zur Weiterentwicklung ihrer Arbeitskultur erfolgreich absolviert, wird ihre Schule als Happy Place to Teach ausgezeichnet.

Fort- und Weiterbildungsformate Das TIL bietet Lehrkräften und Kollegien verschiedene Fortbildungsmodule an, die alle darauf abzielen, die Lehrkräfte in ihrer Rolle zu stärken und Schulen zu Happy Places to Teach werden zu lassen. Begleitformate wie interaktive Workshops, digitale wie analoge Sessions und vor allem innovative Methoden zahlen auf die Weiterentwicklung der Schulen zu zukunftsfähigen Organisationseinheiten ab.

Kreativraum Das Lab dienst als kreativer Experimentierraum, der durch Einbindung von Politik und Unternehmen gemeinsam mit Lehrkräften und Schulleitungen Methoden und Prozesse zur Steigerung des (subjektiven) Wohlbefindens am Arbeitsort Schule entwickelt und ausprobiert. Im Zentrum steht die Gestaltung von zeitgemäßen und effizienten Arbeitsstrukturen sowie ein die Gesundheit erhaltender Arbeitsalltag.

Wissenstransfer/Wissenschaftliche Begleitung Die Erkenntnisse aus den verschiedensten Forschungszweigen (Glücksforschung, Organisationsentwicklung, Arbeitsbelastung u.a.) werden mit der Praxis zusammen für die Praxis umsetzbar gemacht, in handlungsweisende Policy Papers eingebunden und mit Entscheider:innen diskutiert und der Öffentlichkeit präsentiert.

Was es schon gibt und wo das TIL steht:

Das TIL entstand während eines Stipendium am Hertie Innovationskolleg an der Hertie School of Governance in Berlin und wurde durch die Hertie Stiftung ein Jahr lang gefördert. In dieser Zeit gab es viele Gespräche mit Unternehmen, die als "Great Places to Work" ausgezeichnet wurden, um zu verstehen, warum Tätigkeitsfelder wie Engagement und Happiness/Well-being/Zufriedenheit so große Stellenwerte einnehmen und was davon auf die Arbeitsorganisation Schule übertragbaren werden kann. Seitdem steht das TIL in der Kooperation mit Stiftungen und ist auf Veranstaltungen mit Workshops und Vorträgen präsent. Im Innovationskolleg wurde zusammen mit der Happiness Research Organisation ein Prototyp für eine Happiness-App entwickelt. Es gab umfassende Analysen und Gespräche mit Studien und Wissenschaftler:innen zu den Themen Arbeitsbelastung, Selbstwirksamkeit, Berufswahlmotivation, New Work u.v.a.m. Im Anschluss gewann das TIL die Teilnahme an der Business Modell Challenge in Amsterdam über den Impact Hub Berlin und die Teilnahme am AndersGründer-Programm im Social Impact Lab in Frankfurt.

Was bei Update Deutschland passiert ist:

Während des 48h-Sprints konnten wir den LAB-Prozess schärfen und durch weiter Bausteine ausbauen. Wir haben großartige Kooperationen geschlossen, die das TIL auf eine neue Ausbaustufe heben und die nächsten Schritte klar skizzieren. Hier spielt die Einbindung von Team:werk eine entscheidende Rolle.

Nächste Schritte & Call for Action

Wir suchen Anknüpfungsmöglichkeiten an andere Plattformen, um die Schulen der Zukunft mit mehr Happy Places to Teach auszustatten und sehr gerne auch weitere Kooperationen für Fortbildungsangebote. Wir freuen uns über weitere Lehrkräfte und Schulen, die sich mit uns auf Lernreise begeben möchten und Wissenschaftler:innen, die ihre aktuellen Forschungsergebnisse mit uns teilen wollen. An der Schnittstelle der Arbeitgeber:innen freuen wir uns über Kontakte zu Unternehmen, die herausragende Arbeitgeber:innen sind und ihre Erfahrungen mit in das Lab einbinden möchten.

Built With

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