Die Herausforderung

Aktuell wissen wir nicht mehr, ob wir uns noch sicher in unserer Umgebung bewegen können. Wir haben keine Ahnung, wo eine mögliche Infektion auftreten und unsere Gesundheit beeinträchtigen kann und auch nicht, ob wir uns ggf. nicht schon angesteckt haben. Wir wollen mit unserer App, diese Ungewissheit aufheben. Bisherige Ansätze nutzen personenbezogene Daten und setzen sich daher nicht durch. Uns war es daher wichtig, einen Ansatz zu finden, der es einerseits ermöglicht, potenzielle Kontakte zu Erkrankten zu identifizieren und andererseits ohne personenbezogene Daten auskommt.

*CheckInFindOut verfolgt konsequent den Ansatz, dass an keiner Stelle personenbezogene Daten der User erfasst und weitergegeben werden. *

Wer ist betroffen? Wem soll die Lösung konkret helfen?

Bürger, die besorgt sind, sich infiziert zu haben, erhalten eine Information, wenn sie zeitlich und räumlich mit einer infizierten Person zusammengetroffen sind. Die Behörden haben einen zusätzlichen Weg betroffene Bürger zu informieren. Unternehmer haben ein großes wirtschaftliches Interesse daran die Ausbreitung zu verlangsamen und tragen durch ihre Mitwirkung zur Beruhigung der Kunden bei.

Lösungsansatz

Grund-Idee Unternehmen können sich registrieren und Orte anlegen (Restaurant, Supermarkt, Werksgelände). Bei der Registrierung erhalten sie einen QR-Code, den sie an dem Ort anbringen können. User können per App den QR-Code scannen, um anonym einzuchecken und via App wieder auschecken. Bei einem bestätigtem Corona-Fall, meldet das Unternehmen den Ort und den Zeitraum, den die infizierte Person sich dort aufgehalten hat (folgend: „Kontakt“). Wer zu der Zeit an dem Ort eingecheckt war, bekommt eine Benachrichtigung. Aus der Benachrichtigung über das zeitlich/räumliche Zusammentreffen mit einer infizierten Person kann eine Berechtigungskarte für einen Schnelltest erstellt werden.

Datenschutz Bei Installation der App wird eine ID erzeugt, die Nutzer erstellen keinen Account. Bei Neuinstallation der App, Geräte-Wechsel oder bei Betätigung einer entsprechenden Schaltfläche wird eine neue ID erstellt und die alte verworfen. Somit ist keine durchgängige Zuordnung von Personen zu Orten möglich, wenn das nicht gewünscht ist. Die Datenbank umfasst Standorte und Zeiträume in Kombination mit IDs, durch den jederzeit möglichen Wechsel der ID ist eine Rückverfolgung der Aktivitäten einer einzelnen Person nicht möglich. Die Aufhebung der Anonymität zur Erstellung der Berechtigungskarte erfolgt nur auf ausdrücklichen Wunsch des Users und es wird ausschließlich der Datensatz zur Erzeugung herangezogen, dem mit dem gemeldeten Kontakt korreliert.

Missbrauchs-Vermeidung Durch die Pflicht zur Registrierung für Unternehmen ist sichergestellt, dass diese nur korrekt (behördlich) bestätigte Fälle melden, um eine Überlastung auszuschließen.

Realisierung Die Lösung wurde auf Basis einer Cloud Lösung auf Basis von Microsoft Azure realisiert. Technologisch wird auf SQL, Azure WebApp, C# im Backend und JS auf der Website für Unternehmen gesetzt. Für den Prototypen wurde eine Android Native App erstellt, perspektivisch ist Xamarin für die Cross-Plattform-Fähigkeit vorgesehen. Kommunikation zwischen den Komponenten erfolgt über REST, für die Push Benachrichtigung wird Firebase eingesetzt. Der Anwender lädt die App aus dem Store und erhält eine anonyme ID zugeordnet, die er bei Check-Ins nutzen kann. Unternehmen können Ihre Standorte registrieren und QR-Codes für den Check-In aushängen. Schilder/Sticker/Ausdrucke mit QR-Codes bekommen eine prägnante Farbe und ein Logo. Das dient zur schnellen Wiedererkennung und guten Sichtbarkeit und sorgt für eine Sicherheitsgefühl bei den Kunden, da sie wissen, dass sie informiert werden, wenn es nötig ist.

Probleme Wir mussten leider feststellen, dass die Google API sich geändert hat. Ursprünglich wollten wir die durchschnittliche Verweildauer für Unternehmen auslesen und für den Checkout verwenden, wenn kein manueller Checkout erfolgt. Durch die Änderung stand diese nicht mehr zur Verfügung und wir haben vorerst vorgesehen, dass die Unternehmen bei der Registrierung die Verweildauer selbst definieren. Durch Beschränkungen im Funktionsumfang des gesponsorten Azure Pass konnten wir nicht wie geplant serverless bleiben und eine Azure SQL DB verwenden. Für den Prototyp musste daher eine VM erstellt, SQL konfiguriert und das Networking eingerichtet werden. Diese Verzögerung hat den engen Zeitplan stark strapaziert und die Demo hat mangels Zeit deutlich an Umfang verloren. Im Verlauf des Prototypings für den automatischen Checkout fiel uns auf, dass es ja auch durchaus sinnvoll wäre, Mitarbeitern anzubieten, sich einzuchecken. Für diese wäre natürlich der automatische Checkout nach der üblichen Verweildauer nicht sinnvoll. Die aktuelle Lösung sieht vor, hierfür einen weiteren Standort an der selben Adresse anzumelden und den entsprechenden Barcode im nicht-öffentlichen Bereich (Büro, Umkleide,… ) anzubringen.

Der Plan für die Zukunft Im Falle eines Kontakts erhält der User die Option, eine Berechtigungskarte für einen Schnelltest zu erstellen. Für diese muss der Ausweis fotografiert werden und es wird zusätzlich die „Kontakt-Instanz“ (Zeitpunkt und Ort des bestätigten Kontakts) in die Karte mit aufgenommen. Die Karte kann mit dem Ausweis bei einer Teststelle vorgelegt werden und berechtigt für einen Schnelltest. Durch die Zuordnung des Ausweises wird ein Missbrauch durch mehrfaches Testen oder Weitergabe der Berechtigungskarte vermieden. Die Erstellung der Berechtigungskarte erfolgt über etablierte sichere Verfahren, wie sie beispielsweise zur Erstellung digitaler Zugtickets oder Eintrittskarten verwendet werden.

internationale Vorbilder: QR-Codes für Check-In in China

https://www.livemint.com/news/world/coronavirus-outbreak-china-to-track-deadly-virus-with-qr-codes-seeks-help-from-alibaba-and-tencent-11581938474929.html

https://www.hindustantimes.com/tech/china-to-track-coronavirus-with-qr-codes-national-tech-firms-to-help/story-0TFmuGamSge8LiAqfBsQeM.html

https://www.nytimes.com/2020/03/01/business/china-coronavirus-surveillance.html

https://www.abacusnews.com/tech/chinas-qr-health-code-system-brings-relief-some-and-new-problems/article/3051020

https://www.reuters.com/article/us-china-health-qr-code-idUSKBN20B10T

https://www.indiatoday.in/coronavirus-outbreak/story/china-national-tech-giants-track-coronavirus-qr-codes-1647464-2020-02-18

https://gizmodo.com/china-enlists-tech-titans-to-help-it-track-coronavirus-1841750720

https://technode.com/2020/02/25/how-china-is-using-qr-code-apps-to-contain-covid-19/

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