
{"id":411128,"date":"2013-03-17T12:30:09","date_gmt":"2013-03-17T12:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/breslev.com\/unkategorisiert\/um-himmels-willen\/"},"modified":"2021-03-18T00:08:58","modified_gmt":"2021-03-18T00:08:58","slug":"um-himmels-willen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.breslev.com\/411128\/","title":{"rendered":"Um Himmels Willen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">\t<span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\">An der Wahl des neuen Oberhauptes der katholischen Kirche haben 115 Kardin&auml;le aus aller Welt teilgenommen.<\/span><\/span><br \/>\t&nbsp;<br \/>\t<span style=\"background: white\"><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\">Nach nur f&uuml;nf Wahlg&auml;ngen ist am 13. M&auml;rz 2013 Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der Erzbischof von Buenos Aires, zum neuen Papst gew&auml;hlt worden. Eine gute Stunde nach dem Ende des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle trat Franziskus um 20.22 Uhr auf die Mittelloggia des Petersdoms und spendete den traditionellen Segen f&uuml;r die Stadt und den Weltkreis Urbi et Orbi. Der 76 Jahre alte Argentinier wird als der 266. Nachfolger Petri in den Kirchenb&uuml;chern Eingang finden. Er ist der erste Papst aus Lateinamerika und der erste Pontifex aus dem Jesuitenorden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"font-family: arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">Papst Benedikt hat die christlich-j&uuml;dischen Beziehungen gepflegt, auch der neue Papst Franziskus wird&nbsp; <span style=\"background: white\">die gute Arbeit seiner Vorg&auml;nger gegen&uuml;ber den Juden sicher weiterf&uuml;hren. Aber dennoch sollten wir nicht vergessen, dass<\/span> als m&ouml;glicher Nachfolger von Papst Benedikt ein Antisemit im Gespr&auml;ch war.<\/span><\/span><br \/>\t&nbsp;<br \/>\t<span style=\"background: white\"><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\">Es gibt in der katholischen Kirche eine lange und verst&ouml;rende Tradition, Priester, Bisch&ouml;fe und sogar Kardin&auml;le zu tolerieren, die einen klassischen Antisemitismus predigen. Kardinal Joseph Glemp, der Primas von Polen, erz&auml;hlte seinen Anh&auml;ngern, die Juden seien f&uuml;r Alkoholismus, den Kommunismus und praktisch alle anderen &raquo;-ismen&laquo;, unter denen Polen litt, verantwortlich. Dennoch blieb er bis zu seinem Tod vor einigen Monaten ein geachtetes Mitglied des Kardinalskollegiums. Andere hochrangige Priester, vor allem in Mittelamerika und Polen, haben &auml;hnliche antisemitische Vorw&uuml;rfe gegen Juden und Israel erhoben.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\"><span style=\"background: white\">Die antisemitischen Stellungnahmen einzelner Priester d&uuml;rfen nicht der katholischen Kirche als Ganzes zugeschrieben werden, insbesondere wenn man bedenkt, dass einige der letzten P&auml;pste sich in deutlichen Worten gegen den Judenhass aussprachen und sich bem&uuml;hten, Br&uuml;cken zur j&uuml;dischen Gemeinschaft zu bauen. Papst Benedikt hat im Gro&szlig;en und Ganzen die gute Arbeit seiner Vorg&auml;nger gegen&uuml;ber den Juden weitergef&uuml;hrt.<\/span><\/p>\n<p>\t<span><strong><span style=\"background: white;text-transform: uppercase\">KANDIDAT<\/span><\/strong>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\">Diese gute Arbeit wird nun durch Kardinal Rodriguez Maradiaga aus Honduras, der als ein Kandidat f&uuml;r die Nachfolge von Benedikt XVI. galt, infrage gestellt. Er ist ein charismatischer Mann und in seinem Heimatland &auml;u&szlig;erst popul&auml;r. Viele Medien sehen seinen Namen in der engeren Wahl, weil er als Lateinamerikaner bei den Spanisch sprechenden Katholiken viele Sympathien genie&szlig;t.<\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\">Rodriguez Maradiaga ist ein in der Wolle gef&auml;rbter Judenhasser. Er behauptete beispielsweise, &raquo;die Juden&laquo; tr&uuml;gen die Schuld daran, dass der Skandal &uuml;ber den sexuellen Missbrauch katholischer Priester an jungen Gemeindemitgliedern &ouml;ffentlich wurde. Die Juden? Wie kommt der Kardinal auf eine solch hirnrissige Idee?&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\">Seine &raquo;Beweisf&uuml;hrung&laquo; sieht so aus: Der Vatikan, behauptet er, sei gegen Israel und pro-pal&auml;stinensisch eingestellt (wie es seiner Meinung nach auch sein sollte). Deshalb, so schlussfolgert Maradiaga, w&uuml;rden &raquo;die Juden&laquo; sich an der katholischen Kirche r&auml;chen und gleichzeitig von den israelischen Ungerechtigkeiten gegen&uuml;ber den Pal&auml;stinensern ablenken. Die Juden bringen diese erstaunliche Leistung fertig, indem sie die Medien &#8211; die sie nat&uuml;rlich kontrollieren &#8211; so organisieren, dass dem Vatikan und den Missbrauchsskandalen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gro&szlig;e Aufmerksamkeit zuteil wurde.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>\t<span><strong><span style=\"background: white;text-transform: uppercase\">HAUPT&Uuml;BELT&Auml;TER<\/span><\/strong><\/span><\/span>&nbsp;<\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\">Rodriguez Maradiaga ging weiter und verglich die j&uuml;disch beherrschten Medien mit &raquo;Hitler&laquo;, denn sie seien die &raquo;Protagonisten dessen, was ich ohne zu z&ouml;gern als Verfolgung der Kirche bezeichne&laquo;. Der mediale Haupt&uuml;belt&auml;ter in der bizarren Welt des Rodriguez Maradiaga ist die US-Zeitung Boston Globe, die f&uuml;r ihre Enth&uuml;llung des Missbrauchsskandals und seiner Vertuschung zahlreiche journalistische Auszeichnungen erhalten hat. Der Globe ist im Besitz der New York Times, an der die Familie Sulzberger die Mehrheit h&auml;lt. Schon ist die j&uuml;dische Verschw&ouml;rung komplett.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\">Das Problem mit dieser absurden Theorie liegt darin, dass die Bostoner j&uuml;dische Gemeinde Kardinal Bernard Law, der das Erzbistum w&auml;hrend des Skandals leitete, sehr nahestand und ihn verehrte. Kardinal Law brachte die katholische und die j&uuml;dische Gemeinschaft in Boston einander n&auml;her. Als der Skandal durch den Boston Globe enth&uuml;llt wurde, hielt die j&uuml;dische Gemeinde weiterhin zu Law. Keiner der f&uuml;hrenden Kritiker in den Medien, keiner der Rechtsanw&auml;lte oder Politiker, die gegen die Kirche zeterten, war j&uuml;disch. Die meisten davon waren Katholiken. Doch das ficht den sturen Kardinal kein bisschen an. Er glaubt &#8211; wie alle klassischen Antisemiten -, dass, wenn es ein Problem gibt, &raquo;die Juden&laquo; daf&uuml;r verantwortlich sein m&uuml;ssen.<\/span><\/p>\n<p>\t<span><strong><span style=\"background: white;text-transform: uppercase\">UNSINN<\/span><\/strong><\/span><\/span>&nbsp;<\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\"><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\">Auf die Frage, ob er seine Attacke noch einmal &uuml;berdenken wolle, erwiderte Rodriguez Maradiaga, er bereue nichts, manchmal sei es wichtig, &raquo;Bewegung in die Sache zu bringen&laquo;. Gegen&uuml;ber Abe Foxman von der Anti-Defamation League versprach er sp&auml;ter, er werde seinen verschw&ouml;rungstheoretischen Unsinn nicht wiederholen. Aber er lehnte es ab, sich in der &Ouml;ffentlichkeit zu entschuldigen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\"><span style=\"background: white\">Zu Recht hat der Vatikan den Antisemitismus als &raquo;S&uuml;nde&laquo; bezeichnet. Dennoch stand ein reueloser S&uuml;nder in der engeren Wahl, zum Haupt der katholischen Kirche gew&auml;hlt zu werden. Wissen die anderen Kardin&auml;le nichts von Rodriguez Maradiagas Antisemitismus? Unwahrscheinlich, denn er hat aus seinem Hass gegen Juden nie ein Geheimnis gemacht. Oder interessiert es zu viele unter ihnen einfach nicht sonderlich? <\/span><\/p>\n<p>\t<span style=\"background: white\">Die Diskussion um Kardinal Rodriguez Maradiaga ist eine gro&szlig;e Herausforderung f&uuml;r die katholische Kirche.<\/span><\/span><\/span><br \/>\t&nbsp;<br \/>\t<span style=\"background: white\"><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\">Quelle: <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: arial,sans-serif\"><a href=\"http:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/\"><span style=\"background: white\">J&uuml;dische Allgemeine Zeitung<\/span><\/a><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Wahl des neuen Oberhauptes der katholischen Kirche haben 115 Kardin&auml;le aus aller Welt teilgenommen. &nbsp; Nach nur f&uuml;nf Wahlg&auml;ngen ist am 13. M&auml;rz 2013 Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der Erzbischof von Buenos Aires, zum neuen Papst gew&auml;hlt worden. 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