Rocky IV
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Rewatched 12 Nov 2023

Rewatch als 4K UHD Blu-ray | HDR | Theatrical Version | Limited Steelbook Edition | UK | Warner Bros. | Aus meiner Filmsammlung

Mit ROCKY 4 (1985) befand sich Sylvester Stallone klar auf dem Zenit seiner Karriere. Der Zeitraum 1985 (RAMBO 2-DER AUTRAG) bis 1986 (DIE CITY-COBRA) markiert dabei für mich den womöglich wichtigsten Abschnitt seiner Karriere. Dabei gestaltete sich der Sprung in die angehenden 1990er Jahre nicht nur sehr schwierig. Sylvester Stallone musste sich quasi neu erfinden. 

Die Abnutzungserscheinungen des ROCKY-Franchise, dass Sylvester Stallone nicht nur als Hauptdarsteller, sondern seit ROCKY 2 (1979) auch als Regisseur zu verantworten hatte, sind hier bereits offensichtlich. Rockys Verarbeiten vom Tod seines Freundes Apollo Creed (Carl Weathers) wird in einer grellen Montage, die eher an ein Musikvideo erinnert und extrem dem Zeitgeist der Mitt-1980er atmet, verarbeitet. Die sich später anschliessende Trainingsmontage in Russland (Realer Drehort: British Columbia, Kanada) wirkt wie ein Musik-Clip. Es sind diese beiden Szenen, welche auf mich heutzutage, im Rewatch und vielleicht auch etwas gereifter, eher unpassend wirken. Die Trainingssequenz verlässt sich dabei auch zu stark auf Vince DiColas’ Score, was in Hinblick auf die zuvor geleistete Filmmusik von Bill Conti ein Rückschritt ist.

Manche der hier vorgetragenen Ideen, insbesondere jene der politischen Weltanschauung und des oftmals stark vorgetragenen Comic Relief, mögen heutzutage nicht mehr in das Bild des Menschen Sylvester Stallone passen. Das dürfte sicherlich auch der Grund sein, warum Sly von allen seinen Regie-Arbeiten ROCKY 4 noch einmal einen Director‘s Cut (2022) spendierte. Doch dazu an anderer Stelle mehr. Insbesondere bei nachträglich angefertigten Schnittfassungen hat Stallone nach meinem Verständnis immer ein gutes Händchen für stimmungsvollen Schnitt bewiesen, wie man es auch an den DC-Versionen von JOHN RAMBO (2008) und THE EXPENDABLES (2010) ablesen kann. 

ROCKY 4 ist ein greller, ganz aus seiner Zeit entstammender Actionfilm von geradezu biblischen Ausmaßes. Man kann ihn als Kampf von David gegen Goliath verstehen, der seinen interessanten, politischen Ansatz zwar oftmals naiv und wenig subtil vorträgt, in seiner Grundaussage, dass sich lieber zwei Menschen im Box-Ring schlagen als dass es Soldaten auf dem Schlachtfeld tun, natürlich richtig liegt. Trotz seiner offensichtlichen Schwächen verkommt der Film nie zu einer unfreiwilligen Parodie seiner Selbst. Rockys ergreifende Rede nach seinem Sieg in Moskau durch KO in der letzten Runde kann man kritisieren, ist aber letztendlich eine Botschaft der Versöhnung, weshalb sich für mich ROCKY 4 auch eher rückblickend wie ein modernes, aber auch sehr unterhaltsames Märchen der Pop-Ära anfühlt.

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