TOWARDS ZERO: Unser Fahrplan in eine klimaneutrale Zukunft
Nachhaltigkeit ist für Steinbeis Papier kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende. Sie ist der Kern unserer Identität, gewachsen über Jahrzehnte. Als wir 1976 die mutige Entscheidung trafen, unsere Produktion vollständig auf Recyclingpapier umzustellen, haben wir einen Weg eingeschlagen, den wir bis heute konsequent verfolgen. Mit TOWARDS ZERO fassen wir nun alle unsere Anstrengungen unter einem Namen zusammen, geben unserer Reise ein klares Ziel und machen unser Handeln so transparent wie nie zuvor: die klimaneutrale Produktion bis 2040.
Mehr als eine Vision: Eine Verpflichtung, die in unserer DNA verankert ist
Für uns ist TOWARDS ZERO weit mehr als nur ein ferner Meilenstein. Es ist das Versprechen, unsere Verantwortung für die Umwelt ernst zu nehmen und unsere Prozesse transparent zu machen. Es basiert auf drei untrennbar miteinander verbundenen Säulen: der ökologischen, der ökonomischen und der sozialen Verantwortung. Nur wenn diese drei Dimensionen im Gleichgewicht sind, entsteht ein Geschäftsmodell, das zukunftsfähig ist – für unser Unternehmen, für unsere Partner und für unsere Gesellschaft. „Nachhaltigkeit ist kein Add-on, sondern unser Anspruch an alles, was wir tun“, erklärt Veronika Warmers, Marketingleiterin bei Steinbeis Papier.
Ganzheitliche Kreisläufe: Das Herzstück unseres Handelns
Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist bei Steinbeis Papier kein theoretisches Konzept, sondern gelebte Praxis. Unsere Produktion in Glückstadt basiert auf vier ineinandergreifenden ganzheitlichen Kreisläufen, die unsere Effizienz maximieren und unsere Umweltbilanz entscheidend prägen:
- Der Papierkreislauf: Statt neue Bäume zu fällen, schenken wir gebrauchtem Papier ein neues Leben. Es ist die Basis für unsere hochwertigen grafischen Recyclingpapiere.
- Der Wasserkreislauf: Wir nutzen ausschließlich Oberflächenwasser aus der Elbe, das wir in weitestgehend geschlossenen Kreisläufen mehrfach aufbereiten und wiederverwenden. So schonen wir wertvolle Grundwasserreserven.
- Der Energiekreislauf: Unser integriertes Kraftwerk versorgt die Fabrik mit Wärme und Strom, wobei aufbereitete Reststoffe aus der Produktion als Brennstoff dienen. Das macht uns unabhängiger und steigert die Ressourceneffizienz.
- Die Reststoffverwertung: Was für andere Abfall ist, ist für uns eine Ressource. Reststoffe aus der Papierproduktion und der kommunalen Abfallwirtschaft werden in unserem Kraftwerk in Energie umgewandelt.
Diese Kreisläufe sind der Grund, warum wir klare und beeindruckende Einsparwerte bei den wichtigsten Ressourcen erzielen. Im Vergleich zur Herstellung von Frischfaserpapieren sparen wir nachweislich 100 % Holz, 79 % Wasser und 73 % Energie. Diese Werte, belegt durch Ökobilanzen des Umweltbundesamtes, sind der Kernvorteil des Recyclings – direkt messbar, leicht verständlich und ein unmissverständlicher Beleg für gelebte Nachhaltigkeit.
Der Kompass: Transparenz durch den Corporate Carbon Footprint
An dieser Stelle könnten wir, wie in der Branche üblich, einen einfachen CO₂-Einsparwert kommunizieren. Doch das wäre nur die halbe Wahrheit. Ein CO₂-Vergleichswert zwischen verschiedenen Herstellern ist oft irreführend, da er massiv von externen Faktoren abhängt: Der nationale Strommix, unterschiedliche Berechnungsmethoden oder die Frage, ob Emissionen aus der Lieferkette (Scope 3) überhaupt erfasst werden, führen zu schwer vergleichbaren Ergebnissen.
Aus diesem Grund wählt Steinbeis Papier den Weg der absoluten Transparenz. Wir bilanzieren nach dem international führenden Greenhouse Gas (GHG) Protocol und erfassen systematisch alle drei relevanten Emissionsbereiche (Scopes), um ein ehrliches und vollständiges Bild unserer Emissionen zu zeichnen:
- Scope 1: Direkte Emissionen, die bei uns im Werk entstehen.
- Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom.
- Scope 3: Alle weiteren indirekten Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette.
Gerade die vollständige Erfassung der Scope-3-Emissionen ist ein Zeichen für maximale Transparenz und für uns unerlässlich, um die größten Hebel für den Klimaschutz zu identifizieren. Dieses Vorgehen ist unser eigentlicher Kompass auf dem Weg zu TOWARDS ZERO. „Der Corporate Carbon Footprint ist unser Kompass auf dem Weg zu TOWARDS ZERO. Er zeigt uns präzise, wo wir stehen und wo wir noch besser werden können“, betont Andreas Steenbock, Nachhaltigkeitsmanager bei Steinbeis Papier. „Wir kommunizieren ihn transparent, denn nur so schaffen wir Vertrauen und können gemeinsam mit unseren Partnern die größten Hebel für den Klimaschutz identifizieren.“
Der Fahrplan zur Netto-Null-Produktion bis 2040
Unsere Vision ist kein abstraktes Ziel, sondern basiert auf einem konkreten Fahrplan mit messbaren Schritten, die wir bereits heute umsetzen:
- Die Grünstrom-Offensive: Der entscheidende Hebel ist der vollständige Umstieg auf grünen Strom. Wir steigern den Anteil an Grünstrom aus der eigenen Unternehmensgruppe schrittweise auf bereits 80 % im Jahr 2026, bis wir 2030 100 % erreichen.
- Effizienz als Daueraufgabe: Wir steigern unsere Energieeffizienz bis 2040 um weitere 1,5 %. Jede eingesparte Kilowattstunde ist ein direkter Gewinn für unsere CO₂-Bilanz.
- Investitionen in Zukunftstechnologien: Um auch schwer vermeidbare Emissionen zu eliminieren, beabsichtigen wir ab 2040 gezielte Investitionen in Technologien wie Carbon Capture (CCS) und evaluieren den Einsatz von grünem Wasserstoff.
- Einbindung der Lieferkette (Scope 3): Klimaschutz endet nicht am Werkstor. Wir binden unsere Partner aktiv ein, um gemeinsam Emissionen in unserem Einflussbereich zu identifizieren und zu reduzieren.
„Wir sind überzeugt, dass wir bis 2040 klimaneutral produzieren können. Das erfordert Mut, Investitionen und den Glauben an unsere Innovationskraft. Aber es ist der einzige Weg für eine zukunftsfähige Industrie", so Geschäftsführer Marc Gebauer.
Gemeinsam in die Zukunft
TOWARDS ZERO ist kein Alleingang, sondern eine Einladung an unsere Kunden, Lieferanten und Partner. Ein tiefgreifender Wandel hin zu einer wirklich nachhaltigen Industrie gelingt nur gemeinsam.
„Der Pioniergeist von 1976 ist heute relevanter denn je. Als Unternehmensgruppe denken wir nicht nur in Quartalen, sondern in Generationen“, ergänzt Stephanie Ecker, Gesellschafterin. „Unsere Investitionen in eine eigene, nachhaltige Energie- und Rohstoffversorgung sind das Fundament, auf dem der Erfolg von Steinbeis Papier heute und in Zukunft ruht.“
Lassen Sie uns eine Zukunft gestalten, in der Nachhaltigkeit der neue Standard ist.
Titelbild: Volia Bigel / Stocksy