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Mit Ignoranten sprechen: Wer nur argumentiert, verliert Broschiert – 21. August 2019
Der renommierte Coach und Bestsellerautor Peter Modler analysiert Situationen in Politik und Unternehmenswelt, in denen die Machtspieler die Oberhand haben. Am Ende formuliert er zehn konkrete Widerstandsregeln. Schlagen Sie die Ignoranten mit ihren eigenen Waffen: Es ist alles eine Frage der Technik!
- Seitenzahl der Print-Ausgabe224 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberCampus Verlag
- Erscheinungstermin21. August 2019
- Abmessungen13.8 x 1.6 x 21.7 cm
- ISBN-103593510804
- ISBN-13978-3593510804
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
»Dringende Empfehlung für alle, die mit Trumpisten dealen müssen.« Capital, 21.01.2025
Werbetext
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Oder: Der Schiffbruch der Argumente
Ignoranten – von Unschuld und Absicht
In Paris unterwegs sein und sich verlaufen: ganz leicht. Aber der Zug fährt nun mal am Bahnhof ab, den muss ich finden, und darum frage ich Passanten nach dem Weg zum Gare de l’Est und bekomme die Antwort: »Je l’ignore« – Ich weiß es nicht.
Eine ganz und gar unschuldige Aussage. Da kennt halt jemand ein Faktum nicht, tut auch gar nicht so, als ob er es kennen würde, und schickt mich dann auch nicht, etwa aus falscher Höflichkeit, in eine Sackgasse. Nein, er gibt sein Nicht-Wissen offen zu, und ich kann, ohne schlechte Gefühle, einfach jemand anderen fragen. Je l’ignore. Diese Sorte Ignoranz hat keinerlei bewertenden Unterton – im Französischen.
Im Deutschen ist das schon ganz anders. Da gibt es bei diesem Wort Ausschläge in zwei Richtungen: Ignoranz ist das Nichtwissen aus purer Unkenntnis, womöglich auch noch mit einem gewissen Stolz auf genau diese Beschränktheit (»Ich war noch nie im Nachbardorf und will auch gar nicht hin«). Gemäß dem doppelten Fluch der Inkompetenz aus der Lernforschung: Dass jemand etwas nicht weiß, ist der erste Fluch. Aber dass sie oder er nicht mal weiß, dass sie/er es nicht weiß, ist der zweite.
Unter dem Dach der Ignoranz wohnt im Deutschen aber auch das absichtlich inszenierte Nicht-Wissen: Wer etwas »ignoriert«, macht das nämlich ganz bewusst. Eigentlich weiß sie oder er es besser oder nimmt durchaus ein Faktum wahr – entscheidet sich aber ganz reflektiert, das auszublenden. Aus Ohnmacht oder mit gemeiner Intention. Von Unschuld kann hier keine Rede sein.
Ich leite das Meeting. Dann kommt wieder einmal ein nerviger Einwand von Sven. Aber ich ignoriere das und mache weiter, als hätte es die Äußerung nie gegeben. Geht ziemlich oft durch. Sowieso, wenn ich der Chef bin.
Oder ich ignoriere Sven ganz bewusst nicht, weil es zu meinem Ethos gehört, dass alle im Raum zu ihrem Recht kommen sollen, und womöglich fängt nun ein Hin und Her über irgendeinen Randaspekt des Themas an, bis die Besprechung so ausufert, dass am Ende alle genervt sind, dass ich Sven nicht übergangen habe. Jaja, alles nicht so einfach mit diesem Ignorieren.
Vom Verb zum Substantiv gewinnt das Urteil über den Vorgang des Ignorierens, jedenfalls im Deutschen, sogar noch an Abfälligkeit: Der ist eben ein Ignorant! Die ist eine Ignorantin! Pure Ignoranz! Zumindest unter Intellektuellen wird es dann zu etwas aus dem Kontext der Schimpfwörter.
Aber – was, wenn nun genau hier der Schlüssel liegt zur Lösung vieler unangenehmer Erfahrungen? Wenn genau die so schlecht beleumundete Ignoranz mehr Freiheiten verschafft und mehr Handlungsspielraum? Wenn es, gerade für Intellektuelle und vor allem in den großen öffentlichen Auseinandersetzungen, einen enormen Gewinn bedeutet, sich Ignoranz zu eigen zu machen, statt sie reflexartig zu ignorieren? Wenn die Taktiken der Ignoranten zu einem Werkzeug in den Händen der Differenzierer werden könnten, zu einer Zeit, wo die Populisten große Feste feiern?
Ein Werkzeug, das offensichtlich dringend gebraucht würde. Denn leider läuft es bislang oft ganz anders ab. Wer gegenüber Simplifizierern fortwährend auf Argumente setzt, erleidet regelmäßig Schiffbruch.
Das gestehen sich Intellektuelle in der Regel aber nicht ein. Sie reden sich ihre Niederlagen schön und trösten sich lieber mit warmen Solidaritätsbekundungen unter ihresgleichen. Man postet irgendwas Empörtes und bekommt auch prompt seine folgenlosen Likes, schreibt seinen 500-Zeichen-Kommentar und beklagt politischen Sittenverfall. Gerade Leute mit einem akademischen Hintergrund muten sich die Kränkung nicht zu, dass ihre durchdifferenzierten Argumentationsketten in vielen existenziellen Auseinandersetzungen zu gar nichts führen. Statt sich mal hinzusetzen und sich schonungslos darüber Rechenschaft zu geben, warum man kommunikativ so brutal untergegangen ist.
Hinzu kommt offensichtlich auch eine gewisse Anziehungskraft, ja fast so etwas wie Neid. Denn man erlebt immer wieder, wie diese Null-Argumentierer Erfolg haben, wie sie tatsächlich bekommen, was sie wollen, wie sie das Klima bestimmen. Während die ausdifferenzierenden Kräfte immer wieder das Nachsehen haben. Wie machen das diese Ignoranten? Das würde man doch auch irgendwie gern wissen.
Genau das schauen wir uns in diesem Buch an. Wir begeben uns auf die Spur der Ignoranten im öffentlichen Leben wie im Unternehmen. Oder, etwas analytischer ausgedrückt: Wir betrachten die kommunikativen Werkzeuge konfrontativer Auseinandersetzungen im öffentlichen und firmeninternen Kontext. Es versteht sich von selbst, dass diese – so ist das nun einmal mit Werkzeugen – so oder so angewandt werden können. Wofür die Werkzeuge an sich noch gar nichts können.
Denn jeder Spaten oder jeder Schraubenzieher hat zwar einen vorherbestimmten Verwendungszweck, kann jedoch auch für gänzlich andere Absichten eingesetzt werden. Aber nur, weil jemand diese Werkzeuge zweckentfremdet oder unangenehm nutzt, kann man sie doch nicht grundsätzlich infrage stellen oder gar ablehnen.
Es lohnt sich, auch bei kommunikativen Werkzeugen in jedem Fall genauer hinzuschauen. Wenn Hillary Clinton von Donald Trump in einer öffentlichen Auseinandersetzung abserviert wird, dann kann ich natürlich einerseits über den Charakter Trumps herziehen, mich über seine politischen Inhalte aufregen und ihn als Brechmittel empfinden. Das ist ganz leicht und bringt mir schnellen Applaus ein. Andererseits könnte ich auch mal meinen Job als Intellektueller machen und mir bis ins Detail ansehen, mit welchen Mitteln es einem Nicht-Argumentierer gelingt, eine argumentationsstarke Gegnerin technisch erfolgreich zu treffen und zu lähmen. Weil ich nämlich sogar von so einem Unsympathen handwerklich etwas lernen kann. »Sine ira et studio« (um es mal ganz humanistisch hinzuwerfen).
Wenn wir gegen die rhetorischen Taktiken von Ignoranten eine Chance haben wollen, dann müssen wir uns die Mühe machen, ihr Vorgehen zu entschlüsseln: die handwerkliche Perfektion, mit der kommunikative Tools eingesetzt werden, die sämtliche Regeln auf den Kopf stellen, die wir an Schule und Universitäten gelernt haben, aber enorme Effekte haben können. Argumente spielen dabei eine auffallend geringe Rolle. Die Kriterien des guten alten Besinnungsaufsatzes – eigene Gründe darstellen, dann die Gründe der anderen Position, dann eine Synthese? Praktisch obsolet. Die Vorstellung von der nüchtern vorgetragenen Sachlichkeit ohne großen physischen Bewegungsaufwand, sozusagen rollkragenpullovermäßig? Überholt. Der Ignorant ignoriert all das, gebärdet sich ganz anders und kommt damit ziemlich weit.
Dabei kann sein Auftritt die unterschiedlichsten Formen annehmen: Im Grafikdesign einer Partei (Wahlkampfplakate) oder eines Unternehmens (Werbemittel), im Film (YouTube und die Influencer lassen grüßen) und selbstverständlich im geschriebenen Wort. In diesem Buch beschränken wir uns auf die Taktik der Ignoranten in der direkten Konfrontation. Da, wo sie sich in lebendigen Szenen zeigt, live, dramatisch, mehr oder weniger öffentlich. Hier hat der Ignorant von heute seinen großen Auftritt. Man könnte das geradezu im Rahmen einer zeitgenössischen Kunstform verorten: der Performance.
So lassen sich nämlich viele öffentliche Konfrontationen von Politikerinnen und Politikern oder Personen des öffentlichen Lebens noch am ehesten verstehen. Diese Szenen haben oft etwas merkwürdig Künstliches, finden in wiederkehrenden Mustern statt und arbeiten laufend mit symbolischem Material (und oft nach genauem Drehbuch). Das eine Staatsoberhaupt wird vom anderen schon bei einer Begrüßung geplant herabgestuft; eine Regierungschefin immunisiert sich erfolgreich gegen eine beabsichtigte Demütigung; eine Partei unterläuft den parlamentarischen Standard und die Kontrollinstanz versagt. Vergleichbare Szenen finden sich aber ganz alltäglich auch in der Mikropolitik vieler...
Produktinformation
- Herausgeber : Campus Verlag
- Erscheinungstermin : 21. August 2019
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 224 Seiten
- ISBN-10 : 3593510804
- ISBN-13 : 978-3593510804
- Abmessungen : 13.8 x 1.6 x 21.7 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 47.313 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 54 in Soft Skills (Bücher)
- Nr. 104 in Gesprächsführung (Bücher)
- Nr. 110 in Kommunikation & Beruf (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Über die Autoren

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Dr. Peter Modler, Jahrgang 1955, 3 Sem. Jura, dann Vollstudium Kathol. Theologie (Promotion); bautechnische Ausbildung/Facharbeiter. Führungspraxis als Prokurist, Geschäftsführer und Unternehmer im Mittelstand. Mehrjährige Erfahrung als ehrenamtlicher Arbeitsrichter (Arbeitgeber-Vertreter). Eigene Unternehmensberatung seit 1998 mit Schwerpunkt Sanierungen und Krisen-Begleitung von Führungskräften. Bekanntgeworden durch seine "Arroganz-Trainings® für Frauen in Führung", bisher Teilnahme von über 2.400 Führungskräften. Lehrauftrag an der Universität Freiburg; Lehr-Coach im Rahmen der Ausbildung „Profit By Difference. Coaching nach Dr. Modler®”; Bestseller-Autor, aktuellstes Buch: „Wenn Höflichkeit reinhaut. Moderation als Kampfkunst“ (Campus Verlag); www.drmodler.de
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Spitzenrezensionen aus Deutschland
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- Bewertet in Deutschland am 3. Oktober 2022Formatieren: PaperbackVerifizierter KaufSchon lange habe ich mich gefragt, weshalb manche Meetings, Talkshows, Gruppensitzungen, Lehrerkonferenzen, Elternabende, Schulstunden, Fußballspiele mit Schiedsrichterurteilen und, nicht zu vergessen, Gruppendynamiken in der Politik und medialen Reflexion so eine gähnend ätzende, resignative Leere und manchmal auch ohnmächtige Wut hinterlassen. Der Dauerredner hat sie mal wieder alle an die Wand geredet, die Selbstdarsteller und -innen hatten ihr Deja-Vu, der via Killer-Phrasen erfolgreiche Mobber alias Fernsehkomedian durfte sich austoben, der Schiedsrichter ließ sich von Drohungen unter Druck setzen und die allgemeine Respektlosigkeit eskalierte am Ende in allgemeinen wechselseitigen Schuldvorwürfen.
Modler plädiert für die Kunst der MODERATION. Er bringt herrliche Beispiele aus den genannten Bereichen. Besonders gekonnt seine Lobeshymne auf den "Speaker" des englischen Parlaments, der darauf besteht, dass es der Würde des Hauses nicht angemessen ist, wenn ein Abgeordneter einen Sprecher laufend unterbricht, geschweige denn ungestraft und unbelegt als "Lügner" tituliert. Ebenso gekonnt die Schilderung, wie die Präsidentin eines Landtages mit geübtem Auge und Ohr sofort einschreitet, wenn populistische Provokationen auch nur im Ansatz erkennbar sind. Negative Beispiele illustrieren einleuchtend, weshalb im Gegensatz dazu eine andere Landtagssitzung mit einer anderen Moderatorin im Chaos endete.
Regeln, die sich alle gegeben haben, müssen geschützt werden. Dazu sind Moderatoren und Moderatorinnen da. Nur, verdienen sie diesen Titel auch immer? Modler verweist auf die lang unterschätzte Soziolinguistin Deborah Tannen, die hierzu wertvolle Erkenntnisse beigesteuert hat, zum Beispiel die Unterscheidung von "horizontaler" (zugehörigkeitsorientierter und "vertikaler" (rangordnungsorientierter) Kommunikation. Die Typisierung ist äußerst hilfreich, da beide „Typen“ dazu tendieren, sich gegenseitig entweder gar nicht zu erkennen, noch, die unterschiedlichen Ziele im Gruppengeschehen anzuerkennen, geschweige denn wertzuschätzen - mit fatalen Konsequenzen! Wenn die "Künstler in Sachen vertikaler Kommunikation" ihre Agenda der im-Grunde-sportlich-gemeinten Rangordnungstests - die oft aussehen wie Attacke und Beleidigung - vor den Augen eines Millionenpublikums, etwa bei Wahlveranstaltungen in Amerika, erfolgreich durchsetzen können, gibt es erhöhten Lernbedarf für die Vertreter der "horizontalen" Kommunikation, denen außer anschließender "moralischer Entrüstung" nichts einfällt. Wenn eine angesehene Moderatorin seelenruhig mit anschaut, wie ein "Botschafter mit merkwürdiger Interpretation seines Auftrags" wüste generalisierende Beleidigungen in die Gesprächsrunde ausstößt, und der einzige, der ihn zu stoppen versucht, stattdessen mit ihrer Billigung selbst angegriffen wird - dann stimmt etwas mit der Moderation nicht. Bei Modler lassen sich gute Tipps finden. Argumentieren - soviel steht fest - reicht nicht. Das Richtige wissen – auch nicht. Es will auch gehört und gesehen werden. Besonders hilfreich sind seine Beobachtungen für Frauen, die hier vielleicht einen Schlüssel finden für so manches frustrierende Erlebnis. Gut ergänzt, wenn Deborah Tannen auch noch einmal gesichtet wird. Sie hat es verdient.
- Bewertet in Deutschland am 1. April 2026Einfach empfehlenswert. Liest sich flüssig, verständlich, eingängig. Vllt ein paar Wiederholungen zu oft, aber es bleibt dadurch auch hängen. Absolute Empfehlung
- Bewertet in Deutschland am 4. Januar 2026Formatieren: PaperbackVerifizierter KaufSehr interessantes Buch zum Thema horizontale und vertikale Kommunikation, das sich leicht lesen lässt.
1 Stern Abzug, da ich mir etwas mehr praxisnahe Beispiele erwartet hätte. Trump ist für das Thema zwar ein perfektes Beispiel, dennoch nimmt er für mich fast zuviel Raum ein - bzw. hätte ich mir schlicht mehr Kontext zum Berufsleben gewünscht.
Trotzdem Leseempfehlung!
- Bewertet in Deutschland am 9. Oktober 2019Formatieren: PaperbackVerifizierter KaufIch lese viel - sehr wenig davon in den letzten 20 Jahren auf Deutsch. Rezessionen schreib ich so gut wie nie - nur in Ausnahmefällen. Dies ist ganz klar einer. Das Thema hat mich aus aktuellen Anlass angesprochen und ich hab das Hörbuch am Stück durchgehört und dann das Buch gleich mehrmals bestellt. Schließlich sollen ja meine Kolleginnen im Büro auch eine faire Chance bekommen ihren Chef zu verstehen. ;)
Zum Inhalt: Das Buch handelt primär von 2 unterschiedlichen Kommunikationsstilen - horizontal und vertikal. Eigentlich habe ich begonnen zu hören/lesen, weil ich dachte mein Chef wäre ganz klar ein Ignorant. Stellt sich heraus, ich war auch ignorant und zwar für seine Art zu kommunizieren. Im wahrsten Sinne des Wortes war die "vertikale Kommunikation" - eine auf Hierarchien und Rollen basierte Art der archaischen Kommunikation - für mich völlig unbekannt.
Mehr noch: Es war für mich unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die so reden und es für sie einen Sinn ergibt!
Ein horizontal kommunizierender Mensch wie ich, versucht mit Argumenten und emotionaler Intelligenz mit seinen Mitmenschen zu sprechen und geht davon aus, dass andere Menschen auch über diese Argumente und Einfühlungsvermögen zu erreichen sind.
Wie sich herausstellt ist das ein Irrtum. Es gibt tatsächlich Menschen, denen geht es gar nicht um Inhalte!
Verblüffend. (Eigentlich zwar offensichtlich, aber man will es nicht wahr haben...)
Bisher hab ich diese "vertikalen Menschen" einfach als Ignoranten oder (um ehrlich zu sein) als Idioten abgestempelt.
Muss man aber nicht. Geht auch anders, wie das Buch zeigt.
Eines muss ich aber anmerken: Obwohl das Buch (übrigens absolut großartig vom Autor gelesen!!!) neben vielen Beispielen aus der Politik auch wirklich handfeste Alltagstips gibt, sind meiner Ansicht nach viele nur in einer "Top Dog" Position umsetzbar. Es ist einfach leichter mit einem tatsächlich gleichgestellten oder "untergebenen" Kollegen/Mitmenschen in dieser Klarheit zu kommunizieren. Wenn der vertikal kommunizierende Ignorant sein Vorgesetzter ist, dann sind viele der Tipps wohl schwer umzusetzen - vorausgesetzt man möchte auch seinen Job behalten. Die Gefahr eines offenen Machtkampfes droht spätestens dann, wenn sich der Vorgesetzte in seiner ignoranten Art durchschaut fühlt. Vielleicht ist das aber auch nur meine Befürchtung - muss einiges davon erst ausprobieren.
Außerdem muss man ja nicht jeden Job behalten... aber ich schweife ab....
Sehr gelungen finde ich die neutrale und nicht wertende Art, wie der Autor die beiden Kommunikationsstile erklärt.
Ich darf aber wertend sein, und möchte erwähnen, dass die vertikale Art der Kommunkation sehr wohl nicht nur archaisch, sondern schlicht primitiv ist. Es ist eine aus dem Stammhirn gesteuerte Art der Kommunikation.
Hätte ich das Buch geschrieben, hätte ich es "Die Tarzan Strategie" genannt. Untertitel: "So kommunizieren Sie mit Primaten" - zugegeben ja, ein klein wenig provokativ, aber auch sehr treffend wie ich meine....
Wie dem auch sei, mir ist jetzt bewusst wie diese Menschen funktionieren und das allein ist schon hilfreich, denn so ergibt vieles plötzlich einen Sinn wo früher nur erstauntes Entsetzen herrschte. Ja, insofern könnte man sagen, das Buch hat bereits mein Leben verändert!
Ich konnte übrigens auch viel lachen - einzig bei der Stelle wo der Autor von leeren vertikalen Phrasen erzählt und diese ohne Ende vorliest, bin ich fast ausgerastet. Es war quasi eine Zusammenfassung aller unserer Meetings im Büro. Das ist psychisch nur schwer auszuhalten. Ich hab es aber überlebt.
Da dieses Buch (und diese Rezension) sowieso nur horizontale Menschen lesen werden, bedanke ich mich noch sehr herzlich dafür. Es war mir eine Freude! Haltet durch, Freunde! Von nun an wird alles besser... :)


