Kleine Galerie der Titelblätter füher Ausgaben des Aachener Prisma. Dank an unseren Leser Matthias für das freundliche Zusenden der Hefte.




































Der Laden scheint dem Lovecraft Universum entsprungen zu sein:



In morbider Ladendeko Anleitungen zum Weltheil.




Gemälde die ich nicht im eigenen Haus wähnen möchte.



Das Beste: den Kram kann man überhaupt nicht in dem Laden kaufen. Ich wollte mir das unbedingt von innen ansehen und mich mit einigen der ausgelegten Heftchen versorgen, wurde aber abgewiesen. Die Schriften lassen sich nur über den Verlag beziehen, Bestellung per Brief oder Telegramm, eine Webseite oder Emailkontakt gibt es nicht.
Anstatt im nächsten Jahr das 40-jährige Jubiläum zu feiern, schloß der letzte überlebende Club der Aachener HIV-Tour am letzten Samstag scheinbar für immer seine Pforten. Anbei ein paar kurze Schnappschüsse des Abends – passend zum Zustand, in dem man den Club normalerweise aufsuchte, etwas verwackelt und verschwommen.






Noch mehr Video-Archivmaterial: Hier das 1967 fertiggestellte Video „AACHEN“ des Happening- und Fluxus-Künstlers Wolf Vostell. Es dokumentiert das seinerzeit skandalumwitterte Fluxus-Festival im Aachener Audimax von 1964. Den bildlosen Sirenenton in den ersten zwei Minuten interpretieren wir als Anspielung auf den 20. Juli, den Tag des Stauffenberg-Attentats auf Hitler, an dem auch das Festival stattfand (und nicht zuletzt dadurch den öffentlichen Eklat auslöste).
Vostells Video gehört nebenbei zu den frühesten Werken der Videokunst. In den frühen 70er Jahren zog Vostell vom Rheinland via Berlin nach Malpartida de Cáceres in der spanischen Region Extremadura. Sein 1976 gegründetes Museo Vostell Malpartida wurde zu einem experimentalkünstlerischen Zentrum, aus dem u.a. auch der Industrial/Noise-Musiker und Klangkünstler Francisco López hervorging…
Schon früher hatten wir auf Vostells „Vorschlag für den Umbau des Aachener Kaiser Doms“ hingewiesen, der ebenfalls aus dem Jahr 1967 stammt:
….der weiterhin vom Aachener Avantgarde Club hochgehalten wird:
Das WDR Archiv hat 2 schöne alte Berichte über die Neue Galerie veröffentlicht:
Exklusiv hier in der Aachener Untergrund Kultur: ein elektronisches Buch von ENK, mit neunundsechzig zwischen 2016 und 2018 entstandenen Gedichten bzw. Neros tanzende Elektropäpste-Songtexten.
Leseprobe:
Trojanisches Nilpferd
In der stiller Apotheke,
teakfurniert zur Geisterstund,
biegt ein Nilpferd mit Monokel
Vektor und Quadrate rund.Armer Ritter jodelt bitter,
rüttelt Südwind da am Tor?
Seitenfenster auf dem Rücken,
Rückspiegel am linken OhrNilpferd in der Apotheke,
sein Gerippe knarrt aus Holz.
Speit Gebirge, tanzt auf Krücken.
Furzgewitter donnert stolz.Nilpferd in der Apotheke,
sein Gerippe knarrt aus Holz.
Speit Gebirge, tanzt auf Krücken.
Furzgewitter donnert stolz.Pieepenkötter! Pieepenkötter!
scheppert blechern der Alarm.
Manchem Merkel-Imitator
wird es in der Burka warm.Armer Ritter jodelt bitter,
bunt kariert der Widersinn.
Sterne bleichen und ermatten.
Trotzig schwappt sein Doppelkinn.Nilpferd mit Monokel tanzte
einst als Star beim Flohzirkus.
Greint im wilden Fiebertraume:
Schluss, Verdruss, kein Mohrenkuss.In der stillen Apotheke
stand ein Nilpferd, ganz aus Holz.
Tanzte Charleston, rauchte Berge,
ward zum Vektor und zerschmolz.In der stillen Apotheke
stand ein Nilpferd, ganz aus Holz.
Tanzte Charleston, rauchte Berge,
ward zum Vektor und zerschmolz.Rotes Laubwerk voll Gitarren
säuselt leise: Tetrapack!
Und die stille Apotheke
sinkt hinab als Ubootwrack.Applaus von den Insekten,
die in Genschers Turban steckten.
Von gelb und schwarz Gefleckten,
die in Merkels Burka zeckten.In der stiller Apotheke,
teakfurniert zur Geisterstund,
bog ein Nilpferd mit Monokel
Vektor und Quadrate rund:Trojanisches Nilpferd.
(Aachen, 8.10.2016)
Inhaltsverzeichnis:
Das e-book kann hier im EPub-Format (für alle gängigen e-book-Lesegeräte außer Amazon Kindle, sowie für Mobiltelefone mit geeigneter Lese-App) sowie im PDF-Format heruntergeladen werden:
Schattenhören-EPub (diesen Link bitte kopieren und per Hand in den Browser setzt – wird leider durch WordPress gesperrt)
Schattenhören-PDFDas hatten wir verpasst: Im Juni dieses Jahres hat das Minimalkombinat-Label mehrere in den Früh-80ern veröffentlichte Cassetten (darunter auch „Liebe ist, wenn man andere mitmachen lässt„) des Eschweiler Duos Hervé & Kilowatt auf eine LP gepresst:

Die auf 99 limitierte Auflage ist mittlerweile schon wieder vergriffen…
Hier noch die ursprünglichen Cassetten-Cover:





Dank unseres Lesers kilowatt (Klaus Wittmann) hier ein frischer Scan der wohl letzten, 1982 erschienenen Nummer des legendären Aachen-Herzogenrather Fanzines GOLD EXTRA (siehe auch hier, hier, hier und hier).
In dieser Nummer kehrt GOLD EXTRA zum klassischen Fanzine-Format zurück, mit u.a. Konzert- und Tonträgerbesprechungen und Bandporträts, neben freieren Texten und Tiraden (den direkten Vorläufern von Formaten wie „100 Zeilen Hass“, mit denen Kolumnisten von 80er Jahre-Zeitgeist-Postillen ihre Mainstream-Karriere machten). Das Heft enthält zudem ein zweiseitiges Interview mit Frank Papst Buchholz. Neben ENK sind auch Silvio Franolic (Reinfall Tapes) und „Dietr“ (Gitarrist von „Rückstand„) als Macher dabei.
Und noch ein Nachtrag zur Entstehungsgeschichte von GOLD EXTRA Nr. 8 von ENK:
„Der Herzogenrath-Bezug (ich machte in dem Kaff Abitur) kam von Schunt, einem peripheren SPEX-Schreiberling, der in H’rath seinen Zivildienst leistete. Er stellte auch den Kontakt zu einem Niederbardenberger Aktionskünstler her, der gerade für die Documenta einen alten Zigarettenautomaten vorbereitete. Für den 30 (?) gleichgroße/ -kleine, identische Objekte gebraucht wurden, um eine Säule in dem Teil aufzufüllen.
Wir nahmen drei kurze Stücke auf, eins mit dem Korg MS-20 – meinem ersten Synthesizer – und Bass von meinem alten Akkordeon.
Stellten dann aber fest, dass die Tapes nicht in die Zigarettenschachteln passten – herrlich! Worauf ich nach der Kopierarbeit stundenlang Tapes aufschraubte, die beiden Bandschnecken in Silberpapier packte und Schunt dann das Ergebnis dem Aktionskünstler übergab. Auf diese Weise habe ich auch mal an einer Documenta teilgenommen, hoho – die Aufnahmen allerdings meine zig Umzüge später nicht überstanden. Beziehungsweise habe ich nach den drei Jahren Riad, meiner ‚Feuertaufe‘ als Dozent nach dem Doktorat, alle Aufnahmen eigener Musik digitalisiert und dabei kein Vierspurtonbandgerät zur Verfügung gehabt.
Die Masteraufnahmen gingen verloren, waren aber eh nur Chaos – doch lustig.“
Bei dem Aktionskünstler handelt es sich übrigens um Karl von Monschau, einem Mitbegründer des Neuen Aachener Kunstvereins. Die deutschsprachige Wikipedia schreibt dazu in ihrem Artikel „Kunstautomat„:
„Die Idee des Kunstautomaten haben als eine der ersten die beiden Künstler Karl von Monschau und Willy Gallinowski 1979/80 im Ludwig Forum für Internationale Kunst [gemeint ist wohl die Neue Galerie Aachen, der Vorläufer des Ludwig Forums – Red.] in Aachen verwirklicht und nachfolgend 1982 auf der documenta 7 vor dem Fridericianum (Kassel) einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.“
Und weiterhin die Bitte: Wer GOLD EXTRA Nr. 3 zuhause rumliegen hat, bitte hier melden!
Die geschätzten Kollegen von Tape Attack haben Nummer 5, 6 und 7 von ENKs legendärem Aachener Postpunk-/Dada-Fanzine Gold Extra digitalisiert und auf ihrem Blog veröffentlicht:



Nummer 1, 2 und 4 hatten wir vor mehr als einem Jahrzehnt veröffentlicht. Die mittlerweile toten Megaupload-Links ersetzen wir demnächst durch funktionierende. Dringende Frage an unsere Leser: Wer hat noch ein Exemplar von Nummer 3 und kann es scannen oder es uns zum Scannen ausleihen?
Gold Extras Nummer 7 („Extra Dry“) weicht vom üblichen Fanzine-Format ab und ist faktisch ein Gedichtband mit ENKs neodadaistischen Texten und Collagen. Da der Altmeister in diesem Metier nach wie vor aktiv ist und hochproduktiv im Untergrund arbeitet, werden wir hier bald ein E-Book mit neueren Texten nachreichen!