In den kommenden Wochen werden neue Gedenktafeln in der Sächsischen Schweiz angebracht, die an die NS-Geschichte in der Region erinnern. Am 16. April, anlässlich des 81. Jahrestags der Auflösung des KZ-Außenlagers Porschdorf, werden zwei Gedenktafeln im Polenztal eingeweiht. Diese informieren über das Lager und lassen Stimmen von Zeitzeugen zu Wort kommen.
Am 8. Mai wird ein Gedenkzeichen am Bahnhof Königstein eingeweiht, das im Projekt "Verborgene Stationen – Zwangsarbeit in der Sächsischen Schweiz", entstanden ist. Der Bahnhof in Königstein steht repräsentativ für die vielen Orte und Bahnstrecken, mit denen NS-Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft eng verbunden sind. An ihnen zeigt sich deutlich, wie sichtbar KZ-Häftlinge und das Leid im Alltag des Nationalsozialismus waren. Wir laden euch herzlichen ein, an den Einweihungen der Gedenktafeln teilzunehmen.Im Vorfeld gibt es die Möglichkeit sich am 29. April im Erzählcafé in Königstein inhaltlich mit dem KZ-Außenlager Königstein und der Untertageverlagerung auseinanderzusetzen,
Die Anmeldung für unsere diesjährige Bildungsfahrt im Herbst ist gestartet. Vom 10. bis zum 17. Oktober 2026 fahren wir in Kooperation mit den NaturFreunden Frankfurt am Main in die Taunus-Region. Die Ortsgruppe der NaturFreunde wurde 1912 gegründet und hat eine lange und spannende Geschichte, derer wir uns auch in Abendveranstaltungen annähern möchten…es wird auch musikalisch. Und wie bei all unseren Bildungsreisen werden wir uns mit der Regionalgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen. Dazu haben wir viele tolle Menschen vor Ort, die ihr Wissen einbringen werden. Hier erfahrt ihr alles Wichtige zu Programm und Anmeldung.
Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln, die in den Boden eingelassen werden und an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie gehen auf ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig zurück. In Heidenau erinnern solche Gedenksteine bereits an den ehemaligen Bürgermeister Paul Gröger, der nach den Misshandlungen im KZ Hohnstein Suizid beging, und die jüdische Familie Reiner. Letztere wurden auf Initiative von Schüler:innen verlegt.
Eine Initiative aus der Heidenauer Stadtgesellschaft setzt sich nun dafür ein, weitere Stolpersteine bspw. für Martha und Fritz Goldstein in den kommenden Jahren zu verlegen.
Die Initiative stellte im Februar 2025 bei der Stadt Heidenau einen Antrag auf die Genehmigung zusätzlicher Gedenksteine. Der Antrag umfasste auch die Finanzierung der Stolpersteine der Initiative und bot der Stadt die Kostenübernahme der Tiefbaukosten des städtischen Bauhofes an. Auf Nachfrage zum Bearbeitungsstand im Oktober wurde die Initiative zuerst auf die Stadtratssitzung im Dezember vertröstet, dann wiederum auf die Novembersitzung. Im Dezember wurde auf das neue Jahr verwiesen. Mittlerweile fordert die AfD-Fraktion in einem Antrag1, keine Stolpersteine mehr in Heidenaus Stadtgebiet zu verlegen. Das von Heidenauer Einwohner:innen ehrenamtlich getragene bürgerschaftliche Engagement zur individuellen Erinnerung soll durch die Schaffung eines noch nicht näher bezeichneten allgemeinen Erinnerungsortes auf dem Nordfriedhof, getragen und finanziert von der Stadt, ersetzt werden. Begründet wird dies damit, dass Menschen auf die Stolpersteine treten und über ihre Namen hinweggehen könnten.
Anne Nitschke:
"Ja, es gibt aus den genannten Gründen Kritik an der Verlegung von Stolpersteinen. Respektloses Verhalten kann auch bei anderen Erinnerungsformen auftreten. Das Konzept der Stolpersteine sieht vor, dass man sich beim Lesen der Inschrift zwangsläufig verneigt – eine stille Geste der Achtung vor den Opfern. Zusätzlich übernehmen Bürger:innen Verantwortung in guter Form von Patenschaften für die Stolpersteine, reinigen und pflegen sie regelmäßig und gedenken so kontinuierlich den Menschen hinter dem Namen."
Gedenkveranstaltung der LAG KZ Hohnstein, mit Ausstellung biografischer Porträts von Menschen, die im KZ Hohnstein inhaftiert waren
Samstag, 14. März 2026, 11 Uhr am Denkmal auf dem Marktplatz Hohnstein
Mitte März 1933, unmittelbar nach der Reichstagswahl, die der bereits eingesetzten Regierung Adolf Hitlers die parlamentarische Mehrheit verschaffen sollte und bereits von der Zerschlagung und Unterdrückung der gegnerischen Parteien begleitet wurde, berichtete die lokale Presse, dass die Jugendburg Hohnstein durch die Sturmabteilung der NSDAP (SA) besetzt und ein Konzentrationslager (KZ) eingerichtet wurde. Die Regierung ging also augenblicklich daran, die Demokratie und den Rechtsstaat abzuschaffen und eine Diktatur zu installieren.
Insbesondere die Parteiorganisation SA sollte den Machtwechsel und nationalsozialistische Normen durchdrücken. Die Mittel dazu waren Terror und pure körperliche sowie bewaffnete Gewalt.
Sie richtete sich vor allem gegen politische Gegner*innen: Besetzung und Raub von Immobilien und Vermögen der linken Organisationen, die gewaltvolle Verdrängung von politischen Gegner*innen und Jüdinnen*Juden aus ihren Ämtern, Berufen und gesellschaftlich relevanten Positionen, ihre Inhaftierung, Folterung und Isolierung in soeben noch von linken Parteien und Organisationen verwalteten Räumen und Gebäuden sowie in als Frühe KZ missbrauchten Orten, wie die Burg Hohnstein einer wurde.
Wir forschen aktuell verstärkt zu den KZ-Außenlagern in der Sächsischen Schweiz. Im Rahmen der Recherche möchten wir eine vielseitige und möglichst vollständige Darstellung der Geschichte dieser Region in der Zeit des Nationalsozialismus schaffen.
Zu diesem Zweck suchen wir nach Fotos, Tagebüchern, Briefen, Dokumenten oder anderen Erinnerungen, die mit den KZ-Außenlagern in Verbindung stehen, darunter das Lager an der Eselswiese (Orion I und Orion II) bei Königstein, der Stollen Schwalbe II, das Lager in Weißig, das KZ-Außenlager in Porschdorf sowie Mockethal Zatzschke.
Besonders interessieren uns Materialien aus dem Zeitraum 1939 bis 1946.
Wenn Sie in Ihrem Besitz Erinnerungen, Dokumente oder Fotos aus dieser Zeit haben, die sich mit diesen Orten beschäftigen, würden wir uns sehr freuen, von Ihnen zu hören.
Steffen Butzkus würde diese gern gemeinsam mit Ihnen einsehen und für unsere Forschung verwenden. Ihre Unterstützung ist von unschätzbarem Wert, um die Geschichte dieser Zeit weiter aufzuarbeiten.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon: 01525-6101741
Öffnungszeiten Kulturkiste K2
jeden Donnerstag 14-17 Uhr
und nach Absprache