»Vielleicht«, sage ich, »müssen die Worte auf dem Papier erst verblüht sein, ehe man sie losschicken kann.« M. beobachtet aus dem Augenwinkel, wie der Affe dem Kind auf die Schaukel hilft. Sie trinkt den Crémant aus und blättert weiter im Manuskript. Dann seufzt sie und sagt: »Man nimmt gewöhnlich alles so hin, was passiert, aber im Nachhinein ist es doch ganz und gar unbegreiflich. Mit den Jahren wächst das Unmögliche des Lebens, dass man kaum anders kann, als darüber zu schreiben. Aber muss es gleich ein Roman sein?« Das Kind schaukelt mittlerweile bis in die Wolken, M. geht und zügelt den Affen.
Je weiter das Term fortschreitet, desto roher wird alles. Die Studenten verwildern, die Fellows haben es eilig, sich beim Dinner zu betrinken. Früh einsetzende Dunkelheit bedrängt das Gemüt. Die Bäume sind gelb, als sei ihnen übel. Die kurzen Tage fliegen dahin, ohne dass etwas geschieht. Essay folgt auf Essay, Meeting auf Meeting. Paul wird zum Bursar gewählt. Er hat keine einzige Seite für sein großes Buch geschrieben. – Ich streiche die Passage durch und stopfe die losen Blätter zurück in die Tasche. Der Wind treibt den Himmel blau und weiß durcheinander, Flecken von Licht wandern über die Hügel. Der Affe hat einen ganzen Strauß Pusteblumen gesammelt: wir pusten, bis ein Schwarm von Schirmen durch die Luft wirbelt.
Das Kind schiebt den Kinderwagen, der Affe macht Kopfstand darin. M. bekommt einen Anruf und verwünscht sogleich das Seminar. Bananeneis will das Kind. Als ich bezahle, rutschen die Papiere aus der Tasche, ich hasche hinterher, die weißgesprenkelte Gasse hoch. Passanten helfen die Blätter einsammeln. Ein paar sind vielleicht für immer verloren. Oder es ist niemals etwas verloren, es ist nur anderswo, jenseits allem, was sich greifen lässt. Wie L. und C., seitdem sie alle Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat haben fahren lassen, in alle Winde verweht sind; auch Perkeos Dachkammer steht leer und flirrt von Sonnenstäubchen in einer Stille, die um den ganzen Horizont schreit.


